Wochenbett

Was ist das Wochenbett?

Die ersten 6-8 Wochen nach der Geburt nennt man das „Wochenbett“.

Diese Zeit wird vermutlich so genannt, weil früher die Mütter nach der Geburt
das Bett hüten mussten, bis die Wunden verheilt und der Wochenfluss versiegt war.
In der Zwischenzeit wurden sie von der Großfamilie versorgt, konnten in Ruhe ihr Kind stillen und sich von den Anstrengungen der Geburt erholen.

Davon können Mütter heute nur träumen. Mütter setzen sich heutzutage dabei allerdings selber unter Druck und wollen so schnell wie möglich wieder auf den Beinen sein und so schnell wie möglich ihre Ideal-Figur und ihr Traumgewicht wieder erreichen.

Dabei hätten sie es verdient, nach 9 Monaten Schwangerschaft und einer meist anstrengenden Geburt ein wenig Ruhe zu finden. Schließlich kommt es in dieser Phase zu erheblichen Veränderungen des Organismus durch Wegfall der in der Schwangerschaft produzierten Hormone. Zudem können Probleme und Komplikationen als Folge von Verletzungen, Blutungen und Blutergüssen auftreten.
Auch Stillprobleme mit Milchstau und Brustentzündungen können eine Pflege dringend erforderlich machen.

Was ist eine Wöchnerin?

Mütter werden nach der Geburt in der ersten 6 Wochen als Wöchnerinnen bezeichnet. Sie befinden sich im „Wochenbett“ und haben ihren „Wochenfluss“, der durch die langsame Entfärbung von blutig zum klar den Heilungsprozess der Gebärmutter anzeigt.

Im Englischen nennt man sie: „midwifes“.
 

Was ist der Wochenfluss?

Nach dem Ausstoßen der Plazenta (Mutterkuchen) verbleibt eine Wunde, die sich erst nach und nach schließt. Wie von jeder anderen Wunde auch, werden Blut, geronnenes Blut und Gewebswasser, in diesem Fall aber auch kleinere Reste der Plazenta, des Mutterkuchens ausgeschieden. Diese Flüssigkeit, der Wochenfluss, wird im medizinischen Sprachgebrauch „Lochien“ genannt.

• In den ersten 2-3 Tagen besteht der Wochenfluss aus Blut.
• Ab dem 4.-6. Tag wird der blutige Anteil immer geringer.
• Zu Beginn der 2. Woche wird ein eher gelbfarbiges Sekret ausgeschieden.
• Etwa in der 3.-4 Woche nach der Entbindung bildet sich die Schleimhaut der             Gebärmutter, das Endometrium, neu und das Sekret wechselt zur Farbe grau-         weiß.
• Nach ca. 6-8 Wochen ist die Wunde vollständig regeneriert, die Sekretion lässt         völlig nach und der neue Zyklus beginnt mit der ersten Regelblutung.

Der Wochenfluss ist nach einem Kaiserschnitt meist geringer, weil zum Abschluß der Operation die Gebärmutter nach Resten der Plazenta abgesucht wird, ggf. sogar curettiert wird (ausgeschabt) und die vorhandenen Blutgerinnsel entfernt werden.
 

Was passiert im Wochenbett mit der Gebärmutter?

 Der Uterus (Gebärmutter) hat zum Zeitpunkt der Geburt ein Gewicht von ca. 1000g. Innerhalb von 5-6 Wochen bildet sich die Gebärmutter langsam zurück, bei Mehrgebärenden bisweilen unter schmerzhaften Nachwehen, und hat schließlich sein ursprüngliches Gewicht von ca. 50 g wieder erreicht.

Der Gebärmuttermund (Zervix) unterliegt in diesen 6 Wochen ebenfalls starker Veränderungen. Etwaige notwendige operative Korrekturen nach Einrissen unter der Geburt sollte man daher erst nach 5-6 Wochen durchführen.

Was passiert im Wochenbett mit der Vagina und dem Beckenboden?

Beim Geburtsvorgang weitet sich die Vagina auf die Weite eines 12 cm-Durchmesser messenden großen Balles. Innerhalb von 3-4 Wochen nähert sich die Vagina dem Tonus (Spannungszustand) an, wie er vor der Schwangerschaft bestanden hat, und nimmt auch das ursprüngliche anatomische Relief wieder an.
Natürlich ist auch der Beckenboden stark überdehnt worden. Er nimmt im Laufe der Zeit an Festigkeit wieder zu, was durch spezielle Beckenbodenübungen gefördert werden kann.
Fragen Sie hierzu Ihre Hebamme.
 

Welche Veränderungen finden im Wochenbett noch statt?

a) Gewicht: Durch die Rückbildungsvorgänge nach der Geburt, (Kind, Mutterkuchen und Fruchtwasser wiegen ca. 5-6 kg) verlieren Sie bis zu 12 kg, denn in den nächsten ein bis 2 Wochen verringert sich das Körpergewicht noch einmal um 3-5 kg, da Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschwemmt wird. Weitere 1-2 kg gehen auf das Konto der kleiner werdenden Gebärmutter u.ä.



