Erkältung/Grippe und Schwangerschaft

Schwangerschaft in Herbst und Winter.

Winter und Herbst sind bei uns häufig nass, kalt und trübe. Und obwohl es einige schöne Festtage wie Weihnachten, Sylvester und Fasching gibt, zieht man sich lieber in seine warmen 4 Wände zurück und ist antriebsärmer.
Das liegt auch daran, dass wir zuviel Zeit unter künstlicher Beleuchtung, zudem noch in trockener Heizungsluft verbringen und vermehrt das Hormon Melatonin ausschütten, das unseren Körper auf Ruhe einstellt.
Deshalb sollten gerade Schwangere auch in dieser Jahreszeit nicht auf Bewegung an frischer Luft verzichten. Ein halbstündiger Spaziergang ein- bis zweimal am Tag mit Handschuhen, warmer Mütze, Schal und warmen Schuhen gehört dazu. Das stärkt die Immunabwehr ebenso, wie eine gesunde Lebensweise und zeitiges ins-Bett-gehen.
Dennoch zehrt das häufige Grau-in-Grau, als auch Kälte und Nässe an unseren Abwehrkräften – bei Schwangeren besonders – und beschert uns häufiger Husten und Schnupfen. Schwangere erwischt es sogar häufiger. Warum, s. nächste Frage.

Morgens ein Glas Orangensaft, auch ansonsten ausreichend Vitamine in Form von Obst und frischem Gemüse, sowie Salate helfen, Erkältungen zu verhindern oder zu mindern.
Meiden Sie auch Ansammlungen von größeren Menschenmengen, die Infektionsgefahr ist dort wesentlich größer und waschen Sie so oft es geht Ihre Hände. Es hat sich leider herausgestellt, dass sie die häufigsten Überträger von Viren und Bakterien sind. 

Was kann ich als Schwangere tun, wenn es dennoch zu einer Erkältung kommt?

Ganz wichtig ist, reichlich zu Trinken, und gönnen Sie sich ausgiebig Ruhe.      

Heiße Milch mit Honig oder heißer Tee mit Zitrone sind altbewährte Hausmittel, ebenso wie eine heiße Hühnersuppe, die eigentlich immer hilft..
Australische Forscher haben festgestellt, dass Honig besser zur Behandlung von Erkältungen geeignet ist, als viele Grippemittel oder gar Antibiotika.
Zum einen sind Antibiotika zur Behandlung einer Virusinfektion völlig ungeeignet und sollten nur eingesetzt werden, wenn es zu Komplikationen wie einer eitrigen Mandelentzündung, einer Mittelohrentzündung oder einer Lungenentzündung gekommen ist.
Antibiotika werden ohnehin viel zu häufig eingesetzt, meist dann auch nicht konsequent zu Ende genommen und begünstigen dadurch Resistenzen, so dass sie bei einer erneuten ernsthaften Erkrankung nur noch eingeschränkt oder gar nicht wirken.

Sie können Dampf-Inhalationen mit Kamillenblüten oder Eukalyptus-Öl machen. Lassen Sie das in einem Topf aufkochen und stellen Sie diesen auf den Tisch, wenn noch kleine Kinder im Haushalt sind, für Kleinkinder nicht erreichbar  und nicht auf eine Tischdecke, die heruntergezogen werden könnte und. Vorsicht vor Verbrühungen! Halten Sie Ihren Kopf darüber und decken Sie ihn mit einem Handtuch ab, so dass Sie die Dämpfe ca. 10 min, am besten dreimal am Tag, inhalieren können.

 

 

Bei verstopfter Nase helfen Nasenspülungen mit einer warmen Salzlösung, oder

das Riechen an einem Taschentuch, das mit ein paar Tropfen Eukalyptus-Öl beträufelt wurde.


Medikamente wie Paracetamol u.ä. sollten Sie nur kurzfristig nehmen, am besten immer nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin.


Falls doch ein Antibiotikum verschrieben werden sollte,  muss der behandelnde Arzt/Ärztin Ihre aktuelle Schwangerschaftswoche wissen. Nicht alle sind zu jeder Zeit geeignet.

 

Ich habe Fieber und bin schwanger, Was kann ich tun?

