1. Drittel (1. Trimenon)

1. Drittel (1. Trimenon)

Wann kann das Geschlecht des Kindes im Ultraschall erkannt werden?

Das ist im wesentlichen abhängig von der Lage des Kindes und der Dicke der Bauchdecke. Ist beides günstig, kann das Geschlecht in etwa ab der 12. und 13. Schwangerschaftswoche erkannt werden, doch ist zu diesem Zeitpunkt eine absolut zuverlässige Aussage noch nicht möglich. Seit der Bekanntgabe des neuen Schwangerschafts-Konflikt-Gesetzes vom 1.1.2010 ist das übrigens vor der 15. SSW nicht mehr erlaubt.

Begründung: in der 12.-14. Schwangerschaftswoche (SSW) ist ein "legaler Abbruch" noch möglich, doch sollte das "falsche", also das weniger erwünschte Geschlecht des erwarteten Kindes kein Argument für einen Schwangerschaftsabbruch sein.

Viele Gynäkologen teilen deshalb das Geschlecht frühestens ab der 20. Schwangerschaftswoche mit, manche versuchen, insbesondere Erstgebärende, vom "Wissenwollen" des Geschlechtes abzubringen (s. auch mother-talk: Sollte man das Geschlecht des Kindes wissen?)

Wie verhält es sich mit der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft?

Es gibt hier keinen Standard. In der Regel nehmen Frauen 12 – 14 Kilo zu. 14 Kilo sind hier als Obergrenze zu betrachten. Ein Mehr an Gewicht bleibt nach der Geburt meist bestehen oder muss mühsam wieder abgenommen werden.

Wann sollten Sie sich in der Geburtsklinik anmelden?

Am sinnvollsten geschieht das zwischen der 30. und 36. Schwangerschaftswoche, weil man sich dann auch schon gedanklich mit der Geburt auseinandergesetzt, Fragen gesammelt und auch schon bestimmte Vorstellungen hat. Die Anmeldung dient dazu, sich gegenseitig kennen zu lernen, enthält aber nicht die Verpflichtung, in dieser Klinik auch sein Kind zur Welt zu bringen.

Wann spürt man die ersten Kindsbewegungen in der Schwangerschaft?

Das hängt nun sehr davon ab, ob es das erste Kind ist, das Sie zur Welt bringen, oder ob davor schon andere Kinder geboren wurden, so dass Sie bereits wissen, wie sich Kindsbewegungen anfühlen.

Beim ersten Kind werden die Bewegungen ab der 20. bis 24. Woche verspürt, sind schon mehr Kinder geboren, dann etwa ab der 18. Woche, manchmal sogar schon ab der 15. Woche.

Wann und wie man die Bewegungen des Kindes spürt, hängt sehr davon ab, wie die Lage der Plazenta und wie dick die Bauchdecke ist. Liegt zum Beispiel die Plazenta an der vorderen Gebärmutterwand, oder handelt es sich um eine stärkere Bauchdecke, dann werden die anfangs sehr zarten Bewegungen des Kindes noch nicht so sehr bewusst wahrgenommen. Das ändert sich aber von Woche zu Woche, und ab der 32. Schwangerschaftswoche ist es wahrscheinlich so, dass Sie sich die schöne Zeit zurück wünschen, als es noch keine ständigen Kindsbewegungen gab.

Was ist ein drohender Abort (Fehlgeburt)?

Blutungen während der Schwangerschaft können ein Hinweis darauf sein, dass eine Fehlgeburt in Gang gekommen ist. In einem solchen Fall suchen Sie bitte unbedingt und zwingend einen Arzt auf, denn er kann mit Ultraschallgeräten feststellen, ob die Schwangerschaft noch unversehrt ist oder nicht. Zudem muss er nachweisen, dass die Schwangerschaft auch sicher in der Gebärmutter angesiedelt ist und nicht womöglich als "Bauchhöhlenschwangerschaft" z.B. in einem Eileiter. Besteht weiter die Gefahr eines drohenden Abort, lässt sich der weitere Verlauf der Situation am besten mit einer Bestimmung des Schwangerschaftshormons (HCG-Spiegel) ermitteln. Ein zu niedriger Wert dieses Hormons deutet in aller Regel auf eine ungünstige Prognose hin.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)?

Übergewichtige Frauen mit einem BMI von über 30 mg/qm. Frauen, die bereits in einer vorangegangenen Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes hatten, ebenso wie Schwangere über 38 Jahre und Frauen mit Diabetes (Zuckerkrankheut) im engsten Verwandtenkreis.

Ich nehme Medikamente wegen einer Schilddrüsen-Erkrankung, muss das in der Schwangerschaft überprüft werden?

Auf jedem Fall müssen Sie Ihren Gynäkologen/Gynäkologin über Ihre Schilddrüsen Über- oder Unterfunktion informieren.

