Allgemein

Welche Impfungen soll man durchführen lassen?

Es ist ein Segen, dass die Kinder heute durch sehr wirksame Impfungen vor vielen schweren Erkrankungen geschützt werden können.
Nur durch konsequentes Impfen wurde

  • die früher tödlichen Pocken ausgerottet,
  • die Kinderlähmung bis auf kleine Teile Indiens und Afrikas eingedämmt und
  • Diphtherie, Tetanus, Masern, Mumps, Röteln sowie Infektionen mit Hämophilus influenzae zu 95,7 – 99,7 % reduziert (Daten aus USA von 1900-1998).

 

Nur der Keuchhusten macht eine Ausnahme, da die Impf-Immunität nur ca. 10 Jahren beträgt und regelmäßig aufgefrischt werden muss. Impfkomplikationen sind um 1:30.000 bis 1:100.000 geringer als die Komplikationen als Folge von durchgemachten Infektionskrankheiten. Durch frühe Impfung wird die Immunität gestärkt und die Ausbildung von Allergien hierdurch deutlich vermindert. Dies weiß man von Kindern, die auf dem Bauernhof aufgewachsen sind und die frühzeitig mit einer großen Anzahl von "Allergenen" Kontakt haben.
Argumente der Impfgegner, die Impfungen würden Multiple Sklerose, Autismus, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, Krampfanfälle und Plötzlichen Säuglingstod (SID) verursachen, sind reine Spekulationen und wissenschaftlich nicht haltbar. Die deutliche Senkung der Todesrate beim SID alleine durch Prävention (Bauchlage, Stillen, Rauchverbot) trotz zunehmenden Impfungen beweist diese Falschaussage.
Sogar die Anthroposophen haben ihre Meinung geändert und empfehlen die Impfung gegen Masern.

Zum Abschluss: Die Natur erfindet auch in Zukunft neue Erregergruppen, wir sollten uns vor den bereits bekannten Erreger durch Impfung schützen. Impfung schützt Leben!

Ein regelmäßiger Zusammenschluss von namhaften Wissenschaftlern und Experten aus Klinik, Praxis und Öffentlichem Gesundheitsdienst (STIKO) hat diese Impfungen empfohlen und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Je früher die Impfungen beginnen, umso früher und besser sind die Babys geschützt. Dies trifft vor allem für die Impfung gegen Keuchhusten zu, da Neugeborene wegen fehlendem Immunschutzes durch die Mutter vom 1. Lebenstag an angesteckt werden können (Familie, Freunde, Großeltern). Keuchhusten ist in den ersten Lebensmonaten lebensgefährlich. Daher beginnt die Impfung bereits im Alter von zwei bis drei Monaten mit der Kombinationsimpfung gegen Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung (Polio), Hämophilus influenzae (bakterielle Meningitis) und Hepatitis B. Gleichzeitig sollte am gleichen Tag auch die Impfung gegen Pneumokokken (Erreger der Meningitis, Lungenentzündung und Mittelohrentzündung) durchgeführt werden. Diese beiden Impfungen müssen noch 2x im Abstand von mindestens 4 Wochen wiederholt werden. Danach hat das Baby einen Schutz zu ca. 80 %. Erst mit der Auffrisch-Impfung (6-fach + Pneumokken) im 2. Lebensjahr ist der Impfschutz vollständig.Kombinationsimpfungen sind sehr sinnvoll, da den Kindern damit viele "Piekse" erspart werden und allergische Nebenreaktionen seltener auftreten. Das Immunsystem wird damit nicht überfordert. Dies trifft auch für die Kombi-Impfung gegen Masern/Mumps/Röteln/Windpocken zu, die im Alter von 8-10 Monaten gegeben wird, im 2. Lebensjahr eine Auffrisch-Impfung. Die Impfung gegen Windpocken schützt vor schweren Verläufen (16 %), vor Komplikationen (6 %) wie bakterielle Hautinfektionen, Meningitis (Hirnhautentzündung), Encephalitis (Hirnentzündung), Gerinnungsstörungen sowie vor schweren Verläufen der Gürtelrose (Herpes zoster) als häufige Nachfolge-Erkrankung. Die letzte von der STIKO empfohlene Impfung ist ab dem 12. Lebensmonat die Impfung gegen Meningokokken C, die eine schwere Form der Meningitis mit Gerinnungsstörung hervorruft. Diese Impfung muss nicht wiederholt werden, der Schutz hält lebenslang.

