Stillprobleme

Die große Sorge der Mütter: reicht die Milch?

Keine Sorge, auch wenn es zu Beginn den Anschein hat, dass Ihr Kind zu Beginn nur eine geringe Menge Milch zu sich genommen hat. Durch frühes Stillen und häufigeres Anlegen wird die Milchproduktion gefördert und es stellt sich ganz von allein selbst ein Rhythmus ein. Gönnen Sie sich also Ruhe und Geduld – auch, wenn das nicht Ihre Stärke ist, Ihr  Baby wird es Ihnen bald danken.

Halten Sie für sich beim Stillen immer ein Getränk oder einen Keks bereit, falls sich das Stillen etwas hinziehen sollte und lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.
 

Was tun, wenn die Milch nicht fließt?

Manchmal ist es nötig, eine Milchpumpe zu verwenden. Das Abpumpen von Muttermilch ermöglicht Ihnen in besonderen Situationen, das Baby mit Ihrer Milch zu ernähren
Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Das Baby ist ein Frühgeborenes, oder es ist krank und/oder liegt in der Kinderklinik.
  • Das Baby hat Trinkschwierigkeiten an der Brust
  • Die Mutter kehrt früh in die Berufstätigkeit zurück, und hat keine Möglichkeit am Arbeitsplatz zu stillen.
  • Die Mutter muss/möchte das Baby von Zeit zu Zeit von einer anderen Betreuungsperson füttern lassen.

Aus diesen Kriterien ergibt sich die Auswahl der Milchpumpe.

Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Stillberaterin. Sie sollte entscheiden, ob sie eine elektrische- oder eine Handmilchpumpe verwenden sollten.
Es gibt eine Fülle von verschiedenen Pumpen, die Beraterin wird Ihnen die Pumpe vorschlagen, mit der sie selbst die besten Erfahrungen gemacht hat; außerdem kann sie Ihnen auch die Adressen geben, wo Sie derartige Geräte beziehen können.

Beim Klinikaufenthalt der Kinder oder bei Stillproblemen sind Mietpumpen am effektivsten. Sie ermöglichen der Mutter mit einem Doppelpumpset abzupumpen, was zeitsparend und ergiebiger ist.

Diese Pumpen sind in der Anschaffung sehr teuer, werden aber von Apotheken oder Mietzentralen verliehen.
Für die anderen Situationen, in denen die Mutter nur gelegentlich abpumpt, bietet der Markt gute preisgünstigere Milchpumpen, die elektrisch oder per Hand betrieben werden.
Viele Mütter erlernen auch das Austreichen der Milch per Hand.
Abgepumpte Muttermilch hält sich im Kühlschrank 4 Tage (nicht in der Tür aufbewahren) und im Gefrierschrank (bei mindestens ­­– 18°) 6 Monate.
Die Milch nicht in der Mikrowelle, sondern im Wasserbad erwärmen, danach schütteln, damit sich die Inhaltstoffe besser verteilen.
Aufgetaute und erwärmte Muttermilch nicht wieder Einfrieren oder Erwärmen.
(Die Reste eignen sich gut als Badezusatz für das Baby!).

Was kann man bei einem Milchstau tun?

Die Entstehung eines Milchstaus kann unterschiedliche Ursachen haben.

Häufig werden die Milchgänge nicht ausreichend entleert, aber auch Stress, einengende Kleidung, wie z.B. ein ungünstig sitzender BH begünstigen können die Bildung eines Staus auslösen.

Erkennbar ist ein Stau an einer empfindlichen, heissen oder auch geröteten Stellen an der Brust oder an einem druckempfindlichen, abgegrenzten Knoten.

Bei den ersten Anzeichen eines Staus ist es wichtig, sofort zu reagieren:

  •         Die Milch häufig zum Fließen durch Anlegen oder Abpumpen bringen.
  •        Beim Trinken des Babys spielt gutes Anlegen eine wichtige Rolle.
  •        Vor dem Stillen oder Abpumpen warme Kompressen auf die betroffene Stelle            legen.
  •        Nach dem Stillen den Stau mit kalten Umschägen, Weisskohlbättern oder                  Quarkwickeln kühlen.
  •        Stress reduzieren
  •        Fachkundige Beratung durch Hebamme oder Stillberaterin einholen.

 

Was spricht für eine Brustentzündung (Mastitis)?

