Allgemeines

 

Allgemein

Ab wann ist eine Schwangerschaft mit einem Urin-Schwangerschaftstest nachweisbar?

Das ist möglich 14 Tage nach der Empfängnis, also 14 Tage nach der so genannten Konzeption.

Wie kann man die Schwangerschaftswoche errechnen?

Dieser Termin ist am einfachsten mit der so genannten Schwangerschaftsscheibe, die Sie bei mothers-talk unter "mothers-tools" finden, zu ermitteln. Es kann aber auch so gelingen: die Rechnung beginnt am ersten Tag der letzten Monatsblutung und wird in vollendeten Schwangerschaftswochen plus die Tage der angebrochenen Woche angegeben.

Ausgehend vom 1. Tag der letzten Regelblutung werden 7 Tage hinzugezählt, plus 1 Jahr, minus 3 Monate. Z.B. der 1. Tag der letzten Regel ist der 12.04.2010 . Plus 7 Tage ist der 19.04.2010, plus 1 Jahr ist der 19.04.2011, minus 3 Monate ergibt als errechneten Termin den 19.11.2011. Einfacher geht es mit der Schwangerschaftssscheibe, s. mothers-talk/Nützliches.  

Aber, das ganze gilt nur für einen regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen. Ist der Zyklus z.B. 4 Tage kürzer, werden von dem errechneten Termin (ET) 4 Tage abgezogen, ist er 4 Tage länger als 28 Tage werden die 4 Tage entsprechen hinzugezogen.

Kann eine Regelblutung trotz bestehender Schwangerschaft auftreten?

Das kann in Ausnahmefällen tatsächlich einmal so sein. Ber länger anhaltenden Schmierblutungen sollte allerdings der Arzt aufgesucht werden,um eine Fehlgeburt auszuschließen.

Sport in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist durch die Veränderungen, die sich im mütterlichen Körper abspielen, der Sauerstoffverbrauch erhöht, die Sauerstoffreserve jedoch eingeschränkt. Auf diese Veränderungen muss beim Ausüben von Sport in der Schwangerschaft Rücksicht genommen werden.

Zu empfehlen sind Sportarten mit aerober Belastung, bei denen der Körper keine Sauerstoffschuld mit vermehrter Milchsäurebildung eingeht. Dies sind: Walking, Jogging, Radfahren, Gymnastik, Schwangerschaftsjoga, Tanzen und Schwimmen.

Diese Disziplinen verbessern bei der werdenden Mutter die Sauerstoffversorgung. Sie bauen psychischen Stress ab, erhöhen die körperliche Leistungsfähigkeit und beugen Krampfadern, Hämorrhoiden und Thrombosen vor.

Nicht empfehlenswert sind Mannschafts- und Kampfsportarten (wie z.B. Volleyball und Judo), Disziplinen mit hohem Sturzrisiko (Reiten oder Ski- und Snowboardfahren) sowie extreme körperliche Anstrengungen (Höhenwanderungen). Tauchen ist streng verboten.

Natürlich hängt das Ausmaß, in der Schwangerschaft Sport zu treiben, von der Schwangerschaftswoche, dem Trainingszustand vor Eintritt der Schwangerschaft und der Erfahrung in der jeweiligen Disziplin ab!

In der Vorsorgeuntersuchung kann Ihre individuelle Situation erörtert werden.

Darf man während der Schwangerschaft in die Sauna, ins Solarium oder Sonnenbäder nehmen?

Generell ist alles erlaubt, solange die Schwangere sich wohl fühlt und keine Beschwerden wie Unterleibsschmerzen und Blutungen auftreten.
Die Saunagänge sollten allerdings verkürzt werden; das Solarium sollte eher selten betreten werden und auf längeres Sonnenbaden mit ungeschütztem Bauch sollte verzichtet werden, da jegliche Form von Überwärmung zu Komplikationen führen kann.

Welche Arzneimittel dürfen in Schwangerschaft und Stillzeit genommen werden?

Generell ist fast alles, mit Ausnahme bestimmter Antibiotika u.a. erlaubt. ABER immer nur in Absprache mit Ihrem Gynäkologen.

Dürfen Haare in der Schwangerschaft gefärbt werden?

Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, wonach das Färben der Haare dem Kind einen Schaden zufügen könnte. Wer jedoch ganz sicher gehen will, sollte zumindest in den ersten 16 Schwangerschaftswochen darauf verzichten.

Darf man in der Schwangerschaft Drogen nehmen?

Die Einnahme von jeglichen Drogen ist generell verboten (siehe auch Alkohol, das versteht sich eigentlich bei einer Schwangerschaft von selbst, schließlich bin ich nicht mehr nur für mich selbst verantwortlich sondern auch für mein Kind. Deshalb ist doch eigentlich eine Schwangerschaft der optimale Zeitpunkt, um mit dem Drogenkonsum aufzuhören.

Jedem sollte klar sein, dass der Gebrauch von legalen und illegalen Drogen einen ungünstigen Einfluss auf die Mutter-Kind-Einheit hat. Zigaretten und Alkohol, Cannabis, Kokain, Ecstasie und Crack sollten sofort abgesetzt werden. Bei Opiaten wie Heroin wird eine Umstellung auf ein Substitutionspräparat unter ärztlicher Aufsicht geraten. Ohnehin sollte bei einer Abhängigkeit von Drogen unbedingt professionelle Hilfe aufgesucht werden.

In den USA schätzt man, dass über 4 % der schwangeren Frauen eine oder mehr derartiger Substanzen zu sich nehmen. Wahrscheinlich ist der Prozentsatz höher, da eine Reihe von Frauen aus Angst vor Repressionen vermutlich nicht die volle Wahrheit erzählen.

Wichtig ist aber in der Schwangerschaft eine geeignete medizinische und psychologische Betreuung zu erhalten. Hier sollte man sich an eine Drogen- oder Suchtberatungsstelle wenden, ggf. auch beim Gesundheitsamt. Weitere Informationen dazu findet man in der Broschüre "Du bist schwanger und nimmst Drogen?" (http://www.dhs-intern.de/pdf/Brosch_Schwangerschaft.pdf).

