Kann ein Abort bis zur 24. SSW mittels einer Ausschabung (Curettage) behandelt werden?

Das hängt ab von der Größe der abgestorbenen Leibesfrucht.

Etwa bis zur 12. u.U. 14. SSW (Schwangerschaftswoche) kann mittels einer Ausschabung (Curettage) das Abortmaterial entfernt werden. Meist wird das heute mit einer sog. Vacuumcurettage durchgeführt (durch Unterdruck wird die Fehlgeburt samt Plazenta abgesaugt). Diese Methode ist schonender als die früher durchgeführte instrumentelle Curettage und auch komplikationsärmer.

Oberhalb der 14. SSW hingegen muss die abgestorbene Leibesfrucht meist auf natürlichem Wege geboren werden. Das ist für die angehenden Mütter ein in jeder Beziehung schmerzhafter Prozess, ein abgestorbenes Kind zu gebären – der gesamte Geburtskanal, speziell der Muttermund ist darauf noch gar nicht vorbereitet und muss mit speziellen Mitteln (z.B. Prostaglandinen) „aufgeweicht werden.

Bei Zwillingen kann ein anderes Vorgehen sinnvoll sein. Häufig belässt man den abgestorbenen Feten in der Gebärmutter, zumal ein Eingriff zur Entfernung des Abortus mit einem hohen Risiko für das überlebende Kind verbunden wäre.
Das Belassen des abgestorbenen Frucht stellt kein erhöhtes Risiko für die Schwangere dar, es wächst nicht weiter, wird nicht weiter durchblutet und wird durch den Druck der zweiten Fruchtblase zusammengedrückt und schließlich mit der Nachgeburt ausgestoßen.
 

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