Masern

Was sind Masern?

Masern sind eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit mit einer extrem hohen Übertragbarkeit.  So haben die Masernerkrankungen in den letzten Jahren wieder zugenommen. Das Ziel der Ausrottung der gefährlichen Masern, wie von der WHO propagiert, ist längst nicht erreicht.

Der Erreger, das Paramyxo-Virus, befällt die Atemwege und kann schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Vielen sind die Masern als "harmlose" Kinderkrankheit bekannt. Dabei sind die Masern bei Erwachsenen ungleich gefährlicher und sind oft mit schweren Komplikationen verbunden. Das liegt daran, dass viele der heutigen Erwachsenen über keinen ausreichenden Immunschutz verfügen.

Weltweit sind Masern für den Tod von ca. 120.000 Menschen pro Jahr verantwortlich.   


Durch einen ausreichenden Impfschutz in der Kindheit ist man lebenslang geschützt. 
Ist kein Schutz durch zweimaliges Impfen in der Kindheit gewährleistet, kann es zu starken Komplikationen mit lebensbedrohlichen Folgen kommen.
 

Wie werden Masern übertragen?

Masern werden nur von Mensch zu Mensch übertragen. 
Dies findet ausschließlich über eine Tröpfcheninfektion statt, beim Sprechen, Husten und Niesen, also dann, wenn man mit einem Masernerkrankten in Berührung kommt. Jede (nicht durch eine Impfung geschützte Person) wird infiziert! 

Auch, wenn eine Maserninfektion noch nicht erkennbar ist, besteht durch die Übertragung von Tröpfchen bereits eine Ansteckungsgefahr.

Wie lang ist die Inkubationszeit der Masern (die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch)?

Die Inkubationszeit (lat. incubare – ausbrüten), also die Zeit, in der sich das Virus bereits im Körper befindet, sich aber erst vermehrt, bevor es seine Krankheitssymptome anzeigt, liegt zwischen 8-12 Tagen.

Bis zum Auftreten des typischen Hautausschlags können weitere 3 – 4 Tage vergehen.

Wie sieht das Krankheitsbild der Masernerkrankung aus?

Nach der Ansteckung beginnt meist nach 8-10 Tagen die Erkrankung mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit, bellender Husten und Schnupfen (typische Erkältungsanzeichen) und einer Bindehautentzündung der Augen.
                                                                                Bei genauer Betrachtung fallen an der Wangen-Innenschleimhaut weiße Flecken auf (sog. Koplik´sche Flecken).
                                                                                                         Nach kurzer Zeit fällt das Fieber ab, um kurz danach wieder anzusteigen. Am 3. und 4. Tag beginnt ein fleckiger dunkelroter Ausschlag im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus (typisches Masernexanthem). Nach diesem Krankheitshöhepunkt  fällt das Fieber und der Ausschlag geht zurück.
                            

Nach etwa einer Woche sollten die Beschwerden abgeklungen sein. Andernfalls kommt es zu ernsthaften Komplikationen wie: Entzündung der Atemwege und der Lunge sowie einer Mittelohrentzündung. 
Besonders gefürchtet sind Masern-Encephalitis (Entzündung des Gehirns) und Masern – Meningoencephalitis (Entzündung der Hirnhäute). Bei einem hohen Anteil der Erkrankten besteht die Gefahr bleibender Schäden.
 Die Sterberate liegt bei Infizierten immer noch über 20%, da es keine spezifische Behandlung gegen Masern gibt! 

In seltenen Fällen kommt es zu einer Gehirnentzündung (Encephalitis) ca. 6-8 Jahre nach der Maserninfektion. Gehäuft tritt das bei Kindern auf, die Masern bereits im ersten Lebensjahr hatten. Das liegt daran, dass der von der Mutter mitgegebene Netzschutz sich abbaut und die Impfung erst am Ende des ersten Lebensjahres verabreicht wird.

Wie können Masern verhindert werden?

Die Masern kommen weltweit vor. In den Entwicklungsländern kommt es immer wieder zu Masernepidemien.


Seit Einführung der Masernschutzimpfung in Deutschland beträgt der Anteil der Erkrankungen nur noch 1/10 der Zahl im Vergleich zu den Zeiten bevor geimpft wurde.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Schutzimpfung gegen die Masern an Zahlen, die wir aus Amerika haben: Lt. Wikipedia gab es im Jahr 1990 noch 257.990 Maserninfektionen, im Jahr 2005 erfreulicherweise nur noch 19 Infektionen!


