Ernährung und Schwangerschaft

Warum leiden so viele Schwangere unter Verstopfung (Darmträgheit)?

Die Darmträgheit schwangerer Frauen ist überwiegend hormonell bedingt.

Das zum Erhalt der Schwangerschaft gebildete Schwangerschaftshormon (Progesteron) verlangsamt die Bewegungen des Darmes, die so genannte Peristaltik. Man spricht auch von der Darmträgheit, weil die Nahrungsteile im Darm nur zögerlich weiter transportiert werden. Das hat dann zur Folge, dass dem Darm mehr Wasser entzogen, der Darminhalt immer trockener und die Peristaltik noch mehr erschwert wird. Und nicht zuletzt engt die größer werdende Gebärmutter den Raum für den Darm ein, was die Verstopfung verstärkt.

Führen unsere Ernährungsgewohnheiten ebenfalls zur Darmträgheit?

Die Ernährung ist heutzutage durch ein zuviel an Kohlehydraten und ein zuwenig am Ballaststoffen gekennzeichnet.

Die Ernährung vieler Frauen zwischen 20 und 35 Jahren leidet unter entscheidenden Ernährungsfehlern; sie enthält ein zuviel an Kohlehydraten, die als Energieträger gar nicht benötigt werden (es sei denn, sie gingen schwerer körperlicher Arbeit nach). Zudem glauben viele, die üblichen Kohlehydrate seien reich an Ballaststoffen. Das aber ist nicht der Fall.

Ballaststoffe sind zwar auch Kohlehydrate, die aber zum großen Teil unverdaulich sind, weil sie durch die im Darm enthaltenen Enzyme nicht aufgespaltet werden können. (Enzyme, früher Fermente genannt, beschleunigen chemische Reaktionen). Ein Teil von ihnen wird jedoch durch die im Darm befindlichen Mikroorganismen zersetzt und in kurzkettige Fettsäuren verwandelt, die vom Körper aufgenommen werden können. Die übrig gebliebenen unverdaulichen Bestandteile wirken als Ballaststoffe im Darm, binden Flüssigkeit, quellen auf und setzen so einen Reiz an der Darmwand, was zu vermehrter Peristaltik (Beweglichkeit) des Darms führt. Derartige Ballaststoffe nehmen wir bevorzugt über Obst, Getreide und Gemüse zu uns.

Welche Nahrungsmittel sollte man bei Verstopfung vermeiden?

Verzichten Sie auf Weißmehl- und Fertigprodukte und auf Fastfood.

Umso aufbereiteter eine Fertignahrung ist, um so weniger Nähr- und Ballaststoffe enthält sie, wodurch der Darm immer träger wird. Verzichten Sie bitte auf Weißmehlprodukte wie Weißbrot, "weiße" Brötchen (Rundstück, Semmeln u.ä.), Kekse und Toastbrot aus Weißmehl sowie Fertigprodukte z.B. Kartoffelbrei zum Einrühren und Fastfood.

Gehen Sie im Übrigen bei Ihrer Ernährung mit gutem Beispiel voran. Ihr Kind lernt von Ihnen das Ernährungsverhalten.

Muss man jeden Tag Stuhlgang haben?

Schwangere sollten einen regelmäßigen Stuhlgang haben, da eine Verstopfung zu einer Zunahme der vorzeitigen Wehentätigkeit führen könnte.

Die Stuhlganghäufigkeit ist von Mensch zu Mensch individuell unterschiedlich. Manche gehen 3 x am Tag, andere 3 x in der Woche zur Toilette. Die Stuhlgangshäufigkeit ist aber auch abhängig von der Menge an Ballaststoffen die mit der Nahrung aufgenommen werden, sowie der Menge an Flüssigkeit.

Wie sehr Ernährungsgewohnheiten auf die Stuhlproduktion einwirken, zeigt folgende Mitteilung: Menschen in Schwarz-Afrika setzen dreimal soviel Stuhl ab, wie die Menschen in Mitteleuropa. Sie nehmen vorwiegend pflanzliche Nahrung zu sich und damit ca. 3 mal mehr Ballaststoffe.

Für Schwangere ist besonders wichtig: je seltener sie zur Toilette gehen, um so fester wird der Stuhl, um so mehr muss gepresst werden, was letztlich eine Wehentätigkeit auslösen könnte.

Stimmt es, dass Laktulose gegen Verstopfung hilft?

Laktulose (s.u.) kann vom Körper nicht verwertet werden, da der in Lactulose enthaltene Zucker im Darm Wasser bindet, führt es zu einem weicheren Stuhl, zu einer Vermehrung des Darminhaltes, zu einer vermehrten Peristaltik (Beweglichkeit des Darms) und damit zu einer Verminderung der Verstopfung.

Laktulose, ist ein Zweifachzucker aus Fructose und Laktose (dem Milchzucker). Im Gegensatz zu Laktose kann Laktulose vom menschlichen Organismus nicht verwertet werden. Lactulose wird deshalb auch als osmotisches Abführmittel (Laxans) bezeichnet. Der vom Darm nicht aufgenommene Zucker bindet Wasser, ähnlich den Ballaststoffen, führt damit zur Vermehrung des Darminhaltes, das wiederum dehnt die Darmwand. Dieser Reiz führt zu einer verstärkten Peristaltik, d.h. der Darminhalt wird schneller transportiert und die Verstopfung wird abgebaut. Über entsprechende Präparate wird Sie Ihr Arzt/Ärztin oder Ihr Apotheker/in aufklären.

Worauf muss ich bei der Ernährung in der Schwangerschaft achten?

Die Gesundheit von Mutter und Kind ist abhängig von den Ernährungs- und Lebensweisen in der Schwangerschaft und Stillzeit. 

So muss bei der Ernährung den tiefgreifenden Veränderungen des mütterlichen Organismus Rechnung getragen werden. Für das Wachstum des Kindes muss ein ausreichendes und ausgewogenes Nährstoffangebot  zur Verfügung gestellt werden, da in der Schwangerschaft zusätzliche Nährstoffe benötigt werden. 

 

Ernährungstipps erhält man in der Schwangerschaft überall. Häufig verwirren sie mehr, als dass sie hilfreich sind. 

Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn Sie die 6-Punkte-Regel  (MOTHER) beachten:

 

M: maßvoll essen

O: Obst und Gemüse zu jeder Mahlzeit

T: Trinken!

H: hauptsächlich pflanzliche Fette

E: Eiweiß beachten (Fisch, Fleisch, Milchprodukte)

R: runter vom Süßen!

 

 

 

Muss ich für zwei essen (M = mothers)?

Das ist nicht nötig. Der zusätzliche Kalorienbedarf in der Schwangerschaft beträgt etwa 250 Kcal / Tag oder 10-20% über dem bisherigen Bedarf. Die normale Gewichtszunahme in den neun Monaten liegt bei rund 11 kg plus/minus 2-3 kg.

Sie setzen sich zusammen aus:

5 kg Körperwasser

1 kg Gebärmutterwachstum

0,5 kg Brustwachstum

0,5 l (kg) Fruchtwasser

0,5 kg Mutterkuchen (Plazenta, Nachgeburt)

3,5 kg Baby. 

 

Eine Zunahme von 1-1,5 kg pro Monat ist also normal (9-13kg in der gesamten Schwangerschaft). Sehr schlanke Frauen dürfen gern auch mehr zunehmen (12-15kg), bei Übergewichtigen ist eine geringere Zunahme ausreichend. 

 

Am Anfang bleibt das Gewicht bei vielen Frauen gleich oder sinkt leicht ab. Die Ursache ist häufig die Übelkeit, die aber nach drei Monaten meist aufhört. Nur wenn über Tage kein Essen und auch keine Flüssigkeit aufgenommen werden können, sollte die Frauenärztin / der Frauenarzt aufgesucht werden. 

 

Liegt die Zunahme deutlich über dem Durchschnitt, ist häufig eine Überernährung schuld. Damit steigt auch das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Geburtskomplikationen. 

 

Warum sind Obst und Gemüse so wichtig? (O = mOthers)

Gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit sind ja nicht nur Kalorien, Fette und Eiweiße erforderlich, um den gesteigerten Bedarf zu decken, es müssen auch vermehrt Vitamine und Mineralien aufgenommen werden. Sie sind u. a. in Obst und Gemüse vorhanden.

