Hilfe! Mein Kind hat Kopfläuse!

Kopfläuse bei Kindern sind weit verbreitet und versetzen die betroffenen Familien immer in großen Schrecken. Sie kommen weltweit vor, besonders im gemäßigten Klima wie in Deutschland. Kopfläuse kommen selbst in den "besten Familien" vor und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie leben bei Kindern ausschließlich im Kopfhaar, bei Erwachsenen selten auch an Bart, Augenbrauen und Achselhaaren. Die Weiterverbreitung erfolgt immer über engen Kontakt der befallenen Personen, weshalb Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Schule besonders häufig betroffen sind. Läuse können im Unterschied zu Flöhen nicht springen, sie werden jedoch über Kopfbedeckungen, Kopfunterlagen, Schals, Decken, Kämme, Haarbürsten, Decken und Spielsachen übertragen.
Die Kopfläuse besitzen einen Stechsaugrüssel, mit dem sie mehrmals täglich Blut als Nahrung aufnehmen. In Folge des manchmal bestehenden Juckreizes kratzen sich diese Kinder sehr heftig auf der Kopfhaut und können durch Übertragung von Bakterien über die Fingernägel eine Hautinfektion bewirken. Die Läuse selbst übertragen in unseren Breiten keine Krankheitserreger. Der Lebenszyklus der Kopfläuse verläuft in verschieden Stadien und dauert bis zur ersten Eiablage ca. 3 Wochen. Befruchtete Weibchen heften ihre Eier (Nissen) in der Nähe des Haaransatzes wasserunlöslich an die Kopfhaare. Je weiter diese an den Haaren angeklebten Nissen über den Haaransatz hinausgewachsen sind, umso länger besteht der Läusebefall. Die Eltern sind entsetzt, wenn sie hören, daß der Befall manchmal schon seit 6-8 Wochen unbemerkt bestanden hat. Nach 7-10 Tagen schlüpfen aus den abgelegten Eiern Larven, die nach etwa 10 Tagen geschlechtsreif werden. Dies bedeutet, daß Nissen, die deutlich über dem Haaransatz zu sehen sind, abgestorben oder leer sind. Die Lebensdauer der Läuse beträgt nur wenige Wochen. Sie sind auf das menschliche Blut als Nahrung angewiesen und können außerhalb ihres Wirtes maximal nur 3 Tage überleben.
Die Läuse selbst sind sehr schwer zu entdecken, die Nissen sind jedoch leichter zu finden. Nahe der Kopfhaut sind die Nissen grau aussehende Eier in durchsichtigen Hüllen. Besser zu sehen sind die weißen, meist toten Eier in einer Entfernung von mehr als einem Zentimeter über der Kopfhaut. Besonders befallen sind die Haare hinter den Ohren sowie in der Schläfen- und Nackenregion.

Zur Behandlung werden behördlich anerkannte Insektizide eingesetzt (Allethrin, Lindan, Pyrethrum, Permethrin). In der Regel werden damit sowohl Läuse und Eier abgetötet. Bei Kleinkindern sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten, da die Substanzen zum Teil über die Haut aufgenommen werden können und toxisch wirken können.
Alternative Methoden wie Heißluft und Sauna sind wirkungslos. Lauwarmes Essigwasser (3 Eßlöffel Hausessig auf einen Liter Wasser) tötet zwar Läuse und Nissen nicht ab, jedoch können die Nissen nach mehrfachem Auswaschen besser ausgekämmt werden. Die üblichen Läusekämme sind für Kinder nicht geeignet, da Kinder feines Haar haben und die Nissen damit nicht erfaßt werden. Sollte kein feiner Kamm vorhanden sein, müssen die Nissen von Hand zwischen Fingernagel und Daumen abgestreift werden. Eine vollständige Entfernung auch der abgestorbenen oder leeren Nissen ist zu empfehlen, um einen eventuellen Neubefall an Läusen erkennen zu können. Es bestehen Unterschiede in der Wirksamkeit der angewendeten Insektizide.
Daher ist grundsätzlich zu empfehlen, eine zweite Behandlung 8-10 Tage nach der ersten Behandlung durchzuführen. Somit ist sichergestellt, daß eventuell noch ausgeschlüpfte Läuse abgetötet werden und sich nicht weiter vermehren können. Auch sollten sich bei Läusebefall eines Familienmitgliedes alle anderen Mitglieder gegenseitig das Kopfhaar untersuchen, um einen erneuten Befall innerhalb oder auch außerhalb der Familie zu verhindern.

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