Hohes Fieber über 39,5°C kommt eigentlich bei einer banalen Erkältung eher nicht vor, allerdings bei der gefürchteten echten Grippe, der Influenza sehr wohl. Dann ist selbstverständlich der Arztbesuch angesagt.
Fieber über 39°C sollte denn auch besonders in der Frühgravidität vermieden werden, da es möglicherweise zu Fehlentwicklungen des Feten kommen kann, in späteren Schwangerschaftswoche eher – aber selten- zu Frühgeburten.
Sollten Bettruhe und Wadenwickel nicht die Temperatur ausreichend senken, sind fiebersenkende Mittel, wie Paracetamol u.ä. angebracht.
Das ist auf jeden Falle für Schwangere und Ungeborene allemal risikoärmer als eine hochfieberhafte Erkältung. Dennoch sollte Paracetamol so spärlich wie möglich verwendet werden. Lt. Z. Liew, JAMA Pediatrics 2014, online first, ist der Verdacht nicht völlig ausgeräumt, dass bei Kindern, deren Mütter Paracetamol eingenommen haben, ein leicht vermehrtes Auftreten ADHS-ähnlicher Verhaltensweisen festzustellen war. Für eine abschließende Wertung sei es aber noch zu früh, d.h. man müssen weitergehende Untersuchungen abwarten.

Was kann ich bei Husten tun?

Zunächst einmal sollte man sich mit Inhalationen begnügen, als z.B. Kamillenblüten mit heißem Wasser übergiessen, sich über den Behälter
beugen und mit einem Handtuch über den Kopf gezogen die entstehenden Dämpfe durch Mund und Nase einatmen.
Die frei werdenden ätherischen Öle sind Balsam für Rachen, Luftröhre und Bronchien.
Helfen soll auch eine mit Zucker bestreute aufgeschnittene Zwiebel; den daraus entstandene Saft soll man 3 x täglich zu sich nehmen.
Da das nicht jedermanns Sache ist, helfen evt. auch rezeptfreie Soledum Kapseln. 

Wirksam sind auch ätherische Öle (Eukalyptus, Menthol), mit denen man das Brustbein einreibt. 

Ähnlich hilfreich ist ein Mucolyticum, ein schleimlösendes Medikament, wie z.B. Acetylcystein o.ä. Codein kann man in Ausnahmefällen, nach Rücksprache mit dem Arzt – möglichst nicht in den ersten 14 Schwangerschaftswochen und kurz vor der Geburt einnehmen, und wenn, dann nur für kurze Zeit, falls man nachts gar nicht zur Ruhe kommt.

Bei hohem Fieber und Husten, ggf. auch Atemnot, müssen Sie einen Arzt kommen lassen, um eine Lungenentzündung auszuschließen. Dann allerdings sind Antibiotika unentbehrlich.            Viele Schwangere befürchten, das Antibiotikum könne Ihrem Kind schaden. Aber: erstens gibt es Antibiotika, die seit Jahrzehnten bei Schwangeren ohne Folgen für das Ungeborene angewendet werden, wie z.B. Penicillin. Zweitens, vergessen Sie nicht, hohes Fieber und Atemnot könnten in der Schwangerschaft schlimme Auswirkungen haben.

Leider gibt es bei durch einige Antibiotika Nebenwirkungen wie Scheidentzündungen und Durchfall; das Antibiotikum wirkt natürlich nicht nur auf  unerwünschten Keime, sondern auch die, die regulär unseren Körper bewohnen und für die Gesundheit wichtig sind. Beide Auswirkungen können mit Scheidenzäpfchen und Kohletabletten, vom Arzt verschrieben schnell behoben werden.

  

 

Was kann man gegen Schnupfen tun?

Schnupfen kann extrem lästig sein und das Atmen behindern.
Auch hier gibt es ein altes Hausmittel aus Ostpreußen: Man ziehe warmes Salzwasser durch die Nase auf (1 Teel. Salz auf 500 ml Wasser) und spucke es wieder aus. Das erfordert zunächst etwas Überwindung, hilft aber gut. 

Als Alternative: Für Erwachsene ist eine Nasendusche mit lauwarmer Kochsalzlösung, entweder aus der Faust oder aus einem Nasenkännchen, zu empfehlen. 

Falls Ihnen all das nicht behagt: Es eignen sich auch entsprechende abschwellende Nasentropfen und auch pflanzliche Substanzen wie Menthol und Kampfer. Wenn das nicht hilft, muss man auf käufliche Nasensalbe oder auf Nasenspray zurückgreifen, die, wenn sie nicht ständig über längere Zeit genommen werden, unbedenklich sind; dann nämlich würde die Nase zu sehr austrocknen.

Bei Schnupfen ist es sehr wichtig, viel Flüssigkeit aufzunehmen. Am besten in Form von Wasser, Früchtetees oder stark verdünnte Obstsäfte, da über den Schnupfen und die erhöhte Körpertemperatur dem Körper Flüssigkeit verloren geht. .