Er wird möglicherweise einen Schilddrüsenwert (TSH) am Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft überprüfen. Unter Umständen muss die Dosierung der Medikamente verändert werden.

Soll man einen Zucker-Belastungstest (oraler Glucose-Belastungstest, oGTT) in der Schwangerschaft machen?

Ärzte und Hebammen empfehlen, dass jede Schwangere einen solchen Test in der 20.-24. Schwangerschaftswoche machen lassen sollte, um eine für Mutter und Kind gefährliche Zuckererkrankung in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen.

Man geht morgens nüchtern zum Frauenarzt (nachdem man drei Tage zuvor normal gegessen hat), es wird Blut abgenommen und man bekommt einen mäßig lecker schmeckenden Zuckertrunk gereicht (75g Traubenzucker in 400 ml Wasser). Nach zwei weiteren Stunde wird abermals Blut abgenommen und der Blutzucker bestimmt.

Bei auffälligen Werten wird eine Diät oder auch Insulin verordnet, diese Aufgabe übernimmt meist ein darin geschulter Diabetologe. Normal sind Werte bis 125 mg%, über 200 mg% droht ein Diabetes.

Unbehandelt werden Kinder meist zu groß und schwer, aber dennoch unreifer, die Fruchtwassermenge steigt an, was wiederum zu vorzeitigen Wehen führen kann.

Wie fühlen sich Kindsbewegungen in der Schwangerschaft an?

Kindsbewegungen werden von Frau zu Frau ganz unterschiedlich empfunden und mit poetischen Vergleichen beschrieben, etwa wie das Perlen kleiner Bläschen im Bauch, oder wie der Flügelschlag eines Schmetterlings, oder wie sanftes Kitzeln von Innen. Männer können die Kindsbewegungen am Bauch der Frauen erst spüren, wenn die Bewegungen schon kräftiger sind und die Bauchdecke sich vorwölbt.

Was ist ein Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)?

Gestationsdiabetes ist ein Diabetes, der erstmalig in der Schwangerschaft auftritt. Dabei besteht eine erhöhte Gefährdung für Mutter und Kind:

Mütter mit Gestationsdiabetes entwickeln häufiger einen Bluthochdruck und eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) sowie vermehrt Harnwegsinfekte. Die Kaiserschnittsrate ist erhöht. Nach der Geburt besteht bei einem unbehandelten Gestationsdiabetes die Gefahr, einen echten Diabetes mellitus zu entwickeln.

Ungeborenen Kinder hingegen müssen mit dem vermehrten Glucoseangebot (Zucker) zurecht kommen, sie müssen mehr Insulin produzieren (fetaler Hyperinsulinismus). Das erhöht die Gefahr einer Makrosomie (großes Kind) mit einer Reihe von weiteren Komplikationen.

Achtung: bei unbehandeltem Gestationsdiabetes besteht die Gefahr des Fruchttodes.

Wird der Blutzuckerbelastungstest von den Krankenkassen bezahlt?

Dieser Test ist in den meisten Bundesländern unverständlicherweise noch nicht als Kassenleistung anerkannt und ist eine Igel-Leistung, die also selbst bezahlt werden muss.

Muss man eine vorgeburtliche Diagnostik (Praenataldiagnostik) machen lassen?

Nein, denn es ist allein Ihre Entscheidung, ob Sie wissen wollen, ob Ihr Kind gesund ist. Vorab sollten Sie aber wissen, dass 96 % aller Kinder gesund zu Welt kommen. Dennoch bleiben bei vielen Frauen Ängste bestehen. Eine Praenataldiagnostik (vorgeburtliche Diagnostik) soll im wesentlichen dazu beitragen, Ihre Ängste zu mildern. In seltenen Fällen kann eine solche Diagnostik aber auch Ängste auslösen und Sie vor Entscheidungen stellen. Wie gehen Sie damit um, wenn ein Kind nicht gesund zu sein scheint.

Auf eine solche Mitteilung reagieren Mütter und Väter meist vollkommen unterschiedlich:
Mütter haben bereits längst eine emotionale Bindung zu Ihrem ungeborenen Kind entwickelt; deshalb überwiegen hier auch meist die Bauchentscheidungen. Väter hingegen sehen das ganze eher rational und treffen Kopfentscheidungen.

Wichtig ist hier eine intensive, nicht direktive Beratung (d.h. eine, die Ihnen nicht vorschreibt, was Sie zu tun haben) und intensive Gespräche mit dem Partner. Bei gravierenderen Fehlbildungen ist es zudem immer sinnvoll, eine 2. Meinung (second opinion) z.B. in einem Praenatalzentrum einzuholen.

Eine solche Beratung erhalten Sie am besten von Humangenetikern und anderen zum Teil staatlichen oder kirchlichen Beratungsstellen.

Was ist eine Chorionzottenbiopsie?

