Zähne und Schwangerschaft

Darf man in der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen?

Auf jeden Fall sollten Sie in der Schwangerschaft auf ein gesundes Gebiss achten und morgens und abends – am besten nach jedem Essen – die Zähne putzen.

Beim Zahnarzt ist eine kleine örtliche Betäubung unbedenklich, da die heute gespritzte Menge des Betäubungsmittels gering und mit einer Substanz versetzt ist, die das Betäubungsmittel lange am Ort der Injektion belässt. Somit wird es langsam abgebaut.

 

Sie sind schwanger und haben Zahnschmerzen. Dürfen Sie sich behandeln lassen?

Auf jeden Fall! Notwendige Behandlungen müssen durchgeführt werden. Der Zahnarzt wird dabei nur unproblematische Behandlungsmethoden anwenden. Umfangreiche Behandlungen sollten auf einen Zeitpunkt nach der Geburt verschoben werden.

Sollte man in der Schwangerschaft überhaupt zum Zahnarzt gehen?

Schwangere sollten während der Schwangerschaft unbedingt zum Zahnarzt gehen. Nicht umsonst sind die Vorsorgeuntersuchungen in den Leistungskatalog der Versicherungen aufgenommen worden.

Der Zahnarzt kann rechtzeitig erkennen, ob zum Beispiel das Zahnfleischbluten über ein in der Schwangerschaft normales Maß herausgeht oder ob ein zahnärztlicher Handlungsbedarf besteht.

 

Ich soll beim Zahnarzt eine Betäubungsspritze bekommen, ist das nicht schädlich für mein Kind?

Eine keimschädigende Wirkung ist nicht bekannt, zudem sind es verschwindend kleine Menge, die in den kindlichen Kreislauf gelangen.

Es gibt bisher keine wissenschaftlich fundierten Berichte über eine mögliche keimschädigende Wirkung von zahnärztlichen Betäubungsmitteln. In den meisten Fällen gelangen diese Mittel gar nicht erst in den kindlichen Kreislauf. Man sollte darauf achten, dass ein Mittel mit wenig oder gar keinem gefäßverengenden Zusatz (Adrenalin) verwendet wird. Lt. Schäfer,Chr. u. Spielmann,H. in"Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Urban&Fischer Verlag bestehen keine Bedenken, derartige Zusatzstoffe zu verwenden s.auch www.embryotox.de.

Wenn die Behandlung ohne Betäubungsspritze vorgenommen werden soll, und die Mutter extreme Angst hat, stellt dies auch eine Belastung für das Ungeborene dar. Man sollte es erst einmal ohne Spritze versuchen, und auf diese erst zurückzugreifen, wenn es zu schmerzhaft ist. 

 

Wann sollte man in der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen?

Bei Schmerzen versteht es sich von alleine. Aber auch, wenn Süßes und Kaltes weh tut, sollte man den Zahnarzt aufsuchen.

Häufig liegen dann die Zahnhälse frei, was früher oder später zur Zahnkaries führt. Gerade die sollte in der Schwangerschaft vermieden werden.

 

Was kann man gegen das Zahnfleischbluten tun?

Es ist wichtig, ganz besonders auf die Mundhygiene zu achten. Einmal am Tag müssen die Zähne "plaquefrei" gemacht werden. Eventuell ist es dafür sinnvoll, mit Hilfe von Plaquefärbetabletten die Belege anzufärben, um sie vollständig entfernen zu können.

Die elektrische Ultraschallzahnbürste ist das Mittel der Wahl, da sie die besten Putzergebnisse bringt; wenn es zu schmerzhaft ist, damit zu putzen, kann man auf eine weiche Zahnbürste ausweichen und darauf achten, die Zähne besonders penibel sauberzuhalten.

 

Was sollte man in der Schwangerschaft bei der Zahnpflege beachten?

In der Schwangerschaft sollte eine besonders gründliche Zahnpflege erfolgen, da durch den erhöhten Säuregehalt des Speichels der Zahnschmelz anfälliger ist und aufgrund der Hormonumstellung das Zahnfleisch lockerer ist und schneller blutet. Man sollte nicht den Fehler machen, weniger zu putzen, aus Angst davor, dass es blutet, da es dadurch eher schlimmer wird.

Stimmt die Aussage: „Jedes Kind kostet einen Zahn“?

Diese Aussage hat in der heutigen Zeit keine Gültigkeit mehr. Der Ursprung zu dieser "Weisheit" liegt im veränderten Mineralstoffwechsel der Schwangeren und dem erhöhtem Calciumbedarf. Im Laufe der Schwangerschaft werden ca. 30g Calcium aus den Calciumbeständen der Mutter für das Baby benötigt und wenn die Mutter Mangelerscheinungen hatte, was früher öfter vorkam, wurden diese durch eine Schwangerschaft noch größer und führten schlimmstenfalls zum Zahnverlust.