 


 

 

Wie schützt man sich zusätzlich am besten vor Erkältungen?

  • Egal wie das Wetter ist, versuchen Sie ein bis zwei Stunden an der frischen Luft zu sein. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung: 
    also ist es ratsam Mütze, Schal, warme regenfeste Jacke, Hose aus Wasser abweisendem Material, warme Strümpfe und Gummistiefel anzuziehen!
    In der kalten Jahreszeit sollte man sich der Umwelttemperatur entsprechend nach dem Zwiebelprinzip kleiden.
     Warum die meisten aber, gerade wenn ohnehin alles Grau in Grau ist, mit Ihrer Kleidung "Mimikri" machen und sich in ihrer Kleidung farblich anpassen, wird ein Geheimnis der Modeschöpfer sein. Wahrscheinlich ist deshalb nach dem langen Winter die Karnevalszeit so schrill und bunt. 
Unsere Winter"Farb"Kombination bringt aber auf der Strasse einen erheblichen Nachteil mit sich. Auch, wenn Sie die Autos gut erkennen können, weil die meisten nun auch tagsüber mit Licht fahren, der Fahrer kann Sie in dem dunklen Outfit erst sehr spät wahrnehmen. Ziehen Sie auf der Strasse also möglich etwas helleres an, oder machen Sie Fahrer mit einem kleinen LED-Sicherheitslicht auf sich aufmerksam.
  • Meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie möglichst mit Ihren Kindern zu Fuß, denn Viren werden in engen Räumen leicht übertragen. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit Vitalstoffen wie frischem Obst, frischen Säften und saisonalem Gemüse statt Multivitaminsäfte und Fertiggerichte.
  • Achten Sie für sich und Ihre Kinder auf ausreichend Schlaf. Die Wohnungstemperatur sollte bei 22°C liegen, in Schlafräumen wesentlich niedriger. Meist ist es in Wohnungen mit Zentralheizungen zu trocken. Sie erreichen ein ausgewogenes feuchtes Klima, indem Sie einen Wäschetrockner mit frisch gewaschener Wäsche im Zimmer aufstellen bzw. saubere, nasse Handtücher auf die Heizkörper legen.
  • Auch durch sog. Stoßlüften (3mal täglich 5-10 Minuten die Fenster weit öffnen) erreicht man eine gute Raumluft. Die Heizkörper sollten in der Zeit niedriger gestellt werden.
  • Sie und Ihre Kinder sollten sich regelmäßig die Hände waschen, denn auf den Händen tummeln sich mehr Krankheitserreger als z.B. auf Toiletten.
  • Übertriebene Reinlichkeit mit desinfizierenden oder antibakteriellen Produkten im Haushalt führen dazu, dass Kinder sich nicht ausreichend mit Keimen auseinandersetzen und deshalb keine Abwehrkräfte entwickeln.
  • Hautpflege: 
Im Winter leidet unsere Haut besonders, Sie wird dünner und sondert immer weniger schützenden Talg ab, so dass sie austrocknet, da Heizungsluft und Kälte ihr zusetzen. Die Folge sind häufig Spannungsgefühl, Rötungen, Juckzeiz und Ekzeme , und Patientinnen mit Psorrhiasis können Schübe erleiden.
Zudem sind rissige Fingerkuppen und Lippen an der Tagesordnung, da es in diesen Bereichen besonders wenige Talgdrüsen gibt, wodurch wenig Fett produziert wird.
Allgemein fehlt das UV-Licht des Sommers, das die Haut veranlasst, die oberflächliche Hautschichten zu verdicken, was quasi als Sonnenschutz dient (das Sonnenstudio reicht dafür nicht aus).
Die übliche Zentralheizung verstärkt mit ihrer trockenen Luft diesen Effekt. Legen Sie feuchte Handtücher über die Heizungen
und führen Sie das regelmäßige Stoßlüften durch, damit Feuchtigkeit und Sauerstoff, aber nur wenig Kälte in die Wohnung oder ins Büro kommt.
Die Haut selbst bedarf einer Spezialbehandlung mit wasserhaltigen, nachfettenden Cremes wie z.B. die meisten Nachtcremes. Da reichen auch Nivea-Crems oder Lotions, verzichten Sie auf parfümierte Seifen und Cremes und vergessen Sie nicht, die Lippen in regelmäßigen Abständen mit einer fetthaltigen Salbe einzureiben.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit Vitalstoffen wie frischem Obst, statt Multivitaminsäften, und lassen Sie sich Zeit. Angeblich sollen lt. Wissenschaftlern, ein in Ruhe eingenommenes Frühstück dazu beitragen, Erkältungen zu vermeiden. Und glauben Sie nicht so sehr an die Wirkung der vielgepriesenen Vital-Ersatzstoffe.

