Krebserkrankung in der Kindheit. Besteht für den Nachwuchs eine Gefahr?

Wer als junger Mensch eine Krebserkrankung überstanden hat, macht sich möglicherweise Gedanken darüber, ob die Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) Auswirkungen auf die eigene Fruchtbarkeit hat, oder sie sogar Auswirkungen auf die nächste Generation hat.

 

Hier kann weitestgehend Entwarnung gegeben werden. Frauen, die in den ersten 20 Lebensjahren ihren Krebs besiegt haben, hatten weder ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, auch Fehlbildungen kamen nicht häufiger vor (Mueller, B.A.,.Arch Pediatr Adolesc Med 2009, 163:879).

Das gleiche gilt für Väter, die sich in den ersten 20 Jahren ihres Lebens einer Krebsbehandlung unterziehen mussten (Chow EJ, Arch Pediatr Adolesc Med 2009, 163:887). Die Kinder hatten durchweg ein etwas geringeres Geburtsgewicht als die der Kontrollgruppe, da es insgesamt etwas häufiger zu Frühgeburten kam.

Es sollten also engmaschigere Kontrollen beim Frauenarzt durchgeführt werden, um dieses Risiko zu minimieren. Der Arzt muss natürlich über die Vorerkrankung informiert sein.

Eine Ausnahme gibt es leider doch: bei der Beckenbestrahlung junger Mädchen vor der ersten Menstruation (Menarche), war das Risiko für eine Todgeburt um den Faktor 6 erhöht (13 %) (Signorelli L.B. et al, NEJM 2010, 10).  Weitere Auskünfte darüber darüber finden sich in Studien der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (http://www.kinderkrebsinfo.de/e2260) oder bei Prof. Willich, Studienleiter des „Registers zur Erfassung von Spätfolgen nach Strahlentherapie im Kindes- und Jugendalter (http://www.kinderkrebsinfo.de/e2260/e5888/e67353/e88503/index_ger.html).

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