Gleichzeitig haben sie aber den Vorteil, große Mengen an mehr oder weniger unverdaulichen Ballaststoffen zu enthalten. Aber, das beruhigende Schwangerschaftshormon Progesteron verlangsamt auch die Darmtätigkeit. Schwangere leiden deshalb häufig an Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Diese können durch eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen beseitigt werden, weil durch sie die Motilität (Bewegung) des Darmes gefördert wird, insbesondere wenn ausreichend getrunken wird. Erst dann können die Ballaststoffe aufquellen und über den vermehrten Füllungszustand des Darms diesen zu größerer Aktivität animieren. 

Es gibt eine allgemeine Regel, die auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung befürwortet wird:

5 (x Obst und Gemüse) am Tag:

An jedem Tag sollte eine Hand voll Obst (ein Drittel) und Gemüse (zwei Drittel) gegessen werden, am besten so, dass die Ampelfarben Rot, Gelb und Grün darin vorkommen. Also z.B. Erdbeeren für ROT, Mais für GELB und Salat für GRÜN.

Ein Salatteller mittags mit Eisbergsalat, gelber Paprika und Tomate deckt sicher 2 – 3 Handvoll ab, noch einen Apfel am Morgen dazu und eine Möhre zum Abendessen: schon haben Sie Ihr Programm für den Tag geschafft.

Warum soll ich in der Schwangerschaft mindestens 2 Liter pro Tag trinken? (T=moThers).

 In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Flüssigkeit deutlich erhöht.

Allein das Blutvolumen steigt um über ein Drittel. Außerdem wird Wasser hormonbedingt in das Gewebe eingelagert. Die Nieren filtern diese Flüssigkeit, und der Körper reagiert mit vermehrtem Durst.

Süße Getränke (Softdrinks, Fruchtsäfte, Kaffee oder Tee mit Zucker) sollten – nicht nur in der Schwangerschaft – aus den Gewohnheiten verschwinden, Wasser und ungesüßte Getränke sind vorzuziehen. Die effektive Wasseraufnahme sinkt nämlich wieder, wenn der Zuckerzusatz steigt. 

 

Bis zu drei Tassen Kaffee gelten als unbedenklich, besonders in den Phasen, in denen der Blutdruck niedrig ist. 

Milch gilt im eigentlichen Sinn nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel. Auch im Hinblick auf die Kalzium-Aufnahme sind grüne Gemüse besser, denn das in der Milch enthaltene Phophor – quasi ein Gegenspieler für Kalzium – ist in Broccoli, Mangold, Fenchel, Spinat viel weniger vorhanden Als gute Kalziumquelle eignen sich kalziumreiche Mineralwässer.

 

s. auch: Schwangerschaft und Getränke

 

In welcher Form soll ich in der Schwangerschaft das Eiweiß (Proteine) zu mir nehmen? (E)

Eiweiße, auch Proteine genannt, finden sich besonders in Milchprodukten, Fisch und magerem Fleisch. Eiweiß ist auch in Eiern und in Hülsenfrüchten enthalten, aber auch in Kartoffeln und Getreide.

 

Der Körper benötigt das Eiweiß für viele lebenswichtige Prozesse, die sich in den Zellen abspielen; somit sind sie in der Schwangerschaft sehr wichtig, insbesondere für die Entwicklung des kindlichen Gehirns. 

 

Überhaupt gibt es im menschlichen Leben normalerweise zu keinem Zeitpunkt einen höheren Eiweißbedarf als während des Wachstums im Mutterleib. 

 

Auch Enzyme sind Eiweiße, über die alle unsere Körperfunktionen gesteuert werden.

Eiweiße bestehen aus ganzen Ketten aneinandergereihter Aminosäuren. Nur ein Teil von Ihnen kann der Körper selbst herstellen, die anderen sog. essentiellen Aminosäuren müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Alle diese essentiellen Aminosäuren kommen in pflanzlicher Nahrung vor, so dass tierisches Eiweiß kein unbedingt notwendiger Nahrungsbestandteil sein muss.

 

 

Ihr Körper benötigt täglich knapp 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht, bei 70 kg also 70 Gramm Eiweiß. Bei großem Übergewicht steigt der Bedarf allerdings nicht im oben genannten Verhältnis an. 

 

Runter vom Süßen, warum? (R = motheR)

Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält einen energetischen Mehrbedarf der Schwangeren von nur 250 kcal für ausreichend und geht dabei von dem Energiebedarf einer normalgewichtigen Frau von ca. 2300 kcal aus, d.h. der Mehrbedarf liegt gerade einmal bei rund 10%.

 

Dieser wird häufig über Kohlenhydrate erreicht.

Dafür sollten aber sog. hochmolekulare bzw. langkettige Kohlenhydrate (sie bestehen aus vielen sog. Zuckermolekülen) gewählt werden. Dazu gehören z.B. Vollkornbrot, Müsli, Kartoffeln, Salat, Obst und Gemüse. Letztere enthalten zusätzlich Vitamine und Ballaststoffe.

 

Zucker gehört zu den sog. kurzkettigen Kohlenhydraten (nur wenige Zuckermoleküle), wie sie auch in weißem Mehl (Brötchen, Weißbrot) in Kuchen, Süßwaren und in süßen Getränken vorkommen. Diese Kohlenhydrate werden auch als leere Kohlenhydrate bezeichnet, weil sie außer den Kalorien keine gesunden Stoffe für den Organismus enthalten.

Interessanterweise kann der Energieträger im Körper – Glukose – aus Eiweißen (Proteinen) und Fetten hergestellt werden, ein Engpass ist also auch bei geringer Kohlenhydratzufuhr ausgeschlossen.

 

Kohlenhydrate sind übrigens keine Ballaststoffe, wie häufig vermutet wird.

 

Welche Ernährung (Obst und Gemüse) zu welcher Jahreszeit?

Früher galt: es wird gegessen, was die Jahreszeit zur Verfügung stellt bzw. das was für die erntefreien Monate im Winter eingemacht oder eingelagert worden war (wie z.B. Kohl oder Äpfel).

Heute gibt es das ganze Jahr über die verschiedensten Obst- und Gemüsesorten, so dass eine Mangelsituation z.B. an Vitaminen gar nicht vorkommen sollte:

 

Das ganze Jahr verfügbar sind: Ananas, Äpfel (auch aus heimischem Anbau), Bananen, Birnen, Grapefruit, Kiwi, Mango, Papaya und Zitronen.

 

Im Frühling besteht in etwa das gleiche Angebot wie im Winter, ab April auch Rhabarber.

 

Im Sommer kommen Aprikosen, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und Stachelbeeren hinzu.

 

Im Herbst  haben Brombeeren, Pflaumen, Preiselbeeren, Quitte und Weintrauben ihre Hochzeit.

 

 

Im Winter und Frühjahr sollte vitaminreiches Gemüse  als Tiefkühlkost im Speiseplan aufgenommen werden! TK-Gemüse wird direkt nach der Ernte ohne lange Transportwege eingefroren!
 
Deshalb ist in den erntefreien Monaten (Winter/Frühjahr) dieses Gemüse vitaminreicher und gesünder als Gemüse, welches tagelang im Regal der Gemüsestände gelagert wurde (die Vitamine gehen mit der Zeit verloren) und z. T. mit Plastikfolie verpackt wurde oder aus Konservendosen stammt. 
 
Plastikfolien enthalten chemische Substanzen, die für  Mutter und Kind vermieden werden sollten (Weichmacher und vieles mehr).
 

 

 

Gemüse (gern 60%) und Obst (gern 40% der empfohlenen Menge von „5 am Tag“, das heißt:

5 mal eine Handvoll Gemüse und Obst, siehe auch unter „O“) enthalten Vitamine und Ballaststoffe, die unseren Darm wie ein inneres "Peeling" sanft reinigen, und sekundäre Pflanzenstoffe, die gesundheitliche Vorteile bieten können.

 

Was sind eigentlich Spurenelemente?

Im Organismus sind nur geringe Vorräte an Mineralien und Spurenelementen vorhanden.  Die Schwangere gibt davon einen Teil an ihr Baby ab.So entsteht ein deutlicher Mehrbedarf. 

 

Spurenelemente sind insbesondere Eisen, Magnesium, Calcium, Phosphor, Zink und Jod.

