Kann man durch eine Krebstherapie mittels Bestrahlung oder Chemotherapie unfruchtbar werden?

Durch die Therapieerfolge der letzten Jahrzehnte nimmt die Zahl der Langzeitüberlebenden nach einer Krebserkrankung im Kindesalter (z.Zt. 80%) (www.kinderkrebsregister.de) stetig zu. Aus diesem Grunde spielt die Frage des Kinderwunsches eine immer größere Rolle.

 

Dabei geht es zunächst weniger um die eigene Fertilität (Fruchtbarkeit), sondern um die Sorge um die Gesundheit der möglichen Nachkommen. (Cl. Spix, Deutsch Ärztebl, 2012, 109(7): 124).

 

Große italienische und finnische Studien zeigen, dass Überlebende nach Krebsbehandlung etwa halb so oft Eltern werden, wie Vergleichsgruppen.

 

Männer, die in ihrer Kindheit bestrahlt worden sind oder eine Chemotherapie erhalten haben, haben lt. einer Studie sogar ein etwas höheres Risiko für eine Infertilität als Frauen (Balcerek M. Dtsch Ärztebl 2012; 109(7) 126). 

Bei Männern liegt der Verdacht auf eine Infertilität vor, wenn das FSH (follikelstimulierendes Hormon) einen Wert kleiner als 10 IU/l und einen Inhibin-B-Wert größer 80 pg/ml ergibt und sich keine Spermien finden lassen.

 

Mittels einer Laboruntersuchung kann sich auch bei Frauen ein Verdacht auf Unfruchtbarkeit ergeben. Zu diesem Zweck wird das sog. Anti-Müller-Hormon untersucht, dessen Wert nicht unter 1,0 ng/ml (Nanogramm sind ein tausendstel Milligramm) liegen sollte.

 
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