Stillen, Vorteile/Nachteile

Was sind die Vorteile des Stillens?

Das Stillen eines Babys ist seit Menschengedenken die natürlichste und gesündeste Art der Ernährung. Es gewährleistet dem Neugeborenen einen guten Start ins Leben und das Trinken an der Brust der Mutter bietet dem Säugling neben der Nahrung auch Nähe, Wärme und Geborgenheit. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist ideal, da sie optimal den Bedürfnissen des Kindes angepasst ist. Sie ist jederzeit verfügbar, hygienisch einwandfrei, wohltemperiert  und kostengünstig.

Gestillte Kinder erkranken seltener an Infekten der oberen Luftwege oder an Magen-Darm- und Harnwegsinfektionen. Der Körperhaushalt der Frau, der sich in der Schwangerschaft verändert hat, stellt sich durch das Stillen schneller wieder um und die Gebärmutter nimmt eher wieder ihre ursprüngliche Größe an. 

 

Vorteile des Stillens für Mütter

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Stillens ist, dass Sie völlig unabhängig sind von Zeit und Ort. Stillen können Sie zu jeder Zeit, an jedem Ort. Immer liegt die Milch in optimaler Temperatur und meist auch in ausreichender Menge vor.
Auch hygienische Maßnahmen, wie sie bei der Flaschennahrung erforderlich sind, entfallen, ein gravierender Vorteil, z.B. beim Reisen.
Die Größe der Brust hat dabei keinen Einfluss auf die Stillmenge und auf die Fähigkeit zu stillen.

Für jedes Jahr des Stillens errechnet man einen Rückgang des Risikos für einen Typ-2-Diabetes (Zuckererkrankung) um ca. 15 %. Oder, wie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) AnfangMai 2014 mitteilte, haben Frauen, die gestillt haben, ein um 40% niedrigeres Erkrankungsrisiko als die, die nicht gestillt haben.

Besonders Frühgeborene vertragen Muttermilch besser als Ersatzstoffe, zudem hilft sie beim Aufbau einer gesunden Darmflora, die unreife Kinder vor gefährlichen Darmerkrankungen z.B. der nekrotisierenden Enterokolitis (entzündliche, lebensbedrohliche Darmerkrankung mit Schädigung der Darmwand, meist in der 2-4 Lebenswoche) schützen kann.
Andere Studien zeigen einen positiven Einfluss auf Stoffwechselfaktoren wie HDL-Cholesterin, Bluthochdruck u.a. Damit senken Frauen durch längeres Stillen ihr Risiko vor einem Herzinfarkt. (Stuebe A.M. et al.:2009, 200:38.e1-e8) (Schwarz,E.B. Obs and Gynecol 2009;113:974).

Ob Stillen das Brustkrebsrisiko senkt, dazu gibt es widersprüchliche Daten: so fand man zunächst keinen Zusammenhang zwischen Stilldauer, ausschließlichem Stillen und dem Risiko, noch vor den Wechseljahren einen Brustkrebs zu erleiden. Nur bei Betrachtung der Familienvorgeschichte fand sich eine deutliche Verringerung des Brustkrebsrisikos, wenn es einen Verwandten ersten Grades mit einem Brustkrebs gab. (Stuebe AM et al, Arch Intern Med 2009,169:1364).

Vorteile des Stillens für Kinder

• In der Muttermilch finden sich wichtige Abwehrstoffe, die dem Baby Schutz vor Infektionen bieten. So haben gestillte Kinder seltener Mittelohrentzündungen, Durchfallerkrankungen oder Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen.

• Stillen senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod, insbesondere bei ausschließlichem Stillen (Vennemann MM et al.: Pediatrics 2009, 123:406).

• Muttermilch soll die geistige Reifung der Kinder fördern, jedenfalls sollen sie in der Entwicklung Flaschenkindern voraus sein (J. Pediatrics 2012, 160: 25).

• Gestillte Kinder sollen besser Milch verdauen können, da ein bestimmtes, für die Verdauung wichtiges Bifido- Bakterium von den Zuckermolekülen der Muttermilch besser gedeiht. (Applied and Environmental Microbiology, Vol 76: 7373. Diese Zuckermoleküle sollen damit auch vor einer Darmentzündung des Kindes schützen.