 

Sie sind Vitalstoffe, die in der Schwangerschaft zugeführt werden müssen. Sie werden Spurenelemente genannt, da sie nur „in Spuren“, also in geringen Mengen vorkommen, und  „Elemente“ heißen in der Chemie die Substanzen, die nicht weiter teilbar sind.

 

Welche Mineralstoffe (Spurenelemente) müssen zugeführt werden?

Zu den Spurenelementen gehören besonders Eisen (Fe). Eisen ist ein entscheidender Faktor bei der Blutbildung und bindet in den roten Blutkörperchen den Sauerstoff.

Eisen ist außerdem in fast allen enzymatischen Prozessen beteiligt, also praktisch in jeder Zelle, und ist damit sowohl für die Mutter als auch das Kind extrem wichtig. Durch den Totalverbrauch von 800–1.200 mg Eisen in der Schwangerschaft ergibt sich ein Mehrbedarf von 100 %, der sich trotz einer verbesserten Aufnahmefähigkeit in der Schwangerschaft nur selten über die Nahrung decken lässt.

Eisen ist enthalten in rotem Fleisch und Leber, letztere sollte aber in der Schwangerschaft möglichst gar nicht genossen werden wegen des häufig zu hohen Vitamin A-Gehaltes. Eisen befindet sich aber auch in Vollkorn, Kartoffeln, Eigelb und schwarzen Johannisbeeren. 

Neue Erkenntnisse haben ergeben dass Spinat nicht besonders eisenhaltig ist.

 

Vitamin C hilft dem Körper, auch geringe Menge an Eisen aufzunehmen. Schwarzer Tee, Milch und Magnesiumtabletten behindern dagegen die Eisenaufnahme, wenn sie gleichzeitig eingenommen werden. 

Es empfiehlt sich daher, vor dem Schlafen mit Orangensaft Eisentabletten (oder Eisensaft) ein zu nehmen. Der weitere Vorteil besteht darin, dass man das unangenehme Gefühl im Magen verschläft.

 

Magnesium findet sich bevorzugt in Gemüse, Obst und Nüssen,

 

Calcium in grünen Gemüsen wie Broccoli, Mangold, Spinat, Fenchel; in Nüssen und Hülsenfrüchten und allen Milchprodukten.

 

Phosphor ebenfalls in Milchprodukten, Obst und Gemüse, Eiern und Kartoffeln,

 

Zink in Fisch, Fleisch und Milch und

 

Jod in Seefisch und jodiertem Speisesalz.

 

Neben Eisen muss besonders häufig Calcium und Jod durch entsprechende Tabletten zugeführt werden, da ein Calciummangel zu Störungen des Kindes beim Knochen- und Zahnaufbaus und ein Jodmangel zur Kropfbildung oder zu geistiger Behinderung führen kann.

 

In welchen Nährstoffen sind Vitamine enthalten, die in der Schwangerschaft benötigt werden?

Auch Vitamine, ebenso wie Spurenelemente (Mineralien), können vom Organismus nicht selber hergestellt werden und müssen zugeführt werden, weil sie im Zellstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.

Auch ist eine ausgewogene, abwechselungsreiche Nahrung in der Schwangerschaft besinders  wichtig.

 

Für Vitamine ist besonders die schon unter „Obst und Gemüse“ beschriebene 

„5 am Tag“- Regel (mit den Ampelfarben Grün, Gelb, Rot), d.h. Obst und Gemüse in den abwechselnden Farben, zu beachten. 

 

Viele Vitamine finden sich auch:

im Fisch (Vit. D, Vit. B6 und B12),

in Fleisch (Vit. D, allgemein Vit. B) und

im Eigelb vorhanden (Vit. D, E, B2 und Folsäure).

in Pflanzenöl, Nüssen und Mais findet sich viel Vit. E.

in Vollkorn und Hefe kommt Folsäure zudem in größeren Mengen vor.

 

Welche Stoffe fördern und welche hemmen die Eisenaufnahme?

Förderlich für die Eisenaufnahme sind insbesondere das Vitamin C, aber auch Fructose.

Hemmend wirken Tannine in Tee und Kaffee, Calcium und Magnesium, Antacida (Medikamente gegen das Sodbrennen) und Phosphate, wie sie teilweise in Käse vorkommen.

 

Die Erhöhung der Eisenaufnahme durch Vitamin C (z.B. in Orangensaft) ist in den vorhergehenden Fragen beschrieben. Auch Fructose (Fruchtzucker) soll förderlich sein.

 

Ab wann sollte Folsäure verabreicht werden?

Am besten, sobald Sie einen Kinderwunsch haben. 

Häufig wird mit der Folsäureeinnahme erst später begonnen, wenn die Schwangerschaft festgestellt worden ist, meist also in der 6.-8. Schwangerschaftswoche (SSW). 

 

Bei einer normalen ausgewogenen Ernährung ist das kein Problem, wohl aber, wenn durch einseitige Ernährung oder erhöhtem Alkoholkonsum ein Mangel an Folsäure besteht.

 

Welche Folsäure-Dosierung ist die richtige?

Vor einer Schwangerschaft reichen 400yg (400 microgramm = 0,4mg) pro Tag aus; auch in der Schwangerschaft brauchen Sie nicht mehr davon einzunehmen, wenn kein spezielles Risiko besteht.

 

Welche Folsäure-Dosierung vor einer erneuten Schwangerschaft ist nach der Geburt eines Kindes mit einer Spina bifida (offenem Rücken) erforderlich?

Falls Sie bereits ein Kind mit einer Spina bifida, d.h. einem offenen Rücken, bzw. einer Wirbelsäulen-Fehlbildung geboren haben, sollten Sie 4mg pro Tag zu sich nehmen.

Wie lange soll ich Folsäure einnehmen, nur bis zur 12.SSW?

Bis zur 12. SSW sollten Sie Folsäure auf jeden Fall einnehmen.

 

Auch in höheren Schwangerschaftswochen kann Folsäure, da es an ganz vielen Prozessen des  heranwachsenden Kindes beteiligt ist, nicht schaden. 

Folsäure ist eine Vorstufe des im Körper vorkommenden Coenzyms Tetrahydrofolsäure, das eine zentrale Rolle im Kohlenstoff-Stoffwechsel bei der Bildung der wichtigen Methylgruppe einnimmt.

Es ist besonders an der ständigen Verdopplung des genetischen Materials (DNS – Desoxyribonukleinsäure) beteiligt, und deshalb für einen heranwachsenden Organismus unerlässlich.

 

Trifft die Aussage zu: Folsäure in den späten Schwangerschaftswochen eingenommen würde vermehrt zu Asthma führen?

Dazu gibt es gibt bislang nur eine einzige Studie, Fachleute stehen ihr alölerdings kritisch gegenüber. 

Muss ich zusätzlich zur Folsäure Jodtabletten einnehmen?

Deutschland ist ein Jodmangelgebiet. Insofern sollte gerade in der Schwangerschaft ein Jodmangel vermieden werden. Seefisch ist eine der wichtigsten Jodquellen, zumindest sollte man jodiertes Salz verwenden.

 

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement (Erklärung s. nächste Frage), das in unserer Nahrung meist in zu geringer Dosierung vorkommt. Der tägliche Jodbedarf liegt etwa bei 200 µg pro Tag, bei Schwangeren und Stillenden steigt er bis auf 250 µg pro Tag. Die durchschnittliche bundesweite Aufnahme liegt aber nur bei 120 µg

 

Bei einem Jodmangel kann es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse kommen (Kropf). Etwa 100.000 Schilddrüsenoperationen gehen auf den Jodmangel zurück.

Ein Jodmangel in der Schwangerschaft führt zudem zu einer Mangelsituation des ungeborenen Kindes insbesondere auch des Gehirns und kann zur geistigen Behinderung führen.

 

Um diesen Mangel zu beheben, sind viele Länder dazu übergegangen, dem Salz Jod beizumischen. Da in der Schwangerschaft ohnehin nicht mehr salzarm gegessen werden muss, wie man früher meinte, ist jodiertes Salz somit die einfachste Form der Jod-Mangelbeseitigung.

Ein Jodmangel  kann  mit  Tabletten behoben werden, in denen meist noch eine Reihe weiterer Wirkstoffe wie Folsäure, Magnesium und Vitamine enthalten sind.