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung ist eine medizinisch nicht klar abgrenzbare Infektion, die sich besonders in den Schleimhäuten von Nase, Hals und Bronchien abspielt und überwiegend von Viren ausgelöst wird.
Erkältungserkrankungen, auch grippale Infekte genannt, sind die häufigsten Infektionen überhaupt.
Während Kinder bis zu 13-mal pro Jahr daran erkranken können, sind Erwachsene nur ca. 2-3-mal im Jahr betroffen.
 

Welche Ursachen können eine Erkältung auslösen?

Grundsätzlich wird eine Erkältung durch unterschiedliche Viren ausgelöst; die wichtigsten sind die Rhinoviren, die „Respiratorische Synzytial-Viren = RSV“ und die Gruppe der Coxsackieviren.

Warum werden nicht alle Menschen gleich stark von Vireninfektionen betroffen?
Das liegt an der unterschiedlichen Immunitätslage, also an dem unterschiedlichen Abwehrverhalten des Organismus gegen Krankheitskeime.
Der Grund, warum Kinder 4-6-mal häufiger erkältet sind als Erwachsene liegt daran, dass Erwachsene häufiger mit bestimmten Viren in der Vergangenheit in Kontakt gekommen sind und der Körper Abwehrmaßnahmen dagegen entwickelt hat.

Aber zunächst muss der Boden dafür geschaffen werden, dass Viren überhaupt dem Körper etwas anhaben können: Dazu gehören u. a. Kälte, Nässe, Schwitzen, Wind und Aufenthalt in Zugluft, oder überhitzte Räume. Auch Kontakte mit bereits infizierten Personen können ansteckend sein. Ein schneller Wechsel zwischen kalt und warm, wie z.B. bei Klimaanlagen im Hochsommer, kann zu einer Erkältung führen.
 

Wie kann ich verhindern, Andere mit meiner Erkältung anzustecken?

  1. Wenn Sie Husten oder Niesen müssen, versuchen Sie das immer in ein Papiertaschentuch zu tun, dass Sie anschließend sofort entsorgen. Damit verringern Sie die Verbreitung von Viren. Entsorgen Sie anschließend das Taschentuch im Papierkorb.
  2.  Husten und Niesen Sie immer in Ihre Ellenbogenbeuge.
  3.  Bleiben Sie vorsichtshalber zu Hause, wenn Sie noch berufstätig sind. 
  4.  Ein Mundschutz (wie er auch im Operationssaal verwendet wird) hilft ebenfalls die  Verbreitung Ihrer Viren einzuschränken. Es ist umstritten ob er Sie auch in Gegenwart  anderer Infizierter vor einer Ansteckung bewahrt.

 

 

Wie lange dauert eine Erkältung?

Eine alte Weisheit besagt:

„3 Tage kommt sie“
„3 Tage bleibt sie“
„3 Tage geht sie“

In der Inkubationsphase = Ansteckungsphase merkt man anfangs eher wenig, dann beginnt es in der Nase zu kribbeln, es treten Halskratzen, später u. U. Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf.

Es folgt ein Schnupfen, evt. machen sich auch Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar.

Später schließt sich dann ein trockener, manchmal schmerzhafter Husten an, bis sich mit dem Abklingen des leichten Fiebers der Körper langsam wieder erholt. In dieser Phase sollten keine körperlichen Belastungen erfolgen.


 

Welche Krankheitssymptome kommen bei Erkältungen vor?

Die Erkrankung kann sich im Laufe von einer Woche über den ganzen Körper ausbreiten und zeigt sich meist in folgender Reihenfolge.

Schnupfen, als Ausdruck einer Entzündung der Nasenschleimhäute,
• häufiges Niesen
• Halsschmerzen, Schluckbeschwerden
• Kopf- und Gliederschmerzen,
• Abgeschlagenheit,
• leichtes Fieber mit Schüttelfrost
• trockener Husten
 

Schnupfen. Warum läuft die Nase ?