Das Chorion ist die äußere Membran (Hülle) der Fruchthöhle; ihre Zotten wandern in die Gebarmütterschleimhaut ein und bilden die fälschlicherweise Mutterkuchen genannte Placenta. Aus ihr wird mit einer feinen Nadel eine Biopsie (Probeentnahme) durchgeführt. Dieser Eingriff ist meist schmerzarm und dauert selten mehr als eine Minute.

Da der Mutterkuchen (Plazenta) nahezu den gleichen Chromosomensatz besitzt wie das Kind, kann hier schon in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche eine Chromosomenstörung ausgeschlossen werden.

Was sind Chromosomen?

Chromosomen sind Träger der Erbinformationen und sind im jedem Zellkern enthalten. Jede Zelle hat normalerweise 46 Chromosomen, die paarig angelegt sind, das heißt also, dass sich in jeder einzelnen Körperzelle 23 Chromosomenpaare befinden. Bei den Frauen sind das so genannte XX-Chromosomen-Paare, bei den Männern XY-Chromosomen-Paare.

Was ist eine humangenetische Beratung?

Die Humangenetik ist eine besondere Fachrichtung in der Medizin, die sich mit Erbkrankheiten und den diesbezüglichen Erkrankungsrisiken befasst. Die humangenetische Beratung im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft beinhaltet ein ausführliches Gespräch zwischen der Patientin und einem Arzt für Humangenetik. Dabei wird alles Wissenswerte über Erbkrankheiten oder erbliche Erkrankungsanlagen mitgeteilt, zum Beispiel der Verlauf einer solchen Erkrankung, der mögliche Schweregrad, der Weg der Vererbung und das Risiko der Wiederholung einer Erbkrankheit innerhalb eines Familienverbandes. Nicht zuletzt geht es auch darum, bei der Patientin das Wissen um das Risiko von Erbkrankheiten zu vertiefen, und dies zum eigenen Vorteil und zur Gesundheitsvorsorge.

Wie verläuft eine humangenetische Beratung?

Zunächst wird das Beratungsziel durch den Patienten festgelegt. Dann werden eine ausführliche Eigenanamnese (Anamnese = Krankheitsvorgeschichte) und Familienanamnese erhoben. Es findet schließlich eine ausführliche Beratung zu den festgelegten Themen statt, wobei genügend Zeit für alle Fragen bleibt. Eine genetische Beratung dauert im Durchschnitt eine Stunde. Anschließend wird ein Gutachten, in dem alles Besprochene noch einmal zusammengefasst wird, durch den Arzt geschrieben und an den Patienten geschickt.

Ist eine humangenetische Beratung bereits vor Durchführung einer vorgeburtlichen Diagnostik (Praenataldiagnostik) sinnvoll?

Eine humangenetische Beratung sollte vor jeder Pränataldiagnostik einer Schwangeren angeboten werden, damit sie und ihr Partner sich zunächst einmal über die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der einzelnen Untersuchungen informieren können, um sich dann für die Untersuchungen zu entscheiden, die zu ihren individuellen Vorstellungen passen.

Ab wann kann man in der Schwangerschaft sein Kind auf einem Ultraschallbild sehen (Nachweis per Ultraschall)?

Das interessiert verständlicherweise alle Schwangere und ihre Partner ungemein. Die Fruchthöhle ist bereits in der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche, berechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutun zu sehen. in der 6.-7. Woche ist dann schon die Frucht mit dem Dottersack zu sehen, und mit einem guten Ultraschallgerät lassen sich dann auch schon Herzaktionen des werdenden Kindes erkennen.

Um bei diesen frühen "Schau-Terminen" Enttäuschungen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen: die Leibesfrucht ist dann noch nicht in den üblichen Formen eines Kindes zu sehen, sondern sie gleicht dann noch mehr einer großen Bohne. Aber mit jedem weiteren "Schau-Termin" wird das Kind-Bild schöner und für Sie besser erkennbar.

Was ist das First-Trimester-Serum-Screening?

Es hat den Zweck, die Aussage des First-Trimester-Screenings zu verbessern. Dabei werden 2 Werte im mütterlichen Blut bestimmt, zum einen das Papp-A (pregnancy assotiated plasma-protein), ein Eiweiß sowie das ß-HCG (das ist eine Untereinheit des Schwangerschaftshormons (humanes choriongonadotropin), das schon bei der Erstfeststellung Ihrer Schwangerschaft bestimmt wurde.

Für beide gibt es einen Mittelwert, meist gemessen in MoM (multiple of median = das Vielfache des Medians, das ist so etwas ähnliches wie der Mittelwert) oder er wird in der deutschen Version als DoE (degree of extremness) angegeben. Letzteres soll noch etwas genauer sein als der MoM.

