Das klinische Bild der Röteln:

Röteln können mit leichtem Fieber beginnen und bilden dann häufig Lymphknotenschwellungen seitlich am Hals, am Nacken und hinter den Ohren. Nur wenige Tage später bildet sich das charakteristische kleinfleckige Exanthem aus, das im Gesicht beginnt und innerhalb von Stunden sich auf Arme, Beine und den Rumpf ausbreitet. Besonders bei Erwachsenen und weiblichen Jugendlichen treten auch Gelenkschmerzen auf.
Nach kurzer Zeit verschwinden die Symptome.

Das Erscheinen der Viren im Blut der Mutter (Virämie) führt zur Infektion des Feten über die Plazenta und den fetalen Kreislauf mit der Folge der gefürchteten Rötelnembryopathie. Je früher die Infektion, d.h. noch in der Phase der Organentwicklung, umso größer ist die Gefahr von Fehlbildungen.
Die
Rötelnembryopathie umfasst im wesentlichen 3 Organfehlbildungen:
Das Herz ist in 50-80 % betroffen, Ohren in 60 % und Augen in ca. 50 %,
bekannt als das
Gregg-Syndrom.
Selten kommt es zum
sog. erweiterten Rubellasyndrom mit niedrigem Geburtsgewicht, Vergrößerung von Leber und Milz mit Gelbsucht, mit Anämie und Herz- und Leberentzündung. Leider überleben 30 % dieser Kinder nicht.
Noch seltener kann es zwischen dem 4. – 6. Lebensmonat zum sog. late-onset-Rubellasyndrom (spätes Auftreten) kommen, verbunden mit Wachstumsstillstand, Exanthem, wiederkehrender Lungenentzündung und erniedrigten Gamma-Globulinen. Dieses Krankheitsbild führt in 70 % zum Tode der Kinder.

Sollten die Röteln allerdings erst nach der 18. SSW auftreten, können die Kinder auch völlig gesund sein.
Infizierte Säuglinge sind noch bis zu einem Jahr infektiös.

 

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