Um Massenausbrüche zu verhindern, müssen 95% der Bevölkerung geimpft sein. Dann könnte das sog. „humanpathogene Virus“ ( von Mensch zu Menschübertragung) eingegrenzt werden. 
Dieses Ziel sollte im Jahre 2000 erreicht werden.
Leider haben viele Eltern aus Angst vor Impfkomplikationen in den vergangenen Jahren Ihre Kinder gar nicht oder unzureichend impfen lassen.
 Es zeigte sich eine Impfmüdigkeit, weil viele Menschen die schweren Folgen von Infektionskrankheiten nicht mehr vor Augen hatten.
 Auch anthroposophisch orientierte Ärzte  Ärzte (s. Anthroposophische Ärzte, Merkblatt Masern) befürworten mittlerweile die Masernschutzimpfung legen aber Wert auf die Individualität der Impfentscheidung und weisen darauf hin, dass die Vermeidung von Infektionen möglicherweise Allergien begünstigen könnten. Beweise dazu gibt es allerdings nicht.

Aber, seit 2007 ist der Verbrauch an Impfstoffen zurückgegangen, die Impfmüdigkeit der Bevölkerung also nachgewiesen. Allerdings werden inzwischen Schutzimpfungen von Kinderärzten verantwortlich überprüft und von Kindergärten werden Nachweise über Schutzimpfungen abverlangt (Impfpasskontrolle).

Ein Hemmnis stellt zusätzlich dar, dass der Masern-Impfstoff, der Kindern zwischen 2- und 6 Jahren als Nasenspray verabreicht werden sollte, und der sicherlich zu einer Steigerung der Impfquote führen würde, von einer Reihe von Krankenkassen nicht bezahlt wird. Sie bezahlen nur den zu spritzenden Impfstoff.

 

Welche Bevölkerungsgruppen sind bei Masernausbrüchen besonders betroffen?

• Bei den letzten Masernausbrüchen hat sich gezeigt, dass besonders junge Säuglinge   sowie Erwachsene an Masern erkranken, weil sie keinen Immunschutz besitzen.           Junge Säuglinge, deren Mütter früher gegen Masern geimpft wurden, vermitteln ihrem   Baby nur eine Leihimmunität bis zum 4.-5. Lebensmonat.
• Junge Erwachsene haben weniger Chance, sich anzustecken, weil Masern durch           die 
Impfungen zurückgedrängt wurden und damit viele Personen erst im höheren           Lebensalter bei Ansteckung erkranken. Masern bei jungen Säuglingen und bei               Erwachsenen verlaufen schwerer und sind öfter mit Komplikationen (Hirnentzündung,   Lungenentzündung) verbunden.
• Daher rät die STIKO, Säuglinge bei Kontakt mit an Masern erkrankten Personen bei       besonderen Umständen schon mit 6-8 Monaten gegen Masern zu impfen, es müssen   danach allerdings im 2. Lebensjahr zwei weitere Impfungen MMRV                                 (Masern/Mumps/Röteln/Varicellen) durchgeführt werden.
• Säuglinge sollten schon mit 9 Monaten gegen mit MMRV geimpft werden, wenn sie in   eine Kinderkrippe kommen oder wenn sie Kontakt mit an Masern Erkrankten hatten.       Die 2. Impfung sollte dann zu Beginn des 2.Lebensjahres erfolgen.
• Alle nach 1970 geborene Erwachsene, die bisher noch keine oder nur eine einzige         Impfung erhalten haben bzw. noch keine Masern durchgemacht haben, sollten eine       einmalige Impfung (MMR) erhalten. Dies gilt auch für Personen, bei denen der               Impfstatus unklar ist. Im Zweifel also immer impfen! Frauen im gebärfähigen Alter           sollten allerdings 2x MMR geimpft werden, wenn noch Schutz gegen Röteln vorliegt.
• Bei den unter 18-Jährigen bleibt es bei zweimaliger MMRV-Impfung.
 

Bieten Impfungen einen dauerhaften Schutz gegen Masern?

Wenn Impfungen bis zum 2. Lebensjahr durchgeführt worden sind, bieten sie einen lebenslangen Infektionsschutz, aber nur wenn wirklich beide Impfungen verabreicht wurden.

Ganz sicher ist diese Aussage noch nicht, da erste konsequente Durchimpfungen erstmals in den 70er Jahren erfolgten.

Mit welchen Impfreaktionen muss man bei einer Masernimpfung rechnen?

 

Wichtig ist, zwischen Impfreaktionen und Impfkomplikationen zu unterscheiden.

