Hilfe! Mein Kind hat Flöhe!

Wie die Kopfläuse sind die Flöhe ebenfalls weltweit verbreitet. Die Flöhe befallen nicht nur den Menschen, sondern auch Katzen und Hunde. Beim Halten von Haustieren ist daher immer mit diesen ungebetenen Gästen zu rechnen. Die Flöhe gehen sehr diskret zu Werk, der Biß und der Stich mit anschließendem Saugen von Blut wird von den Betroffenen nicht bemerkt. Bemerkt wird lediglich die anschließende Hautreaktion. Kinder sind von Flohstichen besonders oft betroffen, weil sie mit Tieren meist engen Hautkontakt haben.

Am weitesten verbreitet ist in unserer Region der etwa 3 mm große, braune Katzenfloh, der in 70 % aller Fälle bei Katze, Hund und Mensch auftritt. Sie nehmen sich mehrfach am Tage ihre Blutmahlzeit. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in die gemütlichste und wärmste Stelle des Hauses: Bett, Hundekörbchen und Katzenkörbchen. Die ausschlüpfenden Larven ernähren sich von Hautschuppen der Menschen und bluthaltigem Kot der Flöhe. Nach 3 Larvenstadien mit Häutungen entwickelt sich ein Puppenstadium. Diese Puppen können über viele Monate unbeweglich verharren, bis sie nach einem Erschütterungsreiz plötzlich als fertige Flöhe ausschlüpfen und sich ihre Opfer suchen. Bei günstigen Bedingungen (besonders bei warmer Temperatur) kann eine neue Generation bereits innerhalb von 18 Tagen entstehen und zu einem massiven Befall von Flöhen mit einer wahren Plage führen. Denn sie können bis zu einem Jahr leben und über lange Zeit hungern. Außerdem können bis zu 25 cm weit springen und dadurch auch im Sommer bei Gartenarbeit ihren Wirt anfallen.

Flöhe sind sehr sensibel und ziehen bei Erschütterung schnell ihren Saugrüssel wieder aus der Haut und beißen dann erneut zu. Deshalb zeigen sich Reaktionen an den betroffenen Hautstellen meist als 6-10 Stiche in einem kleinen Umkreis. Dies ist wichtig für die Diagnostik, da Flohstiche ähnlich aussehen wie das Anfangsstadium von Windpocken. Durch den injizierten Speichel der Flöhe kommt es nach 30 Minuten bis zu 72 Stunden nach dem Biß zu allergischen Reaktionen der Haut mit Rötung und Schwellung der Bißstelle sowie Juckreiz. Meist ist zentral der Einstich noch zu erkennen.

Im Gegensatz zu den "harmlosen" Kopfläusen können Flöhe Krankheitserreger beherbergen, die sie bei dem Saugakt in die Bißwunde einbringen. Dies sind Viren oder Bakterien, die sie beim Befall von infizierten Personen übernommen haben und weiter verbreiten können. Bekannt ist dies von Hepatitis B – Viren. Ein bekanntes Bakterium, das von Flöhen übertragen werden kann, ist der Erreger der Pest, die in früheren Zeiten über die gesamte Welt wütete und ganze Landstriche entvölkert hatte. Eine weitere Erkrankung ist die Leishmaniose, die durch Sandflöhe übertragen werden kann. Dies ist in eine schwere Erkrankung der Haut und ist nicht selten ein Urlaubsmitbringsel aus dem Mittelmeergebiet und dem vorderen Orient.

Die Behandlung geschieht bei Hunde und Katzen über ein Flohhalsband, welches auch gegen Zeckenbefall gut wirksam ist. Wenn Kinder im Haus sind, sollten die Tiere zumindest in der warmen Jahreszeit dieses Halsband tragen. Haben sich die Flöhe im Hause vermehrt, müssen sie mit Insektizid-Sprays bekämpft werden.
Der Mensch ist nur Zwischenwirt, die Flöhe suchen sich rasch ein neues Opfer (Hund, Katze). Die Kinder sollten gründlich gebadet werde, Kleidung und Bettwäsche in die Waschmaschine.

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