Kann man mit einer Cerclage eine Frühgeburt verhindern?

Bei niedrigem Risiko ist eine Cerclage heutzutage nicht mehr angezeigt. Bei sehr früher Anwendung könnte aber der totale Muttermundverschluss einen Vorteil ergeben.

Nach einer Studie der bekannten und weltweiten akzeptierten Cochrane-Library, in der eine große Anzahl von Veröffentlichungen zu bestimmten Themen zusammengefasst sindsollte bei Frauen mit mittlerem oder niedrigerem Risiko eine Cerclage nach Shirodkar nicht angewendet werden.

Im Ausland wird sie als einziges operatives Verfahren angewendet. Das Problem ist, dass dieser Eingriff nicht den Infektionsweg von der Scheide über den Muttermund bis zur Fruchtblase unterbindet.

Aus dem Grunde ist von Prof. Saling, einem der Experten von mothers-talk.de, der prophylaktische "Frühe Totale Muttermund-Verschluss" (FTMV) entwickelt worden. Dieser sollte bei entsprechenden Risikosituationen (z.B. vorangegangene Frühgeburt) in etwa der 12. Schwangerschaftswochen durchgeführt werden. Im Gegensatz zur Cerclage wird dabei der Muttermund komplett verschlossen. Dieser Eingriff wird allerdings nur in bestimmten Kliniken durchgeführt. Sie finden eine stets aktuelle Liste der Kliniken auf der Website des Saling-Instituts: http://www.saling-institut.de.

Zwischen dem "Totalen Muttermundsverschluß (TNM)" und der Cerclage nach Shirodkar und dem gelegentlich verwendeten Pessar (Scheidenring) bestehen gravierende Unterschiede. Während beim "Totalen Muttermundverschluß" der Zervikalkanal tatsächlich verschlossen wird, und so ein Aufsteigen von Mikroorganismen, z.B. Bakterien verhindert, wird dieser bei der Cerclage nur verengt.

Manchmal wird auch ein Scheidenpessar gelegt, das nur das Tiefertreten des kindlichen Köpfchens verhindern soll und damit das zu frühe Aufdehnen des Muttermundes, es stellt aber keinen Verschluß dar.                                                                    

Beim totalen Muttermundverschluß wird zwischen "frühem" und "späten" Muttermundverschluß unterschieden. Wegen der wesentlich besseren Ergebnisse bei der Vermeidung von Spätaborten und Frühgeburten wird empfohlen, den Muttermundverschluß so früh wie möglich durchzuführen.

 

 

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