Bedeuten Bakterien im Urin schon eine Blasenentzündung?

Um das zu klären, muss man die Art der Uringewinnung wissen. Wenn Sie ohne weitere Vorbereitungen auf die Toilette gehen und sofort den Becher in der Urinstrahl halten, werden zahlreiche Keime des äußeren Genitales mit in den Becher gespült.

Aus diesem Grunde empfiehlt Ihr Gynäkologe/Ihre Gynäkologin oder die Helferin den sog. Mittelstrahlurin zu verwenden; d.h. Sie lassen einen Teil des Urins ablaufen und halten erst dann den Becher in den Strahl und fangen die letzten Tropfen nicht auf. Wenn auch in diesem Urin noch zahlreiche Bakterien vorhanden sind, insbesondere gemischt mit weißen Blutkörperchen (Leukozyten) wird der Verdacht auf eine Blasenentzündung verstärkt. Anschließend kann dann mit einer Urinkultur ggf. eine bakterielle Blasenentzündung nachgewiesen werden. Bei einer Urinkultur wird der Urin auf ein Kulturschälchen, in dem sich eine Nährflüssigkeit befindet, gebracht und ca. 3 Tage im Brutschrank bebrütet. Darin können sich die Bakterien vermehren, so dass sie unter dem Mikroskop analysiert werden können. 

Leider gelingt es aber häufig gerade Schwangeren nicht, einen Mittelstrahlurin zu erzielen, um eine bakteriologische Untersuchung durchzuführen. Häufiger wird man eine Katheterisierung der Harnblase durchführen müssen (mit einem Katheter über die Harnröhre oder einer Punktion der Blase oberhalb der Symphyse (Schambein)). Fremdeinflüsse sind dadurch ausgeschaltet, die das Ergebnis verfälschen könnten.

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