Sodbrennen

Was fördert Sodbrennen?

Sehr häufig liegt es an der falschen Ernährung:

  • Werden Speisen zu fettreich oder zu süß angerichtet oder zu stark gewürzt kann das Sodbrennen ebenso auslösen wie zu kalte oder zu heiße Getränke. So sollte auf frittierte Speisen, Mayonnaise ebenso verzichtet werden wie auf fette Fleisch- ,Wurst- und Backwaren.
  • Auch Speisen, die zu lange im Magen bleiben wie Kohl, Zwiebeln, hart gekochte Eier sollten ebenso gemieden werden wie frisches Brot.
  • Auch übermäßiger Stress und psychische Belastung kann eine vermehrte Magensäureproduktion auslösen.
  • Der Genuss von Alkohol, Nikotin, Schokolade und möglicherweise die erhöhte Hormonproduktion in der Schwangerschaft scheinen den Schließmuskel zu schwächen. Außerdem fördern sie die Magensaftproduktion ebenso wie Kaffee.
     

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure z.B. durch erhöhten Druck im Bauchraum, also bei Übergewicht und besonders auch in der Schwangerschaft, zurück in die Speiseröhre gelangt und die Schleimhaut der Speiseröhre reizt.

Die Magensäure ist ein aggressiver Saft, der die Aufgabe hat, die Nahrung in seine Bestandteile zu zerlegen und Keime jeglicher Art unschädlich zu machen. Die Magenzellen sind durch einen basisch schützenden Schleim gegen die aggressive Säure geschützt (Säuregrad: pH 2-3), nicht aber die Zellen der Speiseröhre, die bei Kontakt mit der Säure verätzt werden und so das Sodbrennen auslösen.
Dabei macht sich das Brennen besonders im Liegen hinter dem Brustbein bemerkbar, zusätzlich kann es einen säuerlichen Geschmack in Mund und Rachen auslösen.
 

Wie kommt es in der Schwangerschaft zum vermehrten Auftreten des Sodbrennens?

Knapp die Hälfte der Schwangeren beklagt sich über das Sodbrennen.

Es kommt dadurch zustande, dass der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen in der Schwangerschaft hormonell bedingt schlaffer wird. (Das Hormon Progesteron führt nicht nur zur Entspannung der „glatten“ Gebärmuttermuskulatur, was ja in der Schwangerschaft durchaus erwünscht ist, sondern auch zur Entspannung der „glatten“ Muskulatur des Magen-Schließmuskels. Die glatte Muskulatur von Darm, Magen etc. unterscheidet sich von der quergestreiften, die unsere Bewegungen ermöglichen).

Das wachsende Kind, übt einen ständig steigenden Druck im Bauchraum u.a. auch auf den Magen aus. Damit wird verständlich, dass das Sodbrennen mit zunehmender Schwangerschaft lästiger wird.
Durch den verstärkten Druck auf den Magen kann dann der schlaffere Schließmuskel immer weniger den Rückfluss des Mageninhaltes aufhalten, der dann die empfindliche Schleimhaut reizt und das Sodbrennen auslöst.
 

Ist Sodbrennen gefährlich ?

Gelegentliches Aufstoßen ist sicher nicht gefährlich.                                                     Stößt man allerdings ständig auf, entzündet sich die Schleimhaut der Speiseröhre und Sie sollten der Arzt aufsuchen.
In diesem Fall muss eine genaue Untersuchung durchgeführt werden, weil zwar meist ein üppiges, fettreiches Abendessen die Ursache ist, in seltenen Fällen auch eine Krebserkrankungen, ein Herzinfarkt und anderes sich zunächst durch Sodbrennen bemerkbar machen können.
In seltenen Fällen kommt es zum nächtlichen Einatmen der aufgestoßenen Säure, was zu Hustenanfällen führen kann. Hier hilft meist eine aufrechtere Lagerung des Oberkörpers.
 

Was kann ich selbst tun, um die Beschwerden durch Sodbrennen zu lindern?