 

 

 

 

Welche Impfungen soll man durchführen lassen?

Es ist ein Segen, dass die Kinder heute durch sehr wirksame Impfungen vor vielen schweren Erkrankungen geschützt werden können.
Nur durch konsequentes Impfen wurden

  1. die früher tödlichen Pocken ausgerottet,
  2. die Kinderlähmung bis auf kleine Bereiche in Indien und Afrika eingedämmt und
  3. Diphtherie, Tetanus, Masern, Mumps, Röteln sowie Infektionen mit Hämophilus influenzae zu 95,7 – 99,7 % reduziert (Daten aus USA von 1900-1998).

Nur der Keuchhusten macht eine Ausnahme, da die Impf-Immunität nur ca. 10 Jahren beträgt und regelmäßig aufgefrischt werden muss. Impfkomplikationen sind um 1:30.000 bis 1:100.000 geringer als die Komplikationen als Folge von durchgemachten Infektionskrankheiten. Durch frühe Impfung wird die Immunität gestärkt und die Ausbildung von Allergien hierdurch deutlich vermindert. Dies weiß man von Kindern, die auf dem Bauernhof aufgewachsen sind und die frühzeitig mit einer großen Anzahl von "Allergenen" Kontakt haben.
Argumente der Impfgegner, die Impfungen würden Multiple Sklerose, Autismus, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, Krampfanfälle und Plötzlichen Säuglingstod (SID) verursachen, sind reine Spekulationen und wissenschaftlich nicht haltbar. Die deutliche Senkung der Todesrate beim SID alleine durch Prävention (Bauchlage, Stillen, Rauchverbot) trotz zunehmenden Impfungen beweist diese Falschaussage.

Sogar die Anthroposophen haben ihre Meinung geändert und empfehlen die Impfung gegen Masern.

Zum Abschluss: Die Natur erfindet auch in Zukunft neue Erregergruppen, wir sollten uns vor den bereits bekannten Erreger durch Impfung schützen. Impfung schützt Leben!

Ein regelmäßiger Zusammenschluss von namhaften Wissenschaftlern und Experten aus Klinik, Praxis und Öffentlichem Gesundheitsdienst (STIKO) hat diese Impfungen empfohlen und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Je früher die Impfungen beginnen, umso früher und besser sind die Babys geschützt. Dies trifft vor allem für die Impfung gegen Keuchhusten zu, da Neugeborene wegen fehlendem Immunschutzes durch die Mutter vom 1. Lebenstag an angesteckt werden können (Familie, Freunde, Großeltern). Keuchhusten ist in den ersten Lebensmonaten lebensgefährlich. Daher beginnt die Impfung bereits im Alter von zwei bis drei Monaten mit der Kombinationsimpfung gegen Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung (Polio), Hämophilus influenzae (bakterielle Meningitis) und Hepatitis B. Gleichzeitig sollte am gleichen Tag auch die Impfung gegen Pneumokokken (Erreger der Meningitis, Lungenentzündung und Mittelohrentzündung) durchgeführt werden. Diese beiden Impfungen müssen noch 2x im Abstand von mindestens 4 Wochen wiederholt werden. Danach hat das Baby einen Schutz zu ca. 80 %. Erst mit der Auffrisch-Impfung (6-fach + Pneumokken) im 2. Lebensjahr ist der Impfschutz vollständig. Kombinationsimpfungen sind sehr sinnvoll, da den Kindern damit viele "Piekse" erspart werden und allergische Nebenreaktionen seltener auftreten. Das Immunsystem wird damit nicht überfordert. Dies trifft auch für die Kombi-Impfung gegen Masern/Mumps/Röteln/Windpocken zu, die im Alter von 8-10 Monaten gegeben wird, im 2. Lebensjahr eine Auffrisch-Impfung. Die Impfung gegen Windpocken schützt vor schweren Verläufen (16 %), vor Komplikationen (6 %) wie bakterielle Hautinfektionen, Meningitis (Hirnhautentzündung), Encephalitis (Hirnentzündung), Gerinnungsstörungen sowie vor schweren Verläufen der Gürtelrose (Herpes zoster) als häufige Nachfolge-Erkrankung. Die letzte von der STIKO empfohlene Impfung ist ab dem 12. Lebensmonat die Impfung gegen Meningokokken C, die eine schwere Form der Meningitis mit Gerinnungsstörung hervorruft. Diese Impfung muss nicht wiederholt werden, der Schutz hält lebenslang.

Eine sehr sinnvolle zusätzliche Impfung ist die Schluckimpfung gegen Rota-Viren. Diese Viren können eine schwere Form der Durchfallerkrankung mit Fieber und Erbrechen hervorrufen, meist müssen diese Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Diese Viren werden sehr leicht auf das Baby übertragen, besonders in Krippen und beim Babyschwimmen (die Rota-Viren überleben im Chlorwasser). Impfung möglichst ab der 6. Lebenswoche, 2-3x je nach Impfstoff, Abschluss der Impfung im 6. Lebensmonat. Die STIKO hat diese Impfung noch nicht empfohlen, viele Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten von ca. 150 Euro, auf jeden Fall alle Privatkassen.

Sehen Sie dazu bitte unter "Nützliches" den Impfkalender, mit allen wichtigen Impfungen im Säuglings- und Kindesalter.

Darf man in der Schwangerschaft Alkohol trinken?

Alkohol ist absolut verboten.

Alkohol kann besonders in der 2. Hälfte der ersten 16 Wochen zu Fehlbildungen führen und im weiteren Verlauf zu geistiger Behinderung führen. Alkoholgenuss bei noch nicht festgestellter Schwangerschaft führt wohl nicht zu Schädigungen, da die sensible Phase erst mit der 7/8. Schwangerschaftswoche beginnt.

s.auch bitte: "Getränke und Schwangerschaft"

Darf man in der Schwangerschaft rauchen?