Sollte der Papp-A-Wert niedriger und der ß-HCG-Wert höher liegen als der Mittelwert würde sich das bei der Nackentransparenzmessung (bzw. FTS) erzielte Resultat zu Ihren ungunsten verändern.

In den allermeisten Fällen ergibt sich aber gerade bei Patientinnen mit einem höheren Altersrisiko ein Wert, bei dem auf einen invasiven Eingriff verzichtet werden kann. Diese Untersuchungen haben zu einer deutlichen Verringerung der Anzahl an invasiven Eingriffen wie Amniocentese und Chorionzottenbiopsie geführt. Aber noch einmal: selbst wenn der Wert unter dem Wert Ihres Altersrisikos liegt, bedeutet das noch lange kein krankes Kind.

Das ist alles ziemlich kompliziert, deshalb hat sich die FMF-Deutschland (Fetal Medicine Foundation) die sog. Chromosomenampel ausgedacht. Werte im unverdächtigen Bereich sind im grünen, solche, wo weitergehende Untersuchungen empfohlen werden, im gelben und solche bei denen man über einen invasiven Eingriff nachdenken sollte, im roten Bereich angesiedelt.

Sollte in der Schwangerschaft das Geschlecht des Kindes bekannt gegeben werden?

Es gibt nur wenige medizinische Gründe, die dafür sprechen, das Geschlecht des Kindes vor der Geburt zu erfahren. Beispielsweise wäre eine familiäre Erkrankung wie die Bluterkrankheit (Hämophilie), die nur bei Jungen vorkommt, solch ein Grund.

Die Geburt des ersten Kindes ist fast ausnahmslos das eindrucksvollste Erlebnis, das eine Frau in ihrem Leben haben kann. Es gibt daher nicht wenige Gynäkologen, die insbesondere Erstgebärenden davon abraten, sich frühzeitig das Geschlecht mitteilen zu lassen. Die frühe Kenntnis des Geschlechts ist in etwa so wie ein Weihnachtsgeschenk, das man sich schon vor Heiligabend ausgesucht hat. Wenn es dann unter dem Weihnachtsbaum liegt, ist der Reiz weg. Psychologen sagen oft, vor allem sollten die Väter das Geschlecht des erwarteten Kindes nicht vor dessen Geburt wissen, weil der Wunsch nach einem bestimmten Kind bei ihnen sehr viel stärker sei als bei den Frauen. 

Man kann mit dem Gynäkologen vereinbaren, das Geschlecht nicht zu sagen, sondern es in einem geschlossenen Umschlag mitzuteilen. Das gibt Mutter und Vater die Gelegenheit, nochmal darüber nachzudenken, ob die frühzeitige Kenntnis des Geschlechts wirklich so wichtig ist. Wenn es dann schließlich doch sein soll, dann sollte es in einem feierlichen Rahmen geschehen, markiert als ein erster Höhepunkt im Leben der jungen Familie.                           Gibt es aber schon ältere Kinder in der Familie, so kann es sinnvoll sein, ihnen nun doch frühzeitig zu sagen, ob ein Brüderchen oder ein Schwesterchen zu erwarten ist. Andernfalls fixieren sie sich zu sehr auf einen Jungen oder ein Mädchen und sind dann bitter enttäuscht, wenn es am Ende nicht der gewünschte Spielkamerad ist.

Übrigens muss in England die vorzeitige Mitteilung des Geschlechts extra honoriert werden – was verständlich wird, wenn man bedenkt, dass es a) nicht zum Rahmen der Mutterschaftsvorsorge gehört und b) häufig relativ schwierig sein kann, das Geschlecht exakt zu bestimmen. Das wiederum ist abhängig von der Güte des Ultraschallgerätes, der Qualität des Untersuchers, der Lage des Kindes und der Güte der Sichtverhältnisse, die durch starke Bauchdecken eingeschränkt sein können.

 

Was ist eine Praenataldiagnostik?

"Praenatal" heißt "vorgeburtlich", das heißt, dass letztlich alle Untersuchungen, die in der Schwangerschaft vor der Geburt durchgeführt werden, eine Praenataldiagnostik darstellen, ob es jetzt Blutuntersuchungen, Ultraschall oder die Messung des Blutdruckes ist.

Im engeren Sinn wird die Praenataldiagnostik aber für Ultraschalluntersuchungen, invasive Eingriffe wie z.B. Fruchtwasseruntersuchungen oder die Nackentransparenzmessung (Nackenfaltenmessung), für die Ultraschalluntersuchung zum Ausschluss von Fehlbildungen um die 20. Schwangerschaftswoche (SSW) und ähnliches verwendet.

Was wird beim Erst-Trimester-Screening (FTS) untersucht (Untersuchung in der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche)?