 

Eine Jod-Überdosierung gibt es beim Jod nicht, da zuviel aufgenommenes Jod mit dem Urin ausgeschieden wird.

Statt Tabletten können Sie aber auch 2 Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen, das deckt bereits ein Viertel des wöchentlichen Jodbedarfs. Eine der wichtigsten Jodquellen ist Seefisch, wie Seelachs, Scholle, Kabeljau, Schellfisch oder Rotbarsch. Wer keinen Fisch mag, sollte wenigstens jodhaltiges Salz verwenden.

 

Welches Fleisch kann ich unbedenklich essen?

Prinzipiell gibt es keine Beschränkungen, wenn das Fleisch gut durchgebraten ist.         Fleisch ist nicht nur Aufgrund seines Geschmackes beliebt, sondern ist auch ein Eiweiß- und Eisenlieferant. Zudem enthält es weitere Mineralstoffe sowie ungesättigte Fettsäuren, die ebenfalls vom Körper nicht selber produziert werden können.

 

Besonders Geflügelfleisch ist bei Schwangeren beliebt, das in Deutschland hohen Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzstandards unterliegt.

 

Wie andere Fleischvarianten auch enthält Geflügelfleisch Eiweiße (ca. 20%) und reichlich ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selber herstellen kann.

 

Insbesondere Geflügelfleisch kann fettarm zubereitet werden (z.B. im Wok), wenn die fettreiche Haut entfernt wird. 

 

Alle Fleischsorten enthalten auch Mineralien wie Eisen, wobei der Gehalt im Rindfleisch dreimal höher ist als in Geflügelfleisch.

 

Fleisch sollte immer gut durchgebraten gegessen werden, um insbesondere die in der Schwangerschaft gefährlichen Toxoplasmen (einzellige Parasiten) , die die Toxoplasmose auslösen, abzutöten. Beim Verzehr von rohem bzw. ungenügend gegartem Fleisch werden die Parasiten im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und gelangen über das Blut in den gesamten Körper. 

Ob Abwehrkräfte gegen Toxoplasmose vorhanden sind, kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.

 

Innereien, wie in Rinder- und Schweineleber enthalten, sollten Schwangere möglichst nicht zu sich nehmen. In Ihnen findet sich häufig ein zu hoher Gehalt an Vitamin A

 

Was sollte ich in der Schwangerschaft möglichst gar nicht essen oder trinken?

1.  Vorsicht bei rotem = nicht durchgegartem Fleisch. Fleisch sollte immer durchgebraten sein, um Infektionen mit Toxoplasmen und anderen Keimen zu vermeiden. Es sollte also auch kein rohes Rinder-Hack und Schweinemett gegessen werden.  

2. Vermeiden Sie sowohl rohen als auch kalt geräucherten oder nur marinierten Fisch.

Dadurch könnten sowohl Listerien und Würmer übertragen werden.

 

Sushi, Sashimi und Räucherlachs sind also mit Vorsicht zu genießen und eigentlich nur, wenn Sie sicher sein können, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde, und es bei der Zubereitung nicht zu Verunreinigungen gekommen ist. 

 

3. Rohmilchkäse und Weichkäse.

Diese Käse sollten Sie meiden, in Ihnen lassen sich häufiger Listerien nachweisen; Listerien sind Bakterien, die zu Spätaborten und Frühgeburten führen können.

 

4. Alkohol.

Die Richtlinien sehen keinen Grenzwert vor, bis zu dem man Alkohol trinken dürfte. Verschiedene Berichte legen nahe, dass schon ein Glas Wein, regelmäßig getrunken, zu Schädigungen des Ungeborenen führen können. Also besser gar keinen Alkohol.

 

Was sollte ich in der Schwangerschaft nur in Maßen essen?

Süße bzw. zuckerhaltige Speisen sowie Weißmehl.

Wegen der möglichen Quecksilberbelastung sollten die Fischsorten wie Aal, Steinbeisser, Rotbarsch und Seeteufel (Lotte) nur selten auf Ihren Speisezettel stehen, ebenso wie Thunfisch.

Leber sollten Sie in den ersten 3 Monaten meiden, auch später weitgehend darauf verzichten.  Da Leber viel Vitamin A, das  einzige Vitamin, das wir überdosieren könnten,  enthält, wodurch  es zu Schädigungen kommen könnte.  

Zuviel Coffein aus Tee, Kaffee oder Cola geht in das Blut Ihres Kindes über. Diese Kinder sind häufig untergewichtiger. Gegen 2-3 Tassen Kaffee am Tag oder schwarzem Tee ist nichts einzuwenden, grüner Tee ist allerdings deutlich vorzuziehen.

 

Wenn man sich zur Schwangerschaft eine gesunde Ernährungsweise angewöhnt, bekommt das Baby alles, was es an Nährstoffen braucht. Einmal eingeübt, fällt es uns Eltern auch leichter, die gesunde Lebensweise an unsere Kinder weiterzugeben.

 

Sind Bio-Lebensmittel gesünder?

Verbraucher haben offensichtlich großes Vertrauen in Bio-Lebensmittel. Sie erwarten dabei sowohl eine artgerechte Tierhaltung, einen höheren Nährstoffgehalt, geringe Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, als auch einen Vorteil für Ihre Gesundheit.

Wo „Bio“ draufsteht, ist auch „Bio“ drin, so vor über einem Jahr das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

 

Nun fanden aber kalifornische Wissenschaftler, unter Berücksichtigung von 223 Untersuchungen, kaum Unterschiede dafür, dass Bioprodukte nährstoffreicher oder mit weniger Bakterien belastet seien als Produkte aus konventioneller Herstellung.

(Smith-Spangler,C et al. Ann. Intern Med (2012)157(5):348). 

 

Allerdings findet sich keine Langzeitstudie über mehr als 2 Jahre unter den untersuchten Publikationen, so bleibt weiter unklar, welchen langfristigen Einfluss Pestizide auf den menschlichen Organismus haben. Auch der Einfluss der in der konventionellen Tierhaltung übermäßigen Verwendung von Antibiotika z.B. auf die Ausbildung von Antibiotika-Resistenzen in unserem Organismus ist weitgehend ungeklärt.

Man fand aber heraus, dass zumindest das Risiko, Pflanzenschutzmittel mit dem Bio-Gemüse zu sich zu nehmen, vermindert sei.

 

Natürlich spricht die Untersuchung in keiner Weise gegen die Verwendung von Bio-Lebensmittel. Wichtiger aber bleibt in der Schwangerschaft und bei der Ernährung von Kindern der Konsum von frischem Gemüse und Obst, von Vollkornprodukten und eher fettarmer Milch unter Vermeidung von Fast-Food und Colaprodukten.

 

Ich bin Vegetarierin, wie bekomme ich die nötigen Mineralien und Eiweiße?

Keine Sorge, wenn Sie ausreichend Eiweiß in Form von Milchprodukten, Fisch und Eiern zu sich nehmen, sollte das ausreichen. Vitamine erhalten Sie mit der Einnahme von Obst und Gemüse, lediglich Mineralstoffe wie Eisen, Jod und Kalzium müssen Sie als Tabletten einnehmen. 

 

Machen Sie sich keine Sorgen, die meisten Vegetarierinnen bekommen ein gesundes Kind. 

 

Sie müssen aber einige Besonderheiten beachten:

 

Ihren Eiweißbedarf decken Sie am besten mit verschiedenen Milchprodukten, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, ggf. auch Fisch und Eier. 

 

Folsäure nehmen Sie ebenfalls in Form von Hülsenfrüchten und Gemüse zu sich, in denen sich reichlich Vitamine befinden, ebenso wie im Obst, deshalb kann auch ein Glas frisch gepresster Orangensaft nicht schaden. Die pflanzliche Ernährung enthält weniger Fett und in günstigerer Zusammensetzung, dafür aber mehr Ballaststoffe. Mineralien und Spurenelemente sollten Sie in Form von Tabletten zu sich nehmen. 

 

Eine Studie der Universität Nottingham belegt sogar, dass die Zahl der Früh- und Totgeburten bei Vegetarierinnen vermindert war, ebenso wie die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung, Blähungen und Bluthochdruck.

 

Darf ich in der Schwangerschaft Alkohol trinken?