Die Nasenschleimhaut reagiert bei einer Erkältung mit einer stärkeren Durchblutung, die letztlich zu einer verstärkten Flüssigkeitsabsonderung führt.                                    Das ist eine Reaktion auf die Fremdkörper (Viren). Die Flüssigkeit befördert teilweise die Substanzen wieder aus dem Körper heraus. Dieser sog. Fließschnupfen ist wässerig und typisch für eine akute Erkältung.

Benutzen Sie Papiertaschentücher; wenn ein Taschentuch mehrfach benutzt wird, gelangen immer wieder Keime in die Nase. Also am besten: Nase ausschnauben und anschließend das Papiertaschentuch in einer Plastiktüte sammeln und entsorgen.
 

Kann sich durch Schnupfen eine Mittelohrentzündung entwickeln?

Erwachsene trompeten bei Schnupfen lautstark; meist gleichzeitig über beide Nasenlöcher. Durch den enormen Druck wird Schleim mit Viren und Bakterien in die Nasennebenhöhlen eingepresst, so dass sie verstopfen können. Von dort aus können sich die Keime über eine Verbindung zum Ohr über die Ohrtrompete, die „tuba eustachii“, im Mittelohr ansiedeln und dort eine Entzündung hervorrufen.
Man sollte beim Schnäuzen nicht zu hohen Druck aufbauen und immer nur ein Nasenloch frei pusten 

Es gibt so viele Impfstoffe. Warum gibt es noch keine gegen den Schnupfen und die Erkältung?

Impfstoffe können immer nur für ein spezielles Virus oder für eine kleine Gruppe von Viren hergestellt werden. Man kennt mittlerweile ca. 200 unterschiedliche Viren aus höchst unterschiedlichen Virusfamilien und diese verändern sich von Jahr zu Jahr.
Gegen welches Erkältungsvirus sollte man also impfen? Und wollte man einen Impfstoff gegen einen Virus entwickeln, unter dem man gerade leidet, würden Wochen bis Monate vergehen. Bis dahin hat sich Ihr Körper längst allein davon befreit.
 

Wie beginnt eine Erkältung?

Eine Erkältung beginnt häufig mit Kribbeln in der Nase und Niesen.

Kribbeln in der Nase und Niesen sind erste Zeichen für eine Infektion der Nasenschleimhäute. Niesen ist für den Körper sinnvoll, da er sich dadurch von einem Teil der Viren befreit.

Ist Niesen und Husten wegen des dabei entstehenden Drucks in der Schwangerschaft gefährlich? 

Für den Niesenden eher nicht, wohl aber für seine Umgebung. Denn mit jedem Niesen machen sich Millionen Viren auf den Weg zu Ihrem nächsten Opfer.
Schlecht ist es, in die Hand zu niesen, denn von dort verbreiten sich die Viren auf Alles, was man anfasst und durch den Handkontakt auch auf gesunde Menschen.
Ratsam ist es, in die Armbeuge zu Niesen und zu Husten. Somit werden Infektionen seltener weiter verbreitet.

Eine andere Möglichkeit ist, in ein Papier-Taschentuch zu niesen, das nach dem Gebrauch sofort weggeworfen werden sollte.
Auch ein Mundschutz hilft, den wir von vielen Bildern aus Ostasien kennen, die Verbreitung von Viren zu verringern. Ob ein Mundschutz hilft, um sich vor Ansteckungen zu schützen, ist umstritten.

Ich bin erkältet und habe Husten, gefährde ich mein ungeborenes Kind?

Weder Husten noch Niesen schadet Ihrem Kind oder dem weiteren Verlauf Ihrer Schwangerschaft, es sei denn, Sie neigen zu vorzeitigen Wehen.

Natürlich wird das Baby beim Husten und Niesen ein wenig durchgeschaukelt. Über das Zwerchfell, ein Muskel, der den Bauchraum vom Brustkorb abtrennt, wird schlagartig ein hoher Duck auf die Lunge aufgebaut, um z. B. Schleim aber auch Viren und manchmal auch Fremdkörper explosionsartig nach draußen zu befördern. Dieser Druck wird über die Anspannung der Bauchmuskulatur erzeugt und drückt natürlich auch auf die Gebärmutter. Ihr Kind aber ruht sicher im Fruchtwasser und diese Flüssigkeit kann nicht zusammengedrückt (komprimiert) werden.
Husten ist jedoch für Schwangere höchst lästig und hält von einer ausreichenden Nachtruhe ab.
 

Was ist Fieber?

Fieber entsteht bei der Auseinandersetzung des Organismus mit Bakterien und Viren. Es ist ein Abwehrkampf des Immunsystems gegen diese Eindringlinge, es kommt zur vermehrten Bildung sog. Makrophagen (sie gehören zu den weißen Blutzellen), die Bakterien und Viren in sich aufnehmen können und sie vernichten.