Achten Sie auf folgende Anzeichen:
        
·        Fieber
·        einseitige Schmerzen, häufig im Bereich der Brustwarze
·        Rötung und Überwärmung der Brust
·        Bildung von Abszessen (Schwellungen) (Nachweis wellenförmiger                                                                  Flüssigkeitsbewegung-Fluktuation)
·        Achsellymphknotenschwellungen
         
Bei einer Brustentzündung sind die AnzeichenSymptome an der Brust ähnlich wie beim einem Milchstau, begleitet jedoch von starkem Krankheitsgefühl und Grippesymptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen.
 

 

Was tun bei einer Brustentzündung (Mastitis)?

Bei einer Brustentzündung (Mastitis) sollten Sie folgendermassen vorgehen:
• Halten Sie Bettruhe.
• Die weitere Behandlung ist wie (oben) beim Milchstau durchzuführen.
• Stillen Sie weiter oder pumpen Sie ab, um das regelmäßige Entleeren der Brust zu gewährleisten.
• Holen Sie sich eine fachkundige Beratung (Hebamme, Stillberaterin).
• Bei Anhalten der Symptome über 24 Stunden sollte ein Arzt konsultiert werden, der bei Bedarf ein   stillgeeignetes Antibiotkum verschreibt, das also auch vom Baby vertragen wird z.B. ein Penicillin     (Vorsicht bei Peniciliin-Allergien).
Eine Mastitis ist noch kein Grund zum Abstillen!

 

 

Wer hilft mir bei Problemen beim Stillen?

Zunächst einmal wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder an die Stillberaterin, deshalb ist es auch wichtig, schon in der Schwangerschaft Kontakt zu einer dieser Personen aufzunehmen.

Jede Mutter hat über ihre Krankenkasse Anspruch auf eine Hebamme.

Die Adressen finden Sie unter:
           
www.hebammen.de
            www.hebammenverband.de
            www.babyclub.de
            www.lalecheliga.de  (la leche=die Milch) (intern. Liga zur Förderung des Stillens)

           

 

Trinkt mein Säugling genug?

Trinkstörungen bei jungen Säuglingen können problematisch sein.

Wenn die Muttermilch bei gestillten Säuglingen innerhalb kurzer Zeit weniger wird, meldet sich der Säugling in der Regel durch kräftiges Schreien. Dadurch weiß die Mutter, dass sie zufüttern muss. Wenn das Kind danach wieder fröhlich und friedlich ist, war ihre Vermutung richtig und sie braucht den Arzt nicht aufsuchen.

Wenn ein Neugeborenes in den ersten Lebenstagen zu wenig Muttermilch erhält, gewöhnt es sich sehr schnell daran und schreit nicht nach mehr Nahrung. Wenn die Familie nicht von einer Hebamme betreut wird, wiegt sich die Mutter in falscher Sicherheit. Der Säugling nimmt kaum an Gewicht zu und erhält zu wenig Kalorien für die weitere Entwicklung des Gehirns und der übrigen Organe. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, ist in den ersten Lebenswochen eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen.

Im späten Säuglingsalter kommt es nicht selten zu Fütterstörungen durch die Löffelmahlzeit, die dann konsequent abgelehnt wird.

Ebenso kann das nächtliche Abstillen Probleme bereiten. Hier muss die Mutter durch ein psychologisch einfühlsames Gespräch beruhigt werden, um die guten Beziehungen zwischen Mutter und Kind nicht zu stören.

Das zweite Lebensjahr ist durch eine wachsende Autonomie des Kindes gekennzeichnet. Hier kann es beim Essen zur Austragung von Machtspielen kommen, in dem durch exzessives Trotzverhalten die angebotene Nahrung konsequent verweigert wird.

Kinder sollen in dieser Phase auf keinen Fall zum Essen gezwungen werden. Sie können eher einmal hungern, wenn auf genügende Trinkmenge geachtet wird.

 

Wie oft soll ich mein Kind anlegen?

 Das sog. "self-demand-feeding" bedeutet, dass das Kind so oft angelegt wird, so oft es danach verlangt. Das häufige Anlegen steigert die Milchmenge und Ihr Kind wird ausreichend gesättigt. 

Hebammen erkennen das an der Handhaltung des Kindes, das bei Hunger die Fäustchen ballt. Wenn es aber satt ist, öffnen sich die Händchen und Ihr Kind blickt Sie mit weit geöffneten Augen an.