Diese Untersuchung wird auch First-Trimester-Screening oder "Nackentransparenzmessung" oder "Nackenfaltenmessung" genannt. Das ist eine Suchmethode (Screening) vor allem nach chromosomalen und anderen Fehlbildungen (bsd. Herzfehler), die in der 12.-14. (11+0 bis 13.+6. SSW) Schwangerschaftswoche mittels Ultraschall durchgeführt werden kann.
Es werden die Scheitel-Steißlänge Ihres Kindes zur relativ exakten Bestimmung des Schwangerschaftsalters gemessen, die Nackentransparenz (auch "Nackenfalte" genannt), ggf. auch das knöcherne Nasenbein, die Frequenz des kindlichen Herzens u.a.

Zusätzlich können mit guten Ultraschallgeräten alle Gliedmassen, die Wirbelsäule, der Magen und die Harnblase sowie die Schädelform und das Herz mit untersucht werden und alle Extremitäten natürlich.

Um eine möglichst sichere Risikoberechnung zu ermöglichen, sollte Ihre Gynäkologin/Gynäkologe dafür zertifiziert sein, d.h. er muss einmal im Jahr eine Reihe von Untersuchungsbefunden anonymisiert (also ohne Nennung des Namens), einer Kommission in Deutschland (die FMF-Deutschland = fetal medicine foundation) vorlegen. Eine Reihe von Ärzten ist auch bei der FMF – London zertifiziert.

Das Risiko wird, wie das Altersrisiko, in Anteilen von z.B. 1:350 angegeben. Das sind 1 Fall auf 350 Patienten. Ausgegangen wird von der Größe der Nackentransparenz (sie erscheint im Ultraschall durchscheinend, daher der Name) und wird in Millimetern bestimmt. Man nennt es im allgemeinen Sprachgebrauch auch Nackenfalte, das ist aber eigentlich keine Falte, sondern eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich und liegt etwa zwischen 1 und 2,5 mm im Normbereich. Nun bedeutet aber ein größerer Wert als 2,5 mm auf keinen Fall, dass das Baby krank sein muss, es ändert sich lediglich das Risiko, dass das Kind krank sein könnte. Aus 1:350 würde dann z.B. 1:125, das bedeutet, dass immer noch 124 von 125 Kinder gesund sind. Machen Sie sich also nicht so viel Sorgen.

Unter Umständen können weitergehende Ultraschalluntersuchungen vor der 14. (13+6) Schwangerschaftswoche (Nasenbeinmessung, Ausschluss einer Tricuspidalinsuffizienz (Rückfluss über die Klappe zwischen rechter Herzkammer und rechtem Vorhof), sowie die Messung des Blutflusses im Ductus venosus, einem dünnen Blutgefäss zwischen Nabelvene und Herz sowie das First-Trimester-Serum-Screening) weiteren Aufschluss geben.

Aber: auch wenn die Erkennungsrate von Chromosomen-Fehlverteilungen mittlerweile bei weit über 90 % liegt, das FTS ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, keine Diagnose (diese erhält man bislang nur über invasive Eingriffe, wie Amniocentese oder Chorionzottenbiopsie).

Soll ich einem Blutzuckertest (Glucose-Toleranztest) machen?

Etwa 3-7 % aller Schwangeren entwickeln einen Gestationsdiabetes, er wird aber vermutlich nur bei jeder 10. Schwangeren entdeckt.

Mit einem oGTT (oralen Glucosetoleranztest) kann man einen Geststationsdiabetes erkennen oder weitestgehend ausschließen.
Hierzu wird beim Frauenarzt zunächst der Nüchtern-Blutzucker bestimmt, dann 75g Glucose in 400 ml Wasser gelöst, getrunken und nach 1 bzw. 2 Stunden folgt erneut eine Blutzuckerbestimmung.

Der Einstundenwert sollte unter 140 mg/dl, der 2-Stundenwert unter 120 mg/dl liegen.
Bei deutlich höheren Werten kann ein auf Diabetes spezialisierter Arzt zu Rate gezogen werden.

Sie sind 40 Jahre alt und haben ein Altersrisiko von 1:100 zum Zeitpunkt der Geburt: die Nackentransparenzmessung war unauffällig und hat einen Wert von 1:1500 ergeben. Das First-Trimester-Serum-Screening aber hat diesen Wert wieder auf 1:400 gedrückt. Muss man sich jetzt Sorgen machen?

Zunächst einmal ist das Ergebnis 4 mal besser als das Ausgangsrisiko, und liegt außerhalb des Bereiches, in dem Ärzte z.B. eine Fruchtwasserpunktion anbieten sollten (wenn der Wer unter 1:300 liegt). Das sollte schon einmal beruhigen. Befindet man sich noch vor der 13+6. SSW, könnte jetzt eine ausführliche Untersuchung bei einem Spezialisten durchgeführt werden. Dabei wird die Messung des Nasenbeines, der Ausschluss einer Tricuspidalinsuffizienz (fehlerhafter Klappenschluss der Herzklappe, die sich zwischen der rechten Herzkammer und dem rechten Vorhof befindet – das fetale Herz ist jetzt etwa Kleinfingel-Nagel groß) und der Messung des Blutflusses in dem Ductus Venosus, das ist der Blutfluss des sauerstoffreichen Blutes von der Plazenta über die Nabelschnur zum Herzen.

