Kopfschmerzen

Warum leiden Schwangere so häufig unter Kopfschmerzen?

Auslöser von Kopfschmerzen sind auch hier vermutlich die Hormone. Wenig beachtet ist das in der Schwangerschaft deutlich erhöhte Blutvolumen, was ebenfalls einen Kopfschmerz auslösen könnte.
An diesen beiden Faktoren lässt sich leider nur wenig ändern, so dass Sie versuchen müssen, wenn schon nicht die Ursache, so doch zumindest das Symptomu zu behandeln (s. weiter unten).
Aber auch Stress, Erschöpfung, Übermüdung und Verspannung können Kopfschmerzen auslösen, ebenso wie eine Unterzuckerung, eine verstopfte Nase oder eine verstärkte Überempfindlichkeit gegen Koffein. Diese Ursachen lassen sich beheben, wenn andere schwerwiegendere Erkrankungen als Auslöser von Kopfschmerzen ausgeschlossen sind.

(siehe bitte auch den Abschnitt: Migräne)

Welche Symptome bei Kopfschmerzen sollten auch in der Schwangerschaft besonders beachtet werden?

Bei der folgenden Aufstellung sind nicht die „banalen“ Kopfschmerzen gemeint, die schon nach 2-4 Tabletten Paracetamol verschwinden. Diese treten meist auf bei Stress, Übermüdung und Verspannungen auf, sondern es geht um sog. sekundäre Kopfschmerzen:

1. diffuser Kopfschmerz, der über Tage besteht, muss bei Ihrem Arzt abgeklärt werden, es könnte sich um ein Geschehen im Schädelinneren mit steigendem Hirndruck handeln. Diese Kopfschmerzen werden auch als Spannungskopfschmerz bezeichnet. Für eine Form dieses Kopfschmerzes steht die sog. Sinusvenenthrombose (Hirnvenenthromose). Als Folgen können neben den Kopfschmerzen auch Bewußtseinsverluste, Fieber, Nackensteifigkeit und Hirndrucksteigerungen, gelegentlich mit epileptischen Anfällen verbunden, auftreten. Als klassische Risikofaktoren gelten die späteren Schwangerschaftswochen und das Wochenbett, da in der Schwangerschaft allgemein die Thrombosebereitschaft erhöht ist.                                                         

2. Periodisch auftretender Kopfschmerz kann auf einen erhöhten Blutdruck hinweisen (lassen Sie ihn in der Apotheke messen, wenn Ihnen kein eigenes Gerät zur Verfügung steht).
Ein erhöhter Blutdruck kann bei längerem Schwangerschaftserbrechen ebenso auftreten wie in der kritischen Phase einer Präeklampsie.

3. Ein Kopfschmerz, der immer an der gleichen Stelle auftritt, ist ein starkes Warnsymptom und bedarf unverzüglich einer stationären (Krankenhaus) Untersuchung und Behandlung.

4. Halbseitige oder im Hinterkopf auftretende Schmerzen werden als Migräne bezeichnet. Mit dieser Diagnose sollte man aber zurückhaltend sein, besonders, wenn ein Kopfschmerz extrem schnell auftritt und wenn sich Übelkeit und Erbrechen anschließen.

Am häufigsten sind allerdings die banalen Kopfschmerzen, die häufig auch psychosomatischen Ursprungs sind.
 

Mit welchen Hausmitteln kann ich einen leichten bis mittelschweren Kopfschmerz behandeln?

Als hilfreich werden genannt:

• Spaziergänge an frischer Luft
• Je nach eigenem Geschmack: einen Eisbeutel auf den Kopf, auf die Stirn oder in     den Nacken, oder eine warme Kompresse über die Augen.
• Pfefferminzöl an den Schläfen
• Autogenes Training
• Akupunktur
• Als heißer Tip: Wirsing- oder Weißkohl klein schneiden, einen Teil davon in               Wasser kochen und inhalieren; schwefelhaltige Dämpfe können schmerzlindern       wirken.


 

Welche Medikamente darf ich bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft verwenden?

Erst wenn die oben genannten Hausmittel nicht helfen, raten wir Ihnen, ein Schmerzmittel zu nehmen.
Hier bietet sich besonders Paracetamol an und an zweiter Stelle Aceylsalicylsäure (ASS® oder Aspirin®).
Aspirin u.ä. sollte aber nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel verwendet werden (also nur bis zur 28./30. SSW). Aspirin wird auch zur Blutverdünnung eingesetzt, und ist deshalb in den letzten 2-3 Monaten der Schwangerschaft wegen der Blutungsgefahr nicht geeignet.

Zudem hemmen Aspirin, aber auch Ibuprofen und Diclofenac, den Verschluss des Ductus Botalli;

das ist die vorgeburtlich bestehende Verbindung zwischen dem Aortenbogen und der Lungenschlagader. Das ist sozusagen ein Kurzschluss, der vorgeburtlich erforderlich ist,
da beim Feten die Lunge noch nicht funktionsfähig ist. Dieser Kurzschluss muss nachgeburtlich geschlossen werden, sonst würde das sauerstoffbeladene Blut aus der großen Körperschlagader (Aorta) über die Lungenschlagader wieder in die Lunge zurückfließen.