Wenn Sie das Gefühl haben sollte, dass Ihr Kind nicht satt wird, legen Sie es einfach häufiger an (s.o.), das steigert die Milchmenge.

 

 

Woran erkenne ich, dass mein Kind ausreichend Milch bekommt?

Wenn die benutzte Windel deutlich schwerer ist, als eine ungebrauchte, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Kind ausreichend hineinge"pieschert" hat und die Zufuhr an Flüssigkeit gut ist. Wenn dann Ihr Kind ca. 6 volle Windeln pro Tag hat, können Sie sicher sein, dass das Baby ausreichend Milch bekommt.

Ihr Kind hört schon nach kurzer Zeit wieder auf, zu trinken.

 Wenn die Bedingungen, die in den beiden voarngehenden Fragen erfüllt sind, brauchen Sie sich darüber keine Sorgen zu machen.

Je älter Ihr Kind wird, um so kräftiger kann es an Ihrer Brust saugen, um so mehr Milch wird es in der gleichen Zeiteinheit, also z.B. in 10 Minuten, zu sich nehmen. 

Wann kann ich bei meinem Kind sicher sein, dass es gut gedeiht?

Wenn Ihr Kind eine gesunde Hautfarbe hat, die Haut also gut durchblutet ist, die Haut weich und elastisch und nicht faltig ist, können Sie schon einmal tief durchatmen, besonders, wenn es dann noch lebhaft ist.

Dann müssen Sie Ihr Kind auch nicht ständig wiegen, um sich vom guten Gedeihen zu überzeugen. Das Kind sollte pro Monat etwa 500 g zunehmen, d.h. pro Woche um die 125 g. Nur für den Fall, das dieser Wert immer wieder unterschritten wird, Ihr Kind also die 125 g pro Woche nicht erreicht, sollten Sie sich an Ihren Kinderarzt wenden.

Wer hilft, wenn Fragen oder Probleme beim Stillen auftauchen?

Jede Mutter hat über ihre Krankenkasse einen Anspruch auf eine Hebamme, die nach der Entlassung aus der Klinik die Mutter mit Rat und Tat unterstützt.

Wichtig ist, sich schon in der Schwangerschaft eine Hebamme (www.bdh.de; www.hebammensuche.de) für die Betreuung im Wochenbett zu suchen. Sie können sich bei Stillproblemen aber auch an eine Stillberaterin wenden (www.lalecheliga.de)
Besuche von Stillgruppen (www. stillgruppen.de) oder Babytreffs bieten Müttern gute Möglichkeiten, Tipps und Anregungen zu bekommen.
Weitere Adressen finden Sie unter:
www.hebammen.de, www.hebammenverband.de,
www.babyclub.de, www.stillen.de, www.bdl-stillen.de

 

Ich habe zuwenig Milch, was kann ich tun?

Bei mangelnder Milchbildung ist es am besten, eine Hebamme oder eine Stillberaterin zu kontaktieren, die u.a, auch das Trinkverhalten des Kindes beobachtet und begutachtet.
Mangelnde Milchbildung kann viele Ursachen haben, z.B.

  • Ungünstiger Stillstart nach der Geburt
  • Geringe Stillfrequenz zu Beginn
  • Schnuller, gerade in den ersten Lebenstagen bei Stillbeginn
  • Schlechtes Saugverhalten des Kindes (es saugt nicht effektiv)
  • Stress, mangelnde Ruhe und Unterstützung der Mutter in den Tagen nach der Geburt
  • häufige Benutzung einer Milch- oder Teeflasche. Bei medizinischer Indikation muss natürlich zugefüttert werden.

Gutes Stillberatung in den Tagen nach der Geburt, ein gutes "Stillmanagement" (Stillen nach Bedarf von Mutter und Kind, häufiges Anlegen, Unterstützung der Mutter im Alltag) und Geduld können die Milchbildung günstig beeinflussen.
 

Ich habe den Eindruck, mein Kind wird beim Stillen nicht mehr satt. Ich würde aber gern noch weiter stillen.

Legen Sie Ihr Kind einfach häufiger an, das steigert meist automatisch die Milchmenge. 

Kann man den Milchfluß anregen?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Baby zu wenig Milch trinkt, kann das daran liegen, dass die Brust so voll ist, dass die Milchgänge dadurch abgeklemmt werden.