Grundsätzlich gilt ein absolutes Rauchverbot.

Sollte es Ihnen nicht möglich sein das Rauchen komplett einzustellen, versuchen sie bitte Ihre Rauchgewohnheiten drastisch zu ändern und auf maximal 3-5 Zigaretten pro Tag zu reduzieren. Rauchen führt durch Schädigung der Blutgefässe, die ihre Gebärmutter versorgen, zu zahlreichen Komplikationen wie niedriges Geburtsgewicht, Frühgeburt bis zum Kindstod. Kinder von Raucherinnen haben ein 30% höheres Risiko für Allergien und Asthma und zeigen gegenüber Kindern von Nichtraucherinnen psychische und physische Defizite und oftmals auch schulisch schlechtere Leistungen. Leider hat sich in der Schwangerschaft die Hoffnung auf ein Nikotinpflaster (sog. Nikotin-Patches) zur Verminderung der Zigarettenzahl nicht erfüllt. (Coleman T. et al. N Engl J Med 366 (2012) 808.

 

Zu ähnlichen Ergebnissen führt auch das Passivrauchen; Raucher sollten also den Raum, in dem sich Schwangere befinden, zum Rauchen verlassen.

Ein Tipp für Raucherinnen die auch in der Schwangerschaft nicht ganz aufs Rauchen verzichten können: besonders schädlich und ärgerlich sind die vielen unbewusst gerauchten Zigaretten, die sich zufällig in der Hand befinden, z.B. abends beim Fernsehen. Das kann man vermeiden, wenn man nach dem Rauchen einer Zigarette die Packung auf den Schrank wirft und eine neue Zigarette "bewusst" heruntergeholt werden muss.

Darf man Sex in der Schwangerschaft haben?

Sex in der Frühschwangerschaft:
Sex ist in dieser Zeit erlaubt, wenn keine Blutungen auftreten, und das heißt: kein Sex bei drohendem Abort. Bei aller sexuellen Aktivität ist unbedingt auf die Hygiene des Mannes zu achten, unter anderem also Reinigung des Penis auch unter der Vorhaut.

Sex bei Verdacht auf vorzeitige Wehen:
Hier ist es notwendig zunächst Ihren Arzt zu befragen. Sieht er kein erhöhtes Risiko, sollten Sie dennoch vorsichtig sein und nur geschützten Geschlechtsverkehr haben. Wehen werden durch Prostaglandine ausgelöst, die im Samensekret reichlich vorhanden sind. Also Präservativ benutzen und sich auf eine Stellung einigen, die so genannte Löffelchen-Stellung, bei der der Penis nicht zu tief eindringen kann.

Sex in der späteren Phase der Schwangerschaft:
Auch dann sollte die Löffelchenstellung bevorzugt werden. Die sonst übliche Missionarsstellung ist ungeeignet, weil dabei der von dem Mann ausgehende Druck auf den schwangeren Bauch zu stark ist.

Sex kurz vor der Geburt:
Gegenüber dem Geschlechtsverkehr kurz vor der Geburt hatte man früher vor allem hygienische Bedenken. Allerdings haben Roma und Sinti seit Jahrtausenden den Sex unmittelbar vor der Geburt praktiziert, ohne freilich zu wissen, dass sich im Samensekret das die Wehen fördernde Prostaglandin befindet, was den Schluss zulässt, dass Sex dicht vor der Geburt am Ende besser sein könnte, als der heute zur Einleitung der Geburt übliche Einlauf oder die warme Badewanne. Überdies wird heute zur Geburtseinleitung das Prostaglandin in Form von Zäpfchen an den Muttermund gebracht.

Sex nach der Geburt:
Es sollte hier der so genannte Wochenfluss abgewartet werden, der sich im allgemeinen nach der Geburt vier Wochen lang hinzieht. Danach ist Geschlechtsverkehr nicht zu beanstanden, doch sollte vorsichtshalber ein Präservativ zur Vermeidung von Infektionen benutzt werden. Zu einer glücklichen Familie, so lehrt es die Erfahrung, gehört auch eine befriedigende Partnerschaft, die in Sachen Sexualität wegen eines Kindes nicht zu lange auf Eis gelegt werden sollte.

Warum muss allen Frauen in der Schwangerschaft ein HIV-Test angeboten werden?

Etwa jede dritte HIV-positive Schwangere erfährt erst durch den Test, dass sie infiziert ist.

Die Kenntnis ist aber wichtig, da natürlich nur dann eine Vorsorge erfolgen kann, um die Übertragung auf das Ungeborene zu verhindern. Durch die dann eingeleitete Behandlung kann die Übertragung von der Mutter auf das Kind von 25% auf unter 1% gesenkt werden.

HIV-positive Schwangere sollten aber zusätzlich in einem darauf spezialisierten Zentrum betreut werden.

Blutungen in der Frühschwangerschaft. Muss man mit Fehlbildungen rechnen?

Sie sollten in jedem Fall zunächst Ihren Arzt aufsuchen, denn er kann mit Ultraschall die Bewegungen des Kindes und seinen Herzschlag kontrollieren. In der Mehrzahl der Fälle kann er Sie beruhigen. Nur selten ist es möglich, die exakte Ursache der Blutungen zu nennen.

Etwa 20 Prozent aller Schwangeren haben in den ersten Schwangerschaftswochen noch Blutungen. Ist das Blut dabei hellrot, deutet das auf frische Blutungen hin, mehr dunkelrot bis bräunliches Blut dagegen auf länger zurückliegende Blutungen. Lesen Sie dazu auch, was bei "mothers-talk" unter dem Stichwort "Drohender Abort" geschrieben ist.

Was ist der BMI (Body-Mass-Index)?

Mit dem BMI kann man errechnen, ob das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperlänge im optimalen Bereich ist oder ob man als unter- oder übergewichtig gilt (body-mass-Formel).

