Verstopfungen

Warum leiden Schwangeren besonders häufig unter Verstopfung?

„Schuld“ ist das Hormon Progesteron, das sog. Schwangerschaftsschutz-Hormon.

Progesteron führt zur Erschlaffung der glatten Muskulatur (im Gegensatz zur sog. quergestreiften Muskulatur unserer Muskeln an Arm, Rücken, Beinen und Bauch) und wirkt an der Gebärmutter, am Magenpförtner (s. Sodbrennen), an der Muskulatur der Venen (s. Krampfadern), aber eben auch am Darm und führt zur Erschlaffung.
Letzteres ist an der Gebärmutter in der Schwangerschaft auch durchaus erwünscht, führt aber am Darm zur Verzögerung des Stuhltransportes. Zu allem Überfluss wird dadurch dem Stuhl deutlich mehr Flüssigkeit entzogen. Der Stuhl wird immer härter und verzögert die Austreibung, und, da fester gepresst werden muss, begünstigt es die Ausbildung der Hämorrhoiden (s.dort).
 

Was sollten Sie tun, um eine Verstopfung zu vermeiden?

 • Trinken Sie viel, am besten Kräutertees und kohlensäurearmes Mineralwasser
•  Essen Sie ballastreiche Kost wie Vollkornprodukte, rohes Gemüse, Obst, Aprikosen,              weiche Kiwis und getrocknete Pflaumen
•  Meiden Sie Weißmehlprodukte, die wenig Ballaststoffe enthalten und meiden Sie Fast            Food
•  Leider sollten Sie auch auf Schokolade verzichten
•  Bewegung fördert die Darmmotilität (Darmbewegung). Wenn Sie also eine sitzende oder        stehende Tätigkeit haben, versuchen Sie sich soviel Bewegung wie möglich zu                        verschaffen, machen Sie Spaziergänge, Yogaübungen, gehen Sie Schwimmen u.a.m.

Wann können Sie noch gegen die Verstopfung tun?

Wenn der Stuhlgang länger als drei bis vier Tage ausbleibt, Sie einen Blähbauch haben, Unwohlsein besteht oder der Stuhlgang sehr hart ist, können Sie mit folgenden Tips Abhilfe schaffen:

• Trinken Sie viel, essen Sie Weizenkleie oder Leinsamen. Damit diese ihre Wirkung                 entfalten können, müssen Sie viel trinken. Die Stoffe quellen dann auf , setzen durch den       Druck auf die Darmwand einen Reiz, der diese wieder aktiviert.
• Milchzucker (Laktose) ist ebenfalls ein natürliches Abführmittel, erhältlich in Apotheken oder   Reformhäusern
• auch sog. osmotische Abführmittel wie Lactulose oder Mannit können Sie
  verwenden
• auch Sauerkrautsaft oder Sauerkraut selbst kann hilfreich sein
• Homöopathisch interessierte verwenden Nux Vomica, besonders wenn die Verstopfung von   Blähungen begleitet wird oder Bryonia bei hartem Stuhlgang
• Im Notfall suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen sich ein Mikroklistier (mini-Einlauf)                 verschreiben. Generell aber sollten sie, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt, keine                     Abführmittel einnehmen
• Meiden Sie bitte drastische Abführmittel wie Rizinusöl oder antrachinonhaltige, die u.U.         Wehen auslösen können.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind also vielfältig und es scheint, dass jeder selbst herausfinden muss, was helfen kann. Warten Sie aber mit einer Behandlung nicht zu lange.

 

Was versteht man unter Verstopfung?

 Ein träger Darm wurde im Mittelalter als „Quelle allen Übels“ bezeichnet.

Aber schon das Definieren des Begriffs „Verstopfung“ stößt an Grenzen, da die Häufigkeit des Stuhlgangs von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Während einige Menschen jeden Tag Stuhlgang haben, ist bei anderen ein Stuhlgang alle 4 Tage normal. Verstopfung bedeutet also nicht für alle Menschen das gleiche, sondern es bezeichnet eine Verzögerung des Stuhlganges gegenüber der individuellen Häufigkeit.
Die Beschwerden, die mit der Verstopfung einhergehen, sind allerdings bei allen gleich: Völlegefühl, Blähungen und Unpässlichkeit.