 

b) erschlaffte Bauchmuskeln: Im Wochenbett nehmen nach und nach die zuvor überdehnten Bauchmuskeln inklusive der Haut ihren ursprünglichen Spannungszustand wieder an. Insbesondere nach der Geburt eines sehr großen Kindes oder nach Mehrlingsschwangerschaften kann es allerdings länger dauern.

 
c) Schwangerschaftsstreifen s.auch „mothers-talk“/Schwangerschaft/Haut und Schwangerschaft“. Meist stellt man leider fest, dass das viele Eincremen nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat. Je nach Veranlagung sind doch Streifen entstanden, die zunächst noch rötlich-blau, später dann eher silbrig weiß erscheinen.

d) Hautveränderungen: insbesondere die Farbveränderungen wie die stärker pigmentierten Stellen im Gesicht und der bräunliche Streifen über und unter dem Nabel blassen ab.sbesondere die Farbveränderungen wie die stärker pigmentierten Stellen im Gesicht und der bräunliche Streifen über und unter dem Nabel blassen ab.
 

Was passiert im sog. Frühwochenbett und was ist das?

Als Frühwochenbett bezeichnet man die ersten 7-10 Tage nach der Geburt.  Bis zur Jahrtausendwende fand diese Zeit noch im Krankenhaus statt.
Der Grund dafür ist vielschichtig: die Rückbildung der Gebärmutter kann besser kontrolliert werden und eine Infektion, ebenso wie gravierende Kreislaufprobleme, wie Schock und zu starker Blutverlust können frühzeitig erkannt werden.
Aufgrund der Erschöpfung der Mutter nach der Geburt und dem Abklingen der Rückenmarkanästhesie kann es zu Schüttelfrost und Kreislaufproblemen kommen.

Es können Schmerzmittel aufgrund der Kaiserschnittnarbe oder der Verletzungen von Scheide und Damm nötig werden. Auch das Aufstehen ist manchmal nur mit Hilfe möglich. Am 2.-4. Tag kann es zum Milcheinschuss in die Brust kommen, und Sie die Hilfe einer Kinderkrankenschwester oder Stillberaterin benötigen.
In dieser Zeit kann es auch, besonders bei Mehrgebärenden, zu schmerzhaften Nachwehen kommen – übrigens auch beim Stillen – ausgelöst durch das Hormon Oxytocin, das die wichtige schnelle Verkleinerung der Gebärmutter fördert.

Die Harnblasenfunktion sollte überwacht werden, die Blase sollte alle 4-6 Stunden entleert werden. Manchmal ist das nach der Geburt erschwert. Durch den starken Druck des kindlichen Köpfchens auch auf die Harnröhre können Schwellungen auftreten, die zum anfänglichen Verlust des Harnblasenreflexes führen kann. In solchen Fällen muss die Harnblase katheterisiert werden.
Auch die Darmfunktion muss überprüft werden. Meist wird vor der Geburt der Darm entleert und es gibt flüssige Kost, damit der Stuhlgang nach der Geburt wieder in Gang kommt. Sollte bis zum 4. Tag noch kein Stuhlgang erfolgt sein, muss mit Abführmitteln die Darmfunktion wieder hergestellt werden.

Bereits im Frühwochenbett erlernen Sie von Hebammen oder Physiotherapeutinnen die Wochenbettgymnastik, die Sie auch zu Hause weiter betreiben sollten, um die Spannung der überdehnten Muskulatur wieder herzustellen und um späteren Senkungsbeschwerden durch Anspannungen des Beckenbodens vorzubeugen.
Manchmal fällt das Aufstehen und Gehen schwer, da durch Überdehnung des Beckenringes die Symphyse (unter dem Schambeinhügel gelegen) und die Ileo-Sakralfugen (schmaler Gelenkspalt zwischen dem Kreuzbein und den beiden Beckenschaufeln) aufgelockert sind. Auch hier helfen gymnastische Übungen.

Heutzutage werden Wöchnerinnen lange vor Beendung des Frühwochenbettes, meist nach 2-3 Tagen, entlassen. In dieser Zeit benötigen Sie die Hilfe Ihres Partners, ggf. auch die von Familienangehörigen oder Freundinnen im Zusammenspiel mit einer Hebamme, die Sie regelmäßig zu Hause aufsuchen sollte.
Sollten diese Bedingungen bei Ihnen nicht vorhanden sein, versuchen Sie, den Krankenhausaufenthalt auszudehnen.

 

Was passiert im Spätwochenbett?

Das Spätwochenbett beginnt etwa 10 Tage nach der Geburt.                           Die meisten Frauen sind heute bereits nach 3 Tagen zu Hause. Seien Sie sich bitte bewusst, dass die meisten Komplikationen im Wochenbett in den ersten 3-10 Tagen nach der Geburt stattfinden:

Setzen Sie sich bei folgenden Problemen bitte sofort mit Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt oder der Entbindungsklinik in Verbindung:

• Fieber (Verdacht auf Infektion),
• Aufhören des Wochenflusses
(mangelhaftes Zusammenziehen der                       Gebärmutter),
• Kurzatmigkeit (Verdacht auf Lungenembolie),
• Schmerzen und Rötungen an den Beinen (Thromboseverdacht),
• Störungen der Blasenfunktion (Harnverhaltung)
• Blutungen von mehr als 500 ml Blut
(mangelhafte Kontraktion                               (Zusammenziehen) der Gebärmutter).
• Unterleibsschmerzen
(ausgelöst z.B. durch schmerzhafte Blutergüsse im kleinen   Becken mit Druck auf Blase und Darm) u.a.
• Brustentzündung (Mastitis)
, eine Rötung und Schwellung ist meist einseitig und   kann sehr schmerzhaft sein. (s.auch mothers-talk/Familie/Stillen)