Die Berechnung erfolgt nach der Formel:
Körpergewicht (in kg) geteilt durch die Körperlänge im Quadrat (also z.B. 1,65 m x 1,65m). Das Ergebnis ist eine zweistellige Messzahl.

Welcher BMI (Body-Mass-Index) wird als normal angesehen?

Als Faustregel gilt bei Frauen die Zahl zwischen 20 und 25. Unter diesem Wert spricht man von Untergewicht, darüber von leichtem Übergewicht, ab 40 von Fettleibigkeit (Adipositas).

Geringfügige Abweichungen sind nicht tragisch und sollten nicht in zwanghaften Diät-Versuchen münden. Mit steigendem Lebensalter steigt der BMI ohnehin.

Was bedeutet es, wenn mein BMI (Body-Mass-Index) während der Schwangerschaft unter 19 oder über 25 liegt?

Zunächst sollte für die Schwangerschaft und das Stillen nur der BMI vor Beginn der Schwangerschaft bestimmt werden, da die Gewichtsschwankungen in dieser Zeit zu groß sind.

Allerdings sollte das Gewicht regelmäßig kontrolliert werden. So sollte das Gewicht in der Schwangerschaft nicht um mehr als 12-15 kg zunehmen. Bei deutlich mehr oder weniger Gewichtszunahme oder -abnahme sollten Sie Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt/Ärztin aufnehmen, da auch eine kindliche Mangelversorgung oder im anderen Fall z.B. ein Schwangerschaftsdiabetes drohen könnte.

Soll man sich gegen die normale Grippe (Influenza) impfen lassen?

Diese Grippe wird nicht wie bei der Schweinegrippe durch das Virus H1N1, sondern durch das Virus H3N2 hervorgerufen und ist besonders für alte Menschen gefährlich und natürlich für Menschen mit einem schwächeren Immunsystem durch schwere Grunderkrankungen. So sterben in Deutschland ca. 15.000 Patienten pro Jahr durch das "normale" Wintergrippen-Influenzavirus.
Bereits 1998 hat das RKI (Robert-Koch-Institut) auf die besondere Bedeutung der Impfung für Schwangere hingewiesen.

Bei Schwangeren ist zum einen ihr immunologisches Abwehrsystem zurückgefahren, sonst würde sie das zu 50% vom Vater stammende kindliche Eiweiß nicht tolerieren. Zum anderen ist mit zunehmendem Schwangerschaftsalter die Belüftung der Lunge eingeschränkt, was auf dem Boden einer Virusinfektion, wie der Influenza, Lungenentzündungen begünstigen kann.

Wie schnell kann man nach Absetzen der Pille schwanger zu werden?

Das kann schon im ersten Zyklus danach möglich sein, doch kann es auch Monate dauern, je nachdem, ob es vor der Pilleneinnahme einen regelmäßigen Zyklus gab oder nicht.

 

Wie errechnet man den Geburtstermin?

Bei einem regulären 28-tägigen Zyklus rechnet man vom ersten Tag des Zyklus plus 7 Tage, minus 3 Monate, plus ein Jahr. Ist der regelmäßige Zyklus nur 24 Tage lang, zieht man 4 Tage ab, dauert er z.B. 32 Tage zählt man 4 Tage hinzu.

Nutzen Sie hierzu bitte auch unsere Schwangerschaftsscheibe unter "Nützliches"

An welchen Tagen im Zyklus kann ich schwanger werden?

Bei einem Zyklus von 28 Tagen ist es zwischen dem 12. und 16. Zyklustag am wahrscheinlichsten, bei einem längeren Zyklus entsprechend später (z.B. Zykluslänge ist 35 Tage; 35-28 =7 Tage). Um diese Zeitspanne verschiebt sich die Befruchtungsfähigkeit; also statt 12.-16. Tag auf 19. bis 23.Tag). Bei einem kürzern Zyklus muss entsprechend abgezogen werden (z.B. Zykluslänge 21 Tage: 28-21=7 Tage, um diese Zeitspanne wird die Befruchtungsfähigkeit vorverlegt; also statt 12.-16.Tag auf den 5. bis 9. Tag).

Worauf muss bei der Ernährung in der Schwangerschaft geachtet werden?

Generell gibt es wenig Einschränkungen. Zu empfehlen sind viele kleinere Mahlzeiten, insbesondere bei Übelkeit; gleichzeitig ist dies ein Schutz vor zu starken Blutzuckerschwankungen (niedrige Blutzuckerwerte verstärken die Übelkeit).

Die Mahlzeiten sollten ausgewogen, vitamin- und eiweißreich (so wird empfohlen, 2 x pro Woche Fisch zu essen) sein. Fastfood sollte eher vermieden werden. Rohes Fleisch, wie z.B. Tartar sind zu vermeiden (Gefahr von Bandwürmern und Toxoplasmose).

Rohmilchkäse, Salami und Sushi etc. können verzehrt werden, wenn sie frisch sind und aus sauberer Fertigung stammen. Hier gilt im Zweifelsfall der Nichtverzehr.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. antwortet wie folgt:
"Im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, auf den Verzehr von nicht erhitztem Fisch zu verzichten. Ebenso wie Rohmilch und -produkte, rohes Fleisch und unerhitzte Fleischprodukte potenziell Krankheitskeime wie Listerien, Toxoplasmose oder Botulismus übertragen können, sind auch roher Fisch und nicht durcherhitzte Fischprodukte ein mögliches Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind, wenn nicht von erstklassiger Ware und einwandfreien Hygieneverhältnissen ausgegangen werden kann. Im Sinne der optimalen Versorgung mit Nährstoffen bleibt jedoch die Empfehlung von 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche bestehen, allerdings mit sorgfältig ausgewähltem Fisch.