In einem solchen Fall sollten Sie nach dem Stillen die Brust abpumpen und die Milch dem Baby als Fläschchen geben. Machen Sie aber nur ein kleines Loch mit einer heißen Stecknadel in den Schnuller, sonst wird das Trinken für Ihr Kind zu einfach und es verweigert die Brust, bei der das Trinken mehr Mühe macht.

Bei zu kleinen Brustwarzen verwenden Sie Stillhütchen.

Ansonsten helfen Brustmassagen. Warme Umschläge sind ebenfalls hilfreich, wenn Sie ein Tuch aus heißem (nicht kochendem Wasser) auf die Brust legen. Einfacher ist die Bestrahlung der Brust mit einer Infrarotlampe (Achtung, nicht UV-Licht verwenden).

Sollten Sie homöopathische Mittel bevorzugen, verwenden Sie Phytolacca D4.
 

Was hilft bei unangenehmer Brustdrüsenschwellung?

  • Legen Sie warme Kompressen vor dem Stillen auf die Brust.
  • Streichen Sie etwas Muttermilch aus, damit das Kind die Brustdrüse besser fassen kann.

  • Stillen Sie häufig, mindestens alle 4 Stunden.
  • Kühlen Sie die Brust nach dem Stillen mit kalten Kompressen, Quarck- oder Weißkohlwickeln und lassen Sie die Brustwarze frei.
  • Ggf. verwenden Sie ein leichtes Schmerzmittel oder ein homöopathisches Medikament.

Ich habe zu viel Milch. Ich habe Flecken in der Bluse. Was tun?

Bei Ihnen scheint der Milchspendereflex über Gebühr gut zu funktionieren. An der produzierten Milchmenge können Sie wenig ändern. Das „Überlaufen“ wird allerdings im Verlauf der nächsten Wochen weniger.
Bei zu viel Milch sollten Sie das Baby immer nur an einer Brust anlegen und die andere nur ausstreichen. Auch dadurch kann sich die Menge reduzieren. Die Flecken können Sie mit Stilleinlagen vermeiden.
 

Meine Brustwarze ist rissig und schmerzt. Was kann ich tun?

Reiben Sie die Brust nach dem Stillen mit Lanolin (Wollfett) ein und legen Sie Ihr Baby so an, dass die gesamte Brustwarze vom Mund erfasst wird.

Mein Kind hat erste Zähne und beißt beim Stillen. Was kann ich tun?

Meist findet das vermutlich gegen Ende des Stillens statt, wenn das Kind eigentlich schon satt ist.
Führen Sie gegen Ende des Stillens einen Finger neben die Brustwarze. Falls das Kind zubeißt, ziehen Sie erst die Brustwarze und dann Ihren Finger zurück.
 

Wie macht sich eine Brustentzündung (Mastitis) bemerkbar?

Bei einer Brustentzündung sind die Anzeichen an der Brust ähnlich wie beim Milchstau, begleitet jedoch von starkem Krankheitsgefühl und Grippesymptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen.
Folgende Symptome werden dabei beobachtet:

  • Fieber
  • einseitige Schmerzen, häufig im Bereich der Brustwarze
  • Rötung und Überwärmung der Brust
  • Bildung von Abszessen (Schwellungen) (Nachweis wellenförmiger Flüssigkeitsbewegung-Fluktuation)
  • Achsellymphknotenschwellungen
  • Ausgelöst wird die Mastitis von Bakterien (meist Staphylokokken, seltener Streptokokken), die über kleine Hautverletzungen (sog. Rhagaden und Schrunden) in die Brustwarze einwandern und sich bevorzugt in den aufgestauten Bereichen (Milchstau) ansiedeln.

     

Sollte man Stilleinlagen verwenden?

Stilleinlagen schützen die Kleidung der Mutter vor auslaufender Muttermilch.

Es gibt sie aus verschiedenen Materialien:

  • Waschbare Einlagen aus Wolle, Baumwolle oder Seide
  • Einmaleinlagen aus saugfähigem Zellstoff (am besten ohne Plastikeinlage)
  • Stilleinlagen aus Silikon

Für welche Art der Stilleinlagen die Mutter sich entscheidet, hängt von ihren persönlichen Empfindungen und ab. Am besten testet sie es selbst aus.