Ist ein konservatives Vorgehen bei Verdacht auf eine EU möglich?

Durch den häufig schon in der 6/7. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführten frühzeitigen Ultraschall treten in den industrialisierten Ländern die akuten Symptome einer geplatzten Bauchhöhlenschwangerschaft (EU) mit starken Schmerzen und Blutungsschock immer seltener auf.

Bei einer frühzeitig diagnostizierten EU kann deshalb abwartend verfahren werden, wozu es allerdings guter Nerven von Schwangerer und Arzt bedarf. Man weiß mittlerweile, dass eine Reihe der entstandenen Bauchhöhlenschwangerschaften von alleine zugrunde gehen.

Zur Durchführung eines solch konservativen Vorgehens bedarf es aber einer Reihe von Grundvoraussetzungen:

(mod. nach M.David, CMA-Fortbild Gynäkol Geburtsmed Gynäkol Endokrinol 2007:3(2)52-62)

 

a) es sollte sich um eine aufgeschlossene, informierte Patientin handeln 

b) die Patientin sollte keine oder nur leichte Beschwerden haben

c) der Eileiter darf nicht zu stark aufgetrieben sein

d) es sollte sich kaum Flüssigkeit im Bereich zwischen Uterus und Darm (Douglas´scher Raum) befinden.

e) der Schwangerschafts-Hormonwert des ß-HCG (Untereinheit des humanes Choriongonadotropins) sollte unter 2000 IU/l (international Units                                 (Einheiten) pro Liter) liegen.

f) es muss die Möglichkeit der kurzfristigen (2-tägigen)Ultraschall- und HCG-Kontroll-                 Bestimmungen geben, ebenso wie:

g) die Möglichkeit der kurzfristigen stationären Behandlung und eine wohnortnahe Behandlung.

 

Die Behandlungserfolge liegen bei verschiedenen Untersuchern bei ca. 70%. Es wurden alle 2-3 Tage Ultraschall und HCG-Kontrollen durchgeführt, die mittlere Behandlungszeit lag bei ca. 20 Tagen, bis der HCG-Wert auf unter 10 IU/l gefallen war. 

 

Je niedriger der Ausgangs HCG-Wert war, umso erfolgreicher war die konservative Behandlung. (Der durchschnittlicher Wert bei erfolgreicher Behandlung lag bei ca. 370 IU/l- international units pro Liter). Bei nicht erfolgreicher Behandlung lag dieser Wert über 700 IU/l). Bei Nachuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass in über 90 % die Eileiter der konservativ behandelten Patienten durchgängig blieben.

Achtung: vereinzelt kann es bei abwartender Behandlung trotz niedriger Hormonwerte zu bedrohlichen Blutungen kommen. 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.