In einem komplexen Vorgang werden dabei u .a. auch Prostaglandine freigesetzt; das sind ähnliche Wirkstoffe, wie sie auch beim Auslösen der Wehen unter der Geburt auftreten. Über diese Prostaglandine werden bestimmte Rezeptoren gesteuert, die Wärme abgebende Prozesse hemmen und für die Erweiterung der Blutgefäße und damit für eine steigende Körperwärme, dem Fieber, verantwortlich sind.
 

Muss Fieber immer gesenkt werden?

Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass Fieber die Krankheit sei. Es ist aber nur die Antwort auf eine Erkrankung.
Deshalb ist eigentlich nicht die Behandlung des Fiebers erforderlich, jedenfalls nicht, solange das Fieber unter 38,5°C bleibt, sondern die Behandlung der auslösenden Krankheit. Das Unterdrücken des Fiebers schwächt eher den sinnvollen Abwehrkampf gegen die Krankheit.
 

Wie kann ich Fieber senken?

Erwachsene sollten Bettruhe einhalten und viel trinken z.B. Zitronen-, Ingwer- oder Salbeitee. Für Kleinkinder steht an erster Stelle die Behandlung mit verdünntem Fenchel- oder Kräutertee. Um einen Hitzestau zu vermeiden, sollte leichte Nachtwäsche und eine leichte Zudecke benutzt werden und für frische, feuchte Zimmerluft gesorgt sein. Stosslüften und ein Wäscheständer mit frisch gewaschener Wäsche oder saubere, feuchte Handtücher, die man auf die warmen Heizkörper legt, sorgen für gute Raumluft.
Sollte die Körpertemperatur zu sehr ansteigen, über 39,5 °C, können Wadenwickel bei Erwachsenen und größeren Kindern und handwarme Leibwickel bei Kleinkindern hilfreich sein und zugleich den Überschuss an Wärme abtransportieren. Sollte das Fieber nicht sinken, wird der Arzt/Ärztin Zäpfchen verschreiben.
Jedoch auf keinen Fall das Trinken vergessen!

Selbstverständlich muss das Fieber medikamentös gesenkt werden, wenn es mit Bewusstseinsstörungen, Mattigkeit, auch verbunden mit Durchfall und Erbrechen, Fieberkrämpfen und Luftnot einhergeht. Spätestens dann sollte ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden.

Die normale, rectale Temperatur liegt zwischen 36,5 und 37,5°C., bis 38,5 °C handelt es sich um erhöhte Temperatur. Erst bei Temperaturen ab 38,5 °C spricht man von Fieber – (für die Behandlung als Information äußerst wichtig)!

 

 

Wie sollte Fieber gemessen werden?

Am genauesten ist eine 3-minütige Fiebermessung der Körperinnentemperatur unter der Zunge oder im After (rectal).

Die Rectalmessung wird erleichtert, wenn die Spitze des Thermometers mit Vaseline bestrichen wird.
Für Kleinkinder ist ein Ohrthermometer zu empfehlen (leider nicht so genau) , welches nicht mit Quecksilber sondern mit Infrarottechnik arbeitet und wenn es zerbricht, ungefährlicher ist.
Fiebermessen im Ohr ist nicht ganz einfach und sollte vorher geübt werden
, weil der Gehörgang verschlungen ist. Durch leichtes Ziehen am Ohrläppchen nach hinten ist das Einführen des Thermometers leichter.
Sicherheitshalber sollten Sie in beiden Ohren messen, aber bitte nicht, wenn das Kind eine Mittelohrentzündung hat. Die Werte sind dann wesentlich höher.
 

Was ist so gefährlich an der Influenza?

Im Gegensatz zur einfachen Erkältung sterben an der Influenza jedes Jahr in Deutschland bis zu 20.000 Menschen. In 2009 wurden die Menschen durch die H1N1-Influenza, die Schweinegrippe, in Unruhe versetzt. Glücklicherweise verlief diese Grippe milder als anfänglich befürchtet.

Das hat allerdings leider auch bewirkt, dass seitdem der Aufruf zum Impfen gegen die „saisonale Grippe“ (saisonal, weil sie meist nur im Herbst und Winter auftritt) verhallte und sich eine gewisse Impfmüdigkeit bemerkbar machte.
Die eigentliche Grippe hat ihre Gefährlichkeit, insbesondere für Schwangere, Kleinkinder und Senioren mit anderen Grunderkrankungen, nicht verloren.
Deshalb ist die Grippeimpfung für den genannten Personenkreise nach wie vorher wichtig.
 

