Führen Mehrlingsschwangerschaften häufiger zu Frühgeburten?

Je größer die Zahl der Kinder in der Gebärmutter ist, um so größer ist die Gefahr, dass sie zu früh auf die Welt kommen.

Das ist einfach ein Platzproblem denn die menschliche Gebärmutter ist eigentlich nur für einen Einling vorgesehen. Die übrigen Säugetiere z.B. Kaninchen haben meist 2 längliche Uterushörner, in denen eine größere Anzahl von Nachkommen Platz finden können.

Besondere Beachtung gilt auch den Eihautverhältnissen von Mehrlingen, die ein entscheidendes Kriterium für die Frühgeburtlichkeit darstellen. Schon bei Vorliegen einer Zwillingsschwangerschaft ergeben sich dabei erhebliche Unterschiede, die Frühgeburtlichkiet betreffenn. Aus diesem Grunde wird bereits in der Neuauflage des Mutterpasses zumindest ab 2009 bei Mehrlingen gefragt, ob sie monochorial oder dichorial sind, d.h. ob sie in einer gemeinsamen oder in 2 Fruchthöhlen liegen:

Die Gebärmutter wird ausgekleidet von der Chorionhöhle, in der sich die Amnionhöhle mit Fruchtwasser und dem Kind befinden, quasi wie ein Luftballon in einem weiteren.         

Bei zweieiigen Zwillingen haben wir (fast immer) 2 getrennte Chorionhöhlen und damit auch 2 getrennte Amnionhöhlen (dichorial-diamniot). Hier muss mit einer Geburt um die 38. Schwangerschaftswoche gerechnet werden. Die insbesondere bei Zwillingen vorhandene vermehrte Fruchtwassermenge löst möglicherweise die vorzeitige Wehentätigkeit aus.

Bei eineiigen Zwillingen gibt es immer nur eine Chorionhöhle, aber meist 2 Amnionhöhlen (monochorial-diamniot). Diese Kinder kommen meist schon in der 36. Schwangreschaftswoche zur Welt; während Kinder, die in einer Chorion- und einer gemeinsamen Amnionhöhle (monochorial-monamniot) heranwachsen das größte Risiko haben und häufig schon in der 34. Schwangerschaftswoche geboren werden. Hier ist spätestens ab der 28.-30. Schwangerschaftswoche eine besonders intensive Betreuung erforderlich.

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