Gehen Sie davon aus, dass Sie in dieser Zeit viel Schlaf benötigen, zumal die Nächte kurz sind und Sie noch nicht Ihrer gewohnten Hausarbeit, zumindest nicht im gewohnten Tempo, nachgehen können.
In dieser Zeit können auch erhebliche
Stimmungsschwankungen auftreten. Für Außenstehende, damit sind auch Familienmitglieder gemeint, kann es schwer sein, diese Schwankungen, die von höchstem Glück bis zu tiefer Depression reichen können, zu verstehen und nachzuvollziehen. Sie stehen dieser Tatsache meist hilflos gegenüber, da Sie es ja selber nicht verstehen.
Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt darüber, u.U. ist eine professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten erforderlich. Und denken Sie nicht, dass Sie mit diesem Problem allein stehen. Bis zu 30 % der Mütter erleben diesen
Babyblues und 5-8 % von ihnen benötigen Hilfe.
 

Wodurch entstehen Blutungen der Nachgeburtszeit?

Sollten innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt mehr als 500 ml verloren gehen, kann es folgende Ursachen haben:
• verzögerte Rückbildung der Gebärmutter
• Plazentareste in der Gebärmutterhöhle
• nicht erkannten Risse in der Scheidenwand

 Risikofaktoren für Blutungen in der Nachgeburtsperiode können sein:
• Geburt eines großes Kindes
• Mehrlingsgeburt
• Wehendauer über 8 Stunden
• Blutungen nach der Geburt bei verzögerter Rückbildung der Gebärmutter
• blutenden Scheidenrisse.

 

Was tun bei Blutungen im Wochenbett?

Bei Blutungen nach der Geburt bei verzögerter Rückbildung der Gebärmutter sollten kontraktionsfördernde Medikamenten (Methergin u.ä.) eingenommen werden, zusätzlich sind Eisbeutel in einem Leinentuch eingewickelt hilfreich. Bitte nicht mehr als 2 Mal pro Stunde (je eine Viertelstunde) verwenden. Reicht das nicht aus, suchen Sie bitte Ihren Arzt oder das Krankenhaus auf.


Plazentareste müssen meist instrumentell ausgeräumt werden, darüber sollte auch nicht zu viel Zeit verloren gehen, da es sonst zu einer Infektion in der Gebärmutter kommen kann. Auch in diesem Fall müssen Sie noch einmal ins Krankenhaus, ebenso wie bei
blutenden Scheidenrissen
, sie müssen chirurgisch versorgt werden.

 

Was sind Nachwehen im Wochenbett und stimmt es, dass diese von Geburt zu Geburt heftiger werden?

Nach der Geburt muss sich die große überdehnte Gebärmutter verkleinern. Das gelingt durch die Kontraktion (Zusammenziehen) ihrer einzelnen Muskelfasern, was aber durchaus mit Wehenschmerzen verbunden sein kann.
Nach Ablösen der Plazenta ist in der Gebärmutter eine große Wundfläche. Ohne diese Wehen könnte sich die Gebärmutter nicht zusammenziehen, um die Wundefläche zu verkleinern; ohne diese Wehen würde es weiter zu starken Blutungen kommen und die Gefahr der Infektion wäre groß.
Besonders ausgeprägt können die Wehenschmerzen beim Stillen sein. Das Hormon, dass Sie letztlich auch das Glück des Mutterseins erleben lässt, das Oxytocin, wird durch den Saugreflex der Kindes an der Mutterbrust freigesetzt und führt nebenbei zu der, leider manchmal mit Schmerzen verbundenen, aber gewünschten Gebärmutterkontraktion (lat. für „Zusammenziehen“), und damit zur Verkleinerung der oben genannten Wundfläche und der Verringerung der Blutungen.
Dass Nachwehen mit jedem Kind heftiger werden, scheint in der Tat so zu sein. Jedenfalls wird es häufig von Müttern mehrerer Kinder so empfunden. Das liegt möglicherweise daran, dass nach jeder weiteren Geburt das Zusammenziehen der Gebärmutter schwieriger wird und dafür mehr Hormone freigesetzt werden müssen.
Bei sehr starken Beschwerden lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme schmerzstillende Mittel geben, wahlweise als Tabletten, Zäpfchen oder auch als Spritze.
 

Ich habe nach dem Kaiserschnitt im Wochenbett noch heftige Schmerzen. Ist das normal?

Die meisten Frauen benötigen in den ersten 2-3 Tagen schmerzstillende Mittel. Die Wirkung der Periduralanästhesie lässt nach und der Wundschmerz macht sich bemerkbar. Scheuen Sie sich nicht, nach einem Schmerzmittel in Form von Zäpfchen zu verlangen, wodurch die darin enthaltenen Wirkstoffe relativ schnell in den Organismus gelangen. Bei Tabletten dauert es häufig länger, bis die Wirkung eintritt. 

Sex im Wochenbett? Ist das erlaubt?

Früher galt die Nicht-Berührbarkeit der Frau in den ersten 6 Wochen nach der Entbindung. In vielen Kulturen gilt auch heute noch die Frau während der Menstruation und im Wochenbett als „unrein“.
Ausschlaggebend war dafür insbesondere war die Angst vor einer Infektion.

