Röteln

Was ist eine Ringelröteln-Infektion?

Ringelröteln sind eine ansteckende Kinderkrankheit, die von dem sog. Parvovirus B19 ausgelöst wird.  

Infizierte erleiden eine grippeähnliche Symptomatik mit Fieber, Unwohlsein und eine entzündliche zusammenfließende Rötung der Haut an Armen, Beinen und Stamm. Fußsohlen und Handflächen bleiben davon ausgespart.

 
 

Symptome der Ringelröteln

Infizierte erleiden eine grippeähnliche Symptomatik mit Fieber, Unwohlsein und
einer entzündliche Rötung
(Erythem) der Haut an Armen, Beinen und am Stamm. Fußsohlen und Handflächen bleiben davon ausgespart.
Der Ausschlag, der nur bei ca. 20 % der Infizierten auftritt, beginnt an den Wangen mit großen roten Flecken, vergleichbar einem Schmetterling, wobei die Mundpartie ausgespart bleibt. Die Erytheme neigen zum Zusammenfließen und blassen dann in der Mitte ab.
Bis zu 5-7 Wochen können die Hauterscheinungen bestehen bleiben.
Nur selten kommt es zu einer begleitenden Gelenkentzündung. Auch Anämien sind beschrieben worden, da die Viren besonders gern die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen im Knochenmark befallen,

Häufig aber bleiben Ringelröteln symptomlos, d.h. die Erkrankung besteht zwar, macht aber kaum Symptome und erzeugt dennoch eine Immunität, man nennt das auch eine stille Feiung.
 

Wann ist die Ansteckungsgefahr am größten?

Zwischen Ansteckung und Erscheinen der Krankheit liegen ca. 14 Tage.
Die Ansteckungsgefahr ist aber besonders in der 2. Woche nach der Infektion groß, also zu einem Zeitpunkt, wo noch keine Symptome (besonders das Erythem, der Hautausschlag) vorhanden sein müssen.

 

Wie ist die Ansteckungsgefahr für Schwangere?

Generell werden Ringelröteln im wesentlichen durch Tröpfchen, aber auch durch verunreinigte Hände übertragen.
Schwangere stecken sich eher selten mit Ringelröteln an, weil die sog.
Durchseuchungsrate in der Erwachsenen-Bevölkerung 60-70 % beträgt. Das bedeutet, dass fast 2/3 der Bevölkerung vor einer Infektion geschützt ist, weil sie bereits, ohne Ihr Wissen,  mit Ringelröteln in Kontakt gekommen waren und sich Antikörper gebildet haben, man nennt das auch stille Feiung.

 

Was ist an Ringelröteln so gefährlich?

Infizierte Schwangere übertragen in ca. 30 % das Virus auf das ungeborene Kind. 
Eine entstehende Blutarmut  führt durch Hemmung der Blutbildung im Knochenmark* zu Wasseransammlungen im Körper (Hydrops fetalis) zu Schädigungen von Herz und/oder Leber und im Ernstfall zum Ableben des ungeborenen Kindes kommen kann.


* Rote Blutkörperchen haben keinen Zellkern mehr, der DNA (Erbmaterial) enthält,. Das Virus benötigt aber zur Vermehrung seines Erbmaterials die DNA. Deshalb bevorzugt das Virus die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, in denen noch ein Zellkern mit DNA vorhanden ist.

 

Diagnostik der Ringelröteln:

Ein sog. Antikörper-Suchtest auf Parvovirus B 19 wird durchgeführt, wenn ein Verdacht auf eine Parvovirus-Infektion besteht.
Nur dann wird dieser Test wird von den Krankenkassen bezahlt. 

Ein Screening, also eine Untersuchung bei möglichst vielen Schwangeren, wird allgemein nicht für sinnvoll gehalten, weil es keine zugelassene Therapie gibt, (lt.
Berufsverband der Frauenärzte).

Allerdings sollten besonders gefährdete Gruppen, wie z.B. Kindergärtnerinnen, Kinderkrankenschwestern und Grundschullehrerinnen, die häufig in Kontakt mit dem Erreger kommen könnten, bei der Ersteinstellung auf Parvovirus B 19-Antikörper untersucht werden.
Das erspart im Falle von Ringelröteln im Umfeld der Institution (Kindergarten, Schule) erhebliche Ängste und Untersuchungen. Wenn Antikörper nachgewiesen sind, können die Beteiligten weiter an ihrem Arbeitsplatz bleiben.

 
 

Was tun im Falle einer Infektion des ungeborenen Kindes?

Wenn der Verdacht einer mütterlichen Infektion besteht, kann mittels Bestimmung des Antikörperstatus (IgG und IgM) festgestellt werden, ob eine solche Infektion vorliegt, ggf. erfolgt ein Virusnachweis mittel Fruchtwasserpunktion.

In einem solchen Fall sollten regelmäßige (wöchentliche) Ultraschall-Untersuchungen zum Ausschluss des oben genannten Hydrops fetalis
(Wassereinlagerungen besonders im Bauch des Kindes, tritt in ca. 10 % auf) durchgeführt werden.
Mittels des Ultraschall-Dopplers kann zudem die Blutfluss-Geschwindigkeit in einem Hirngefäß untersucht werden und damit eine Rückschluss auf die Schwere der Anämie gezogen werden (Doppleruntersuchung der Arteria cerebri media).

Wenn eine solche fetale Anämie nachgewiesen wird, wird sie mittels einer Bluttransfusion über die Nabelschnur behandelt. Eine andere Therapie gibt es bislang nicht, da ein Impfstoff nicht existiert und auch der mögliche Einsatz von Immunglobulinen nur Patienten mit chronischen Bluterkrankungen vorbehalten bleibt.
 

Was sind Ringelröteln?

Ringelröteln sind unbehüllte Viren und mit 23nm die kleinsten bekannten krankmachenden Viren.

Erwachsene werden seltener von der Infektion befallen.
Unbehüllte Viren können von Desinfektionsmitteln nur schwer angegriffen werden, deshalb ist auf eine
sehr sorgfältige Händedesinfektion beim Umgang mit einem Ringelröteln-Infizierten zu achten.