Sind alle diese Untersuchungen unauffällig, kann man beruhigt nach Hause gehen und ggf. in der 20.-22. SSW eine erneute sorgfältige Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. In den wenigen andren Fällen wird der betreuende Arzt die Möglichkeiten einer weitergehenden Diagnostik erläutern. Es muss beachtet werden, dass alle Untersuchungen unterhalb des Levels einer Chromosomenanalyse Wahrscheinlichkeitsberechnungen sind, keine Diagnosen. Nur eine Chromosomenuntersuchung bringt eine fast 100%ige Sicherheit.

Einer der Werte beim Erst (First)-Trimester-Serumscreening liegt etwas unterhalb/oberhalb des Grenzwertes. Wie kommen die Grenzwerte zustande?

Ärzte und Biologen haben diese Grenzwerte festgelegt. Ein Wert unter – oder oberhalb dieser Werte bedeutet zunächst einmal nur besondere Aufmerksamkeit und es werden meist Kontrollen angeboten; je näher sie an den Normalwerten liegen, um so unwahrscheinlicher ist es, dass sich tatsächlich ein krankhafter Befund dahinter verbirgt. Dann werden Kontroll- oder weitergehende Ultraschall-Untersuchungen oder eine humangenetische Beratung (s.u.) durchgeführt.

Grenzwerte kommen etwa so zustande: man tut so, als wären nur Menschen zwischen 1,65 m und 1,95 m Größe gesund, das sind in diesem Beispiel die Grenzwerte. Man weiß aber, dass es ganz viele gesunde Menschen oberhalb und unterhalb  dieser Grenzwerte gibt. Hier werden einfach die Grenzen enger gesetzt, um auffällige und krankhafte Befunde nicht zu übersehen. Man schneidet bei der sog. Gauß`schen Verteilungskurve links und rechts etwas ab, Bereiche also, die eigentlich völlig unauffällig sind.

Beim PaPP-A und beim HCG liegen die Grenzwerte bei 0,5 und 2,0 MoM (multiple of medium = das Vielfache eines Durchschnittswertes), sie können auch in DoE (degree of extremness, bei Verwendung der Berechnung der FMF Deutschland) ausgewiesen werden.

Was macht eine Hebamme?

Hebammen sind die Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillen. Hebammen sind dafür speziell ausgebildet worden und dürfen per Gesetz eigenständig arbeiten.

Welche Leistungen bieten Hebammen an?

 

  1. In der Schwangerschaft
    • Beratung
    • Geburtsvorbereitungskurse
    • Vorsorgeuntersuchungen
    • Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden
    • Wendungshilfe bei Beckenendlage
    • Körperarbeit (Yoga, etc.)
    • Akupunktur, alternative Heilmethoden
    • Säuglingspflegekurse, Tragetuchkurse, Stillkurse, etc.
  2. Betreuung unter der Geburt
    • in der Klinik (Klinikhebammen oder Beleghebammen)
    • im Geburtshaus
    • zu Hause
  3. Nach der Geburt
    • in der Klinik (Wochenstation)
    • zu Hause (Wochenbettbetreuung, bis zu 16 Besuchen in den ersten acht Wochen)
    • Stillberatung (bis zum Ende der Stillzeit, max. bis zum Ende des 2. Lebensjahres des Kindes)
    • Beikosteinführung
    • Rückbildungskurse
    • Baby-Massage-Kurse
    • Stillgruppen

 

Kann sich jede Frau direkt an eine Hebamme wenden? Was kostet die Betreuung?

Sie können sich frei für die Hebamme Ihrer Wahl entscheiden. Die Kosten für die Betreuung übernimmt die Krankenkasse. Privat Versicherte müssen sich über ihre Leistungsansprüche bei ihrer privaten Krankenversicherung informieren.

Wann sollte man sich mit einer Hebamme in Verbindung setzen?

Für die Hebammenhilfe außerhalb der Klinik (vor und nach der Geburt) setzt man sich möglichst früh (ab 12. Schwangerschaftswoche) mit einer freiberuflich tätigen Hebamme in Verbindung. Während eines Hausbesuches, in einer Praxis oder am Telefon berät Sie die Hebamme zu allen Fragen.

Wie finde ich eine Hebamme in meiner Nähe?

Freiberufliche Hebammen findet man in Hebammenlisten der Geburtskliniken, oder direkt beim Hebammen-Landesverbandes des jeweiligen Bundeslandes.