Als Impfreaktionen bezeichnet man z.B. eine leichte Rötung und Brennen an der Einstichstelle. Auch leicht erhöhte Temperaturen bis 38,5 Grad sind in der Impfwoche möglich. Zudem kann ein Hautausschlag auftreten, die sog. Impfmasern.

Es besteht trotz genannter Reaktionen keine Ansteckungsgefahr für andere Personen. 

Was bedeuten Impfkomplikationen?

Als Impfkomplikation bezeichnet man eine Reaktion, die über eine normale Impfreaktion hinaus geht und die gesundheitliche Schäden hinterlässt.

Diese kommen allerdings, lt. Paul-Ehrlich-Institut außerordentlich selten vor und wenn dann deutlich abgeschwächter als bei einer Masernerkrankung:

Während Fieber und der typische Masern-Hautausschlag (Exanthem) bei der Masernerkrankung in fast 100 % auftritt, gibt es diese Erscheinungen nach einer Impfung in maximal 15 %.

Fieberkrämpfe treten bei Masern in fast 8 % auf, nach Impfung in weniger als 1%.

Ein gefürchteter Abfall der Blutplättchen, die für unsere Gerinnung zuständig sind,

gibt es bei der Maserninfektion in einem von 3000 Fällen, nach der Impfung in etwa

etwa einem von 30.000- 50.000 Fällen.

Noch gravierender sind die Unterschiede bei der Gehirn- / Gehirnhaut-entzündung

(Encephalitis/ Meningoencephalitis). Bei einer Maserinfektion liegt diese Rate bei 1 von 1000 Erkrankten, also jeder 1000ste ist davon betroffen. Nach einer Impfung liegt dieser Anteile bei etwa 1 auf 1.000.000, das Risiko ist also 1000-fach niedriger.

Ähnlich verhält es sich bei Todesfällen. Die Rate liegt zwischen 1:1000 bis 1:20.000,

hier weichen die Angaben in der Literatur weit voneinander ab. Nach Impfung ist bislang kein Todesfall bekannt geworden. 

Die Angaben entstammen zum Teil aus dem RKI-Ratgeber, Merkblätter für Ärzte, Robert-Koch-Institut Stand 08/2006

 

Trotz dieser überzeugenden Daten  scheint in der Bevölkerung die Angst vor Impfkomplikationen deutlich größer zu sein als die Angst vor der Krankheit selbst – weil ein Großteil der Bevölkerung die Masern nur noch vom Hören-Sagen kennt und die Schwere der Masern-Erkrankung und ihre Auswirkungen nicht mehr einschätzen kann.

Seit 2001 gilt für Ärzte in Deutschland die im Infektionsschutzgesetz (IfSG) verankerte „Meldeverpflichtung eines Verdachtes einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“. Für Ärzte besteht eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt, wenn nach einer Impfung auftretende Symptome in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten und über eine Impfreaktionen hinausgehen. Deratige Impfschäden gehen zu Lasten der Krankenkasse. Dazu gehören z.B. sog. anaphylaktische Reaktionen, eine Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff, der mit einer heftigen Kreislaufreaktion einhergeht.

Die zwischenzeitlich aufgetretene Impfmüdigkeit wurde 1998 durch den englischen Arzt Dr. Wakefield verstärkt (sog. Wakefield-Medizinskandal): 

Der britische Arzt hatte in der Zeitschrift „The Lancet“ davor gewarnt, dass der kombinierte Masern-Mumps-Röteln Impfstoff Autismus auslösen könne.

Nachdem bekannt wurde, dass er von Anwälten, die Eltern autistischer Kinder vertraten, 55.000 brit. Pfund erhalten hatte, zog „The Lancet“ den Artikel zurück.

Wakefield erhielt Berufsverbot.  

In vielen nachfolgenden Studien konnte niemand einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus erkennen; aufgrund der Veröffentlichung sanken aber besonders in Großbritannien die Impfquoten drastisch. So ist es kein Wunder, dass zwischen 2012 und 2013 in Großbritannien mit 2314 nach Rumänien mit 4087 die meisten Masernfälle auftraten. Zum Vergleich: in der gleichen Zeit gab es in Deutschland 162 Fälle.

 

Warum steigt in Deutschland die Anzahl der Masernerkrankten?

Statt dass die Zahlen in Deutschland weiter schrumpfen, entfernen wir uns weiter von dem Ziel, die Masern auszurotten.


