Gibt es das gleichzeitige Auftreten von extrauteriner (EU) und intrauteriner Schwangerschaft?

Seltenes ist selten, auch in der Medizin. Und doch kommt es vor, dass ein Embryo eine intakte Schwangerschaft in der Gebärmutter bildet und zugleich befindet sich sein Zwilling in einem der Eileiter (heterotope Schwangerschaft; heterotop bezeichnet dabei das Vorkommen eines Gewebes an einer Stelle, an der es normalerweise nicht vorkommt).
Die Häufigkeit dieses Ereignis wird in der wissenschaftlichen Literatur mit 1 : 2.500 –   1 : 30.000 angegeben, und ist damit ein äußerst seltenes Geschehen. Die Anzahl derartiger heterotoper Schwangerschaften ist  in den letzten Jahren insbesondere durch die sog. Assistierte Reproduktion (Kinderwunschbehandlung) deutlich angestiegen, und steigt insbesondere, sollten mehr als 2 Embryonen übertragen worden sein.

Weil diese Erkrankung so selten vorkommt, besteht auch immer wieder die Gefahr, dass  eine heterotopen Schwangerschaft (EU) übersehen wird.


Eine fortschreitende, stärker werdende Schmerzsymptomatik bei nachgewiesener intrauteriner Schwangerschaft muss den Blick darauf richten und eine Schwangerschaft im Eileiter ebenso ausschließen, wie eine Schwangerschaft in einem Uterushorn bei Uterus bicornis, eine eingeblutete Ovarialzyste (Corpus luteum Zyste) und bei rechtsseitigen Schmerzen auch eine Appendizitis (Blinddarmentzündung).

Meist aber wird die heterotope Schwangerschaft übersehen und landet mit diffusen Bauchschmerzen und im Kreislaufkollaps als Notfall im Krankenhaus (Kratschla-Apochal,A. et al. Geburtsh Frauenheilk 2012; 72:639).
Ob die intrauterine Intakte Schwangerschaft erhalten bleibt, ist nicht unwahrscheinlich, kann aber wohl erst 14 Tage nach einer Bauchoperation sicher beurteilt werden. Man schätzt die Überlebensrate auf fast 70 %, wenn die Problematik frühzeitig erkannt worden ist.


 

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