Keuchhusten (Pertussis)

Was ist eine Pertussis (Keuchhusten)?

Das ist eine lang andauernde, durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöste Infektionskrankheit, die mit heftigen Hustenattacken besonders bei Kindern aber auch bei Erwachsenen, bei denen die Immunität (köpereigene Abwehr) nicht mehr ausreichend ist, einhergeht.
Keuchhusten ist keine „Kinderkrankheit. In Europa wurden in den Jahren 2003 – 2007 offiziell 40.000 Fälle registriert, davon jede dritte bei einem Erwachsenen.   Keuchhusten kann tödlich verlaufen (Hirnentzündung, Lungenentzündung), besonders bei Kindern. Erwachsene haben einen untypischen, schwer erkennbaren Verlauf und können Kinder anstecken.
 

Symptome (Krankheitserscheinung) und Verlauf des Keuchhustens.

Schnupfen und erhöhte Temperaturen, zunehmend stärker werdende Hustenattacken, die bei Babys bis zum Atemstillstand gehen können.

 

Die ersten 14 Tage sind rel. symptomarm, daran schließt sich das Stadium catarrhale an, in der die Patienten aber hochinfektiös sind. Danach folgt das Stadium convulsivum, (heftige harte, stakkatoartige Hustenstösse) das 4-8 Wochen anhalten kann, woraufhin die Hustenanfälle erst allmählich seltener werden. Die Ansteckungsgefahr dauert ebenso so lange wie der Krankheitsverlauf. 

Wie ist der Übertragungsweg beim Keuchhusten?

Die Infektion erfolgt meist über Tröpfcheninfektionen, häufig übertragen Erwachsene oft unbemerkt Pertussisbakterien auf Kleinkinder (auch ohne Husten allein beim Sprechen über eine Distanz bis 2m). Deshalb sollten sich insbesondere Ältere (z.B. Großeltern) impfen lassen, wenn sie mit Ihren Enkeln in Berührung kommen. 

Mit welcher Inkubationszeit ist beim Keuchhusten zu rechnen?

 

·    Die Inkubationszeit(die Zeit zwischen Beginn der Infektion, durch Tröpfcheninfektion o.ä., bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt 7-14 Tage.

Welche Gefahr besteht für Säuglinge und Kleinkinder beim Keuchhusten?

Bei Neugeborenen in den ersten 3 Monate liegt die Empfänglichkeit bei nahezu 100 %, auch das Stillen bietet keinen Schutz. In dieser Zeit sind die Kinder besonders gefährdet, da ein Hustenanfall jederzeit zum Atemstillstand führen kann. Suchen Sie bitte das Krankenhaus auf. Zusätzlich leiden sie unter Schlafstörungen, Zyanose (geringer Sauerstoffgehalt des Blutes führt zur Blauverfärbung von Lippen und Gesicht) und Lungenentzündungen.


Auch ältere Kinder holen zwischen den Hustenstößen kaum Luft, bis sie gar keine Luft mehr haben. Nach einer „viel zu lang andauernden Zeit“ kommt es zu einer ziehend-juchzenden Einatmung, evt. mit leichtem Erbrechen. Nach zwei bis dreimaliger Wiederholung schlafen die Kinder daraufhin häufig ermattet ein. Vor dem Einschlafen sollte dem Kind flüssige Nahrung angeboten werden.

Jeglicher Aktionismus in Form von Klopfen oder Hochreißen des Kindes verschlimmert die Situation eher. Sie können kaum mehr tun, als beruhigend auf Ihr Kind einzuwirken.

Da hohes Fieber nicht zu diesem Krankheitsbild gehört (das liegt daran, dass die Pertussis-Bakterien nicht in die Blutbahn gelangen), sollte im Fall von Fieber (über 38,5°C) der Arzt hinzugezogen werden.


Bei Schwangeren können die Hustenanfälle durch einen hohen Druck im Bauchraum Wehen auslösen, eine weitere Gefahr für den Feten besteht nicht, da die Bakterien nicht in die Blutbahn gelangen, und die Bakterien-Toxine (Giftstoffe) sich auf den Infektionsort (Atemwege) beschränken.

 

Kann Keuchhusten verhindert werden?

Versuchen Sie alles, um eine Infektion Ihres Neugeborenen zu verhindern.      

Hustende oder Menschen mit grippalen Infekten sollten das Zimmer eines Säuglings meiden. Nehmen Sie selbst einen Mundschutz, wenn Sie befallen sind.
Nur sicher Gesunde (bsd. Kinder) dürfen das Neugeborene besuchen.                           Beim Auftreten von Keuchhusten in Kindergärten oder Schulen sollten Eltern mit Neugeborenen gewarnt werden.

 

Wie wird Keuchhusten behandelt?

Antibiotika können gerade bei Neugeborenen, bzw. Kindern im ersten Lebensjahr, helfen, mindern aber den Husten kaum. Zur Wahl stehen hier das Erythromycin, über das langjährige Erfahrungen vorliegen.
Auch Azithromycin u.a. wirken gut und werden oft besser vertragen.
Beruhigungs- oder Hustenmittel werden meist nicht gern gegeben, da sie zwar den Hustenreiz dämpfen können, gleichzeitig können die Kinder aber schlechter Abhusten, der Schleim verbleibt in den Atemwegen und kann zu Mittelohr- und Lungenentzündungen führen.
Eine Linderung des Keuchhustens verschafft ein warmes Bad am Abend und ein Hals- oder Brustwickel zur Nacht.

 

 

Impfungen gegen Keuchhusten (Pertussis).

Keuchhusten gehört zu den Infektionen, gegen die, lt. RKI (Robert-Koch-Institut), alle Personen bereits im Kindesalter so früh wie möglich am besten schon im 2. Lebensmonat geimpft werden sollten (Grundimmunisierung).
Die frühere Pertussis-Impfung führte häufig zu Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle. Die neue Impfung wird zwar besser vertragen, allerdings nimmt der Schutz schnell ab, so dass Babys mehrfach nachgeimpft werden müssen, zudem ist im Erwachsenenalter eine Auffrischungsimpfung erforderlich.

Meldepflicht!

 Eine Meldepflicht der Erkrankung besteht in Deutschland erst sei 2013.

Impfungen gegen Keuchhusten (Pertussis).

Keuchhusten gehört zu den Infektionen, gegen die, lt. RKI (Robert-Koch-Institut), alle Personen bereits im Kindesalter so früh wie möglich am besten schon im 2. Lebensmonat geimpft werden sollten (Grundimmunisierung).
Die frühere Pertussis-Impfung führte häufig zu Fieber und Schmerzen an der Einstichstelle. Die neue Impfung wird zwar besser vertragen, allerdings nimmt der Schutz schnell ab, so dass Babys mehrfach nachgeimpft werden müssen, zudem ist im Erwachsenenalter eine Auffrischungsimpfung erforderlich.