Ist mein Baby durch Schimmelpilze gefährdet?

Allergische Erkrankungen in Form von Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis nehmen bei Kindern stetig zu. Als Ursache für diese Zunahme ist die deutliche Belastung durch chemische Produkte in der Umgebung der Kinder zu nennen. Zum anderen ist heute bekannt, dass eine übertriebene Hygiene im Haushalt eine Allergie begünstigen kann. Offensichtlich braucht ein Säugling oder ein Kleinkind einen gewissen Kontakt mit Bakterien, die die Immunität anregen und somit einen Schutz vor späteren allergischen Erkrankungen bewirken. Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, haben nach Untersuchungen deutlich weniger Allergien als Kinder in einer Großstadtwohnung. Dabei entscheidet die Menge des auslösenden Stoffes, ob sich ein Schutz oder eine Erkrankung entwickelt. Ein besonderes und wenig beachtetes Problem ist eine feuchte Wohnung mit Schimmelpilzbelastung. Schimmelpilze können bei Kindern eine Allergie der Atemwege mit Schnupfen, Bindehautentzündung oder sogar schwerem Asthma auslösen. Sie können auch eine bereits bestehende Neurodermitis verschlimmern. Daher muss darauf geachtet werden, dass besonders bei Säuglingen und Kleinkindern in der Wohnung kein Pilzbefall vorhanden ist.

Schimmelpilze gedeihen gut bei feuchter Wärme. Sie bilden zur Fortpflanzung einzellige Pilzsporen, die sich beim Luftzug lösen, unsichtbar in der Luft schweben und eingeatmet werden. Auf den Schleimhäuten kann sich bei regelmäßigem und längerem Kontakt mit den Sporen ein allergisches Krankheitsbild entwickeln. Die häufigsten Arten sind Penicillium und Aspergillus, die sich besonders bei einer relativen Luftfeuchte ab 80-85% im Haus vermehren können. Dabei sind wenig belüftete Nassräume wie Bad und Dusche besonders gefährdet. Auch Klimaanlagen und Luftbefeuchter sind häufig mit Schimmelpilzen verunreinigt. Oft verbirgt sich ein Pilzbefall hinter Holzverkleidungen, alten Bodenbelägen oder Tapeten. Dabei muss besonders auf Außenwände geachtet werden, die schlecht isoliert sind und bei denen die Feuchtigkeit durch Regen nach Innen verbreitet. Wenn diese Wände durch Schrankmöbel verdeckt sind, kann sich ungehindert und nicht sichtbar ein Schimmelpilz sehr rasch ausbreiten.

Ebenso können Pflanzen in der Wohnung eine Ursache für Schimmelpilzbefall auf den Blättern oder auf der Blumenerde sein. Eine weitere Quelle können Nahrungsmittel sein, auf denen sich Schimmelpilze bilden und die bei der Zubereitung eingeatmet werden (z.B. unsachgemäß gelagertes Müsli). Auch Haustiere bringen Schimmelpize mit in die Wohnung. Schimmelpilze kommen jedoch auch im Freien vor. Sie wachsen auf Blattoberflächen, Gräsern und Getreide sowie auf Pflanzenabfall (Kompost) und können beim Lüften auch in das Haus gelangen. Im Juli und August tritt die höchste Sporenbelastung auf und kann wegen der gleichen Symptome bei Allergikern mit Heuschnupfen verwechselt werden.

Nur wenige Kinder sind durch Schimmelpilzsporen gefährdet. Es erkranken meist Kinder, die durch die genetische Veranlagung durch die Eltern eine Bereitschaft zu Allergien besitzen. Bei Verdacht auf eine Schimmelpilzallergie sollte eine Diagnostik über einen Hauttest (Pricktest) oder über Blutdiagnostik (RAST) durchgeführt werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, müssen folgende Maßnahmen durchgeführt werden: Inspektion der Wohnung, ob hinter den Möbeln Feuchtigkeit mit sichtbarer Schimmelbildung zu finden ist, notfalls Tapete lösen und die Wand inspizieren. Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sollte unter 65% betragen. Raumtemperatur um 20 Grad Celsius, da sich unterhalb dieser Temperatur an kalten Stellen leicht Feuchtigkeit ablagert. Wohnung 3 – 4 mal täglich für 5-15 Minuten lüften, besonders die Nassräume. Die Möbel sollten 10 cm von der Wand abgerückt werden. Keine Topfpflanzen im Schlafzimmer und eine künstliche Luftbefeuchtung sollte unterbleiben. Schlecht isolierte Häuser mit feuchten Wänden und Schimmelpilzbefall müssen saniert werden.

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