Im Sinne des präventiven Gesundheitsschutzes wird Schwangeren empfohlen, vorsorglich auf Rohmilch, Weichkäse aus Rohmilch und generell auf die Rinde von Käse zu verzichten. Ebenfalls sollen rohes Fleisch und entsprechende Fleischprodukte wie Carpaccio, Tartar, Hackepeter, Mett oder rohes Bratwurstbrät gemieden werden. Fleisch sollten Schwangere nur gut durchgebraten verzehren.
Hintergrund für diese Empfehlungen ist das grundsätzliche Risiko für Infektionen mit Listerien oder Toxoplasmen. Während gesunde Erwachsene meist nicht erkranken, stellen diese Erreger für Schwangere, und speziell für das ungeborene Kind, ein Risiko dar.

Angesichts der Internationalisierung der Speisezettel und der wachsenden Beliebtheit von Sushi, Sashimi und anderen Produkten aus rohem Fisch stellt sich die Frage, ob Schwangeren aus den gleichen Gründen vorsorglich auch der Verzicht auf rohen Fisch und entsprechende Produkte angeraten werden sollte? Grundsätzlich gilt, dass frisches Muskelfleisch von fangfrischem Seefisch keimfrei ist. Die mikrobielle Besiedelung, speziell auch mit gesundheitsschädlichen Keimen wie Listerien und Toxoplasmen, ist Folge einer Sekundärkontamination. Kontaminationsmöglichkeiten sind u. a. während der Lagerung, bei der Verarbeitung und beim Verpacken gegeben. Eine häufig mangelhafte Kühlung der Rohware ebenso wie des fertig zubereiteten, rohen Produktes, lässt vor allem in der warmen Jahreszeit die Keimzahl rasch ansteigen."

Eine zusätzliche Zuckeraufnahme ist zu vermeiden. Die Trinkmenge sollte mindestens 2 Liter pro Tag betragen (Wasser, Apfelschorle etc.). Cola ist nicht geeignet ebenso wie große Mengen an Koffein, die zu einem verminderten Geburtsgewicht des Kindes führen können – allerdings sind auch 2 Tassen Kaffee pro Tag akzeptabel. Sprudel sollte besonders bei Sodbrennen vermieden werden.

Wann bekommt man seinen Mutterpass?

Wenn der Arzt die Schwangerschaft bestätigt hat, können schon die ersten Untersuchungen beginnen, zum Beispiel eine Blutabnahme zur Bestimmung der Blutgruppe und einige der gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen auf bestimmte Infektionen.

Zusätzlich wird der voraussichtliche Geburtstermin bestimmt, der vom ersten Tag der letzten Regel an berechnet wird. Üblicherweise wird der Mutterpass schon beim nächsten Arztbesuch ausgestellt, und dann sollten auch bereits die ersten Untersuchungsergebnisse eingetragen werden.

Was passiert beim ersten Arztbesuch?

Beim ersten Besuch wird der Arzt Ihnen viele Fragen stellen, um sicher Ihre persönliche Situation bezüglich der Schwangerschaft beurteilen zu können. Er wird fragen stellen nach eventuell vorangegangenen Schwangerschaften, nach früheren Erkrankungen bei Ihnen und in der Familie. Gerade bei möglichen familiären Erkrankungen ist zu empfehlen, schon vor dem Arztbesuch über diese Fragen nachzudenken, und eventuell  auch mit Eltern und Geschwistern darüber zu sprechen.

Der Arzt wird dann auch Ratschläge geben, wie man sich während der Schwangerschaft bezüglich Ernährung, Medikamenteinnahme, Genussmittel, Berufsarbeit, Sport, Reisen und anderes mehr verhalten sollte und über Risiken, die im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft bestehen, aufklären.

Außerdem ist beim ersten Arztbesuch die Ermittlung des Entbindungstermins vorgesehen, und dazu sollten Sie den ersten Tag der letzten Regelblutung und die Dauer Ihres Zyklus angeben, sowie über die Regelmäßigkeit Ihres Zyklus Auskunft geben können. Der Arzt wird dann eine Untersuchung der Vagina vornehmen, dies auch mit einem Ultraschallstab, der in die Scheide eingeführt wird. Er kann damit erkennen, ob die Schwangerschaft intakt ist, er kann Angaben über das Alter und die Lage der Schwangerschaft erhalten und gleichzeitig eine Bauchhöhlenschwangerschaft ausschließen.

Es geht dann weiter mit der Ermittlung Ihres Body-Mass-Index, also Körpergröße und Gewicht. Dieser Wert ist in letzter Zeit ein wenig angezweifelt worden. Eine Blutentnahme ist notwendig zur Bestimmung der Blutgruppe und um feststellen zu können, ob spezielle Blut-Antikörper und Röteln-Antikörper im Blut enthalten sind. Dann sind Untersuchungen vorgesehen mit Fragen nach der Geschlechtskrankheit Lues (Syphilis), die auch gesetzlich vorgeschrieben ist, nach einer Infektion mit Aids-Erregern (HIV), nach einer Infektion der Scheide durch Bakterien mit Chlamydien oder Gonokokken (letztere lösen denTripper (Gonorrhö) aus.

Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Kinderkrankenschwestern sowie Personen, die regelmäßig mit Kindern Kontakt haben, sollten zusätzlich noch auf Ringelröteln und Windpocken, und Arzthelferinnen und Krankenschwestern auf weniger häufige Infektionen wie beispielsweise die Hepatitis B untersucht werden. Schwangeren, die mit frei herumlaufenden Tieren Kontakt haben, oder die im Lebensmittelbereich tätig sind, sollten auch auf Toxoplasmose untersucht werden, eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionskrankheit. Zu empfehlen ist letztlich bei allen Schwangeren eine Untersuchung auf die von Viren ausgelöste Zytomegalie.

Zu bedenken ist schließlich, dass nicht alle diese Untersuchungen von den Krankenkassen bezahlt werden, deswegen sollte am besten vorher bei der Kasse nachgefragt werden. 