Es wird verständlich, wenn man weiß, dass viele Frauen damals im Kindbettfieber ihr Leben ließen. Häufig ausgelöst von unhygienischen Verhältnissen, aber auch durch Ärzte und Hebammen, die noch kein Verständnis dafür hatten, dass ihre Hände für die Infektionen verantwortlich waren. Man wusste noch nichts von „Bakterien“.
Erst das regelmäßige Händewaschen nach einer Untersuchung und die Verwendung sterilen Handschuhen und desinfizierenden Mitteln hat das Kindbettfieber zurückgedrängt.

Es ist das große Verdienst von Ignaz Semmelweiß aus Budapest in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, den Zusammenhang von mangelnder Hygiene und Kindbettfieber erkannt zu haben und entsprechende Vorschriften erlassen zu haben.

Das Risiko des Kindbettfiebers ist heute weitgehend ausgeräumt.
Zur Vorbeugung gegen eine Infektion durch den frühzeitigen Geschlechtsverkehr sollte ein Kondom verwendet werden, da der Muttermund ist erst nach 4-5 Wochen verschlossen und auch dann erst mit seinem Sekret eine Barriere gegen aufsteigende Bakterien bildet, die sonst in der noch nicht ausgeheilten Gebärmutterhöhle hervorragende Lebensbedingungen hätten.

Heutzutage spricht nichts gegen Geschlechtsverkehr schon vor dem Ende des Wochenbettes, wenn es sich um eine unkomplizierten Geburt ohne Verletzungen im Genitalbereich handelt.
 

Libido und sexuelles Verlangen im Wochenbett.

Zunächst einmal sollte klar sein, die Libido ist nicht gleichmäßig über das Land verteilt. Es gibt auch außerhalb der Schwangerschaft gravierende Unterschiede. Mancher möchte am liebsten jeden Tag Sex haben, ein anderer ist mit einem Mal pro Monat zufrieden. Das gilt für Frau und Mann gleichermaßen.
Warum sollte es also im Wochenbett eigentlich anders sein?

Es gibt Paare, die während der Menstruation nicht auf Sex verzichten wollen und andere, die sich das partout nicht vorstellen können.
Ebenso gibt es Paare, die kurz nach der Geburt bereit sind, Sex zu haben und andere, die mindestens 6-8 Wochen damit warten.

Die Bereitschaft zum Sex ist natürlich auch abhängig vom Grad der Traumatisierung, die die Frau unter der Geburt erlitten hat. Scheideneinrisse, Dammrisse oder –schnitte sind nicht dazu angetan, zum Geschlechtsverkehr zu animieren. Hier sollte die Ausheilungsphase (ca. 6 Wochen) aus medizinischen Gründen abgewartet werden.

Manche Männer sind zudem geschockt über das Erlebnis der Geburt, insbesondere wenn sie sich nicht genügend darauf vorbereitet haben. Sie haben teilweise das Gefühl, „Schuld“ zu haben an den Anstrengungen und Schmerzen der Geburt, die sie ihrer Partnerin zugemutet haben. Manchmal ist es aber auch das viele Blut bei der Geburt, das, mit Fruchtwasser vermischt, für sie kaum zu ertragen war.
Männer haben dann anfänglich Schwierigkeiten, mit ihrer Partnerin wieder intim zu sein, aus Angst, ihr Schmerzen zuzufügen.

Es kann zu diesem Thema keine allgemein gültige Regel aufgestellt werden.
Nur in einem vertrauensvollen Gespräch des Paares untereinander kann dies geklärt werden. Nur wenn die persönlichen Beweggründe, dem Partner verständlich gemacht worden sind, kann die nicht einfache Situation entkrampft werden und ein vertrautes Sexualleben wieder aufgenommen werden.

 

Welchen Einfluss hat ein Baby auf das Liebesleben?

Viele Eltern befürchten, dass Ihr Liebesleben durch ein Kind leiden könnte.
Dazu gibt es eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift „Eltern“:
Danach sind 57 % der Eltern, die mindestens ein Kind zwischen einem und sechs Jahren hatten, zufrieden mit ihrem Sexualleben, 17 % fanden es sogar erfüllender als zuvor.
Allerdings nimmt die Sexfrequenz deutlich ab. Haben die Paare vor der Schwangerschaft mindestens einmal pro Woche miteinander geschlafen, sind es nach der Geburt nur noch gut 40 %.
Das hängt im wesentlichen mit der zusätzlichen Belastung durch Stillen und Schlafmangel sowie der anfänglichen Unerfahrenheit im Umgang mit einem Kind zusammen; kommen dann noch berufliche Belastungen hinzu, fühlen sich viel einfach zu müde zum Geschlechtsverkehr.
Suchen Sie sich dafür gezielt Zeiten, wie den Mittagsschlaf Ihres Kindes oder seinen Schlaf nach dem abendlichen Stillen aus. Aber seien Sie sich bewusst, dass das nicht immer ganz störungsfrei ablaufen wird, zumal Sie in der ersten Phase mit dem Baby immer mit einem Ohr auf Ihr Kind hören und sich noch nicht ganz dem Partner hingeben können. Wahrscheinlich aber lernen Sie schnell, damit umzugehen.

 

Wann kann ich nach einer Geburt frühestens wieder schwanger werden?

