Aus welchem Grunde wird ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt?

Grundsätzlich immer dann, wenn aufgrund der Vorgeschichte oder anhand der vorliegenden Befunde der Vorsorgeuntersuchungen eine Spontangeburt für Mutter und Kind nicht die sicherste Lösung ist, z.B.:

  • eine "vorliegenden Plazenta" (Placenta praevia). Von einer vorliegenden Plazenta sollte frühestens ab 30. SSW gesprochen werden. Eine "tiefliegende Plazenta" vor der 24. Schwangerschaftswoche braucht Sie noch nicht zu beunruhigen, denn der untere Anteil der Gebärmutter dehnt sich im Verlauf der weiteren Schwangerschaft noch stark aus, so dass die Placenta mit "hochgezogen? wirdEine Spontangeburt durch die stark durchblutete, vorliegende Plazenta würde  zu lebensgefährlichen Blutungen führen. Aus dem Grunde wird bei einer total vor dem Muttermund liegenden Plazenta immer ein Kaiserschnitt gemacht.
  • Sollte bei Ihnen eine Plazenta praevia diagnostiziert worden sein und sie bekommen Blutungen, müssen Sie auf dem schnellsten Weg und ohne Verzögerungen ins Krankenhaus gefahren werden.
  • Bei einem zu engem Becken und gleichzeitig großem kindlichen Köpfchen, also bei einem Mißverhältnis zwischen Kind und Mutter, wird häufig zu einem Kaiserschnitt geraten.
  • Besonders kleine Frauen können im Verlauf der Schwangerschaft und unter der Geburt Schwierigkeiten bekommen. Bei Erstgebärenden zeigt sich, dass sowohl die Größe der Mutter als auch die Größendifferenz zwischen Vater und Mutter das Geburtsgewicht, und damit die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts beeinflussen. Bei überschweren Kindern und kleinen Frauen ist die Chance für einen Kaiserschnitt bei doppelt so groß wie bei eher großen Frauen. 
  • Bei Kindern mit Fehlbildungen, die sofort nach der Geburt behandelt werden müssen;                            
  • Bei mehreren vorausgegangenen Kaiserschnitten in der Vorgeschichte;
  • Häufig bei Steißlage des Kindes; 
  • Bei einer Schwangerschaftsvergiftung, der sog. EPH-Gestose; bei einer HIV-Infektion der Mutter, um eine Übertragung des AIDS-Virus auf das Kind zu vermeiden, ebenso wie bei einer akuten Herpes-genitalis-Infektion mit Blässchen (virale Bläscheninfektion).
  • Schnarchen erhöht das Risiko für einen Kaiserschnitt, gerade auch bei übergewichtigen Frauen, so glauben Wissenschaftler der Universität von Michigan festgestellt zu haben. (L. O`Brien et al. Sleep 2013). Chronische Schnarcherinnen trugen ein um 60% erhöhtes Risiko ein small-for-date-baby (zu klein für den berechneten Zeitpunkt /Mangelentwicklung), was häufig einen Kaiserschnitt zur Folge hatte. Wenn Sie wissen, dass Sie Schnarchen, sollten Sie Ihren Frauenarzt/ärztin auf diesen Umstand aufmerksam machen.
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