Diabetische Retinopathie und Schwangerschaft (Retinopathie – Erkrankung der Netzhaut)

 

Die diabetische Grunderkrankung mit der ggf. damit verbundenen diabetischen Retinopathie die häufigste Ursache für einen Besuch beim Augenarzt während der Schwangerschaft dar.

 

Ein bereits bestehender Diabetes sollte bereits vor der Schwangerschaft im Rahmen der normalen Routineuntersuchungen alle 6-12 Monate, je nach Grad der Augenbeteiligung, bei einem Augenarzt kontrolliert werden. Das Risiko eines Voranschreitens während der Schwangerschaft kann von Ihrem Augenarzt eingeschätzt werden und hängt wesentlich mit den bereits bestehenden Augenveränderungen zusammen. Es ist knapp 50 Jahre her, dass  Diabetikerinnen abgeraten wurde, noch einmal schwanger zu werden bzw. die Familienplanung anzugehen. Dies ist aufgrund der heute möglichen guten Diabetes-Einstellung nicht mehr nötig. 

Bestehen nur anfängliche Diabetes-Veränderungen am Auge, so ist das Risiko der dauerhaften Verschlechterung sicher als niedrig einzustufen. Auch bei bereits erheblichen sichtbaren Veränderungen kommt es selten zu dem gefürchteten Stadium der proliferativen Retinopathie (s.Frage: "was ist eine Proliferative Retinopathie"). Zudem kommt es nach der Schwangerschaft auch oftmals zur Beruhigung.

Patientinnen mit bereits proliferativen Veränderungen sollten, wenn planbar, zunächst die augenärztliche Therapie (in der Regel Laserkoagulation) abwarten. Eine durch eine Therapie beruhigte Netzhautsituation lässt Sie während der Schwangerschaft eher in Ruhe, als Befunde, die noch erheblichen therapeutischen Bedarf haben.

Wichtig zu wissen ist, dass auch während der Schwangerschaft, ohne Gefahr für das werdende Leben, eine Augenbeteiligung bei Diabetes gut behandelt werden kann.

Als Zeitplan für die augenärztlichen Kontrollen würde man insofern, wenn möglich, eine Untersuchung vor der Schwangerschaft empfehlen – in diesem Rahmen ist auch eine Beratung bezüglich der weiteren Untersuchungen und optimalen Begleitung während und nach der Schwangerschaft möglich.

Bei milden Befunden sollten alle 3 Monate Kontrollen erfolgen, bei schweren bekannten Veränderungen alle 4-6 Wochen am Ende der Schwangerschaft.

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