Immunologische Ursachen einer Fehlgeburt

Auch immunologische Faktoren werden vereinzelt als Ursache einer Fehlgeburt genannt, meist dann aber im Rahmen der habituellen Aborte (immer wieder-kehrende Fehlgeburten).
So ist immer noch ungeklärt, wieso der weibliche Organismus ein Fremdeiweiß
toleriert – 50% des heranwachsenden Embryos oder Feten besteht aus dem väterlichen Eiweiß -, das normalerweise zu einer Abstoßungsreaktion führen würde.

Man glaubt, die Ursache dafür in dem – zu weitgehend übereinstimmenden – HLA-System von Mutter und Vater gefunden zu haben. HLA bedeutet human leukozyte antibodies (menschliche Antikörper gegen weiße Blutkörperchen). Die zu große Übereinstimmung zwischen Mutter und Vater verhindert anscheinend die Bildung sog. blockierender Antikörper, die zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen erforderlich sind.
Weder über diese Erklärung noch über eine Therapie herrscht Einigkeit unter den Wissenschaftlern.

Auf die Antikörper gegen Phospholipide (APA) wurde schon verwiesen. Besonders bei Frauen mit einem „systemischen Lupus erythematodes“ (Autoimmunerkrankung mit charakteristischen Hauterkrankungen) können Fehlgeburten vorkommen.
Auch bei Frauen mit habituellen Aborten sind häufiger APA nachzuweisen. Die haben zudem einen Einfluss auf die Blutgerinnung, indem sie eine verstärkte Gerinnung hervorrufen.
 

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