Kann man bei einer drohenden Frühgeburt in jedes Krankenhaus gehen?

Grundsätzlich einmal dies: in einem Notfall muss jedes Krankenhaus Sie aufnehmen. Es kann aber sein, dass – sobald in Ihrem Fall die Notsituation unter Kontrolle gebracht ist – Sie und/oder Ihr Kind in ein Krankenhaus mit einem höheren Versorgungslevel verlegt werden müssen. Am besten findet eine solche Verlegung noch mit dem Baby im Bauch der Mutter statt; dann droht keine Unterkühlung auf dem Transportweg.

Es hat sich aus verschiedenen Gründen als sinnvoll erwiesen, die Betreuung von Frühgeburten in einigen wenigen Zentren zu konzentrieren, weil nur dort eine perfekte Versorgung rund um die Uhr gewährleistet ist. Dazu gehört zum Beispiel, dass jederzeit auch Neonatologen, also Kinderärzte für die spezielle Betreuung der früh geborenen Kinder nach der Geburt bereitstehen, und dass die apparative Ausstattung der Klinik eine intensiv-medizinische Behandlung ermöglicht.

Aus diesem Grund werden heute Geburtskliniken nach ihren Möglichkeiten bei der Betreuung von Frühgeburten bewertet, und in drei unterschiedliche Level eingeteilt:

Was ist eine Level-1-Geburtsklinik? :
Hier gibt es eine gesonderte Frühgeborenen-Station, wo extrem kleine Frühgeborene betreut werden können. Diese Neonatologie wird von einem eigens dazu ausgebildeten Leiter geführt, und auch ein Kinderarzt ist rund um die Uhr zur Stelle.

Was ist eine Level-2-Geburtsklinik?:
Hier werden Frühgeborene betreut, die mehr als 1500 Gramm wiegen, und solche, die nach der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Das Krankenhaus hat eine Frühgeborenen-Station und einen ständig anwesenden Kinderarzt.

Was ist eine Level-3-Geburtsklinik?:
In dieser Klinik werden Kinder mit einem Geburtsgewicht von mehr als 2500 Gramm in der Normal- und Regelversorgung betreut.

Diese Drei-Stufen-Unterteilung zeigt die Möglichkeiten der Versorgung von Frühgeburten auf, sagt darüber hinaus aber nichts Näheres aus über die übrige Qualität der Entbindungsklinik. Auch ein Level-3-Krankenhaus kann ohne weiteres ein als Notfall angekommenes Frühgeborene versorgen, das anschließend aber möglicherweise noch einmal verlegt werden muss. Die Transporte von Frühgeborenen sollten indessen möglichst vermieden werden, weil sie deutlich das Risiko für Komplikationen erhöhen.

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