Natürlich ist es besser, auch zu Beginn der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Da Sie aber erst in der 6/7. SSW sicher wissen, dass Sie schwanger sind, ist das nicht realistisch. 

Ein Trost: in der ersten 14 Tagen sind Sie noch gar nicht schwanger, es dauert 7-10 Tage, bis das aus dem Eierstock gesprungene Ei befruchtet ist und sich einnistet, auch hier dürfte Alkohol keine schädigende Wirkung entfalten. Erst danach könnte es problematisch werden.

Man geht aber davon aus, dass es eher zur Fehlgeburt als zu einer Fehlbildung kommt, wenn sich eine schädigende Wirkung in den folgenden 14 Tagen durch Alkohol ergeben sollte. (Gesichert ist das aber nicht).

 

Aus einer großen Deutschen Studie (16.000 Patienten) geht hervor, dass Alkoholkonsum keinen Einfluss auf die Frühgeburtlichkeit hat, ebenso, dass sich das Risiko, ein zu kleines Kind (SGA – small for gestational age) zu bgebären, nicht erhöht. (German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS) (N=16,301). 

 

Aber: Frauen, die regelmäßig Alkohol trinken, bringen im schlimmsten Fall ihre Kinder mit dem sog. Alkoholsyndrom (Alkohol-Embryopathie) zur Welt. Sie können zudem Zeit Ihres Lebens durch Gesichtsauffälligkeiten gezeichnet sein. 

Alkohol führt in solchen Fällen auch zu schweren Hirnreifungsstörungen und Leberbelastungen; 

(s. auch „Was sollte ich in der Schwangerschaft möglichst gar nicht essen/trinken).

 

Wie macht sich Eisenmangel bemerkbar?

Neben der Hautblässe kommt es bei ausgeprägtem Eisenmangel zu Haarausfall und zum Brüchigwerden der Fingernägel.

Zudem treten Kopfschmerzen, Schwindel, Leistungsabfall durch Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Lustlosigkeit, Konzentrationsmängel und zunehmende Unruhe in den Beinen auf.

 

Durch den Eisenmangel kommt es zu einer Verringerung der Sauerstoffträger und damit zu den meisten der oben beschrieben Symptome sowie zu Atembeschwerden bei Belastungen. 

 

Ernährung in der Schwangerschaft (Kurzfassung)

Generell gibt es wenig Einschränkungen bei der Ernährung. Zu empfehlen sind viele kleinere Mahlzeiten, insbesondere bei Übelkeit; gleichzeitig ist dies ein Schutz vor zu starken Blutzuckerschwankungen (niedrige Blutzuckerwerte verstärken die Übelkeit).

Die Mahlzeiten sollten ausgewogen, vitamin- und eiweißreich (so wird empfohlen, 2 x pro Woche Fisch zu essen) sein. Fastfood sollte eher vermieden werden. Rohes Fleisch, wie z.B. Tartar sind zu vermeiden (Gefahr von Bandwürmern und Toxoplasmose).

 

Rohmilchkäse, Salami und Sushi etc. können verzehrt werden, wenn sie frisch sind und aus sauberer Fertigung stammen. Hier gilt im Zweifelsfall der Nichtverzehr.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. antwortet wie folgt:

„Im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, auf den Verzehr von nicht erhitztem Fisch zu verzichten. Ebenso wie Rohmilch und -produkte, rohes Fleisch und nicht durchgegarte Fleischprodukte potenziell Krankheitskeime wie Listerien (Bakterien), Toxoplasmose (einzelliger Parasit)  oder Botulismus (durch Bakterien) übertragen können, sind auch roher Fisch und nicht durcherhitzte Fischprodukte ein mögliches Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind, wenn nicht von erstklassiger Ware und einwandfreien Hygieneverhältnissen ausgegangen werden kann. Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen bleibt jedoch die Empfehlung von 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen, allerdings mit sorgfältig ausgewähltem Fisch. (www.dge.de)

Im Sinne des präventiven Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, vorsorglich auf Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch und generell auf die Rinde von Käse zu verzichten. Ebenfalls sollen rohes Fleisch und entsprechende Fleischprodukte wie Carpaccio, Tartar, Hackepeter, Mett oder rohes Bratwurstbrät gemieden werden. Fleisch sollten Schwangere nur gut durchgebraten verzehren (Erhitzen für mindestens 2 Minuten auf über 70°C).

Hintergrund für diese Empfehlungen ist das grundsätzliche Risiko für Infektionen mit Listerien oder Toxoplasmen. Während gesunde Erwachsene meist nicht erkranken, stellen diese Erreger für Schwangere, und speziell für das ungeborene Kind, ein Risiko dar.

 

Angesichts der Internationalisierung der Speisezettel und der wachsenden Beliebtheit von Sushi, Sashimi und anderen Produkten aus rohem Fisch stellt sich die Frage, ob Schwangeren aus den gleichen Gründen vorsorglich auch der Verzicht auf rohen Fisch und entsprechende Produkte angeraten werden sollte? Grundsätzlich gilt, dass frisches Muskelfleisch von fangfrischem Seefisch keimfrei ist. Die mikrobielle Besiedelung, speziell auch mit gesundheitsschädlichen Keimen wie Listerien und Toxoplasmen, ist Folge einer Sekundärkontamination (nachträglichen Verunreinigung). Kontaminationsmöglichkeiten sind u. a. während der Lagerung, bei der Verarbeitung und beim Verpacken gegeben. Eine häufig mangelhafte Kühlung der Rohware ebenso wie des fertig zubereiteten, rohen Produktes, lässt vor allem in der warmen Jahreszeit die Keimzahl rasch ansteigen.“

 

Eine zusätzliche Zuckeraufnahme ist zu vermeiden. Die Trinkmenge sollte mindestens 2 Liter pro Tag betragen (Wasser, Apfelschorle etc.). Cola ist nicht geeignet ebenso wie große Mengen an Koffein, die zu einem verminderten Geburtsgewicht des Kindes führen können – allerdings sind auch 2 Tassen Kaffee pro Tag akzeptabel. Sprudel sollte besonders bei Sodbrennen vermieden werden.

 

 

Wann spricht man von einem „Eisenmangel“?

Zur Bestimmung des Eisengehaltes wird lt. Mutterpass der Hämoglobinwert (Hb) bestimmt. Die Untergrenze bei Schwangeren wird mit 11g/100ml angegeben. Werte unter dieser Grenze sollten mit Eisen behandelt werden.

 

Das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen ist ein Eiweiß (Protein), in das Eisen eingelagert ist. In einen Eisenkomplex wird der lebensnotwendige Sauerstoff eingebunden und kann so transportiert werden. Im Übrigen ist das Hämoglobin für die rote Farbe des Blutes verantwortlich.

 

Üblicherweise wird in der Praxis der Hb-Wert bestimmt und damit indirekt das Eisen.

Sollte er mehrfach unter 11g/100ml liegen, können ein kleines Blutbild und eine Bestimmung des Blut-Ferritinwertes ein genaueres Bild ergeben. Die Bestimmung des Eisenwertes selbst ist wegen der großen Schwankungsbreite unsicher.

 

Als Therapie sollte dann Eisen in Form von Tabletten gegeben werden, bei extremer Anämie (Blutarmut) muss Eisen manchmal in Form von intravenösen Spritzen gegeben werden, weil u. U. zu wenig Eisen aus dem Darm aufgenommen wird.  

 

Hinweis: Eisentabletten sollten niemals für Kinder erreichbar sein. Bereits 5-10 Kapseln, auf einmal eingenommen, können erhebliche Vergiftungen bei Kindern hervorrufen.

 

Ich bin Vegetarierin, meine Hb-Werte (Blutfarbstoffwerte) sind niedrig und ich vertrage die Eisentabletten nicht. Was kann ich tun?

Achten Sie bei Ihrer Ernährung vermehrt auf Kürbiskerne, Hirse, Sojabohnen, Leinsamen. Aber auch weiße Bohnen, getrocknete Aprikosen, Erbsen und Haferflocken haben einen erhöhten Eisengehalt, ebenso wie eine Reihe von Gewürzen.

Die Aufnahme dieses Eisens können Sie durch 1 Glas Orangensaft  (möglichst zeitnah) noch verbessern, das darin enthaltene Vit. C hilft bei der besseren Resorption (Aufnahme durch den Darm in den Körper). 

