bakt. Vaginose

Was ist eine Bakterielle Vaginose?

Eine bakterielle Vaginose, ausgelöst durch das Bakterium Gardenerella vaginalis, ist die häufigste Ursache einer wiederkehrenden Scheiden- oder Blasenentzündung bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Diese Frauen haben ein erhöhtes Risiko für sog. aufsteigende Infektionen, die zu Eileiterentzündungen und Abszessen im gynäkologischen Bereich sowie Entzündungen im Harntrakt führen können.
Bei Schwangeren besteht bei einer Infektion die Gefahr des vorzeitigen Blasensprungs, von vorzeitigen Wehen und Frühgeburten (s.u.).
Die hohe Rate des Wiederauftretens dieser bakteriellen Scheidenentzündung (Rezidivrate) wirkt sich bei vielen Frauen negativ auf ihre Lebensqualität aus
.


 

Symptome einer bakt. Vaginose.

Es handelt sich um eine Scheidenentzündung, die mit dünnflüssigem Ausfluss einhergeht und zur Rötung des Scheideneingangsbereiches führt.

Wegen seines spezifischen Geruchs wird diese Entzündung auch als Aminkolpitis bezeichnet (Amingeruch, besonders in Verbindung mit 10%iger Kalilauge als diagnostisches Hilfsmittel).
 

Wie wird eine bakterielle Vaginose diagnostiziert?

Zum einen durch den in der vorigen Frage beschriebenen charakteristischen Geruch (Amingeruch).
Die krankhafte Besiedlung der Scheide mit den Gardnerella-Bakterien führt zu einem Verlust der säurebildenden und damit infektionsverhindernden sog. Döderlein-Bakterien und zu einem Anstieg des Säuregrades auf einen pH von 4,0-7,0.
Dafür gibt es mittlerweile, die von Prof. Saling entwickelten Handschuhe zur Selbstuntersuchung, deren Zeigefinger mit einem pH-Indikatorpapier bestückt ist. Anhand der Verfärbung kann der pH-Wert abgeschätzt werden (zu erhalten in der Apotheke).
Genauer kann die Infektion unter dem Mikroskop untersucht werden, wobei man im Nativpräparat (nativ =ohne weiteren Zusatz) Zellen erkennt, die einen massiven Besatz von Gardnerellen aufzeigen, sog. Clue-cells.
 

Welche Gefahr besteht bei der Aminkolpitis (bakt. Vaginose) für Schwangere?

 Bei Schwangeren ist das Risiko der aufsteigenden Infektion besonders erhöht, weil es dadurch zum vorzeitigen Blasensprung, zu vorzeitigen Wehen und zu Frühgeburten kommen kann. Aus diesem Grunde sollte bei Schwangeren ein entsprechendes Screening durchgeführt werden.
Hier kann die Selbstmessung des pH-Wertes (Säuregrad)
dazu beitragen, eine frühzeitige Behandlung durchzuführen, um somit Frühgeburten zu verhindern.

Behandlung einer bakteriellen Vaginose.

Zur Behandlung einer bakteriellen Vaginose wird nicht-schwangeren Patienten und Schwangeren im ersten Drittel der Schwangerschaft eine Behandlung mit Metronidazol 2 x500mg in Tablettenform über 7 Tage empfohlen.                                      
Nach dem 1. Drittel der Schwangerschaft können Schwangere auch eine Woche lang 2x300mg Clindamycin einnehmen. Als Alternative, besonders bei Patientinnen mit Schwangerschafts-Erbrechen, bietet sich Leitlinien-gerecht eine tägliche lokale Anwendung von je 5g einer 2%igen Clindamycin-Vaginalcreme über 7 Tage an.