Leider gibt es dazu keine verlässlichen Daten. Es scheint aber so zu sein, dass Frauen, die Ihr Kind regelmäßig alle 4 Stunden stillen, nur selten schwanger werden. Leider gibt es dafür aber keine Garantie.
In einer großen Studie der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) aus dem Jahre 1999 (Fertil Steril 72 (1999) 431 liegt die Schwangerschaftsrate bei stillenden Frauen in den ersten 6 Monaten unter 1%, wenn die sog. „LAM“ Kriterien (Laktations-Amennorrhoe-Methode s.u.) eingehalten haben.
 

Reicht Stillen zur Verhütung aus?

Nein, nur, wenn Sie ganz regelmäßig stillen, d.h. tagsüber alle 4, nachts mindestens alle 6 Stunden, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft gering (ca. 2 %).
Hilfreich ist es, wenn Sie sich an die LAM-Kriterien halten.
 

Was sind die LAM-Kriterien? (Laktations-amenorrhö-Methode)

Das sind Kriterien zur natürlichen Geburtenkontrolle bei stillenden Frauen, die 1995 von einer Expertinnenkommission erarbeitet wurden.
LAM beruht auf der Tatsache, dass durch
Stillen das Hormon Prolaktin in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird, das einen hemmenden Einfluss auf den Eisprung hat.

Die LAM-Kriterien lauten:

1. Das Kind wird voll gestillt. Die Stillabstände betragen 4, nachts maximal 6 Stunden. Es wird nur in geringem Maße mit Tee und Wasser zugefüttert.
Abpumpen der Milch und Flaschennahrung gelten nicht als „Stillen“.

2. Punkt 1 gilt nur, solange noch keine Regelblutung aufgetreten ist.
Als Regelblutung gilt eine Blutung über 2 Tage, mehr als 8 Wochen nach der Geburt. Dieser Effekt hält solange an, wie das Kind regelmäßig an der Brust saugt. Mit dem Auftreten der ersten Menstruation endet dieser Schutz.

Diese Methode ist hauptsächlich in Entwicklungsländern untersucht worden, weil sie dort die wichtigste und meist einzige Verhütungsmethode war und ist.

Die Wirksamkeit dieser Methode ist in mehreren großen internationalen Studien überprüft worden (van der Widen, C. et al. Cochrane database of systematic reviews, 2003, Issue 4.Art.No.: CD001329).
Der sog.
Pearl-Index wird mit 2 angegeben. Dieser Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang verhüten, schwanger wurden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein 1904 erschienenes Buch „Glücksehe“ von dem Piloten ! C. Buttenstädt, in dem er darüber berichtet, dass die Menstruation aufhören würde, und es nicht mehr zu einer Empfängnis kommen würde, wenn der Ehemann 3-4 mal täglich für 5-10 Minuten an der Brust saugen würde.
Diese „Entdeckung“ ist später weitestgehend bestätigt worden, leider liegt dazu kein Pearl-Index vor, der aussagt, wie viele Frauen dennoch schwanger wurden.

Anmerkung: Für das Thema „Verhütung im Wochenbett und in der Stillzeit“ wurde u.a. der Familienplanungsrundbrief der Pro familia (3, Oktober 2011) von Helga Seyler als Quelle in Anspruch genommen, wie auch die gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) und des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), „Notfallkonzeption“ vom 6.2.2013.(Frauenarzt 54 (2013) 108).
 

Ab wann sollte man im Wochenbett mit der Verhütung beginnen?

Es wird davon ausgegangen, dass in den ersten 3-4 Wochen nach der Geburt eine Befruchtung nicht möglich ist. Aus Untersuchungen geht hervor, dass nur 2 % der Wöchnerinnen vor dem 28. Tag nach einer Geburt einen Eisprung haben (Jackson, E. et al. Obstet, Gynec. 80 (2011) 657). Ob sich, selbst im Falle einer Befruchtung, dieses Ei dann bereits in die noch nicht vollständig wiederhergestellte Schleimhaut einnisten kann,ist zumindest fraglich.
Die Internationale Familienplanungsorganisation (IPPF) empfiehlt allen Frauen, die unbedingt eine erneute Schwangerschaft verhindern wollen, 3 Wochen nach der Entbindung mit der Verhütung zu beginnen.
Eine große Sicherheit besteht allerdings, wie oben beschrieben, nur für den Fall des regelmäßigen Stillens.
Zumindest aber nach der ersten Regelblutung (über 2 Tage) sollte mit der Verhütung begonnen werden, wenn Sie schon wieder Sex haben sollten.
 

Welche Formen der Verhütung sind im Wochenbett möglich?

Prinzipiell sind alle Varianten der Verhütung möglich. Beim Stillen sollten zumindest keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel, also Kombinationspillen, verwendet werden.
Man unterscheidet folgende Verfahren:

1. natürliche Verhütung im Wochenbett
damit ist im wesentlichen die Temperaturmethode (Messung der Basaltemperatur) gemeint sowie die Beobachtung von Zervixschleim und Muttermund.
Diese Methoden sind aber erst nach der ersten Regelblutung sinnvoll einsetzbar, denn erst danach kann sich ein regulärer Zyklus ausbilden.
Das gleiche gilt natürlich auch für den Zykluscomputer.

Die natürlichste Verhütung ist, wie schon mehrfach beschrieben, das Stillen, wenn es regelmäßig (tagsüber alle 4 Stunden, nachts mindestens alle 6 Stunden) durchgeführt wird.

