Schlafprobleme

Warum haben Schwangere so häufig Schlafprobleme?

Die meisten Frauen haben in den letzten Wochen vor der Geburt Schlafprobleme. Die Tiefschlafphasen werden geringer, meist schlafen Sie aber rel. schnell wieder ein. Vielleicht hat Mutter Natur hier vorgesorgt und bereitet Sie schon auf das nächtliche Stillen vor. 

Welche Gründe gibt es für die Schlafprobleme?

• Das liegt zum einen an dem größer werdenden Bauch, es ist mühsam, sich damit im Bett       zu drehen.
• Gerade, wenn Sie zur Ruhe kommen, verstärken sich die Kindsbewegungen; besonders       aber, wenn Sie in Rückenlage liegen. Bei einer Rückenlage machen Sie eher ein Hohlkreuz   als in der Seitenlage mit einem Katzenbuckel. Dieses Hohlkreuz drückt von innen auf die       Gebärmutter und engt den Raum für das Kind ein, weshalb Sie die Kindsbewegungen           stärker spüren.
• Ein weiterer Grund, wie oben beschrieben, ist das häufige Wasserlassen, da der Harnblase   nur noch wenig Platz bleibt.
• Einmal aufgewacht drehen sich Ihre Gedanken um die Geburt und die Aufzucht des Babys.   Wie wird es sein mit einem Kind, ist es gesund, komme ich damit zurecht, kann ich stillen       usw.?
• Erschwerend wirkt, dass Beschwerden wie Sodbrennen, Wadenkrämpfe und                           Schweißausbrüche häufig nachts auftreten.
 

Warum sollte ich in den letzten Schwangerschaftswochen nicht mehr auf dem Rücken schlafen?

Wie zuvor beschrieben, findet auch Ihr Kind die Rückenlage nicht sonderlich gut.
Es gibt aber noch ein medizinisches Problem weshalb Sie die Rückenlage meiden sollten. Das ist das sog. Vena-cava-Syndrom.
Die Vena cava ist die Haupt-Körpervene, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurückführt. Diese verläuft parallel zur Hauptschlagader (Aorta) neben der Wirbelsäule.
Die immer größer werdende Gebärmutter drückt in der Rückenlage auf beide Gefäße. Der muskelstarken Arterie (Aorta) macht das nicht so viel aus, wohl aber der muskelschwachen Vena cava (untere Hohlvene). Sie wird komprimiert (zusammengedrückt) und kann so viel weniger Blut zum Herzen transportieren.
Dieses Blut staut sich in den unteren Körperpartien und verstärkt die Bildung von Krampfadern und Hämorrhoiden.
Gleichzeitig steht dieses Blut aber nicht dem Gehirn und dem Herzen zur Verfügung. Der dadurch entstehende Blutdruckabfall und Sauerstoffmangel führt zu Herzrasen, Übelkeit und zur Kollapsneigung, wodurch auch die Plazenta (Mutterkuchen) und damit das Kind schlechter mit Blut versorgt werden.
Deshalb sollte man grundsätzlich in den letzten 2-3 Monaten die Rückenlage vermeiden (z.B. auch beim CTG) und lieber eine Linksseitenlage einnehmen. Da die Vena cava rechts von der Wirbelsäule verläuft wird sie somit entlastet.
Die Seitlagerung erleichtern Sie durch ein weiches Kissen z.B. ein Stillkissen, das Sie unter den Bauch legen, der dadurch ein wenig abgestützt ist.
 

Was kann ich gegen die Schlaflosigkeit tun?

Es gibt leider kein Allheilmittel, aber vielleicht einige Tips:

• Keine coffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Cola, schwarzer Tee) ab 16.00 Uhr
• Statt dessen trinken Sie warme Milch mit Honig, oder Tee aus Baldrian, Hopfen, Melisse und Lavendel, die bei Schlaflosigkeit helfen können.
Manche Schwangere schwört auf alkoholfreies Bier.
• Nehmen Sie leicht verdauliche, schwach gewürzte Kost zum Abendessen
• Machen Sie Abendspaziergänge an frischer Luft
• Nehmen Sie danach ein warmes Bad z.B. mit einem Zusatz von Lavendel oder                       Rosenblütenöl u.ä.
• Machen Sie Entspannungsübungen oder autogenes Training
• Ein nicht zu aufregendes Buch, sanfte Musik und Streicheleinheiten Ihres Partners lassen     Sie leichter einschlafen
• Achten Sie auf eine optimale Schlaftemperatur (18 °C) mit frischer Luft