Was gibt es neues zum Mutterpass (seit 01. Januar 2010)?

Seit Herbst 2009 gibt es eine Neuauflage des Mutterpasses. Darin hat der "Gemeinsame Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen" beschlossen, dass in Zukunft folgendes neu zu beachten ist:

  • Beratung der Schwangeren über eine ausreichende Jodzufuhr.
  • Beratung zu einer Reihenuntersuchung, die einen Suchtest nach eventuellen Aids-Erregern (HIV-Screening) vorsieht.
  • Beratung über die Zahngesundheit
  • Bestimmung und Dokumentation der Chorionanlagen bei Mehrlingen (Chorion nennt man die Zotten- oder Eihäute, die in der Gebärmutter die Frucht und das Fruchtwasser bis zur Geburt umgeben). Nur damit kann man sicher unterscheiden, ob es sich um eine eineiige oder zweieiige Schwangerschaft handelt, was für die frühe Risikoabschätzung von Bedeutung ist.

 

In der Neuauflage wurde auch klargestellt, dass die Nackentransparenzmessung (Nackenfalte/NT) keine Ultraschalluntersuchung ist, die in den Mutterschaftsrichtlinien gefordert wird. Somit ist auch die vorgeburtliche Risikoabschätzung von chromosomalen Anomalien für alle Schwangeren kein Bestandteil der Schwangerenberatung mehr. Diese Entscheidung wird von Behindertenverbänden und Kirchen begrüßt, Kritiker sehen darin allerdings einen erheblichen Rückschritt bei der Betreuung von Schwangeren.

Welche Impfungen sollten vor einer Schwangerschaft durchgeführt werden?

  •  Der routinemäßige Schutz vor Tetanus und Diphtherie (alle 10 Jahre)
  • Dazu Schutz vor Keuchhusten als neue Empfehlung (als Kombi-Impfung). Auch die Umgebung des Säuglings (Erwachsene, besonders Großeltern) sollte gegen Keuchhusten geimpft sein. Die Ansteckung bedeutet für Säuglinge Lebensgefahr, da sie von der Mutter keine fertigen Antikörper gegen Keuchhusten erhalten haben.
  • Der Impfschutz gegen Röteln sollte überprüft werden. Durch eine Röteln-Infektion in der Frühschwangerschaft kann es zu schweren Fehlbildung (Auge, Ohr, Herz) kommen bzw. der Fötus kann absterben.
  • Ca. 4-5 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben in ihrem Leben noch keine Windpocken durchgemacht. Eine Ansteckung in der Schwangerschaft und kurz vor der Geburt des Kindes kann zu schweren Infektionen des Kindes mit Fehlbildungen oder Todesfolge führen. Daher sollte, ähnlich wie bei Röteln, schon vor der Schwangerschaft ein Bluttest bzw. eine zweimalige Impfung gegen Windpocken durchgeführt werden.
  • Der Schutz vor Hepatitis-B (Leberentzündung) sollte ebenfalls überprüft werden.

 

Wogegen schützt die Sechsfachimpfung?

Die Kombinationsimpfung wird zur Vermeidung gefährlicher Erkrankungen, wie Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus (Wundstarrkrampf), Hirnhautentzündung durch das Bakterium Haemophilus influenzae Typ B (deshalb abgekürzt als HiB bezeichnet), Hepatitis B und Kinderlähmung durchgeführt. Diese Impfung wird ab der 8. Lebenswoche gegeben und muss bis zum 14. Lebensmonat viermal gegeben werden, dann ist die sog. Grundimmunisierung abgeschlossen. Auffrischungen finden später (5-6 Jahre) nur gegen einzelne Krankheiten statt.

Wogegen schützt der Vierfachimpfstoff?

Dieser Impfstoff schützt vor Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Dieser Impfstoff sollte zwischen dem 11. und 23. Lebensmonat zweimal gegeben werden, so dass auch hier die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Aufgefrischt werden muss diese Impfung nicht.

Sie haben gerade eine Sechsfachimpfung erhalten und jetzt festgestellt, dass Sie schon schwanger waren, was sollen Sie tun?

Hier stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Gefahr durch die Rötelnimpfung. Sie wird häufig als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch genannt.

Zunächst sollte aber festgestellt werden, in welcher Schwangerschaftswoche Sie waren, als Sie die Impfung erhalten haben; denn in den ersten 2 Schwangerschaftswochen sind Sie noch gar nicht schwanger gewesen und in den nächsten 2-3 Wochen gilt wahrscheinlich die Alles-oder-Nichts-Regel. Das bedeutet, dass es für den Fall einer Infektion eher zu einem Abort als zu einer Fehlbildung kommt. Im Einzelfall muss aber eine genauen Beratung durch Ihren Frauenarzt bzw. durch einen Humangenetiker durchgeführt werden.

Welchen Einfluss hat Sport auf die Schwangerschaft?

Körperliche Belastungen vor und insbesondere auch während der Schwangerschaft haben keinen Einfluss auf die Dauer der Schwangerschaft, auch nicht auf die Dauer der Entbindung, und nicht auf das Wohlbefinden des Kindes bei der Geburt.

Sie haben aber positive Auswirkungen auf die Schmerzempfindung während der Geburt, weil dann bei trainierten Frauen der Anstieg der Endorphine (den sog. Glückshormonen) deutlich höher ist als bei untrainierten Frauen. Und außerdem verläuft die Zeit des Wochenbetts meistens unkomplizierter.

Wodurch entstehen Kreuzschmerzen bei Schwangeren?

Viele Frauen klagen in der Schwangerschaft über Kreuzschmerzen. Grundsätzlich müssen bei Kreuzschmerzen mechanische und/oder neurogene (von den Nervenbahnen ausgehende) Ursachen unterschieden werden.