Eine sehr sinnvolle zusätzliche Impfung ist die Schluckimpfung gegen Rota-Viren. Diese Viren können eine schwere Form der Durchfallerkrankung mit Fieber und Erbrechen hervorrufen, meist müssen diese Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Diese Viren werden sehr leicht auf das Baby übertragen, besonders in Krippen und beim Babyschwimmen (die Rota-Viren überleben im Chlorwasser). Impfung möglichst ab der 6. Lebenswoche, 2-3x je nach Impfstoff, Abschluss der Impfung im 6. Lebensmonat. Die STIKO hat diese Impfung noch nicht empfohlen, viele Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten von ca. 150 Euro, auf jeden Fall alle Privatkassen.

Sehen Sie dazu bitte unter "Nützliches" den Impfkalender, mit allen wichtigen Impfungen im Säuglings- und Kindesalter.

Was ist der BMI (Body-Mass-Index)?

Mit dem BMI kann man errechnen, ob das Körpergewicht im Verhältnis zur Körperlänge im optimalen Bereich ist oder ob man als unter- oder übergewichtig gilt (body-mass-Formel).

Die Berechnung erfolgt nach der Formel:
Körpergewicht (in kg) geteilt durch die Körperlänge im Quadrat (also z.B. 1,65 m x 1,65m). Das Ergebnis ist eine zweistellige Messzahl.

Welcher BMI (Body-Mass-Index) wird als normal angesehen?

Als Faustregel gilt bei Frauen die Zahl zwischen 20 und 25. Unter diesem Wert spricht man von Untergewicht, darüber von leichtem Übergewicht, ab 40 von Fettleibigkeit (Adipositas).
Geringfügige Abweichungen sind nicht tragisch und sollten nicht in zwanghaften Diät-Versuchen münden. Mit steigendem Lebensalter steigt der BMI ohnehin.

Wie funktioniert Ultraschall?

Ultraschall ist ein Bild gebendes Verfahren. Im Schallkopf des Ultraschallgerätes werden Kristalle in Schwingungen versetzt. Sie erzeugen einen Schall, dessen Frequenzen oberhalb des hörbaren Bereiches liegen.
Diese Schallwellen durchdringen das Gewebe und werden je nach Festigkeit und Struktur (z.B. Knochen) wieder reflektiert, vom Schallkopf aufgenommen, in elektrische Impulse umgewandelt und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht.
Mittlerweile haben die Ultraschallgeräte ein so hohes Auflösevermögen, dass bereits feine fetale Strukturen schon in der 12.-14. Schwangerschaftswoche erkennbar sind.

Was ist eine humangenetische Beratung?

Die Humangenetik ist eine besondere Fachrichtung in der Medizin, die sich mit Erbkrankheiten und den diesbezüglichen Erkrankungsrisiken befasst.

Die humangenetische Beratung im Zusammenhang mit einem Kinderwunsch oder einer Schwangerschaft beinhaltet ein ausführliches Gespräch zwischen der Patientin und einem Arzt für Humangenetik. Dabei wird alles Wissenswerte über Erbkrankheiten oder erbliche Erkrankungsanlagen mitgeteilt, zum Beispiel der Verlauf einer solchen Erkrankung, der mögliche Schweregrad, der Weg der Vererbung und das Risiko der Wiederholung einer Erbkrankheit innerhalb eines Familienverbandes. Nicht zuletzt geht es auch darum, bei der Patientin das Wissen um das Risiko von Erbkrankheiten zu vertiefen, und dies zum eigenen Vorteil und zur Gesundheitsvorsorge.

Bekommt man in der humangenetischen Beratung einen Rat, wie man sich verhalten soll?

Eine humangenetische Beratung soll Ihnen ausführliche Informationen liefern. Sie wird aber immer Ergebnis-offen durchgeführt, d.h. sie soll die Patientin/den Patienten so gut informieren, dass sie oder er eine gute Wissensgrundlage hat, eine eigene Entscheidung zu treffen. Der Arzt kann allerdings, wenn gewünscht, den Entscheidungsprozess begleiten.