Sicherlich kann auch Ihr Frauenarzt/ Ihre Frauenärztin Ihnen entsprechende Adressen geben, oder Sie fragen Mütter, die vor kurzem entbunden haben und von einer Hebamme betreut wurden.

 

Sie haben gerade eine Sechsfachimpfung erhalten und jetzt festgestellt, dass Sie schon schwanger waren, was sollen Sie tun?

Hier stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Gefahr durch die Rötelnimpfung. Sie wird häufig als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch genannt. Zunächst sollte aber festgestellt werden, in welcher Schwangerschaftswoche Sie waren, als Sie die Impfung erhalten haben; denn in den ersten 2 Schwangerschaftswochen sind Sie noch gar nicht schwanger gewesen und in den nächsten 2-3 Wochen gilt wahrscheinlich die Alles-oder-Nichts-Regel. Das bedeutet, dass es für den Fall einer Infektion eher zu einem Abort als zu einer Fehlbildung kommt. Im Einzelfall muss aber eine genauen Beratung durch Ihren Frauenarzt bzw. durch einen Humangenetiker durchgeführt werden.

Was bezeichnet man eigentlich als Abort/Fehlgeburt?

Von einem Abort spricht man dann, wenn eine begonnene Schwangerschaft durch das Zugrundegehen (Absterben) der Frucht in der Gebärmutter oder durch die Ausstoßung der Frucht beendet wird, und die Frucht nicht schwerer als 500 g ist. Das entspricht der 21. / 22. Schwangerschaftswoche (SSW).

Ist die Fehlgeburt ein eher seltenes Ereignis?

Nein, ganz und gar nicht. Es wird Sie verwundern, aber es ist eher die Regel. Aufgrund von Hormonbestimmungen des Schwangerschaftshormons (HCG), weiß man schon sehr lange, dass bis zur 4. SSW, also bis zum erwarteten Auftreten der nächsten Regelblutung, bereits mindestens 50 % der angelegten Schwangerschaften wieder zu Grunde gehen. Die angehenden Schwangeren bemerken von einer derartigen Schwangerschaft kaum etwas. Zwischen der 6.-8. SSW liegt die Fehlgeburtsrate noch bei 15 %, um dann bis zur 17. SSW auf 2-3-% abzufallen.(Berle, Spontanabortrate in der Frühschwangerschaft, Gynäkologe 1988, 21:93)

Zudem erleben wir derzeit, dass das mütterliche Alter bei Schwangerschaften ansteigt, damit steigt auch die sog. Spontanabortrate. So lag 1983 die Spontanabortrate bei Frauen bis zum 19. Lebensjahr bei 7 %, bei Frauen ab dem 35.Lebensjahr allerdings schon bei 17 %. (Koller,S. Springer,Heidelberg 1983). Die Zahlen dürften sich nicht so gravierend geändert haben.

 

Mit anderen Worten: eine Fehlgeburt ist eigentlich eine Normalität bei Frauen in der fertilen (fruchtbaren Phase).

 

Warum kommt es so häufig zur Fehlgeburt?

Man muss davon ausgehen, dass nur ein geringer Prozentsatz der fertilisierten (befruchteten) Eizellen zu einer intakten Schwangerschaft führt. Griffin u.a. konnten1996 zeigen, dass bei 70 % der Fehlgeburten genetische Veränderungen vorlagen,dabei handelt es sich im wesentlichen um Fehlverteilungen der Chromosomen. 

In unseren Körperzellen finden sich 46 Chromosomen. Die Eizelle hingegen hat nur 23 Chromosomen. Auf seiner Wanderung durch den Eileiter teilt sich diese Eizelle zweimal.

Mit zunehmendem Alter scheint dieser Prozess nicht mehr reibungslos zu funktionieren, so dass es des häufigeren vorkommt, dass bei der Teilung ein Chromosom fälschlich in die neue Zelle übertragen wird, so dass statt eines paarigen Chromosoms, dieses dreimal vorhanden ist (Trisomie). In der anderen Zelle kommt es dann nur einmal vor (Monosomie). Diese Zellen gehen aber überwiegend zugrunde. 

Menschen haben 23 Chromosomenpaare (Ausnahme, der Mann, statt wie bei der Frau liegen die Geschlechtschromosomen nicht vor als XX sondern als XY). Die oben beschriebene Trisomie (3-fach Auftreten eines Chromosoms) kommt am häufigsten bei den Chromosomen 16, 22, 21 und 15 vor. Davon gehen Feten mit einer Trisomie 16,22 und 15 als Fehlgeburten zugrunde. Nur die Trisomie 21 kann überleben und ist nachgeburtlich bekannt unter dem Namen „Down-Syndrom“.

Bei den anderen Trisomien sind die genetischen Veränderungen (Chromosome sind Träger der Gene) so gravierend, dass sie schon mit dem Leben in der Gebärmutter nicht, geschweige denn, mit dem Leben außerhalb der Gebärmutter vereinbar sind. Sie gehen als Fehlgeburten zugrunde.

