Kann man bei Zwillingen eine Chrorionzottenbiospsie machen?

Bei auffälligem First-Trimester-Screening und erhöhter Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit einer Chromosomenstörung werden invasive Eingriffe wie Chorionzottenbiopsie (CVS) und Amniozentese angeboten. Nur mit einer Chromosomenanalyse aus Chorionzotten (bei der CVS) oder Fruchtwasser (bei der Amniozentese) kann letztlich der Beweis für eine Erkrankung angetreten werden. Die Eingriffe könne auch bei Mehrlingen durchgeführt werden, der Gynäkologe sollte aber über eine große Erfahrung verfügen.

Prinzipiell kann eine Chorionzottenbiopsie auch bei Mehrlingen durchgeführt werden. Dabei werden Zellen aus dem Mutterkuchen durch die Bauchdecke hindurch entnommen. Mit einer CVS (auf engl.: chorionic villi sampling) gelingt eine sehr schnelle Karyotypisierung (Chromosomenanalyse). Schon am nächsten Tag liegt das Ergebnis vor. Bei eineiigen Zwillingen ist die Lage der Plazenta nicht entscheidend, beide Feten haben ohnehin den gleichen Chromosomensatz.

Bei zweieiigen Gemini hingegen ist es ganz wichtig, beide Plazenten zu untersuchen, weil die Kinder einen unterschiedlichen Chromosomensatz haben. Das ist, wenn die Plazenten weit genug auseinander liegen, meist kein Problem. Schwierig wird es, wenn beide Plazenten fast ineinander übergehen. Das Risiko für einen Fehlgeburt ist dann leicht erhöht, weil ja zwei Einstiche benötigt werden.

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