• Wie schon bei der Emesis gravidarum (Schwangerschafts-Übelkeit) ist es auch beim             Sodbrennen sinnvoll, mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen
• Kauen Sie gründlich und essen Sie langsam. Essen Sie nicht spätabends.
• Meiden Sie süße, scharfe und zu fette Speisen sowie Kaffee
• Fleisch- und Wurstwaren sowie Eier und Käse verursachen eine verstärkte Säurebildung,       die man vermeiden sollte
• Basische Speisen wie Milchprodukte können das Sodbrennen mindern, auch Mandeln und   Haselnüsse können helfen
• Unerklärlicherweise soll auch ein Teelöffel Senf nach dem Essen bei Schwangeren das         Sodbrennen verhindern
• Trinken Sie Getränke mit weniger oder gar keiner Kohlensäure, meiden Sie auch                   Trinkschokolade und Cola
• Ggf. lagern Sie zum Schlafen Ihren Oberkörper hoch
• Versuchen Sie, Stress abzubauen und machen Sie Entspannungsübungen ggf. auch Yoga

Wenn Sie länger als einen Monat Sodbrennen haben, sollten Sie Ihren Arzt oder einen Internisten aufsuchen.
 

Welche Medikamente helfen gegen das Sodbrennen?

•  An erster Stelle stehen hier die Antacida, das sind Medikamente zur Neutralisierung der        Magensäure, das sind meist Aluminium-, Magnesium- oder Calciumsalze. Zu den                  bekanntesten und meist millionenfach auch in der Schwangerschaft bewährt sind                    Medikamente wie Rennie ®, Maaloxan ® und Riopan ®. Diese Medikamente wirken nicht      über den Blutkreislauf, die dann ja auch auf das Kind übergehen könnten, sondern sie            wirken vor Ort im Magen und Darm und werden auch darüber ausgeschieden.
•  Da diese Antazida nicht allen Schwangeren helfen, und in ihrer Wirkung auch schnell            nachlassen, stehen andere weitgehend unbedenkliche Pharmaka zur Verfügung wie die H-    2-Rezeptorenblocker wie H- 2 Blocker Ratiopharm ® oder Ranitidin® oder                              Protonenpumpenhemmer wie Esomeprazol ®. Von der „Food and Drug Administration“          werden diese drei zuletzt genannten Medikamente als Kategorie B eingestuft, ihr Gebrauch    wird als unbedenklich eingestuft.
• (H2-Blocker verhindern die stimulierende Wirkung des Botenstoffs Histamin auf die                  Säureproduktion; Protonenpumpenhemmer bremsen die Pumpe, die Protonen (Anteile des    Atomkerns) zur Bildung der Magensäure in den Magen fördert.
 

Kann man Sodbrennen auch mit homöopathischen Mittel behandeln?

Die Elternzeitschrift „Elternwissen“ (www.elternwissen.com) schreibt dazu in ihrem e-mail newsletter vom 18.12.2013 folgendes:
1. “Sanfte Hilfe gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft verspricht auch die Akupressur.       Der entsprechende Akupressurpunkt für den Magen befindet sich in der Mitte des                   Daumenballens. Drücken Sie den Punkt kräftig mindestens 30 Sekunden lang, zuerst an       der einen, dann auch an der anderen Hand”.
2. “Wenn alle natürlichen Mittel nicht die gewünschte Linderung bringen, können Sie                   kurzfristig ein Säure bindendes Medikament einnehmen, z.B. Maaloxan®
◦   Strychnos nux vomica ist angezeigt, wenn bitteres und saures Aufstoßen ein bis zwei             Stunden nach dem Essen auftritt. Es hilft bei Magenbeschwerden nach zu viel Kaffee, zu       viel Essen, Ärger und Zorn, bei Nüchternschmerz und Schmerzen nach dem Essen sowie     bei Verstopfung.
  Pulsatilla pratensis lindert die Beschwerden, wenn Sie kein Fett, Schweinefleisch oder Eis     vertragen, obwohl Sie danach verlangen. Typisch: Alles schmeckt bitter.
  Robinia pseudacacia hilft bei saurem, scharfen Aufstoßen, übermäßiger Säurebildung und     brennenden Schmerzen im Magen. Typisch für das Mittel sind Erbrechen saurer                     Flüssigkeit und starke Blähungskoliken mit Durchfällen”.