Chlamydien

Was ist eine Chlamydien-Infektion?

Eine Chlamydieninfektion ist eine sexuell übertragbare Infektion, die häufig mit Beschwerden in Harn- und Geschlechtsbereich einhergehen mit ca. 300.000 Erkrankungen im Jahr.
Von deutschen Schülern kannten nur 15 % diese sexuell übertragbare Erkrankung und nur 50 % verwenden ein Kondom, das am besten davor schützen könnte.

Während Frauen im Alter bis 20 Jahre bei ca. 8% Clamydien nachweisbar waren, waren es bei 20-25-Jährigen noch 5 %, bei 25-29-Jährigen 2,8 % und bei über 30-Jährigen nur noch 1,5 %. (E.J.Adams, England). Bei Schwangeren fand sich ein ähnliches Verrhältnis (T.Meyer, Hamburg), bei Wöchnerinnen (A.Clad, Freiburg) lagen die Prozentzahlen zwischen 2,5 und 4%, über 30 nur noch bei 0,5 %.

 

Wodurch wird eine Chlamydien-Infektion ausgelöst?

Ausgelöst werden die Beschwerden von Chlamydia Trachomatis, deren verschiedenen Serotypen unterschiedliche Erkrankungen auslösen können.
So kann eine Untergruppe das sog. Trachom auslösen (daher der Name: Trachomatis), das ist eine schwerwiegende Bindehautentzündung.
Eine andere, hier interessierende Gruppe löst die Urogenitalinfektionen aus.
Es handelt sich um ein sehr kleines Bakterium, das sich nur als Parasit in einer Wirtszelle vermehren kann und das nur beim Menschen vorkommt.
 

Welche Symptome ruft eine Chlamydien-Infektion hervor?

Es können Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr, auch Bauchschmerzen z.B. durch eine Eileiterentzündung auftreten.

Um die Geburt herum können bei Neugeborenen ca. 2 Wochen nach der Geburt eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) und Monate später Lungenentzündungen (Pneumonien) auftreten.
 

Krankheitsverlauf der Chlamydieninfektion:

Ausgelöst durch Übertragung der Chlamydien beim Geschlechtsverkehr kommt es in vielen Fällen zu einem symptomlosen Verlauf, d.h., die Patientinnen merken gar nichts von ihre Infektion.            

So bleiben, je nach Untersucher, fast 50-90 % der Infizierten ohne Beschwerden; in anderen Fällen kommt es zu den unter „Symptomen“ beschriebenen Beschwerden, also Ausfluß und Schmerzen bei Wasserlassen und Geschlechtsverkehr.

 

Wie wird eine Chlamydieninfektion diagnostiziert?

Es gibt zwar seit 1996 das Screening auf Clamydia trachomatis in der Frühschwangerschaft, meist mittels des sog. "Elisa-Tests" mit dem Ziel, die Frühgeburtlichkeit ebenso zu senken wie die peripartalen (um die Geburt herum) Infektionen zu vermeiden und eine ggf. eine Therapie mit z.B. Erythromycin durchzuführen. Dabei lag die Prävalenz (Anzahl der Erkrankten zur Anzahl der Untersuchten) bei ca. 2%. In sofern ist dieses Screening (Suchtest) wenig erfolgreich.                                                                   Sehr viel erfolgreicher ist eine solches Screening bei Frauen bis 25 Jahre, allerdings gibt es bis jetzt keinerlei Aufklärung bei Jugendlichen,  und ein Screening bei Wöchnerinnen, a) zur Vermeidung einer Sterilität und b) ist es ausreichend zur Therapie Neugeborener. (Nach a.Clad, Freiburg, Vortrag 2012/Sylt)

Die besten Ergebnisse erbrachten dabei Vaginal- etwas weniger gut sind Zervixabstriche. Frauen ohne Beschwerden können den Chlamydien-Test auch mittels Eigenabstrich vornehmen.

Bislang nehmen aber nur ca. 11% der Frauen an derartigen Untersuchungen teil, in England sind es 35 %, in den USA 45%! 
Obwohl viele Frauen in diesem Alter schon allein wegen der Verordnung von Verhütungsmitteln, einmal im Jahr ihren Gynäkologen aufsuchen, bekommen sie hierzulande keinen Chlamydien-Test.
Mittlerweile gibt es hierzu klare
Merkblätter bei den Kassenärztlichen Vereinigungen.

 

Verhalten bei der Chlamydien-Infektion:

Ungeschützter Verkehr sollte, auch während der Behandlung, vermieden werden
Der Partner sollte unbedingt mitbehandelt werden.

 

Wie wird eine Chlamydien-Infektion behandelt?

Eine infizierte Person erhält eine Einzeldosis Azithromycin, als Alternative bietet sich Doxycyclin über 7 Tage an.

Bei Schwangeren müssen andere Therapieregeln angewendet werden.                  

Nach einer Behandlung sollte die Wirksamkeit der Therapie überprüft werden. 

Warum sind Chlamydien-Infektionen besonders für Patientinnen mit Kinderwunsch gefährlich?

Bei Chlamydien-Infizierten zeigt sich eine deutlich höhere Rate von Eileiterschwangerschaften. Man schätzt, dass 10-20% der Frauen die eine Chlamydien-bedingte Entzündung der Eileiter hatten, unfruchtbar werden.