Eine Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln kann die Einnahme von Eisentabletten ersetzen, zumal Nahrungs-Eisen nicht überdosiert werden kann. Eisentabletten, teilweise bunt lackiert, sollten nicht in die Hände von Kindern gelangen, da bereits  bei 10 Tabletten auf einmal Vergiftungsgefahr besteht.

 

Die wesentlichen eisenhaltigen Nahrungsmittel sind im ersten Absatz aufgelistet. Auch Gewürze wie getrocknete Petersilie, Zimt und schwarzer Pfeffer enthalten relativ viel Eisen.

 

Wie viel Eisen pro Tag soll man zu sich nehmen?

Frauen sollten 15 mg pro Tag zu sich nehmen.  Bei Männern reichen 10 mg aus lt. Dt. Ges. für Ernährung.

Das Verdauungssystem kann nur 10% davon aufnehmen. In der Schwangerschaft ist die Aufnahmefähigkeit allerdings um ein Drittel erhöht.

Wenn man den durchschnittlichen Eisengehalt folgender Nahrungsmittel je 100 g berechnet (Kürbiskerne, Hirse, Sojabohnen, Leinsamen, weiße Bohnen, getrocknete Aprikosen, Erbsen und Haferflocken), kommt man bereits auf einen Wert von 7 mg.

Die erst genannten Lebensmittel enthalten am meisten Eisen, die nach genannten immer weniger. D.h. mit 200-300 g dieser Nahrungsmittel ist Ihr Eisenbedarf schon gedeckt.

 

Wenn dennoch der Hb-Wert zu niedrig bleibt, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Es sollte zunächst ein Blutbild und die Bestimmung des  Ferritin-Gehaltes im Blut veranlasst werden. Möglicherweise liegt eine Eisenaufnahmestörung (Resorptionsstörung) vor.

 

Warum ist Folsäure (Vitamin B 6) in der Schwangerschaft so wichtig?

Die entscheidende und von der Folsäure unterstützte Entwicklung des Neuralrohrs, des zukünftigen Nervensystems, beginnt bereits vor der 5.SSW.

Bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung ist das kein Problem, wohl aber, wenn durch einseitige Ernährung oder erhöhtem Alkoholkonsum ein Mangel an Folsäure besteht.

 

Ich muss Eisentabletten nehmen, wie hoch sollten sie dosiert sein und welche Nebenwirkungen gibt es?

Eisentabletten enthalten 50-100 mg pro Tablette. D.h. eine Tablette pro Tag ersetzt bereits die notwendige Eisenaufnahme aus der Nahrung. 

Leider ist das nicht ganz nebenwirkungsfrei und kann Bauchschmerzen, Verstopfungen usw. hervorrufen. Bei zu starken Nebenwirkungen oder wenn sich der Eisenspeicher des Körpers nur sehr langsam füllt, sind zur Behebung des Eisenmangels Eisenspritzen oder -infusionen erforderlich.

 

50-100 mg pro Tablette reichen aus, um den Eisenbedarf zu decken. Sie sollen möglichst nüchtern eingenommen werden, dann ist die Resorption am besten.

Leider führt das zu Völlegefühl, Bauchschmerzen. Auch Verstopfungen können auftreten. Wird Eisen am Abend vor dem Schlafen mit einem Glas Orangensaft eingenommen, lässt sich das unangenehme Gefühl im Bauch verschlafen.

 

Wundern Sie sich nicht, wenn der Stuhlgang pechschwarz wird. Das überschüssige und nicht vom Körper aufgenommene Eisen verfärbt den Stuhl. Das ist ein normaler Vorgang.

 

Eisentabletten müssen meist über einen langen Zeitraum eingenommen werden, und es dauert mindestens vier Wochen bis das Eisen in den Blutkörperchen, den Erythrozyten, nachweisbar wird und dann den Hb-Wert anhebt.

 

Bei zu starken Nebenwirkungen, ggfs. auch nach dem Umstellen auf ein anderes Präparat, bleibt als letzte Möglichkeit die Injektion oder Infusion von Eisen, das es in verschiedenen Aufbereitungen gibt.

 

Gibt es Nahrungsmittel, die zur Allergieprävention (Vorbeugung zur Vermeidung von Allergien) geeignet sind?

Man rechnet derzeit damit, dass 15-20 % der Kinder in Industrienationen an einer atopischen Dermatitis (bekannter als Neurodermitis) erkrankt sind. Die Zunahme allergischer Erkrankungen macht eine Prävention dringend erforderlich. 

 

In der medizinischen Boulevardpresse wird bereits farbenfroh dafür geworben, wie sich ein Allergierisiko vermindern lässt. Aber stimmt das mit dem bisherigen Wissenstand überein?

 

Dazu gibt es die sog. S3-Leitlinie Allergieprävention, Update 2009, der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V., aus der im folgenden auch frei zitiert wird: 

 

Zunächst wurden 217 Originalarbeiten, die sich mit der Thematik befassen berücksichtigt. Die beteiligten Autoren stimmen darin überein, dass sich die Empfehlungen zur Primärprävention von Asthma, Heuschnupfen und atopischen Ekzem, auch atopische Dermatitis oder Neurodermitis genannt, (was soviel heißt, wie „ungewöhnliche flächige, entzündliche Hautveränderung als überempfindliche Reaktion vom allergischen Soforttyp), nicht voneinander unterscheiden:

Man geht von einer grundsätzlich ausgewogenen und nährstoffdeckenden Ernährung aus. 

 

Und: die Daten unterstützen die Empfehlung des ausschließlichen Stillens über 4 Monate zur Vorbeugung (Prävention) allergischer Erkrankungen.

 

Wie hoch ist das Allergie-Risiko meines Kindes, bezogen auf das familiäre Umfeld?

Die Kranken-Anamnese und Familienanamnese (Anamnese bedeutet Vorgeschichte) spielt in der Medizin eine ganz wichtige Rolle zur Risikoeinschätzung.

 

So beträgt das Allergierisiko eines Kindes ohne Allergiker im familiären Umfeld,….. 5-15 %.

Ist ein Elternteil allergisch sind es bereits………………………………………………………………..20-40 %

Ist ein Geschwisterkind betroffen so sind es…………………………………………………………….25-35 %

Sind beide Eltern betroffen, sind es …………………………………………………………………………40-60 %

und wenn beide Elternteile eine gleichartige Allergie haben liegt das Risiko bei…. 60-80%

 

(lt. Ärzteverband Deutscher Allergologen-ÄdA)

 

Mütterliche Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit zur Vermeidung von Allergien:

Es gibt keine ernährungsbedingte Einschränkungen zur Vermeidung möglicher Nahrungsmittelallergene. Es gibt Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung einen protektiven (vorbeugenden)  Effekt auf die auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind hat.

 

Antibiotika:

 

Es fehlt der Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen einer Antibiotikagabe und der Entwicklung von Asthma, allergischer Rhinitis (Schnupfen) und atopischem Ekzem (juckende Hautreaktion aufgrund einer erblichen Vorbelastung).

 

Beikost: 

 

Für eine Prävention einer verzögerten Beikosteinführung über den 4.Lebensmonat hinaus gibt es keine gesicherten Belege und wird deshalb auch nicht empfohlen.

 

Ernährung nach dem ersten Lebensjahr: 

 

eine allgemeine Diät wird nicht empfohlen.

 

Hausstaubmilben: 

 

Eine Verringerung der Exposition (äußeren Voraussetzungen) gegenüber Hausmilbenallergenen ist nicht empfehlenswert.

 

Haustierhaltung: 

 

Für Personen ohne erhöhtes Allergierisiko besteht kein Grund, die Haustierhaltung aus Präventionsgründen (Vorsorgegründen) einzuschränken.

Bei Risikokindern sollte allerdings das Halten von Katzen vermieden werden. Hundehaltung ist wahrscheinlich nicht mit einem höherem Allergierisiko verbunden.

 

Impfungen:

 

Es gibt keine Belege , dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, aber Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können.

 

Innenraumschadstoffe:

 

Sie (z.B. Formaldehyd in neuen Möbeln oder bei Renovierungsarbeiten freigesetzt) sollten soweit möglich vermieden werden.

