3. Hormonelle Verhütungs-Methoden im Wochenbett.

Hier muss sehr deutlich unterschieden werden, ob es sich um stillende oder nicht-stillende Wöchnerinnen handelt.

Solange eine Frau stillt, sollte sie keine kombinierte Hormontherapie zur Verhütung verwenden. Lt. WHO stellt diese Methode ein unangemessen hohes Risiko dar, weil hier sowohl die Milchmenge als auch die Milchqualität beeinflusst wird und eine Beeinträchtigung des Kindes nicht ausgeschlossen werden kann (s.unten auch „Thrombosegefahr“).

Auch bei Gestagenen (z.B. Minipille) sieht die WHO ein größeres Risiko als einen Nutzen. Schon nach 6 Wochen wird jedoch keine Einschränkung der Methode mehr ausgesprochen.
Nach 6 Monaten können auch Kombinationspillen verwendet werden, da ab diesem Zeitpunkt nicht mehr voll gestillt wird.

Zu den Gestagenen zählt natürlich auch die Dreimonatsspritze. Bei ihr wurde in der Muttermilch aber eine deutlich höhere Hormonmenge gefunden, als bei Gestagenpillen oder Implantaten. Zudem ist sie, im Gegensatz zur Minipille und dem
gestagenhaltigen IUD (Intrauterinspirale) mit einem höheren Thromboserisiko verbunden; Frauen mit hohem Thromboserisiko sollte deshalb auf die Spritze verzichten.

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder konnten aber bei allen
hormonellen Anwendungen ausgeschlossen werden.

Generell aber sollte eine hormonelle Verhütung erst nach 3-4 Woche starten, und auch nur dann, wenn keine Thrombosegefahr besteht.
Risikofaktoren sind erhöhtes mütterliches Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Thrombosen in der Anamnese (der eigenen Krankheitsvorgeschichte) und bei Übergewicht. Die kombinierte Hormontherapie sollte auch vermieden werden, wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, oder die Patientin aus einem anderen Grund bewegungseingeschränkt ist.
 

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