Meningitis (Hirnhautentzündung)

Was ist eine Hirnhautentzündung / Meningitis?

Die Hirnhäute, die das Gehirn umschließen, werden Meningen genannt.                   Eine Infektion kann durch eine ganze Reihe von Erregern ausgelöst werden.

Man unterscheidet:
a) bakterielle Meningitiden und unterteilt sie in eitrige und nicht eitrige,
b) in virale Meningitiden, also durch Viren ausgelöste, wie z.B.
    durch Mumps- und Masernviren, Entero- und Adenoviren und Polio- und Coxsackie-       Viren, FSME-Viren (Frühsommer-Meningo-Encephalitis, aufgrund von Zeckenbissen)     u.a.
c) durch Protozoen ausgelöste Meningitiden, z.B. durch Toxoplasmose
d) durch Pilze ausgelöste Hirnhautentzündungen

Welche Bedeutung haben Meningokokken?

Die Meningokokken sind in den Fokus gerückt,seitdem es Impfungen gibt.                       
Diese Impfungen wirken aber nur auf Meningokokken der Gruppe C (auch A, W-135 und Y), nicht aber auf die zahlenmäßig häufigere Meningitis durch Meningokokken der Gruppe B. Durch die empfohlene Impfung nehmen Infektionen dieser Meningokokken stark ab.
Für den neuen Impfstoff gegen Meningokokken der Gruppe B hat die Sächsische Impfkommission bereits die Empfehlung für Personen zwischen zwei Monaten und 18 Jahren ausgesprochen. Eine Entscheidung der übergeordneten Deutschen Impfkommission steht noch aus, sie bemängelt noch
bestehende Datenlücken, so dass sie die Anwendung derzeit nur nach ausgiebiger individueller Nutzen-Risiko-Analyse für sinnvoll hält.

Welche Symptome (Krankheitserscheinungen) treten bei einer Meningitis auf?

Überwiegend treten sog. „meningeale Symptome“ wie Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Überstreckung von Rumpf- und Rückwärtsbeugung des Kopfes, sog. Nackenzeichen (reflektorisches Beugen der Beine beim Heben des Kopfes),
vegetative Störungen, Erbrechen, ggf. Bewußtseinsstörungen und Krämpfe auf.              
Babys haben das höchste Erkrankungsrisiko. Innerhalb weniger Stunden entwickeln sie Fieber, Schmerzen und Erbrechen. Durch diese wenig charakteristischen Symptome wird die Erkrankung nicht immer rechtzeitig erkannt und behandelt, so dass sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden schwerste Komplikationen erleiden können.
 

Welche Übertragungswege gibt es und wie ist die Inkubationszeit?

Da es eine Vielzahl von Erregern gibt, hängen diese ausschließlich von der Art des Erregers ab. Diese Frage kann pauschal somit nicht beantwortet werden.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Eine bakterielle Meningitis bleibt oft nicht ohne Folgeschäden.
Kinder mit dieser Erkrankung haben es häufig mit Hörstörungen, Krampfleiden, Störungen des Bewegungsappates und Lernschwierigkeiten zu tun.

Zu den Bakterien, die eine Meningitis auslösen können, zählen im wesentlichen die Meningokokken, die Pneumokokken und der Haemophilus influenzae (letzterer, gegen den es auch eine Impfung gibt, galt früher als Auslöser der Grippe (Influenza), heute wird heute eher als Sekundärkeim auf dem Boden einer Influenza angesehen.
 

Welche Behandlung wird bei einer Meningitis durchgeführt?

Meist ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich.
Im Falle einer bakteriellen Meningitis wird eine Therapie mit einem passenden Antibiotikum durchgeführt; man beginnt mit Penicillin oder Cephalosporinen solange nicht feststeht, welches Antibiotikum in der bakteriologischen Kultur wirksam ist.

Im Falle einer viralen Meningitis bleibt es überwiegend bei der Behandlung der Symptome.
 

Wie kann man einer Meningitis vorbeugen?

Die Impfung gegen Meningokokken wird ab dem 1. Lebensjahr bereits routinemäßig durchgeführt. Es ist ein neuer 4-fach-Impfstoff (gegen Typ A, C, W135, Y) mit deutlich verbesserter und länger anhaltender Immunität entwickelt worden ((Konjugat-Impfstoff), der allerdings vorerst ab dem 11. Lebensjahr zugelassen ist.

Hierfür gibt es neue Empfehlung zur Impfung:

  1. gesundheitlich gefährdete Personen
  2. gefährdetes Laborpersonal
  3. Reisende in gefährdete Länder (Kinder unter 10 Jahren mit dem alten Polysaccharid-Impfstoff)
  4. vor Pilgerreisen (Hadj)