Aus welchem Grunde wird ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt?

Grundsätzlich immer dann, wenn aufgrund der Vorgeschichte oder anhand der vorliegenden Befunde der Vorsorgeuntersuchungen eine Spontangeburt für Mutter und Kind nicht die sicherste Lösung ist, z.B.:

  1. Bei einer vorliegenden Plazenta (Placenta praevia). Aber Achtung, eine tiefliegende Plazenta vor der 24. Schwangerschaftswoche braucht Sie noch nicht zu beunruhigen. Meist dehnt sich der untere Anteil der Gebärmutter noch deutlich aus, so dass die Placenta mit „hochgezogen“ wird. Aus diesem Grunde sollte von einer Placenta praevia auch erst ab der 30. Schwangerschaftswoche gesprochen werden.

    Da im Falle einer Spontangeburt das Kind durch die stark durchblutete Plazenta hindurch geboren werden müsste, was zu lebensgefährlichen Blutungen führen würde, wird bei einer total vor dem Muttermund liegenden Plazenta immer ein Kaiserschnitt gemacht.

    Sollte bei Ihnen eine Plazenta praevia diagnostiziert worden sein und sie bekommen Blutungen, müssen Sie auf dem schnellsten Weg und ohne Verzögerungen ins Krankenhaus.

  2. bei einem Missverhältnis zwischen Kind und Mutter, also bei zu engem Becken und gleichzeitig großem kindlichen Köpfchen;
    allgemein bei sehr großen Kindern; bei Kindern mit Fehlbildungen, die sofort nach der Geburt behandelt werden müssen;
    bei mehreren vorausgegangenen Kaiserschnitten in der Vorgeschichte;
    häufig bei Steißlage des Kindes;
    bei einer HIV-Infektion der Mutter, um eine Übertragung des AIDS-Virus auf das Kind zu vermeiden ebenso wie bei einer akuten Herpes-genitalis-Infektion mit Blässchen (virale Bläscheninfektion).
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