 

 

 

Bei welchen Symptomen sollte Fieber gemessen werden?

Man fühlt sich abgeschlagen mit Kopf- und Gliederschmerzen, die Haut ist warm, häufig gerötet, die Lippen sind trocken, die Zunge kann belegt sein und der Puls ist häufig beschleunigt. Ein normaler Ruhepuls liegt meist zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Der Puls wird dabei an der Innenseite des Unterarmes gemessen, 2-3 cm vom Daumengrundgelenk entfernt. Dort fühlt man das Pulsieren einer Arterie. Der Puls kann aber auch an der Halsschlagader gemessen werden, links oder rechts neben dem Kehlkopf.
Sonnenstich ist ein anderes Thema.
 

Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Erkältungsviren breiten sich nicht nur in der Nasenschleimhaut aus, sondern auch in Rachen, Hals und Bronchien. Tritt dann eine Entzündung in diesem Bereich auf, kann das zu Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Husten führen. 

 

Wie entstehen Halsschmerzen?

Halsschmerzen sind neben dem Schnupfen und Fieber meist die ersten Symptome einer Erkältung. Sie werden von Viren ausgelöst, die sich nicht nur in der Nasenschleimhaut ausbreiten sondern auch im Rachen, an Hals und Bronchien und führen u.a. auch zu Hustenanfällen.
Halten Halsschmerzen u.U. mit Fieber länger als 3 Tage an, sollte der Arzt aufgesucht werden, um eine bakterielle Mandelentzündung auszuschließen, die dann meist auch mit Schluckbeschwerden einhergeht.

 

Wie kann man Halsschmerzen behandeln?

Zunächst muss einmal klar sein, dass es sich in den meisten Fällen um eine Erkrankung handelt, die von Viren ausgelöst wird und nicht von Bakterien. Hier haben Antibiotika keine Chance und haben deshalb nichts zu suchen.

Überwiegend werden hier die guten alten Hausmittel (s. weiter unten), wie Gurgeln, Lutschen, Abwehr stärker usw. angewendet.

Bei einer bakteriellen Mandelentzündung (Tonsillitis) hingegen, besonders, wenn sie
mit Fieber verbunden ist, greift man etwas häufiger zu einem Antibiotikum, was immer unter ärztlicher Aufsicht geschehen sollte.
Möglicherweise werden aber viel zu schnell Antibiotika verschrieben.

(Eigener Erfahrungsbericht: Nachdem meine damals 6 Jahre alte Tochter die 6. Mandelentzündung innerhalb von 14 Monaten hatte und jedes Mal vom Kinderarzt mit Antibiotika versorgt wurde, wollte ich das nicht länger mit ansehen. Sie erhielt von nun ab bei jeder beginnenden Entzündung einen Enelbin® – Halswickel. Dabei wird Enelbin® erwärmt und auf ein Küchenhandtuch in einem 5 c, breiten Streifen verteilt, um den Hals gelegt und anschließend mit einem Schal fixiert. (Achtung: prüfen sie mit der Hand, ob die Paste noch zu heiß ist). Sie hat dann wegen der Halsschmerzen nie wieder ein Antibiotikum benötigt. Zugegeben, anfangs sträubte sich meine Tochter gegen die Behandlung. Nachdem ich ihr aber erzählt hatte, dass Ihr Pony, das sie gelegentlich reiten durfte immer dann, wenn es Beschwerde an den Fesselbeinen hatte, mit Enelbin®-Umschlägen behandelt wurde, hielt sie mir bereitwillig ihren Hals hin und ließ sich den Wickel umlegen).
 

Weitere Tipps zur Behandlung von Halsschmerzen:

 • Trinken:
    Viel trinken steht an erster Stelle, das hält die Schleimhäute von Nasen und Rachen feucht,       so dass Viren schlechter weiter eindringen können.
    Dabei stehen neben verdünnten Säften insbesondere Tees mit                                                   entzündungshemmender Wirkung im Vordergrund wie z.B Tees aus Salbei, Kamille, Malve         oder auch heißer Zitronensaft.

    Dass heiße Getränke gegen Erkältungen besser wirken, geht aus einer Studie der                     Universität Cardiff hervor. Heißgetränke sorgten für eine schnellere Besserung als                     Kaltgetränke.

