Durchfallerkrankungen

Was ist eine Diarrhoe (Durchfallerkrankung)?

An Durchfallerkrankungen sterben weltweit jährlich 800.000 Kinder.

 

Dabei ist eine Diarrhoe meist ein Begleitsyptom (Symptom = Krankheitszeichen) einer Darmerkrankung oder einer außerhalb des Darmes gelegenen Erkrankung.

 

Bei einer Diarrhoe kommt es zu der Entleerung von reichlich dünnflüssigem Stuhl, der vor allem mit einem starken Flüssigkeitsverlust einhergeht.

Definitionsgemäß ist das Absetzen von 3 und mehr flüssigen oder breiigen Stühlen eine Diarrhoe. Dauert sie länger als 2 Wochen bezeichnet man sie als chronische Diarrhoe.

 

Die Ursache für eine Durchfallerkrankung sind häufig Viren (z.B. Rotaviren, Noroviren) oder Bakterien (z.B. Colibakterien und Salmonellen).

 

Nur selten ist es notwendig, besonders nach Auslandsaufenthalten, eine bakteriologische Stuhluntersuchung zu veranlassen, zur Unterscheidung der vielen durch Salmonellen ausgelösten Diarrhoen, und im positiven Falle dafür zu sorgen, dass sich die Erkrankung

besonders in Gemeinschaftsunterkünften wie Kita oder Schule nicht weiterverbreitet.

 

 

Warum sind Kinder bei Durchfällen besonders gefährdet?

Weil sich gerade bei Kindern sehr schnell ein massiver Flüssigkeitsmangel bemerkbar macht. Deshalb ist bei folgenden Warnsymptomen eine sofortige Klinikeinweisung erforderlich:
1. Ruhiges, apathisches Kind oder nicht ansprechbares Kind
2. Hohes Fieber um 40°C
3. Trockene Zunge, faltige Bauchhaut mit stehenbleibender Hautfalte,                              
4. mangelhafte Urinausscheidung (erkennbar am stark konzentrierten, dunklen Urin)
5. Blutige Durchfälle
 

Welche Bedeutungen haben Durchfälle in der Schwangerschaft?

Akute Diarrhoen in der Schwangerschaft werden meist ausgelöst durch virale oder bakterielle Infektionen, oder durch Toxine, also z.B. Giftstoffe von Mikroorganismen wie Diphtherie-, Tetanustoxine, ferner Toxine von Staphylokokken (Eiterbildende Bakterien), Scharlachstreptokokken und Kolibakterien, um nur einige zu nennen.  

Diese Toxine werden Ektotoxine genannt, weil sie von den oben genannten Bakterien abgesondert werden. Endotoxine hingegen werden erst nach Auflösung der Bakterien frei (z.B. bei E.Coli – überwiegend Darmbakterien, die u.a. auch  die Reisediarrhoe auslösen).

Bei Schwangeren heilt die Diarrhoe meist durch ausreichend Flüssigkeitsersatz (viel trinken, ggf. ist eine Infusionsbehandlung erforderlich) und Ausgleich der verlorengegangenen Elektrolyte wie Natrium und Kalium innerhalb weniger Tage ab. Dann sind keine Auswirkungen auf das Ungeborene zu befürchten.

Erst, wenn der Durchfall länger als 2-3 Tage dauert und wenn Zusatzsymptome wie Fieber, starke Abgeschlagenheit, trockene Zunge und mangelhafte Urinausscheidung auftreten, sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen und ggf. eine Einweisung in eine Klinik veranlasst werden.

 

 

 

 

 

 

Wie kommt es zur Übertragung?

Meist wird eine Diarrhoe durch eine Schmierinfektion oder durch kontaminierte (mit Bakterien verseuchte) Lebensmittel hervorgerufen.

Wie lang ist die Zeit zwischen Beginn der Infektion bis zum Ausbruch der Diarrhoe?

Wegen der Vielzahl an  Bakterien, Viren und Toxinen, die eine Diarrhoe auslösen können ist eine Aussage über die Inkubationszeit nicht möglich.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einer Diarrhoe?

