Anatomische Veränderungen als Ursachen einer Fehlgeburt

Bis zur Geburt machen wir im Rahmen der Evolution verschiedene Entwicklungsschritte durch, so haben wir in der Embryonalphase eine Zeitlang Kiemen, die vereinzelt als Hemmungsfehlbildungen auch bei Neugeborenen noch zu sehen sind. Hemmungsfehlbildungen nennt man solche, bei denen die korrekte Weiterentwicklung unterblieben ist.
Solche Fehlbildungen gibt es auch im Bereich der Gebärmutter. So durchlaufen Mädchen Entwicklungsstufen, bei denen die Gebärmutter, wie z.B. bei Kaninchen, mit 2 langen Uterushörnern ausgebildet ist. Bei manchen Menschen bleibt dieser Zustand bis zur Geburt bestehen, die weitere Entwicklung zur menschlichen Gebärmutter mit nur einer Höhle unterbleibt.
So gibt es verschiedenartige Fehlbildungen des Uterus (z.B. Uterus septus mit einer Trennwand und Uterus bicornis mit den zwei Uterushörnern u.a.m.), zudem gibt es Verwachsungen (Synechien) in der Gebärmutter nach Entzündungen oder Curettagen, und Myome (Muskelknoten), die das Einnisten einer Schwangerschaft verhindern.

All diese Besonderheiten können z.B. hysteroskopisch (ein Hysteroskop ist ein optisches Instrument zum Betrachten der Gebärmutterschleimhaut) untersucht und meist auf diese Weise auch korrigiert werden.

Zu den anatomischen Ursachen zählt auch die Zervixinsuffizienz, also die Schwäche des Muttermundes, die nicht in der Lage ist, bei vorzeitigen Wehen eine Frühgeburt aufzuhalten. Eine solche Insuffizienz kann besonders bei habituellen Aborten (immer wiederkehrende Fehlgeburten), im zunehmenden mütterlichen Alter und meist auch erst in höheren Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden.

 

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