Ernährung in der Schwangerschaft (Kurzfassung)

Generell gibt es wenig Einschränkungen bei der Ernährung. Zu empfehlen sind viele kleinere Mahlzeiten, insbesondere bei Übelkeit; gleichzeitig ist dies ein Schutz vor zu starken Blutzuckerschwankungen (niedrige Blutzuckerwerte verstärken die Übelkeit).

Die Mahlzeiten sollten ausgewogen, vitamin- und eiweißreich (so wird empfohlen, 2 x pro Woche Fisch zu essen) sein. Fastfood sollte eher vermieden werden. Rohes Fleisch, wie z.B. Tartar sind zu vermeiden (Gefahr von Bandwürmern und Toxoplasmose).

 

Rohmilchkäse, Salami und Sushi etc. können verzehrt werden, wenn sie frisch sind und aus sauberer Fertigung stammen. Hier gilt im Zweifelsfall der Nichtverzehr.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. antwortet wie folgt:

„Im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, auf den Verzehr von nicht erhitztem Fisch zu verzichten. Ebenso wie Rohmilch und -produkte, rohes Fleisch und nicht durchgegarte Fleischprodukte potenziell Krankheitskeime wie Listerien (Bakterien), Toxoplasmose (einzelliger Parasit)  oder Botulismus (durch Bakterien) übertragen können, sind auch roher Fisch und nicht durcherhitzte Fischprodukte ein mögliches Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind, wenn nicht von erstklassiger Ware und einwandfreien Hygieneverhältnissen ausgegangen werden kann. Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen bleibt jedoch die Empfehlung von 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen, allerdings mit sorgfältig ausgewähltem Fisch. (www.dge.de)

Im Sinne des präventiven Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, vorsorglich auf Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch und generell auf die Rinde von Käse zu verzichten. Ebenfalls sollen rohes Fleisch und entsprechende Fleischprodukte wie Carpaccio, Tartar, Hackepeter, Mett oder rohes Bratwurstbrät gemieden werden. Fleisch sollten Schwangere nur gut durchgebraten verzehren (Erhitzen für mindestens 2 Minuten auf über 70°C).

Hintergrund für diese Empfehlungen ist das grundsätzliche Risiko für Infektionen mit Listerien oder Toxoplasmen. Während gesunde Erwachsene meist nicht erkranken, stellen diese Erreger für Schwangere, und speziell für das ungeborene Kind, ein Risiko dar.

 

Angesichts der Internationalisierung der Speisezettel und der wachsenden Beliebtheit von Sushi, Sashimi und anderen Produkten aus rohem Fisch stellt sich die Frage, ob Schwangeren aus den gleichen Gründen vorsorglich auch der Verzicht auf rohen Fisch und entsprechende Produkte angeraten werden sollte? Grundsätzlich gilt, dass frisches Muskelfleisch von fangfrischem Seefisch keimfrei ist. Die mikrobielle Besiedelung, speziell auch mit gesundheitsschädlichen Keimen wie Listerien und Toxoplasmen, ist Folge einer Sekundärkontamination (nachträglichen Verunreinigung). Kontaminationsmöglichkeiten sind u. a. während der Lagerung, bei der Verarbeitung und beim Verpacken gegeben. Eine häufig mangelhafte Kühlung der Rohware ebenso wie des fertig zubereiteten, rohen Produktes, lässt vor allem in der warmen Jahreszeit die Keimzahl rasch ansteigen.“

 

Eine zusätzliche Zuckeraufnahme ist zu vermeiden. Die Trinkmenge sollte mindestens 2 Liter pro Tag betragen (Wasser, Apfelschorle etc.). Cola ist nicht geeignet ebenso wie große Mengen an Koffein, die zu einem verminderten Geburtsgewicht des Kindes führen können – allerdings sind auch 2 Tassen Kaffee pro Tag akzeptabel. Sprudel sollte besonders bei Sodbrennen vermieden werden.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.