2. Barrieremethoden zur Verhütung im Wochenbett

a) Kondom: Das bekannteste Barrieremittel ist das Kondom.
Auch wenn es nicht zu den sichersten Verhütungsmitteln gehört, im Wochenbett mit seiner eingeschränkten Befruchtungsfähigkeit leistet es gute Dienste.
Bei sehr sorgfältiger Anwendung liegt der Pearl-Index bei unter 1, bei der normalen Anwendung ergeben sich aber viele Unsicherheitsfaktoren, die in erster Linie auf die fehlerhafte Anwendung, die falsche Kondomgröße oder die falsche Lagerung der Kondome (z.B. Hitze) zurückzuführen sind.

b) Diaphragma: Wenn Sie bereits früher mit einem Diaphragma verhütet haben, sind Sie in der Handhabung geübt. Das Diaphragma muss aber u.U. neu angepasst werden. Durch die enorme Überdehnung des Vaginalbereiches unter der Geburt können sich nach der Geburt die Größenverhältnisse verändert haben.
Zudem bildet sich auch der Beckenboden erst langsam wieder zurück. Die alte „Sicherheit“ (Pearl-Index 5-20 !) dürfte also erst nach 6-8 Wochen wieder erreicht werden.
Zur Erinnerung: der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, schwanger werden.

c) Femidom: Das Femidom ist ein Kondom für die Frau, das bereits bis zu 10 Stunden vor dem Verkehr eingesetzt werden kann. Es besteht meist nicht aus Latex und kann daher auch bei einer Latexallergie eingesetzt werden.
Auch Femidom hat einen Pearl-Index von 5-25, je nach Untersucher. Aber es kann in Verbindung mit einem Sperma-abtötenden Gel im Wochenbett eingesetzt werden.

d) Portiokappe: Da auch der Muttermund nach der Geburt starken Veränderungen unterworfen ist, sollte eine Portiokappe erst 6-8 Wochen nach der Geburt Anwendung finden. Aber auch in der Stillzeit muss eine Portiokappe immer wieder auf ihren Sitz kontrolliert werden.

3. Hormonelle Methoden im Wochenbett

Hier muss sehr deutlich unterschieden werden, ob es sich um stillende oder nicht-stillende Wöchnerinnen handelt.

Solange eine Frau stillt, sollte sie keine kombinierte Hormontherapie zur Verhütung verwenden. Lt. WHO stellt diese Methode ein unangemessen hohes Risiko dar, weil hier sowohl die Milchmenge als auch die Milchqualität beeinflusst wird und eine Beeinträchtigung des Kindes nicht ausgeschlossen werden kann (s.unten auch „Thrombosegefahr“).

Auch bei Gestagenen (z.B. Minipille) sieht die WHO ein größeres Risiko als einen Nutzen. Schon nach 6 Wochen wird jedoch keine Einschränkung der Methode mehr ausgesprochen.
Nach 6 Monaten können auch Kombinationspillen verwendet werden, da ab diesem Zeitpunkt nicht mehr voll gestillt wird.

Zu den Gestagenen zählt natürlich auch die Dreimonatsspritze. Bei ihr wurde in der Muttermilch aber eine deutlich höhere Hormonmenge gefunden, als bei Gestagenpillen oder Implantaten. Zudem ist sie, im Gegensatz zur Minipille und dem
gestagenhaltigen IUD (Intrauterinspirale) mit einem höheren Thromboserisiko verbunden; Frauen mit hohem Thromboserisiko sollte deshalb auf die Spritze verzichten.

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder konnten aber bei allen
hormonellen Anwendungen ausgeschlossen werden.

Generell aber sollte eine hormonelle Verhütung erst nach 3-4 Woche starten, und auch nur dann, wenn keine Thrombosegefahr besteht.
Risikofaktoren
sind erhöhtes mütterliches Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Thrombosen in der Anamnese (der eigenen Krankheitsvorgeschichte) und bei Übergewicht. Die kombinierte Hormontherapie sollte auch vermieden werden, wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, oder die Patientin aus einem anderen Grund bewegungseingeschränkt ist.

4. Operative Verhütungs – Methoden im Wochenbett

Dazu zählen im wesentlichen die verschiedenen Sterilisationsverfahren (s.dort).
 

Welche Formen der Verhütung sind im Wochenbett möglich?

Prinzipiell sind alle Varianten der Verhütung möglich. Beim Stillen sollten zumindest keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel, also Kombinationspillen, verwendet werden.
Man unterscheidet folgende Verfahren:

1. natürliche Verhütung im Wochenbett
damit ist im wesentlichen die Temperaturmethode (Messung der Basaltemperatur) gemeint sowie die Beobachtung von Zervixschleim und Muttermund.
Diese Methoden sind aber erst nach der ersten Regelblutung sinnvoll einsetzbar, denn erst danach kann sich ein regulärer Zyklus ausbilden.
Das gleiche gilt natürlich auch für den Zykluscomputer.

Die natürlichste Verhütung ist, wie schon mehrfach beschrieben, das Stillen, wenn es regelmäßig (tagsüber alle 4 Stunden, nachts mindestens alle 6 Stunden) durchgeführt wird.