Da eine Schwangerschaft mit einer Gewichtszunahme und einer Verlagerung des Körperschwerpunktes (Übergang in den "stolzen Gang der schwangeren Frau") verbunden ist, führt diese zu einer Mehrbelastung der Rückenmuskulatur, die (als tonische Muskulatur) versucht, den Rumpf auch bei Verlagerung des Schwerpunktes in der Balance zu halten. D.h. der Ruhetonus (die Spannung) der Rückenmuskulatur erhöht sich und damit verkürzt sich auch die Rückenmuskulatur und ihr Arbeitsweg. Dadurch kommt es zu einer schmerzhaften Verkrampfung, d.h. zu einer Dekompensation der aktiven Rumpfstabilisatoren. Diese verhärteten Rückenmuskeln können dann nicht mehr die passiven Rumpfstabilisatoren (Bandscheibe, Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper sowie Gelenksehnen und -Kapseln) entlasten.

Das Ergebnis ist dann zunächst eine Reizung dieser passiven Stabilisatoren (Hexenschüsse oder nicht lokalisierbare Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in die Leiste, den Unterbauch und Oberschenkel).

Eine neurogen Ursache ist selten und zeichnet sich durch ein akuten Geschehen mit radikulärer d.h. von der Nervenwurzel ausgehenden Ausstrahlung im Ausbreitungsgebiet eines Nerven aus. Der Arzt stellt in einem solchen Fall die Diagnose durch Objektivierung (Nachweis) positiver Nervenkompressions -(Einengung der Nerven) und Irritationszeichen.

Was kann man gegen die Kreuzschmerzen bei Schwangeren tun?

Die Schwangere sollte schon zu Beginn Ihrer Schwangerschaft eine regelmäßige Physiotherapie der Rumpf-, Bauch-, Beckengürtel- und Oberschenkelmuskulatur durchführen. Zunächst werden dabei die verhärteten Muskelstrukturen durch eine heiße Rolle oder durch Massage aufgelockert (arbeitsfähig gemacht), denn nur ein weicher Muskel ist leistungsfähig und ansprechbar. Anschließend sind dann gezielte Dehnungs- und Kräftigungsübungen unter physiotherapeutischer Anleitung notwendig, die später selbstständig fortgesetzt werden sollen, um Muskelungleichgewichten vorzubeugen.

Welche Medikamente, die in der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen, helfen bei Kreuzschmerzen?

Besonders in den ersten 16 Wochen sollte man sich hiermit möglichst zurückhalten. Später kann dann versucht werden, die Beschwerden mit einem einfachen Schmerzmittel, wie z.B. Paracetamol®, zu lindern. Da Paracetamol® über die Plazenta auf das Kind und in die Muttermilch übergehen kann, sollte das Medikament nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Normalerweise bestehen keine medizinischen Bedenken. 

Die sog. nichtsteroidalen Antirheumatika helfen meist zwar besser, sollten aber nach der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr angewendet werden. Diese Medikamente können die Wehentätigkeit unterdrücken und den Verschluss des sog. Ductus Botalli am Herzen verhindern. Der vorgeburtlich wichtige Umgehungskreislauf des kindlichen Herzens schließt sich üblicherweise am 3 Tag nach der Entbindung. Ein zu früher Verschluss beeinträchtigt die Blutversorgung lebenswichtiger Organe des ungeborenen Kindes. Aspirin ist aus gleichen Gründen ab dieser Zeit untersagt, zumal es die Blutungsbereitschaft des Kindes verstärkt. In Ausnahmefällen können Cortisonpräparate verabreicht werden.

Pflanzliche Medikamente (Phytotherapeutika) sollten vermieden werden, da sie meist auf Alkohol basieren.

Darf man bei Kreuzschmerzen in der Schwangerschaft örtliche Infitrationen geben?

Hierbei wird ein örtlich wirkendes Betäubungsmittel in die schmerzende Region gespritzt. Dabei sind alle sog. Lokalanaethetica erlaubt, die die Schwangerschaft nicht gefährden. Auch lokale Cortison-Anwendungen sind in Ausnahmefällen bei besonders starken Schmerzen erlaubt.

Wodurch entstehen in der Schwangerschaft Schmerzen im Symphysenbereich (Schambeinbereich)?

Der Beckengürtel bzw. die Schambeine werden im Schambereich durch bindegewebige Strukturen und Bänder zusammengehalten. Der Schmerz in diesem Bereich ist auf eine schwangerschaftsbedingte Lockerung des Bandapparates und auf eine Lockerung der Ileosacralfugen (schmaler Gelenkspalt zwischen dem Kreuzbein und den angrenzenden Beckenschaufeln) zurückzuführen.

Hinzu kommt es, wie bei den Kreuzschmerzen, zu einer Mehr- und Fehlbelastung des Beckengürtels durch die schwangerschaftsbedingte Verlagerung des Körperschwerpunktes.

Was kann man gegen die Symphysenschmerzen (Schambeinschmerzen) tun?

Zunächst ist auch hier, wie bei den Kreuzschmerzen, eine Physiotherapie die erste Wahl. Zusätzlich ist ein Symphysengürtel sehr hilfreich, da dieser durch Kompression der Beckenschaufeln Symphyse und Ileosacralfugen zusammendrückt und damit stabilisiert.

Lokale Betäubungsmittelinjektionen (z.B. mit Bupovacain oder Cortison) können kurzfristig Linderung verschaffen, auf längere Sicht kann in schweren Fällen auch hier auf die nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac u.ä. zurückgegriffen werden.

Welche weiteren schwangerschaftsbedingten Knochen- und Gelenkschmerzen gibt es?

Durch die schwangerschaftsbedingte Kippung des Beckens nach vorne kommt es zu einem Impingement der Hüftgelenke. Als Impingement wird, vereinfacht ausgedrückt, eine Funktionseinschränkung der Gelenkbeweglichkeit bezeichnet. Bauch- und Rückenmuskeln sind nicht in der Lage, das Becken aufrecht zu halten, so dass durch die Kippung des Beckens nach vorne es im Bereich des Hüftgelenkes zu einer solchen schmerzhaften Bewegungseinschränkung kommen kann. Häufig wird dann auch über Leistenschmerzen geklagt.

