Entbindungsmodus bei Zwillingen und höhergradigen Mehrlingen – immer per Kaiserschnitt entbinden?

Nein, wenn sich das erste Kind in Schädellage befindet, das Köpfchen also unten liegt, bringt der Kaiserschnitt keine Vorteile. Dies belegt eine kanadische Studie an fast 1400 Frauen mit Kaiserschnitt und 1406 mit vaginaler Geburt (Barnett,J.F.R., NEJM 2013, 369:14).

In weiteren Studien finden sich höhere Risiken für das zweite Kind, unabhängig vom Entbindungsmodus.  So mussten in einer irischen Studien ca. 3 % der zweiten Zwillinge per Kaiserschnitt entbunden werden. Eine Spontangeburt kann auch versucht werden, auch wenn der zweite Zwilling in Steißlage liegt und nicht deutlich größer als der erste ist.

Auf jeden Fall aber sollte per Kaiserschnitt entbunden werden, wenn folgende Indikationen vorliegen (nach Henrich,W. u. J.W. Dudenhausen in Der Gynäkologe 41, 772 (2008)):

  •  Drillinge oder höhergradige Mehrlinge
  •  Vorangehender Mehrling in Quer- oder Beckenendlage
  •  Ultraschall-Schätzgewicht des 2. Zwillings 500 g über dem des 1., oder                                                                                    Intrauterine Wachstumsverzögerung (IUGR) des  2. Zwillings
  •  Zwillinge unter 1800 g (Ultraschallschätzgewicht)
  •  Monamniote Gemini (Zwillinge in einer gemeinsamen Fruchthöhle) in der 34+0. SSW

 

 

 

 

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