2. Barrieremethoden zur Verhütung im Wochenbett

a) Kondom: Das bekannteste Barrieremittel ist das Kondom.
Auch wenn es nicht zu den sichersten Verhütungsmitteln gehört, im Wochenbett mit seiner eingeschränkten Befruchtungsfähigkeit leistet es gute Dienste.
Bei sehr sorgfältiger Anwendung liegt der Pearl-Index bei unter 1, bei der normalen Anwendung ergeben sich aber viele Unsicherheitsfaktoren, die in erster Linie auf die fehlerhafte Anwendung, die falsche Kondomgröße oder die falsche Lagerung der Kondome (z.B. Hitze) zurückzuführen sind.

b) Diaphragma: Wenn Sie bereits früher mit einem Diaphragma verhütet haben, sind Sie in der Handhabung geübt. Das Diaphragma muss aber u.U. neu angepasst werden. Durch die enorme Überdehnung des Vaginalbereiches unter der Geburt können sich nach der Geburt die Größenverhältnisse verändert haben.
Zudem bildet sich auch der Beckenboden erst langsam wieder zurück. Die alte „Sicherheit“ (Pearl-Index 5-20 !) dürfte also erst nach 6-8 Wochen wieder erreicht werden.
Zur Erinnerung: der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten, schwanger werden.

c) Femidom: Das Femidom ist ein Kondom für die Frau, das bereits bis zu 10 Stunden vor dem Verkehr eingesetzt werden kann. Es besteht meist nicht aus Latex und kann daher auch bei einer Latexallergie eingesetzt werden.
Auch Femidom hat einen Pearl-Index von 5-25, je nach Untersucher. Aber es kann in Verbindung mit einem Sperma-abtötenden Gel im Wochenbett eingesetzt werden.

d) Portiokappe: Da auch der Muttermund nach der Geburt starken Veränderungen unterworfen ist, sollte eine Portiokappe erst 6-8 Wochen nach der Geburt Anwendung finden. Aber auch in der Stillzeit muss eine Portiokappe immer wieder auf ihren Sitz kontrolliert werden.

3. Hormonelle Methoden im Wochenbett

Hier muss sehr deutlich unterschieden werden, ob es sich um stillende oder nicht-stillende Wöchnerinnen handelt.

Solange eine Frau stillt, sollte sie keine kombinierte Hormontherapie zur Verhütung verwenden. Lt. WHO stellt diese Methode ein unangemessen hohes Risiko dar, weil hier sowohl die Milchmenge als auch die Milchqualität beeinflusst wird und eine Beeinträchtigung des Kindes nicht ausgeschlossen werden kann (s.unten auch „Thrombosegefahr“).

Auch bei Gestagenen (z.B. Minipille) sieht die WHO ein größeres Risiko als einen Nutzen. Schon nach 6 Wochen wird jedoch keine Einschränkung der Methode mehr ausgesprochen.
Nach 6 Monaten können auch Kombinationspillen verwendet werden, da ab diesem Zeitpunkt nicht mehr voll gestillt wird.

Zu den Gestagenen zählt natürlich auch die Dreimonatsspritze. Bei ihr wurde in der Muttermilch aber eine deutlich höhere Hormonmenge gefunden, als bei Gestagenpillen oder Implantaten. Zudem ist sie, im Gegensatz zur Minipille und dem
gestagenhaltigen IUD (Intrauterinspirale) mit einem höheren Thromboserisiko verbunden; Frauen mit hohem Thromboserisiko sollte deshalb auf die Spritze verzichten.

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder konnten aber bei allen
hormonellen Anwendungen ausgeschlossen werden.

Generell aber sollte eine hormonelle Verhütung erst nach 3-4 Woche starten, und auch nur dann, wenn keine Thrombosegefahr besteht.
Risikofaktoren
sind erhöhtes mütterliches Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Thrombosen in der Anamnese (der eigenen Krankheitsvorgeschichte) und bei Übergewicht. Die kombinierte Hormontherapie sollte auch vermieden werden, wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, oder die Patientin aus einem anderen Grund bewegungseingeschränkt ist.

4. Operative Verhütungs – Methoden im Wochenbett

Dazu zählen im wesentlichen die verschiedenen Sterilisationsverfahren (s.dort).
 

Beginn mit hormonellen Verhütungsmitteln, wann ist der beste Zeitpunkt nach der Geburt?

Häufig wird empfohlen, die erste Regelblutung abzuwarten, und dann mit dem Ovulationshemmer zu beginnen. Die erste Regel tritt aber individuell höchst individuell auf und eine zwischenzeitlich entstandene Schwangerschaft kann nicht immer ausgeschlossen werden.
Wenn man aber ohne das Auftreten der ersten Regelblutung abzuwarten mit der Pille beginnt, muss eigentlich ebenfalls eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Die WHO hat sich auch hier festgelegt, und argumentiert, eine Kombinationspille könne ab 3 Wochen nach der Entbindung eingenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Schwangerschaft weitestgehend ausgeschlossen werden.
Sie empfiehlt allerdings eine zusätzliche Verhütung in den ersten 7 Tagen der Pilleneinnahme. Dem letzteren widerspricht die britische FSRH (Faculty of Sexual and Reproductive Health), und meint, wenn man nach 21 Tagen mit der Verhütung beginnt, sei das völlig ausreichend.
 

Welches ist der beste Zeitpunkt im Wochenbett zum Einlegen einer Spirale?

