Infektionen als Abortursache

Infektionen sind eher selten Ursache für Fehlgeburten.
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Folgende Infektionsarten stehen zur Auswahl:

Viren: Eine Infektion mit embryo- oder fetotoxischen Viren z.B. Herpes-simplex, Zytomegalie, Varizellen, Röteln, Masern und Parvovirus B19 kann zwar zu einer Fehlgeburt führen, hinterlässt aber eine lebenslange Immunität, und kann daher nicht als Ursache zumindest der habituellen (wiederkehrenden) Aborte genannt werden.

Bakterien: Eine spez. bakterielle Scheidenbesiedlung (bakterielle Vaginose) ist zwar als Auslöser von Spätaborten, Frühgeburten und vorzeitigen Blasensprüngen bekannt, und sollte behandelt werden; sie scheinen aber nicht in Zusammenhang mit Frühaborten zu stehen.
Besonders bei habituellen Aborten sollten Untersuchungen zum Nachweis bzw. Ausschluss von Infektionen, wie Clamydien, Mycoplasmen und Ureaplasmen durchgeführt werden. Derartige Infektionen können z.B. mit Tetracyclinen behandelt werden.
Auch die Syphilis kann Spätaborte hervorrufen, sollte aber durch das im Mutterpass verankerte Screening schon frühzeitig therapiert sein.
Auch Listerien können in seltenen Fällen Aborte auslösen.

Parasiten: Besonders in der Frühschwangerschaft, bis zur 20. SSW, besteht bei Kontakt mit freilaufenden Katzen und bei Verzehr rohen Fleisches die Gefahr einer Toxoplasmose-Infektion. Erst ab ca. der 12. SSW können die Toxoplasmen aus dem mütterlichen Blut die sog. Plazentaschranke überwinden und den Feten infizieren. Aus dem Grunde ist die fetale Infektionsrate im ersten Trimenon (1.Drittel) der Schwangerschaft gering. Im 2.- und 3. Trimenon ist diese Gefahr größer.
Eine Toxoplasmose, üblicherweise mit einem speziellen Medikamentencocktail (u.a. Spiramycin) behandelt, führt selten zu einer Infektion nachfolgenden Schwangerschaften.
 

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