Außerdem ist in der Schwangerschaft der Säuregehalt im Speichel erhöht, und damit die Anfälligkeit des Zahnschmelzes für Karies größer. Beides lässt sich heutzutage durch regelmäßige Zahnarztbesuche während der Schwangerschaft, Kontrolle des Calciumspiegels und lokale Flouridanwendungen gut in den Griff bekommen.

 

Ich habe gehört, dass man in der Schwangerschaft die Zähne mit einem Schutzlack versiegeln könnte. Wie geht das?

Hochdosierter Fluorlack kann den Zahnschmelz widerstandsfähig machen. 

Hier muss man zwei Dinge unterscheiden: Zähne mit einem Schutzlack zu versiegeln geht natürlich nicht nur während der Schwangerschaft.

Gemeint ist hier aber sicherlich nicht das Versiegeln der Backenzähne im Alter von 6 Jahren, sondern eher das Auftragen einer Flourtinktur nach der professionellen Zahnreinigung. Hier wird nach einer gründlichen Reinigung und Politur aller Zähne ein hochdosierter Flourlack aufgetragen, um den Zahnschmelz zu härten und widerstandsfähiger zu machen.

 

Ich nehme in der Schwangerschaft so viele Vitamine wie möglich, auch in Form von Zitrussäften. Ist das schädlich für die Zähne?



Das Trinken von Zitrussäften ist erst einmal nicht schädlich, man sollte aber danach  den Mund mit Wasser ausspülen und mindestens eine Stunde nicht Zähneputzen.

So lange dauert es, bis sich das Mundmilieu wieder neutralisiert hat. Sonst läuft man Gefahr, den durch die Säure gelösten Zahnschmelz wegzuputzen.

 

Darf man in der Schwangerschaft die Zähne röntgen?

In der Schwangerschaft sollte, wenn es irgend geht, auf das Röntgen verzichtet werden.

Nur in dem Fall, dass sonst der Mutter erhebliche Gefahr droht, wird ein Zahnarzt ein Röntgenbild anfertigen.

 

Hilft Hypnose in der Schwangerschaft zur Schmerzlinderung beim Zahnarzt?

Hypnose hilft nicht nur in der Schwangerschaft bei der Schmerzlinderung, ist aber gerade in diesem Fall besonders gut geeignet, um den Stress für die zu behandelnde Mutter möglichst gering zu halten, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen.

 

Soll man größere Zahnbehandlungen erst nach der Geburt durchführen lassen?

Ja, größere Zahnbehandlungen sollte man auf jeden Fall erst nach der Geburt planen und durchführen, da es im Rahmen dieser Behandlungen meist doch notwendig ist, Röntgenbilder anzufertigen und Spritzen zu geben.

Ich habe noch Amalgan in den Zähnen. Besteht eine Gefahr für eine Schwangerschaft?

Amalgan ist ziemlich verteufelt worden, weil es Quecksilber enthält. Aber, Amalgan ist weltweit sicher der am meisten verwendete Füllstoff im zahnärztlichen Bereich.

Es ist preiswert und gut zu verarbeiten. Millionen und Abermillionen haben Amalgan in ihren Zähnen, ohne dass Auswirkungen auf ihr ungeborenes Kind nachgewiesen worden sind.

 

Sogar die Weltgesundheitsorganisation hat sich bemüßigt gefühlt, ein statement zum Amalgan herauszugeben: "Amalganfüllungen gelten im allgemeinen als unbedenklich".

 

Vereinzelt kann es aber zu allergischen Reaktionen kommen.

 

 

Mein Zahnarzt will mir in der Schwangerschaft bei einer Zahnoperation keine örtliche Betäubung geben.

Warum Ihr Zahnarzt kein lokale (örtliche) Betäubung machten will, können wir nicht nachvollziehen.

Die Behandlung und Vermeidung von Karies in der Schwangerschaft sollte einen hohen Stellenwert haben, das geht manchmal nicht ohne Betäubung:

1. ist die angewandte Menge sehr gering, 

 

2. zudem meist durch ein örtlich Blutgefäss-verengendes Mittel noch relativ lange am Ort der Behandlung behalten wird, wo es langsam abgebaut wird, so dass die Menge des Anaesthetikums, (Narkosemittel) das in den Körper gelangt ganz gering ist. Aber natürlich gilt auch hier in der Schwangerschaft: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Allerdings müssen Lokalanästhetika  individuell ausgewählt werden, um mögliche Komplikationen wie bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen zu vermeiden.  Deshalb wird vielfach auf das Blutgefäss-verengende Mittel verzichtet. 

 

Unseres Erachtens gibt es keine Bedenken gegen eine örtliche Betäubung.