Die Erkrankung beginnt häufig mit schnell auftretender Abgeschlagenheit, Unwohlsein und Erbrechen; es können auch leichtes Fieber, aber auch Temperaturen bis 40 °C, sowie z.T. krampfartige Bauchschmerzen auftreten. Teigiger Stuhl oder wässerige Durchfälle kommen dann meist ein bis zwei Tage später.

Bei hohem Fieber, trockener geröteter Zunge und Hautfalten, die bei Abheben stehen bleiben ist unbedingt eine Infusiontherapie, meist im Krankenhaus erforderlich. Besonders bei Kleinkindern ist dabei keine Zeit zu verlieren, weil sie viel empfindlicher auf den Flüssigkeitsverlus reagieren.

 

Wodurch können Diarrhöen ausgelöst werden?

Akute Diarrhoen in der Schwangerschaft können durch Viren (Cholera-Viren, der weltweit bedeutendste Keim, in Europa eher durch Noroviren oder Rotaviren, und Bakterien (Salmonellen, Kolibakterien)  ausgelöst werden, oder durch Toxine, also z.B. Giftstoffe von Mikroorganismen wie Diphtherie-, Tetanustoxine, ferner Toxine von Staphylokokken (Eiterbildende Bakterien), Scharlachstreptokokken und Kolibakterien, um nur einige zu nennen.  

Bakterien und Parasiten führen zu einer Entzündung der Darmschleimhaut, die dann Wasser und Elektrolyte, aber auch Schleim und Blut an den Darminhalt abgegeben ihn also vermehren und dadurch einen Druck auf den Darm auslösen, der dann zum Abführen des stark wasserhaltigen Stuhls führt. 

Wie sollte ich mich bei Durchfall verhalten?

 Zunächst ist in vielen Fällen Bettruhe erforderlich, wozu die Abgeschlagenheit beiträgt.

Wichtig ist, sich nach jedem Stuhlgang sorgfältig die Hände mit Seife zu waschen, ggf. wenn möglich, die Hände zu desinfizieren, um sog. Schmierinfektionen und damit Infektionen von anderen Personen zu vermeiden.

Ganz wichtig ist auch das ausreichende Trinken. Erwachsene sollten ca. bis zu 3 Liter Wasser, am besten Mineralwasser wegen der darin enthaltenen Elektrolyte, trinken; zuvor schlagen Sie die Kohlensäure heraus.

Bei schwerem Durchfall muss die Getränkemenge gesteigert werden. Ob Sie genug trinken können Sie übrigens selbst feststellen. Wenn Ihr Urin eher dunkel statt hell und klar ist, wissen Sie, dass Sie noch deutlich mehr trinken müssen. Die Nieren konzentrieren dann harnpflichtigen Substanzen, um die kostbare Flüssigkeit im Körper zu belassen.                                                                                                                   

 

 

 

Wie diagnostiziert man eine Durchfallerkrankung.

Zunächst werden Sie Ihrem Arzt Auskunft geben müssen über die Häufigkeit der Stuhlgangs, über die Beschaffenheit des Stuhls, über etwaige Schmerzen und Fieber sowie über ihren Allgemeinzustand sowie über die Einnahme von Medikamenten und über den Verzehr der Nahrungsmittel der letzten Tage.

Auf jeden Fall muss auf etwaige Auslandsaufenthalte speziell in den Tropen hingewiesen werden, da sich schon daraus ergibt, ob weitere Untersuchungen ggf. eine Aufenthalt in einer dafür ausgerüsteten Klinik erforderlich ist.

Zusätzlich wird Ihr Arzt den Bauch abtasten, sie ggf. abhorchen, auf die Zeichen einer Austrocknung achten (z.B. eine Hautfalte bleibt stehen, wenn sie angehoben wurde, die Zunge ist trocken und gerötet, der Urin “hochgestellt” d.h. sehr konzentriert und nicht hellgelb).

Nur selten wird der Stuhl selbst untersucht, was aber bei einem längeren Krankheitsverlauf mit Komplikationen wie blutigem Stuhl erforderlich ist.