Ist eine humangenetische Beratung bereits vor Durchführung einer vorgeburtlichen Diagnostik sinnvoll?

Eine humangenetische Beratung sollte vor jeder Pränataldiagnostik einer Schwangeren angeboten werden, damit sie und ihr Partner sich zunächst einmal über die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der einzelnen Untersuchungen informieren können, um sich dann für die Untersuchungen zu entscheiden, die zu ihren individuellen Vorstellungen passen.

Wann kann man nach Absetzen der Pille schwanger werden?

Das kann vom ersten Zyklus an möglich sein, doch kann es auch Monate dauern, je nachdem, ob es vor der Pilleneinnahme einen regelmäßigen Zyklus gab oder nicht.

Was sind häufige Themen in der humangenetischen Beratung?

Außerhalb einer Schwangerschaft sind es wiederholte Fehlgeburten, späte Fehlgeburten oder Totgeburten, Komplikationen in der vorangegangenen Schwangerschaft, Kinderwunsch bei Medikamenteneinnahme oder mütterlicher Grunderkrankung, Kinderwunsch bei Verwandtenehen, Kinderwunsch nach Chemo- oder Strahlentherapie, das Vorkommen erbliche Erkrankungen in der Familie wie z.B. erbliche Tumorerkrankungen (Brustkrebs, Darmkrebs), Stoffwechselerkrankungen, Thromboseneigungen, neurologische Erkrankungen, Muskelerkrankungen, u.a.m., Kinder mit Behinderungen und dem Verdacht auf eine genetische Erkrankung, die von Ihren Eltern vorgestellt werden.

In der Schwangerschaft sind es meist Fragen zu den Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik, das mütterliche Altersrisiko, die versehentlich erfolgte Medikamenteneinnahme oder Röntgenuntersuchung in der Schwangerschaft, die Einnahme von Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft, Infektionen während der Schwangerschaft, auffällige Untersuchungsbefunde in der Schwangerschaft wie z.B. Blutbefunde, Ultraschallbefunde, Befunde der Fruchtwasseruntersuchung (Amniocentese) oder der Mutterkuchenuntersuchung (Chorionzottenbiopsie).

Welche Impfungen sollten vor einer Schwangerschaft durchgeführt werden?

Vor einer geplanten Reise, ganz sicher aber vor einer Fernreise, sollte der Impfschutz überprüft werden. Nehmen Sie bitte Ihren Impfpass zur Hand (den Sie bei Fernreisen ohnehin benötigen), und lassen ihn von Ihrem Arzt überprüfen und ggf. nachimpfen.

Bei Kinderwunsch sollte besonders nach einer Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken) eine Verhütung über 3 Monate durchgeführt werden. Bislang konnte zwar nicht nachgewiesen werden, dass es bei versehentlicher Impfung in eine bestehende Schwangerschaft zu nachfolgenden Schäden gekommen ist, dennoch ist diesbezüglich Vorsicht angebracht. 

Ähnlich sollte man mit der Malariaprophylexe verfahren. Für die Einnahme von Mefoquin, Malarone® und Doxycyclin wird ebenfalls eine sicher Verhütung für 3 Monate nach Einnahme empfohlen. Vorsichtshalber fährt man deshalb bei Kinderwunsch erst gar nicht in ein Malariagebiet, da ja in dem Zeitraum zwischen Planung der Reise und Rückkehr durchaus eine Schwangerschaft eintreten könnte.

Die nachfolgenden Impfungen sind bei Kinderwunsch möglich und erwünscht:

  • Der routinemäßige Schutz vor Tetanus und Diphtherie (alle 10 Jahre)
  • Dazu Schutz vor Keuchhusten als neue Empfehlung (Kombi-Impfung). Auch die Umgebung des Säuglings (Erwachsene, besonders Großeltern) sollte gegen Keuchhusten geimpft sein. Die Ansteckung bedeutet für Säuglinge Lebensgefahr, da sie von der Mutter keine fertigen Antikörper gegen Keuchhusten erhalten haben.
  • Überprüfen Sie Ihren Impfschutz gegen Röteln. Durch eine Röteln-Infektion in der Frühschwangerschaft kann es zu schweren Fehlbildungen (Auge, Ohr, Herz) kommen bzw. der Fötus kann absterben.
  • Ca. 4-5% der Frauen im gebärfähigen Alter haben in ihrem Leben noch keine Windpocken durchgemacht. Eine Ansteckung in der Schwangerschaft und kurz vor der Geburt des Kindes kann zu schweren Infektionen des Kindes mit Fehlbildungen oder Todesfolge führen. Daher sollte, ähnlich wie bei Röteln, schon vor der Schwangerschaft ein Bluttest bzw. eine zweimalige Impfung gegen Windpocken durchgeführt werden.
  • Der Schutz vor Hepatitis-B sollte ebenfalls überprüft werden

 

Sie wünschen sich ein Kind, und es hat noch nicht geklappt. Wie lange sollen Sie warten, bevor Sie zu einem Spezialisten gehen?

Wenn diese Frage auftaucht, sollte man nicht so schnell nervös werden und bedenken, dass die Natur oft seltsame Wege geht und das Kinderkriegen nicht automatisch funktioniert wie gewünscht. Von einer Kinderlosigkeit, also einer Sterilität, spricht man ohnehin erst, wenn es mit der Schwangerschaft in einem Zeitraum von eineinhalb Jahren nicht geklappt hat. Ein Trost mag dabei die Tatsache sein, dass weitaus die meisten Frauen schwanger werden, wenn sie nur genügend Geduld aufbringen.

Es gilt dabei zu bedenken: Selbst eine noch junge Frau hat selten zwölf Zyklen pro Jahr, in denen eine Befruchtung möglich ist, und, je älter man wird, desto seltener gibt es solche Zyklen. Etwa vom 40. Lebensjahr an ist vermutlich nur noch jeder dritte Zyklus befruchtungsfähig. Als Zyklus bezeichnet man den Abstand von einer Regelblutung zur nächsten. Etwa vom 40. Lebensjahr an ist vermutlich nur noch jeder dritte Zyklus befruchtungsfähig.

Von einer Kinderlosigkeit (Sterilität) spricht man erst nach einer Zeit von eineinhalb Jahren. Sie können den Zeitpunkt Ihrer Mutterschaft nicht vorherbestimmen und fest planen. Schon als junge Frau haben Sie selten 12 befruchtungsfähige Zyklen pro Jahr.

Reisen und Kinderwunsch

Auch, wenn Sie schon sehnsüchtig eine Schwangerschaft erwarten und bei speziellen Fachärzten in Behandlung sind, vergessen Sie nicht, Sie befinden sich damit in einer Stresssituation auch und besonders für Ihrer Partnerschaft. Da ist zwischendurch eine gemeinsame Entspannung oder Erholung an einem anderen Ort angebracht.

Wie der Stress letztlich auf unsere Hormonregulierung und damit auf die Realisierung Ihres Kinderwunsches wirkt, kann man nur vermuten. Einen besonders positiven Einfluss wird man aber kaum erwarten können.
Wenn Sie in den Urlaub fahren, lassen Sie alles, was an Schwangerschaftsplanung erinnert, zu Hause (Thermometer wirklich nur zum Fiebermessen, Basaltemperaturkurve, elektronischen Rechner der fruchtbaren Tage usw.).

Verbringen Sie unbeschwert mit Ihrem Partner diesen Urlaub. Achten Sie nicht auf irgendwelche Termine, lieben Sie sich wann und wo auch immer sie wollen. Nutzen Sie die Zeit zum Wiederbeleben Ihrer Partnerschaft.
Vielleicht gehören Sie hinterher zu den Vielen, die feststellen, dass Ihr Kind gerade in dieser Zeit der Entspannung gezeugt worden ist, ohne den Druck, hier und heute den angeblich „einzigen“ fruchtbaren Tag zu erwischen.

Bei sportlichen Tätigkeiten gibt es keine Einschränkungen. Wenn Sie allerdings einen Tauchurlaub planen, sollten Sie noch weiter verhüten. Da das Tauchen in der gesamten Schwangerschaft von ärztlicher Seite untersagt wird, und Sie eine Frühschwangerschaft beim Kinderwunsch nie ganz ausschließen können, sollten Sie entweder verhüten oder das Tauchen unterlassen.