In Deutschland geht man allgemein davon aus, eine Spirale erst nach vollständiger Rückbildung der an der Geburt beteiligten Organe einzulegen, also nach 6-12 Wochen.
Angeblich sei bei einer früheren Einlage mit vermehrten Perforationen (Durchstoßen der Gebärmutterwand beim Einlegen der Spirale), dem Verlagern der Spirale, ggf. sogar mit der häufigeren Ausstoßung und dem vermehrte Auftreten von Infektionen zu rechnen.

Aber, sowohl die Empfehlungen der WHO als auch der britischen FSRH aus den Jahren 2009 bzw. 2004 besagen, dass eine Einlage der Spirale in den ersten 48 Stunden nach der Geburt bzw. nach dem Ausstoßen der Plazenta möglich sei, da die Spirale bei diesem Vorgehen seltener ausgestoßen würde als bei späterer Einlage. Komplikationen wie Verletzungen und Infektionen würden ebenfalls nicht häufiger auftreten.
Hier muss allerdings angemerkt werden, dass die WHO sich der Gesundheitsfürsorge auf der ganzen Welt verpflichtet fühlt. In vielen Dritte-Welt-Ländern ist der Zeitpunkt der Geburt der einzige, an dem eine medizinische Versorgung überhaupt möglich ist.

Im Gegensatz dazu haben Deutschland bzw. in ganz West-Europa Schwangere und Wöchnerinnen meist regelmäßigen Kontakt zu ihren Frauenärzten, zudem besteht jederzeit ein Zugang zu diversen Verhütungsmitteln, so dass eine Spirale nach Bedarf eingesetzt werden kann.

Bei einem Kaiserschnitt wird empfohlen, die IUP-Einlage (Intrauterin-Pessar) im Rahmen der Operation durchzuführen. Sollte das versäumt worden sein, sollte eine Spiralen-Einlage erst nach frühestens 28 Tagen erfolgen.
 

Was ist von der Hormonspirale im Wochenbett zu halten?

Hier empfiehlt die WHO (WHO. Medical eligibility criteria for contraceptive use. (2009) 4th edition) eine Hormonspirale erst frühestens 48 Stunden nach der Geburt
einzusetzen, da freigesetzte Hormone die Milchbildung beeinträchtigen könnten.
Die IPPF (Internationale Familienplanungsorganisation) hält diese Einschränkung jedoch nicht für erforderlich.
Aber eine andere Untersuchung (Chen B.A. et al. Contraception 80(2009) 205) berichtet von einer Ausstoßungsrate von 23 % bei Einlage sofort nach der Geburt im Vergleich zu 4 % bei Einlage nach 6 Wochen. Allerdings wird in keiner anderen Untersuchung wird von einer annähernd hohen Ausstoßungsrate berichtet.
 

Warum lehnen viele Ärzte eine Sterilisation bei jungen Frauen ab?

1. Eine Sterilisation (Verschluss der Eileiter) ist ein operativer Eingriff mit                       entsprechenden Risiken, der ohne eine Indikation nicht durchgeführt werden             sollte.
2. Es sollten zumindest 1-2 gesunde Kinder vorhanden sein.
3. Das mütterliche Alter sollte mindestens 33, am besten 35 Jahre sein.

Warum? Viel zu häufig haben Ärzte erlebt, dass jungen Frauen glaubten, mit 2 Kindern und Ehemann in einem festen Familiengefüge zu leben und auf weitere Schwangerschaften verzichten zu können – bis zu dem Zeitpunkt an dem Schicksalsschläge oder andere Ereignisse dieses Familienbild grundlegend zerstörten.
Für die Festigung einer möglichen neuen Partnerschaft wird der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind immer größer – aber wegen der durchgeführten Sterilisation ist der nicht erfüllbar.
Eine mögliche Refertilisierung, also eine „wieder durchgängig – Machung“ der Eileiter ist durch einen weiteren operativen Eingriff zwar möglich, hat aber nicht so große Erfolgschancen.
Empfehlenswert ist, bis zum 35. Lebensjahr mit einem der oben genannten Mittel zu verhüten, und erst danach eine Sterilisation durchführen zu lassen..

 

Sollte man eine Sterilisation in Verbindung mit einem Kaiserschnitt machen?

Zunächst sollte schon lange vor der Entbindung geklärt sein, ob eine Sterilisation, also eine endgültige Unfruchtbarmachung durch operativen Verschluss der Eileiter, wirklich ernsthaft in Erwägung gezogen wird (siehe vorige Frage).

Während eine Sterilisation in Kombination mit einem Kaiserschnitt in England, Spanien und den USA häufig praktiziert wird, ist dies in den Ländern Frankreich, Deutschland und Italien eher selten.

Notwendig für eine solche Sterilisation ist die Einwilligung der Patientin. Ihr sollte für einen so weitgehenden Eingriff aber unbedingt Bedenkzeit gelassen werden und sollte auf keinen Fall kurz vor der Entbindung, z.B. bei einem kurz zuvor anberaumten Kaiserschnitt, passieren.
Schwangere sollten zuvor von ihrem Gynäkologen über die Möglichkeit einer solchen Vorgehensweise (Sterilisation in Verbindung mit einem Kaiserschnitt) informiert sein, um nicht das Gefühl zu haben „überfallen worden zu sein“.

Findet eine Sterilisation direkt nach einer Schwangerschaft statt, soll sie etwas weniger sicher sein, als bei einem Eingriff außerhalb einer Schwangerschaft (aber, eine Methode, die zu 100 % sicher ist, gibt es ohnehin nicht).