Mumps

Was ist Mumps?

Mumps, auch Ziegenpeter genannt, ist eine Viruserkrankung, ausgelöst durch sog. Myxoviren, die mit hohem Fieber und einer schmerzhaften Vergrößerung besonders der Parotis, der Ohrspeicheldrüse einhergeht.
 

Wie sieht das klinische Bild von Mumps aus?

Man geht davon aus, dass die Infektion in ca. 40% gar keine klinischen Erscheinungen macht.
Am häufigsten tritt Fieber auf und eine ein- oder beidseitig auftretende schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Aber auch andere Speicheldrüsen können befallen sein ebenso wie die Atemwege.
Eine weitere Angriffsstelle der Mumpsviren ist das zentrale Nervensystem mit dem Auftreten einer Meningitis (Hirnhautentzündung). Sie kann bereits schon Tage vor und bis zu 3 Wochen nach den Speicheldrüsenschwellungen entstehen.
Mumps ist eine selbstlimitierende Erkrankung, d.h., sie heilt von allein ab.
Im Falle einer Mumpsmeningitis (Hirnhautentzündung) kann in seltenen Fällen eine Innenohrtaubheit verbleiben und im Falle eine Mumps-Encephalitis (Hirnentzündung) können bleibende Schäden wie Lähmungen zurückbleiben.
In der Pubertät kann es zu einer Mumpsentzündung an den Hoden kommen
. Sie beginnt meist am Ende der ersten Krankheitswoche mit einem erneuten starkem Fieberanstieg und schmerzhafter Schwellung eines oder beider Hoden (Orchitis) und kann zur Zeugungsunfähigkeit führen.
Aus den vorgenannten Komplikationen, die zwar selten vorkommen, wird ersichtlich, wie wichtig eine Impfung in der frühen Kindheit ist (s.u.).
 

Ist Mumps in der Schwangerschaft gefährlich?

Erwachsene sind zu über 90 % mit dem Virus durchseucht, deshalb kommen Mumpserkrankungen auch nur selten in der Schwangerschaft vor.

Es ist weder eine durch Mumps ausgelöste fetale Infektion mit entsprechender Schädigung bekannt, noch eine Schädigung der Schwangerschaft selber. Eine einmal beschriebene erhöhte Abortneigung konnte nicht bestätigt werden.
Nur unmittelbar zum Zeitpunkt der Entbindung kann durch eine infizierte Mutter, beim Kind eine schwere Mumpsinfektion ausgelöst werden. Dieses Risiko kann durch eine sofortige Gabe eines
Mumps-Hyperimmunglobulins gesenkt werden.
 

Wie kommt es zur Übertragung der Mumps-Viren?

Als Übertragungsweg gelten Tröpfcheninfektionen und Direktübertragungen (z.B. durch Küssen). 

Wie lang ist die Inkubationszeit?

Das ist die Zeit  zwischen dem Beginn der Infektion, durch Tröpfcheninfektion o.ä. bis zum Ausbruch der Krankheit. Man geht von 12-15 Tagen aus. 

Wie wird Mumps diagnostiziert?

1. Aufgrund des klinischen Bildes mit Fieber und der charakteristischen Schwellung der                             Speicheldrüsen.
2. Durch Feststellung der Mumpsimmunität mittels eines ELISA-Tests oder dem positiven Nachweis         von Mumps-IgM Immunglobulin M).
 

Kann man Mumps behandeln?

Es gibt keine spezielle antivirale Therapie, man sollte aber eine schmerzlindernde Behandlung durchführen.
 

Vorbeugung bei Mumps

In Deutschland gibt es eine hohe Durchimpfungsrate, die je nach Bundesland zwischen 91 und 96 % liegt. Solange die Impfraten aber unter 95 % liegen, sind weiterhin besonders Jugendliche gefährdet, sich zu infizieren.
Einen Einzelimpfstoff gibt es nicht, in Deutschland ist der MMR-Impfstoff zugelassen (Masern, Mumps, Röteln).
Die Stiko (Ständige Impfkommission) empfiehlt die erste Impfung ab dem 11. Lebensmonat zu geben, die zweite vor Vollendung des 2. Lebensjahres
.
Der dadurch erzeugte Schutz hält mindestens 15 Jahre vor.
 

Meldepflicht

Eine Meldepflicht besteht bei Krankheits- oder Verdachtsfällen in  Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Schule.