Ist mein Kind gefährdet gegenüber Allergien?

Allergien sind die häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern.

Sie nehmen zu und sind heute bei ca. 40 % aller Kinder zu finden. Sie äußern sich als Allergie gegen Pollen (Heuschnupfen), Hausstaub-Milben und Tierhaare sowie als Neurodermitis und Asthma bronchiale.

Wesentliche Gründe für die Zunahme sind Umweltfaktoren. Glaubte man früher, daß die Zunahme an Allergien mit der Belastung der Umwelt an Schadstoffen zusammenhängt, ist man heute der Auffassung, daß die Ursache eher bei der übertriebenen Hygiene in der Umgebung der Kinder zu suchen ist.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat man festgestellt, daß in den neuen Bundesländern die Kinder deutlich weniger an allergischen Erkrankungen litten, obwohl sie einer vermehrten Schadstoffbelastung ausgesetzt waren (Industrie, Abgase durch Autos und Schornsteine). Heute sind die Kinder dort ähnlich allergiebelastet wie in den alten Bundesländern. Übertriebene Hygiene schadet also der Gesundheit. Bei der Hautmanifestation der Allergie, der Neurodermitis, ist allerdings die Zunahme dieser Erkrankung in Zusammenhang mit der Beimischung der Nahrungsmittel an Konservierungsstoffen und Farbstoffen zu sehen.

Ein anderer wichtiger Faktor ist die erbliche Veranlagung.

Wenn einer der Elternteile an einer Allergie leidet, besteht das Risiko zu etwa 30 %, daß die Kinder im Laufe ihres Lebens ebenfalls eine allergische Erkrankung entwickeln. Sind beide Eltern Allergiker, steigt dieses Risiko auf ca. 50 % an.

Wenn eine solche erbliche Belastung besteht, können Eltern eines Neugeborenen mit einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahmen eine mögliche Allergie verhindern bzw. auf ein späteres Lebensalter verschieben.

Diese Vorsorgemaßnahmen sind im einzelnen: Möglichst lange mit Muttermilch ernähren (mindestes bis zum 6. Lebensmonat), bei Stillproblemen alternativ hypoallergenen Nahrung füttern (bei dieser "HA-Nahrung" ist das Milcheiweiß verändert worden), konsequentes Rauchverbot für alle Familienmitglieder, keine Haustiere (Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen) im Haushalt sowie Verhinderung der Überwärmung des Zimmers mit der Gefahr der Austrocknung der Schleimhäute.

Zur Vorbeugung einer eventuellen Hausstaub-Milben-Allergie sollten im Schlafzimmer des Kindes alle Staubfänger (Kuscheltiere, Teppich, Bettvorleger, Übergardinen) vermieden werden bzw. sollten sie regelmäßig gereinigt werden.
Hier hilft auch viel Frischluft im Zimmer sowie im Freien.

 

Bei Allergie gegen Pollen und Hausstaubmilben sollten konsequent Medikamente zur Linderung gegeben werden, um einen Wechsel von der Nasen-Rachenschleimhaut auf die Schleimhaut der Bronchien mit der Gefahr eines Asthma bronchiale zu verhindern. Bei beginnendem Asthma sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden.

Dabei werden die auslösenden Allergenextrakte in steigender Konzentration unter die Haut injiziert. Dies ist in der Regel nur bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr möglich, da sie erst dann die Injektionen tolerieren. Eine neue alternative Therapie besteht in der Gabe von Tropfen bzw. Tabletten vor dem Frühstück unter die Zunge. Diese Therapien werden in der Regel über 3 Jahre durchgeführt und bringt bei etwa 80 % einen erheblichen Rückgang der Symptome.

Ebenso muß bei Asthma bronchiale eine konsequente medikamentöse Therapie durchgeführt werden, um bleibende Schädigung der Lunge mit der Gefahr einer frühzeitigen Invalidität zu vermeiden. Dabei wird bei schwerem Asthma regelmäßig mit Cortison inhaliert, um die Kinder dauerhaft von ihren Beschwerden zu befreien. Dieses Cortison wirkt nur lokal in den Bronchien, wird kaum vom Körper aufgenommen und ist weitgehend frei von Nebenwirkungen. Ein großes Problem ist die Behandlung der Neurodermitis, die immer sehr individuell therapiert werden muß und die durch Streßfaktoren sehr beeinflußt wird.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.