Auch hier schafft, wie bei den Kreuzbein- und Symphysenschmerzen, die Physiotherapie (Krankengymnastik) Abhilfe oder zumindest Linderung. Zusätzlich kann eine Überlastung der Muskulatur durch das stärker werdende Übergewicht im Hüftknochenbereich auftreten und dort zu Schmerzen bsd. an der Außenseite der Oberschenkel führen. Eine medikamentöse Therapie ähnelt der bei Kreuzbein- und Symphysenschmerzen beschriebenen.

Alle anderen degenerativen Erkrankungen (z.B. Osteoporose, die bei Mehrgebärenden ebenso auftreten kann wie bei Frauen die besonders lange stillen) können sich durch das Übergewicht in der Schwangerschaft verstärken. Hier muss mit entsprechendem Muskelaufbau, Funktionstraining, lokalen entzündungshemmenden Maßnahmen (Eis) sowie ggf. mit systemischer Maßnahmen (mittels Tabletten) oder mit zusätzlichen Lokalinfiltrationen (örtlich gesetzte Spritzen) behandelt werden.

Welchen Sport darf ich in der Schwangerschaft noch betreiben?

Unter dem Strich lässt sich aus den Ergebnissen zahlloser Studien ableiten,
dass sportliche Betätigung während der Schwangerschaft wegen ihrer vielen Vorteile und ihrer überschaubaren Risiken nicht nur erlaubt, sondern empfehlenswert ist. In einer Schwangerschaft, die häufig mit emotionalen Umstellungen – gelegentlich bis hin zu psychischen Krisen – einhergeht, kann der Sport somit die Funktion eines Stressableiters erfüllen. Sport treibende Schwangere haben offenbar ein höheres Selbstbewusstsein und leiden weniger unter körperlichen Unannehmlichkeiten als Frauen, die während der Schwangerschaft keinen Sport treiben. Die Empfehlungen gelten natürlich nur, wenn nicht andere Probleme in der Schwangerschaft wie z.B. vorzeitige Wehen oder mütterliche Erkrankungen wie Herzkrankheiten dagegen stehen. Sportarten mit Verletzungsrisiko (Kampfsport, Reiten, Gleitschirmfliegen u. Ä.) sollten ausgesetzt werden, sobald der Bauch rund wird. Letztlich ist die Bewegungsfähigkeit auch herabgesetzt, sobald die Bauchmuskeln durch den runden Bauch auseinander gezogen werden. Sport im Wasser (Schwimmen, Aquagymnastik usw.) hat den Vorteil, dass die Schwerkraft gemindert wird und die Gelenke weniger belastet sind. Für viele Frauen ist das ein sehr angenehmes Gefühl.

Wie viel darf man in der Schwangerschaft zunehmen?

Es gibt hier keinen Standard.

In der Regel nehmen Frauen 12 bis14 Kilo zu. 14 Kilo sind hier als Obergrenze zu betrachten.

 

Ein Mehr an Gewicht bleibt nach der Geburt meist bestehen oder muss mühsam wieder abgenommen werden. 

Darf in der Schwangerschaft eine Diät gemacht werden?

Generell sollte darauf verzichtet werden. Hierzu sprechen Sie sich bitte mit Ihrem Frauenarzt ab.

Wenn Sie ein Übergewicht haben, ist es ratsamer, in der Schwangerschaft nur wenig zuzunehmen. Sie haben dann nach der Geburt durchaus die Chance, 8-10 kg. leichter zu sein. Aber auch das sollte bitte nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

 

Sollte ich vor oder nach dem Eisprung Verkehr haben?

Der beste Zeitpunkt ist, 2 Tage vor dem erwarteten Eisprung Verkehr zu haben. Natürlich kann es auch am Tag des Eisprungs zur Befruchtung kommen, die Erfolgsquote ist aber deutlich geringer.

 

Brauche ich einen Geburtsvorbereitungskurs?

Es gibt verschiedene Kurse zur Geburtsvorbereitung, aber alle wollen auf die Wehen, die Geburt und die erste Zeit mit dem Baby vorbereiten. Zudem bieten sie eine gute Möglichkeit, mit anderen Frauen/ Paaren in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Die Kurse werden von Hebammen geleitet und die Kosten für maximal 14 Stunden werden von den Krankenkassen übernommen. Die Teilnahme Ihres Partners ist nicht selbstverständlich inbegriffen. 



  • Der Inhalt und Umfang der Kurse kann variieren, aber folgende Elemente sind immer enthalten: 

Grundlagen über die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett 


  • Erlernen von Entspannungs-, Atem- und Massagetechniken, um die Wehen besser zu verarbeiten. Verschiedene Geburtspositionen werden ausprobiert


  • Aufklärung über Möglichkeiten der Schmerzlinderung und die Versorgung vor, während und nach der Geburt. Aber auch eine Aufklärung über evtl. Schwierigkeiten bei der Geburt und die damit verbundenen Eingriffe erfolgt.


  • Zeit für Fragen, Austausch von Ängsten und Unsicherheiten. Bestärkung des Selbstbewusstseins und der Intuition. Ihnen und Ihrem Partner die nötigen Fähigkeiten und das Selbstvertrauen zu vermitteln, mit deren Hilfe die Geburt zum positiven Erlebnis wird. 

• Hinweise auf Veränderungen in der Partnerschaft, erste Tipps für das Stillen und Leben mit dem Säugling.

Wahrscheinlich wird Ihnen Ihr/e Frauenarzt/-ärztin empfehlen, dass Sie sich rechtzeitig (ab 20. SSW) um die Anmeldung zu einem Geburtsvorbereitungskurs kümmern sollten. Denn die Kurse sind oft schon lange im Voraus ausgebucht. Wo und wann Kurse stattfinden erfahren Sie in Ihrer Praxis, Geburtsklinik oder im Internet.