Genetische Ursachen einer Fehlgeburt

Man muss davon ausgehen, dass nur ein geringer Prozentsatz der fertilisierten (befruchteten) Eizellen zu einer intakten Schwangerschaft führt.
Bei ca. 70 % ! der Fehlgeburten liegen genetische Veränderungen vor,
dabei handelt es sich im Wesentlichen um Fehlverteilungen der Chromosomen.

Menschen haben 23 paarige Chromosomen, d.h.46 Chromosomen (die einzige Ausnahme: der Mann hat ein nicht-paariges Chromosomenpaar, XY). Auch die Eizelle hat zunächst 46 Chromosomen, d.h. 23 Chromosomenpaare. Auf seiner Wanderung durch den Eileiter muss sich diese Eizelle zweimal teilen, eine Reduktionsteilung auf 23 Chromosomen pro Eizelle und eine weitere Reifeteilung, bevor nach der Befruchtung der Chromosomensatz des Spermiums, ebenfalls 23 Chromosomen, dazu führt, dass der geschaffene Embryo wieder über 46 paarige Chromosomen verfügt. Letztlich ist dieser Prozess noch komplizierter, da auch Gene getauscht werden können.
Mit zunehmendem Alter scheint dieser Prozess nicht mehr reibungslos zu funktionieren, so dass es des häufigeren vorkommt, dass bei der Teilung ein Chromosom fälschlich in die neue Zelle übertragen wird, so dass dort statt eines paarigen Chromosoms, dieses dann dreimal vorhanden ist (Trisomie). In der verbleibenden Zelle kommt es dann nur einmal vor (Monosomie). Diese Zellen gehen aber überwiegend zugrunde.

Die beschriebene Trisomie (3-fach Auftreten eines Chromosoms) kommt am häufigsten bei den Chromosomen Nr. 16, 22, 21 und 15 vor. Die Chromosomen werden in einem Schema der Größe nach geordnet, das größte Chromosom ist die Nr. 1, das kleinste das Chromosom Nr. 22. Feten mit einer Trisomie 16, 22 und 15 gehen als Fehlgeburten zugrunde. Nur die Trisomie 21 kann langfristig überleben und ist nachgeburtlich bekannt unter dem Namen „Down-Syndrom“.
Bei den anderen Trisomien sind die genetischen Veränderungen (Chromosomen sind die Träger der Gene) so gravierend, dass sie schon in der Gebärmutter geschweige denn, außerhalb der Gebärmutter lebensfähig sind; sie gehen als Fehlgeburten zugrunde.

Es ist wahrscheinlich ein Naturprinzip, so wenig wie möglich Feten mit chromosomalen Fehlverteilungen überleben zu lassen, weil sie im nachgeburtlichen Leben keine Überlebenschancen haben. Niemand hat – bislang – einen Einfluss darauf, so dass schwerwiegende Fehlbildungen gar nicht erst ausgetragen werden.
Das ist aber auch gleichzeitig der Grund, warum so viele angelegte Schwangerschaften zugrunde gehen und so viele Kinderwunsch- Behandlungsversuche fehlschlagen.
 

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