 

KFZ-Emissionen:

 

Das Wohnen an viel befahrenen Strassen ist mit einem erhöhten Risiko, insbesondere für Asthma, verbunden.

 

Körpergewicht:

 

Es gibt Belege, dass insbesondere eine erhöhter Body-Mass Index (BMI) insbesondere mit Asthma verbunden ist. 

Verhinderung von Übergewicht, insbesondere bei Kindern, wird aus Gründen der Allergieprävention empfohlen.

 

Muttermilchersatznahrung bei Risikokindern: 

 

Ist Muttermilch nicht  oder nicht ausreichend vorhanden, ist die Gabe von hydrolysierter Säuglingsnahrung (das darin enthaltene Eiweiß wird durch Wasser aufgespalten) bis zum 4. Lebensjahr bei Risikokindern empfohlen.

Soja-basierte Säuglingsnahrung wird nicht empfohlen.

 

Probiotika:

 

Die Datenlage zum Einfluss von Probiotika auf die Allergieentwicklung ist widersprüchlich.

Besonders aus dem skandinavischen Bereich kommen aber Berichte bezüglich des atopischen Ekzems mit Hinweisen darauf, dass die Gabe von Probiotika präventive (vorbeugende) Effekte hat.

 

Schimmel und Feuchtigkeit: 

 

Da das Innenraumklima das Schimmelwachstum begünstigt, sollten hohe Luftfeuchtigkeit und mangelnde Ventilation vermieden werden. 

 

Tabakrauch:

 

Aktive und passive Exposition (Aussetzung) gegenüber Tabakrauch erhöht das Allergierisiko (insbesondere Asthma) und sollte vermieden werden, besonders in der Schwangerschaft.

 

Unspezifische Immunmodulation:

 

(Immunmodulation oder auch Immunstimulation bedeutet eine Veränderung bzw. Stimulierung des körpereigenen Abwehrverhaltens gegenüber den Allergie auslösenden Substanzen, den Allergenen).

Es gibt Hinweise darauf, dass eine frühzeitige unspezifische (also nicht zielgerichtete) Immunstimulation vor der Entwicklung atopischer Erkrankungen schützen kann.

Dazu zählt z.B. das Aufwachsen auf einem Bauernhof, der Besuch der Kindertagesstätte in der ersten 2 Lebensjahren und eine höhere Anzahl älterer Geschwister.

 

 

Weite Teile dieses Abschnitts sind den S3 Leitlinien Allergieprävention Update 2009 der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V. entnommen oder leicht abgeändert worden.

 

Welche Vitamine werden in der Schwangerschaft benötigt?

Vitamine, ebenso wie Spurenelemente (Mineralien), können vom Organismus nicht selber hergestellt werden. Sie müssen über die Ernährung zugeführt werden, weil sie im Zellstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.Deshalb spielt eine ausgewogene, abwechselungsreiche Nahrung in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. 

Für Vitamine ist besonders die schon unter „Obst und Gemüse“ beschriebene 

„5 am Tag“- Regel (mit den Ampelfarben Grün, Gelb, Rot), d.h. Obst und Gemüse in den abwechselnden Farben, zu beachten. 

 

Viele Vitamine (Vit.) finden sich  im Fisch (Vit. D, Vit. B 6 und B12), in Fleisch (Vit. D und der Vit. B-Komplex) und im Eigelb (Vit. D, E, B 2 und Folsäure). Vit. E. gibt es z.B.  in Pflanzenöl, Nüssen und Mais. Folsäure kommt zudem in Vollkorn und Hefe in größeren Mengen vor.

 

Wie nehme ich pflanzliche Fette zu mir? (H = motHers)

Auch Fette sind unverzichtbare Bestandteile unserer Nahrung, sie enthalten die sog. essentiellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Ohne sie kann er keine Energie bereitstellen, ohne sie können die lebenswichtigen fettlöslichen Vitamine (A, D, E und K) nicht aufgenommen werden.

Auch wenn diese Substanzen so wertvoll sind: das Motto: „Viel bringt Viel“ kehrt sich leicht zum Gegenteil um; denn zuviel Fett führt zu Übergewicht und erhöht den Cholesterinspiegel und später das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

 

Fast alle Fette bestehen aus Fettsäuren und einem Alkohol (Glycerin). Man unterscheidet gesättigte von ungesättigten Fettsäuren. Sie unterscheiden sich in ihren chemischen Bindungen zwischen den einzelnen Kohlenstoffatomen. Liegen nur einfache Verbindungen vor, bezeichnet man sie als gesättigte Fettsäuren (z.B. Palmitinsäure). In tierischen Lebensmitteln finden sich viele dieser gesättigten Fettsäuren, besonders in Butter, Käse und Sahne, aber auch in fettem Fleisch und fetter Wurst. Es findet sich versteckt, also für uns nicht gleich bemerkbar, in Backwaren und vielen Süßigkeiten.

Negativ ist, dass die gesättigten Fettsäuren das sog. „schlechte Cholesterin“, das LDL (low density Lipoprotein), erhöhen, die zur Arteriosklerose betragen können. Dazu tragen auch frittierte Nahrungsmittel (Pommes frites, Fischstäbchen) bei.

 

Bei den ungesättigten Fettsäuren liegen einfache bzw. mehrfache sog. Doppelbindungen vor. Zu Ihnen gehören auch die essentiellen Fettsäuren wie Öl- oder Linolensäure. Die ungesättigten Fettsäuren das LDL senken und das „gute Cholesterin“, das HDL (High density Lipoprotein), erhöhen. Zu den ungesättigten essentiellen Fettsäuren zählen auch die bekannten Omega-3 -Fettsäure.

Sie werden meist in Form von pflanzlichen Fetten und Ölen aufgenommen, wie sie in Olivenöl, Leinöl und anderen Ölen wie Sonnenblumenöl und Sojaöl enthalten sind. Es gibt sie aber auch in Nüssen, Avocados und fettreichen Fischen wie Makrele, Lachs oder Hering.

Achtung bei Margarine: sie ist zwar pflanzlich, doch die sog. gehärteten Fette sind ungesünder als diejenigen tierischen Ursprungs!

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal sowie 10 % gesättigte Fettsäuren sowie max. 10 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Den Rest sollten einfach ungesättigte Fettsäuren einnehmen. Da sich Speisefette erheblich voneinander unterscheiden, sollte man sich die einzelnen Bestandteile etwas genauer ansehen.

 

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, www.netdoctor.de

 

Muss ich in der Schwangerschaft Vitamintabletten einnehmen?

Wenn die Ernährung in der Schwangerschaft ausgewogen und abwechselungsreich ist, und nicht nur aus Fast Food besteht, ist die Einnahme von Vitaminen mit Ausnahme der Folsäure (Vitamin B 6) in Form von Tabletten nicht erforderlich.

Obst und Gemüse, in der oben beschriebenen Form  (MOTHER) zu sich genommen, enthält Hunderte verschiedener Vitamine und Mineralstoffe, die sich in ihrer Wirkungsweise häufig verstärken. Zu einer ausgewogenen Ernährung kommt aber auch besonders in der trüben Jahreszeit, der Aufenthalt im Freien hinzu, um möglicht viel von den seltenen Sonnenstrahlen einzufangen, die das Vitamin D in der Haut bilden.

 

Kann man Vitamine überdosieren?

Das gilt im wesentlichen für das Vitamin A. Auch Vit. D und E sollten nicht überdosiert werden.

Eine Überdosierung in der Frühschwangerschaft kann zu Fehlbildungen führen. Das ist mit den üblichen Vitaminpräparaten oder auch mit großen Mengen an Vitamin A-haltigen Lebensmitteln kaum zu erreichen (hier ist aber vor allem die Leber zu nennen, die damit selten in der Schwangerschaft verzehrt werden sollte). 

 

Überschüssige Vitamine werden vom Körper wieder ausgeschieden. Dies gilt besonders  für das Vitamin C, das in Obst und Gemüse, in ausreichenden Mengen vorkommt. Eine zusätzliche Einnahme in Form von Tabletten ist daher nicht erforderlich.

 

Weil sich aber nicht einmal 10% der Menschen an die Ernährungsvorgaben (s.oben unter „MOTHER“) halten, lag es nahe, Vitamine in Tablettenform zu verabreichen.