In 2013 schnellten die Zahlen auf  1721 Fälle hoch, es betraf vorwiegend Kinder in ihrem ersten Lebensjahr. Folgende Gründe werden diskutiert:

1. Kinder werden erst ab dem 11. Lebensmonat geimpft, viele Eltern warten aber leider länger

 

2. Gleichzeitig lässt der Nestschutz durch die Mütter nach, da sie teilweise keine eigene Immunität aufgebaut haben.


(Jeder fünfte Erwachsene ist entweder nicht, oder nicht ausreichend (2 Impfungen) gegen Masern geimpft).

Ein hoher Anteil der Masern-Erkrankungen betraf in 2013 Jugendliche und junge Erwachsene bis 40 Jahre alt. Masern werden immer noch als Kinderkrankheit gesehen und im höheren Lebensalter zu spät erkannt, wodurch sich die Infektionsketten schlechter unterbrechen lassen.

Inzwischen werden Schutzimpfungen von Kinderärzten verantwortlich überprüft und von Kindergärten werden Nachweise über Schutzimpfungen abverlangt (Impfpasskontrolle).
 

Wann und wie sollte man gegen Masern impfen?

Z. Zt. wird die „Dreifachimpfung“ empfohlen. Diese Impfung schützt vor Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfung). Die Impfung soll lt. Impfpass zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat durchgeführt werden.
Ganz wichtig ist die 2. Impfung zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat. Ohne die Zweitimpfung ist kein dauerhafter Impfschutz gewährleistet!
Mittlerweile kann diese Impfung, die bis Ende des 2. Lebensjahres abgeschlossen sein soll, auch noch mit der „Varizellen-Impfung“ (gegen Windpocken) kombiniert werden.
 

Bietet die Masernschutzimpfung einen dauerhaften Schutz?

Wenn beide Impfungen bis zum 2. Lebensjahr durchgeführt worden sind, bieten sie einen lebenslangen Infektionsschutz. 

Was kann man tun, wenn die 2. Masern-Schutzimpfung versäumt wurde?

Es kann jederzeit eine Nachimpfung durchgeführt werden, da die Impfstoffe für jedes Alter ausgelegt sind.
Die STIKO (ständige Impfkommission) rät allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen (nach 1970 geboren) ihren Impfstatus durch Antikörperkontrolle im Serum (Blut) überprüfen zu lassen und sich ggf. nachimpfen zu lassen.

 

Was kann ich tun, ich bin unzureichend geimpft und hatte einen Masernkontakt?

Innerhalb von 3-4 Tagen nach Masernkontakt ist eine Impfung möglich (sog. postexpositionelle Riegelungsimpfung), die zumindest die Schwere der Maserninfektion abschwächt.

 

Ich bin schwanger und hatte Kontakt zu einer Person, die gerade eine Masernschutzimpfung erhalten hat. Wie soll ich mich verhalten?

Sie brauchen sich keine Sorgen machen, denn Impfviren werden nicht auf andere Personen übertragen.

Es besteht also keine Kontraindikation gegen die Impfung im Umkreis einer Schwangeren.

Ich hatte bereits die Masern, muss ich irgendetwas unternehmen?

Wer einmal Masern hatte, ist lebenslang vor einer erneuten Infektion geschützt. Ansonsten ist die Impfung der einzige Schutz. 

Wann ist die Gefahr am größten, sich bei einem an Masern Erkrankten anzustecken?

Ein an Masern Erkrankter ist vom fünften Tag der Infektion, und damit noch vor dem Auftreten der rötlich fleckigen Hauterscheinungen (Exanthem),  bis zum 4.Tag nach Auftreten des Exanthems ansteckend. Ein Infizierter kann also fünf bis 20 Tage nach Ansteckung infektiös sein, wobei die Ansteckung unmittelbar vor Ausbruch des  Exanthems am größten ist.
 

Ich bin schwanger und habe mich mit Masern infiziert. Welche Gefahren kommen auf mich zu?

Auch hier muss unbedingt die Verdachtsdiagnose durch eine serologische Untersuchung (IgM und IgG) bestätigt werden. Ob die Gabe eines Immunglobulins noch wirksam ist, sollte im Einzelfall entschieden werden und hängt u.a. von zeitlichen Ablauf der Infektion ab.

Meist sind die Masernverläufe lt. Prof. Dr. Enders in der Schwangerschaft schwerer als im Kindesalter.

Aus anderen Ländern sind vereinzelt vermehrt Fehl- und Frühgeburten beschrieben worden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht indiziert.