Da also ein Großteil der Fehlgeburten durch chromosomale Fehlverteilungen entsteht, auf die niemand einen Einfluss hat, scheint es doch von der Natur eigentlich gut eingerichtet zu sein, dass schwerwiegende Fehlbildungen gar nicht erst ausgetragen werden.

Das ist aber auch gleichzeitig der Grund, warum die meisten Behandlungsversuche fehlschlagen.

 

Wie macht sich eine Fehlgeburt bemerkbar?

Das wichtigste Zeichen sind Blutungen aus der Scheide. Je nach Art des Abortes sind sie unterschiedlich stark. Zudem kann Druck im Unterleib verspürt werden, u.U. können auch wehenartige Schmerzen und Kreuzschmerzen auftreten.

Blutungen in der Frühschwangerschaft. Muss ich strenge Bettruhe einhalten?

Natürlich kann eine Blutung in der Frühschwangerschaft ein Hinweis auf ein Abortgeschehen sein.

Wichtig ist es, per Ultraschall die Vitalität und die Lage des Feten in der Gebärmutter ebenso zu beurteilen wie die Lage des Mutterkuchens (Plazenta) und die Frage zu klären, ob es sich um einen Bluterguss hinter der Plazenta (retroplacentares Haematom) handelt.

Mit einer Spiegeleinstellung (Spekulum) sollte geklärt werden, ob es sich um Kontaktblutungen aus dem – in der Schwangerschaft leichter verletzlichen – Muttermund (Portio) handelt, oder ob sie aus der Gebärmutter kommen. 

Welche Farbe haben die Blutungen? Frisch-rotes Blut spricht für eine aktuelle Blutung, bräunliches für eine länger zurückliegende. Bei Letzterer hätte sich das Haematom verflüssigt und läuft ab, was eigentlich nur gut sein kann.

 

20% der Schwangeren bluten zu Beginn der Schwangerschaft, häufig ohne dass sich eine Ursache finden lässt.

M.E. ist strenge Bettruhe nicht angesagt, häufig wird sie nur deshalb verordnet,
weil eine andere effektive Therapie nicht zur Verfügung steht. (D.M.)

 

Welche Arten von Fehlgeburten unterscheidet man?

Es gibt die drohende Fehlgeburt (abortus imminens), die verhaltene Fehlgeburt (missed abortion), den in-Gang-gekommenen Abort (abortus incipiens), den unvollständigen Abort (abortus incompletus), den vollständigen Abort (abortus completus), den fieberhaften Abort (abortus febriles) und den häufig wiederkehrenden Abort (habitueller Abort).

Was ist ein Abortus imminens (drohende Fehlgeburt)?

Bei der sog. drohende Fehlgeburt (abortus imminens) treten zwar Blutungen auf, im Ultraschall ist aber eine vitale Frucht zu erkennen d.h. das Schlagen des kindlichen herzens ist zu erkennen und der Muttermund ist geschlossen.

 

Zusätzlich kann mittels des Anstiegs des Hormons HCG (humanes Choriongonadotropin – das Schwangerschaftshormon) festgestellt werden, dass die Schwangerschaft intakt ist.

Hier ist die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu gebären, am größten und liegt bei deutlich über 80 %. 

Die Behandlungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, außer körperlicher Schonung und Bettruhe steht keine Therapie zur Verfügung; es gibt aber auch keinerlei Beweise für ihre Wirksamkeit.

 

 

 

.Im Hier ist die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu gebären, am größten. 

 

Was ist eine verhaltenen Fehlgeburt (missed abortion)?

Auch bei der sog. verhaltenen Fehlgeburt (missed abortion) ist der Muttermund geschlossen, aber im Ultraschall lassen sich keinerlei Lebenszeichen finden. Zudem verringern sich die subjektive Schwangerschaftzeichen wie Spannen in der Brust und Übelkeit. Aus unterschiedlichen Gründen kommt es nicht zum Abgang der abgestorbenen Frucht, sie kann sogar über die 12. SSW hinaus ohne Nachteile für die Mutter in der Gebärmutter verbleiben, allerdings können jederzeit Blutungen auftreten.

Bis zur 12. – 14. SSW wird in einem solchen Fall eine Saugkurettage (gemeint ist die schonendste Form der Entfernung von Schwangerschaftsresten aus der Gebärmutter) durchgeführt. In späterer Schwangerschaftsphasen muss nach heutigem Stand die Frucht geboren werden, indem durch Medikamente, wie Prostaglandin der Muttermund aufgeweicht und durch das Hormon Oxytocin Wehen ausgelöst werden.

Als seltene Komplikation gilt in späterer Schwangerschaftsphase das Auftreten von lebensbedrohlichen Gerinnungsstörungen.