Es ist ja auch viel einfacher, die Gewohnheiten, wie Rauchen, Alkoholmissbrauch, das Essen minderwertiger Lebensmittel beizubehalten, sowie weiterhin auf ausreichend Bewegung, Schlaf und Licht zu verzichtenals seinen Lebensstil zu verändern

 

Wie wirken die einzelnen Vitaminen und wo kommen sie vor?

Vitamin A:                                                                                                         wirkt vornehmlich auf Haut, Augen, Zähne, Haare, Nägel und Immunsystem und wird vorwiegend als Provitamin A mit der Nahrung aufgenommen und ist besonders häufig in Leber, Leberwurst aber auch in Karotten und Butter enthalten. In der Schwangerschaft sollte möglichst keine Leber gegessen werden, um keine Überdosierung (Hypervitaminose) zu erzeugen, die mit Durchfall und Erbrechen, Abnahme der Knochendichte, auch mit Wachstumsschäden, Haut- und Augenveränderungen einhergehen kann und schädlich für die Leber zu sein scheint.

Vorsicht bitte auch bei der zusätzlichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmittels, die häufig ebenfalls viel Vitamin A enthalten. Sie sollten in der Schwangerschaft nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.

 

Im Gegensatz zu Vitamin A (den Retinoiden) kann es bei den verwandten Carotinen nicht zu einer Hypervitaminose kommen. Carotine kommen besonders in Karotten (Carotin) und Tomaten vor, dort ist das Lycopin für die rote Farbe verantwortlich.

ß-Carotin auch Provitamin A (Retinol genannt) kommt besonders in den tiefgelben bis orangen Früchten vor. ß-Carotin wird zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt wie Butter, Margarine, Süßwaren und Limonaden, um das erwünschte Farbbild zu erreichen. 

Die Hoffnung, dass sich ß-Carotin Kapseln (Carotin ist die Vorstufe von Retinol – Vitamin A) bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko verringert, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, in der Vitamingruppe stieg das Risiko um 45 %, weshalb die Studie abgebrochen werden musste. Aus diesem Grunde dürfen seitdem Medikamente auch nicht mehr als 20 mg ß-Carotin enthalten

Eine Unterversorgung (Hypovitaminose) ist in Entwicklungsländern ein weit verbreitetes Phänomen. Besonders bei Infektionserkrankungen (z.B. Masern) macht sich dieser Mangel bemerkbar. 

 

Vitamin B1 wirkt auf Nerven und Gehirn

Vitamin B2 wirkt auf Haut und Augen

Vitamin B6 wirkt auf das Immunsystem

Vitamin B12 wirkt auf Wachstum, Nerven und Blutbildung

 

B-Vitamine, auch Vitamin-B-Komplex genannt, kommen allerorten in der Nahrung vor. Sie sind für die Energiebereitstellung und die Bildung der roten Blutzellen verantwortlich. Vitamin B ist wasserlöslich und wird leicht zerstört durch Alkohol und durch Kochen.

Zum Vitamin B-Komplex zählen Thiamin, Riboflavin,Niacin, Panthothesäure, Biotin, Pyridoxin (Vit.B6), Folsäure und Cyanocobalamin (Vit. B12).

 

Vitamin C.

Die Ascorbinsäure (Vit. C) ist vermutlich das bekannteste Vitamin.

Es ist wasserlöslich und kann durch Oxidation (eine Oxidation ist eine Reaktion mit Sauerstoffbeteiligung) zerstört werden. Dieser Vorgang tritt besonders bei zu langer Lagerung von Nahrungsmitteln auf. Auch durch Kochen vermindert sich der Gehalt an Vit. C deutlich.

Ascorbinsäure kann von allen Pflanzen und Tieren gebildet werden, mit Ausnahme von Primaten, zu denen auch der Mensch gehört. 

Mangelerscheinungen, wie Skorbut, wie sie früher besonders bei Seeleuten vorkamen, sind heute eher selten, es sei denn, man verzichtet komplett auf eine regelmäßige Einnahme von Obst und Gemüse.

 

Die  Versorgung mit Vitamin C (ca. 100 mg pro Tag) ist in Deutschland ausreichend, deshalb ist bei gesunden Menschen mit einer abwechselungsreichen Ernährung eine zusätzliche Zufuhr von Vit. C überflüssig.

 

Prof. K.-H. Wagner von der Abt. für Ernährungswissenschaften in Wien: „Im Experiment lässt sich nachweisen, dass die 20 mg Vitamin C, die ein 100 g schwerer Apfel enthält, den selben (antioxidativen) Effekt haben, wie die 100 fache !Menge an synthetisch hergestelltem Vitamin C.

(„Antioxidativ“ heißt dabei, dass diese Substanzen vor einer unerwünschten Oxidation schützen und die Bildung freier Radikale verhindern, die als krebsauslösend verdächtigt werden).

 

Vitamin D

Dieses Vitamin nimmt eine Sonderstellung ein. Vitamine sind Substanzen, die über die Nahrung zugeführt werden müssen und eigentlich nicht im Körper gebildet werden. Vitamin D wird aber zu 80 % in unserer Haut unter dem Einfluss des Sonnenlichtes gebildet. Das darin enthaltene UVB-Licht bildet aus der Vorstufe Cholesterol das Vitamin D.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht bei einem Wert von weniger als 12 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) von einem Vitamin D-Mangel, unter 20 ng/ml von einem mäßigen Mangel. Besonders für den Calciumstoffwechel ist Vitamin D unverzichtbar.

In der aktiven Form fördert das Vitamin die Aufnahme des Calciums aus dem Darm und den Transport in die Knochen. Ein Mangel führt zur Osteoporose, aber auch das Risiko für Darm-, Brust- und Prostatakrebs steigt.

 

Die Sonneneinstrahlung reicht in Deutschland allerdings nicht aus, um einem Vitamin D-Mangel vorzubeugen.

Dass die Höhe des Spiegels tatsächlich an der Sonne liegt, geht daraus hervor, dass wir im Sommer durchweg höhere Vitamin-D-Werte im Blut haben, und, dass im sonnenreichen Saudi-Arabien die Zahl der Rachitis-Erkrankungen über Gebühr hoch ist – dort hält man sich vorwiegend in klimatisierten Räumen auf und geht nicht mit unbedeckter Haut ins Freie.

Da  die Sonne in Deutschland nicht ausreicht, um einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel zu erreichen, müsste man schon pro Tag 400 g fetten Seelachs, etliche Liter Milch trinken und ca. 16 Eier pro Tag verspeisen! 

Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen sollte vor Einnahme von Tabletten den Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Es wird empfohlen Vitamin D ohne Calcium-Zusatz zu verwenden, denn an Calcium haben wir in Europa keinen Mangel. 

 

Vitamin E

wirkt vorrangig auf Muskeln und die Blutgerinnung und ist ein Zellschutz.

Vitamin E (auch Tocopherol genannt) ist eine fettlösliche Substanz und kommt in Getreide und Nüssen, Pflanzenölen, Milch und Eiern vor.

 

Bei einem Mangel droht Unfruchtbarkeit, trockene Haut und Müdigkeit.

Die Hoffnung, die Anzahl von Herzinfarkten und Schlaganfälle durch Vitamin E zu verringern, hat sich nicht bestätigen lassen.

 

Achtung: Vitamin E verstärkt die Wirkung von Antikoagulantien (Gerinnungshemmern), deshalb muss eine Behandlung mit Vit. E besonders bei Vitamin K-Mangel  sorgfältig wegen des erhöhten Blutungsrisikos überwacht werden. Vitamin E kann zudem erfolgreich bei der Neurodermitis eingesetzt werden.

 

Vitamin K

wirkt auf die Wundheilung, die Blutgerinnung und auf die Zähne. Auch Vitamin K ist wie die Vitamine A, D und E ein fettlösliches Vitamin.

Vitamin K ist besonders in Gemüse wie Kohl, Spinat und Salat enthalten, zudem in Milch, Eiern und Fleisch.

 

Überraschend wenig Vitamin K findet sich in der Muttermilch (nicht aber im Kolostrum, der Vormilch). Da das Vitamin K auch kaum über die Plazenta zum Kind gelangt, wird in vielen Ländern Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen, eine Vitamin-K-Prophylaxe gegeben (3×2 mg zur Geburt, nach einer und 6 Wochen erneut).