Lutschbonbons:

   Das Lutschen regt die Speichelproduktion an. Dazu eignen sich insbesondere Emser                  Pastillen®. Das darin enthaltene Salz wirkt reizlindernd und hält die Schleimhäute feucht.
   Wirksam sind auch desinfizierende Substanzen wie Dorithricin®, das gleichzeitig auch                schmerzlindernde Wirkstoffe enthält.

•  Gurgeln:

    Auch durch das Gurgeln, insbesondere mit desinfizierenden Substanzen, kann die Zahl der       Krankheitserreger im Mundbereich verringert werden. Hier haben sich z.B. Chlorhexidin u.a.     bewährt.
    Auch Gurgeln mit lauwarmer Salzlösung oder Kamillen- und Salbeitee hat eine Besserung         zur Folge.

Sonstiges:

    Denken Sie bitte daran, regelmäßige die Hände zu waschen, um sich nicht immer wieder           neu zu infizieren. Das ist auf jeden Fall wirksamer als Vitamintabletten.
    Vermeiden Sie das Rauchen und halten Sie sich nicht in der Umgebung von Rauchern auf.
    Zugluft und Klimaanlagen sollten Sie vermeiden.
    Gehen Sie regelmäßig an die frische Luft, aber packen sich bitte warm ein. Ein Schal wärmt       den Hals und den Brustbereich, auch nachts.
    Geheimtips sind auch Halswickel mit warmen Kartoffel- oder Zwiebelbrei.
    Gute Besserung.

Warum bekommt man bei Kälte leichter eine Erkältung?

Die Kälte ist nie die Ursache einer Erkältung. Aber bei niedrigen Temperaturen konzentriert der Körper das Blut in seinem Zentrum, um möglichst wenig Wärme zu verlieren. Die Durchblutung zum Beispiel der Hände, Füße, aber auch der Nasenschleimhaut wird gedrosselt – und weniger Blut bedeutet auch weniger Abwehrzellen und Antikörper. Eindringende Keime haben deshalb größere Chancen, sich festzusetzen und zu vermehren. Hinzu kommt noch, dass die Luft im Winter trockener ist – kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Wird sie in Räumen mit der Heizung aufgewärmt, trocknet die Nasenschleimhaut noch weiter aus. Dadurch werden sie noch anfälliger für Infekte. (zit. aus Interview mit Dr. E. Tabori, (Ärztlicher Direktor, Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg) aus F.Jötten u. J.Lubbadeh in "Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker"/Rowohlt-Verlag).

 

 

Seit ich schwanger bin, bin ich laufend erkältet. Wieso?

Unser körpereigenes Immunsystem ist in der Schwangerschaft vollauf beschäftigt. Es muss die phantastische Leistung vollbringen, Ihr Kind, das ja zu 50 % aus körperfremden Eiweiß besteht (50 % von der Mutter, die anderen 50% vom Vater), vor einer sog. Abstoßungsreaktion zu schützen.
Das bedeutet aber auch, das es weniger in der Lage ist, Sie vor Erkältungen mit Husten und Schnupfen zu schützen.
 

Kann eine Erkältung meinem ungeborenen Baby schaden?

Eine Virusinfektion mit Erkältungsviren schadet Ihrem Kind nicht, da können Sie sicher sein. Nur bei hohem Fieber sollten Sie Kontakt zu Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin aufnehmen.

Darf ich in der Schwangerschaft gegen die Grippe (Influenza) geimpft werden.

Ja, die „Stiko“, die ständige Impfkommission, empfiehlt gerade Schwangeren wegen ihrer verminderten immunologischen Abwehr, eine solche Impfung vorzunehmen. Diese Impfung wird mit inaktivierten Viren durchgeführt, die selber keine Infektionen mehr auslösen können.

Eine Influenza bei einer Schwangeren kann erhebliche Komplikationen auslösen.

Die beste Zeit zu impfen liegt zwischen Ende Oktober und Anfang November.

Wie kann ich eine Erkältung von einer Grippe (Influenza) unterscheiden?

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Warum ist die Influenza (Grippe) so infektiös?

Zum einen ist das Influenza-Virus ein sich ständig verändernden Virus, zum anderen hat gibt weit verbreitet einen Wirt, das Schwein, in dem sich das Virus hervorragend vermehren kann und es verfügt über eine hohe Ansteckungsfähigkeit (Infektiosität), so dass es noch in 1-2 m vom Infizierten entfernt die Krankheit verbreiten kann.
Zudem findet dann in unseren Zellen eine Vermehrung der Viren in ungeheurer Geschwindigkeit statt.