Um vereinzelt beschriebene Fehlbildungen auszuschließen, sollte sorgfältige Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden.

 

Nach der Geburt kann im Nabelschnurblut eine vorgeburtliche Infektion ausgeschlossen werden, ebenfalls durch Nachweis von IgM-Antikörpern. 

Bei einer Infektion in der Schwangerschaft ist für das Ungeborene ein typisches Fehlbildungsmuster wie bei Röteln nicht bekannt.
Wie bei anderen hochfieberhaften Infektionserkrankungen besteht aber die Gefahr einer Frühgeburt.

 

Was ist von sog. zu Masernparties zu halten?

Als Masernparty bezeichnet man lt. Wikipedia „die bewusste Zusammenführung gesunder, nicht gegen Masern geimpfter Kinder mit Kindern, die akut an Masern erkrankt sind. Ziel ist die Ansteckung der nicht geimpften Kinder mit Masernviren, damit diese die Krankheit und somit die nahezu immer der Erkrankung folgende Immunität gegen Masern entwickeln“.
Derartige measles parties gab es in den USA vor Einführung der Impfung. Eine Zeit später erlebten sie besonders in England eine Wiederauferstehung, als Autismus mit der MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) in Verbindung gebracht wurde. Dieser Zusammenhang ist eindeutig widerlegt worden.
Masern sind eben nicht eine harmlose Kinderkrankheit, sondern können mit z.T schwerwiegenden Komplikationen einhergehen wie Entzündungen des Gehirns mit bleibenden Schäden bis zu Todesfällen.
Nach deutschem Recht gilt das Verbreiten von Krankheitserregern als „versuchte Körperverletzung“ und könnte entsprechend bestraft werden, das gleiche gilt in etwa für Österreich und die Schweiz.

 

Welche Impfung wird heutzutage empfohlen?

Die Empfehlung der "Ständige Impfkommission (STIKO)" zur Masern Impfung lautet, sie in Kombination mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln durchzuführen.                          Für diese Dreifachimpfung wird der MMR-Impfstoff verwendet.

Diese Impfung soll lt. Impfpass bereits zwischen 11. und 14. Lebensmonat gegeben werden. Ganz wichtig ist eine 2. Impfung zwischen 15. und 23. Lebensmonat (Auffrischungsimpfung), ohne die kein dauerhafter Schutz gewährleistet ist. Diese Impfung wird von Eltern gern vergessen.

Mittlerweile kann seit 2006 die Impfung, die bis Endes des 2. Lebensjahres abgeschlossen sein sollte, auch noch mit der Varizellen-Impfung (gegen Windpocken) kombiniert werden.
 

Ich bin schwanger und habe Kontakt zu einer Person mit Masern gehabt. Was soll ich tun?

Aufgrund der rel. hohen Durchimpfungsrate sind in den Industriestaaten Masern bei Schwangeren sehr selten.
Bei Masernkontakt sollte zunächst mittels eines ELISA-Tests der Antikörperstatus der Masern-IgG festgestellt werden, das geht innerhalb eines Tages.
Sind tatsächlich keine Antikörper nachweisbar, kann innerhalb der ersten 3-4 Tage ein Immunglobulin verabreicht werden, eine Dosis zwischen 0,2-0,4 ml/kg verhütet die Infektion weitgehend.

 

Ich bin schwanger und habe Masern, was kann ich tun?

Auch hier muss unbedingt die Verdachtsdiagnose durch eine serologische Untersuchung (IgM und IgG) bestätigt werden. Ob die Gabe eines Immunglobulins noch wirksam ist, sollte im Einzelfall entschieden werden und hängt u.a. von zeitlichen Ablauf der Infektion ab.
Meist sind die Masernverläufe lt. Prof. Dr. Enders in der Schwangerschaft schwerer als im Kindesalter.

Aus anderen Ländern sind vereinzelt vermehrt Fehl- und Frühgeburten beschrieben worden. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht indiziert.
Um vereinzelt beschriebene Fehlbildungen auszuschließen, sollte sorgfältige Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, typische Fehlbildungsmuster wie z.B. bei Röteln sind aber nicht bekannt,
Nach der Geburt kann im Nabelschnurblut eine vorgeburtliche Infektion ausgeschlossen werden, ebenfalls durch Nachweis von IgM-Antikörpern.
 

Kann man trotz Impfung noch einmal die Masern bekommen?

Impfversager gibt es immer wieder einmal, allerdings verläuft die Erkrankung fast immer deutlich milder als gewöhnlich, man nennt das auch „mitigierte Masern“