 

Welche Therapie sollte bei Durchfall angewendet werden?

An erster Stelle steht der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten ca. 3 Liter pro Tag:
Am besten eignen sich dazu Elektrolytlösungen aus der Apotheke, z.B. Elotrans®, bei Bedarf kann man sich lt. WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine solche Lösung aber selber mit abgekochtem Trinkwasser erstellen.
Vorgeschlagen wurde folgende Mischung pro Liter:
Kochsalz 2,6 g, Zucker 13,5g, Natriumcitrat 2,9g und Kaliumchlorid 1,5 g.

Aber auch ohne Waage und die beiden letzten Bestandteile ist eine solche Elektrolytlösung herzustellen, weil sie u.U. lebensrettend sein kann:
Man nehme 1 Liter abgekochten und abgekühltes Trinkwasser oder Mineralwasser mit herausgeschlagener Kohlensäure und füge hinzu:
• ¼ Teelöffel Salz ( Natriumchlorid zur Bindung von Wasser)
• 2 Esslöffel Zucker oder Honig (wodurch die Wasseraufnahme erleichtert wird)
• ¼ Teelöffel Backpulver (statt Natriumcitrat)
• ½ Tasse Orangensaft oder 1-2 zermuste Bananen als Kaliumersatz
(lt Wikipedia ist das keine offizielle Angabe der WHO).

Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei milderen Formen der Diarrhoe nicht erforderlich, kann aber bei hoch fieberhaften Infekten notwendig sein.

Aufgrund langjähriger Erfahrung kann die Gabe von Loperamid (Imodium®) auch Schwangeren empfohlen werden, da es überwiegend im Darm wirkt und kaum in den Organismus aufgenommen wird. Zudem hemmt es die Darmperistaltik (Beweglichkeit), so dass der Darm mehr Zeit hat, Nahrungsmittel und Flüssigkeit aufzunehmen.
Loperamid soll aber nicht bei hoch-fieberhaften Verläufen mit blutigem Durchfall verwendet werden, da dann die Toxine (Giftstoffe) nicht schnell genug aus dem Körper eliminiert werden.                                                                                                             Auch bei Kleinkindern unter 2 Jahre sollte kein Loperamid verwendet werden.

 

Welche Hausmittel helfen beim Durchfall und welche eher nicht?

Üblicherweise hieß es Salzstangen und Cola. Half das wirklich?

Die Idee, mit Salzstangen den Salzbedarf bei einer Diarrhoe aufzufüllen ist eigentlich nicht verkehrt, allerdings enthalten Salzstangen nur NaCl (Natriumchlorid), zum Ausgleich des Elektrolytverlustes fehlt das Kalium.
Man sollte also beide Elektrolyte (Natrium und Kalium) gleichmäßig zu sich nehmen
Das allerdings könnte beim Kalium durch das Essen von Aprikosen oder zermuster Banane ausgeglichen werden (ebenso auch geriebener Apfel oder Orangen).

Die Cola ist als Flüssigkeitsersatz gedacht. Dann sollte sie bei Durchfall allerdings weitgehend ohne Kohlensäure und nicht eiskalt genossen werden sollte.
Allerdings enthält Cola (jedenfalls die original Cola) zu viel Koffein, was den Durchfall eher verstärken könnte. Und der Zuckergehalt, der Cola zwar gut schmecken lässt, ist viel zu hoch, wodurch die Wasserausscheidung über die Niere gefördert wird, so dass man noch mehr Flüssigkeit und das so wichtige Kalium verliert. Wenn nichts anderes zur Verfügung steht, wählen Sie Cola light oder schwarzen Tee.

Sinnvoller ist, wie in der vorhergehenden Frage beschrieben, die Aufnahme von Flüssigkeit durch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke oder einer solchen, die man selber hergestellt hat.

Den leichteren Durchfall kann man auch mit schwarzem Tee und Zwieback beruhigen. Ein bis zwei Tage später kann man dann getrocknetes Brot, Apfel und gekochte Karotten zu sich nehmen. Alkohol und Kaffee sollte natürlich noch verboten sein.