• Stillen scheint zudem ein Schutz vor einer Allergiebildung zu sein. So führte ein Stillen über mehr als 6 Monate zu einem deutlichen Rückgang der Atopien (Überempfindlichkeit z.B. gegenüber Pollen u.a.) (Saarinen UM et al Lancet 1995, 346:1065). Stillen kann also schützen vor Neurodermitis, Asthma bronchiale und Heuschnupfen.

 

Gibt es Nachteile und Probleme durch das Stillen?

• Natürlich, die Form und Straffheit der Brust wird nicht mehr ganz so sein wie zuvor, aber wird das nicht möglicherweise durch das Glücksgefühl des eigenen Kindes an der Brust ausgeglichen?

• Aus England wird berichtet, dass Kinderärzte sich große Sorgen machen wegen häufiger Fälle von Austrocknung (Dehydratation) bei Neugeborenen durch Störungen des Elektrolytgehaltes, der immer dann auftritt, wenn die Kinder beim ausschließlichen Stillen zu wenig Milch erhalten. Deshalb wird das englische „breast ist best“ (stillen ist das Beste) in England in Frage gestellt.

Langjährige Stillberaterinnen aus Deutschland können aber nur selten von so einem Ereignis berichten, das im schlimmsten Fall zu Krämpfen und Hirnschäden führen könnte.

Sollte ein Kind beim ausschließlichen Stillen nicht zunehmen (wöchentliche Gewichtszunahme, d.h. es muss nicht täglich gewogen werden) und weder nasse, noch volle Windeln haben, sollte unbedingt ein Kinderarzt hinzugezogen werden.

Meist melden sich die Kinder lautstark und zeigen damit an, dass sie noch nicht satt sind und zugefüttert werden sollte. Einige wenige Kinder machen sich aber nicht auf diese Weise bemerkbar, Stillberaterinnen bezeichnen diese Kinder als „stille Schläfer“. Auch diesen Kindern müssen Sie in regelmäßige Abständen die Brust geben.

• Stillen darf aber nicht zum Zwang werden,

 

Sind gestillte Kinder intelligenter als nicht gestillte?

Generell kann man sagen, dass Stillen allein keinen positiven Effekt auf die Intelligenzentwicklung hat. Mütter, die nicht stillen können oder wollen, brauchen deshalb kein schlechtes Gewissen haben.
Dennoch tauchen in der Presse immer wieder Berichte auf, dass gestillte Kinder intelligenter seien als nicht gestillte. Bezieht man aber den Intelligenzgrad der Mutter und das soziale Umfeld in solche Untersuchungen mit ein, findet sich kein Unterschied mehr. Auch Geschwisterkinder, von denen eines gestillt wurde, das andere nicht, machen hier keine Ausnahme.
Ob es einen positiven Effekt für Frühgeborene geben kann, ist allerdings nicht untersucht worden. (Der G. BMJ 333, 945 (2006)
 

Welchen Vorteil bietet das Stillen für das Neugeborene?

In der Muttermilch finden sich wichtige Abwehrstoffe, die dem Baby Schutz vor Infektionen bieten.

So haben gestillte Kinder seltener Mittelohrentzündungen, Durchfallerkrankungen oder Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen.
Letzteres soll im wesentlichen an den sog. Milch-Oligosacchariden liegen, das sind Kohlehydrate die aus Einfachzuckern zusammengesetzt sind. Mittlerweile hat man hunderte davon in der Muttermilch isoliert, weitaus mehr als in jeder Tiermilch. Zusätzlich sollen gestillte Kinder besser Milch verdauen können, da ein bestimmtes, für die Verdauung wichtiges Bifido-Bakterium durch die Zuckermoleküle der Muttermilch besser gedeiht. (Applied and Environmental Microbiology, Vol 76: 7373). Diese Zuckermoleküle schützen damit auch vor einer Darmentzündung des Kindes.

Stillen senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod, insbesondere beim ausschließlichem Stillen (Vennemann MM et al.: Pediatrics 2009,123:406). Muttermilch soll die geistige Reifung der Kinder fördern, jedenfalls sollen sie in der Entwicklung Flaschenkindern voraus sein (J. Pediatrics 2012,160: 25).

Stillen scheint zudem ein Schutz vor einer Allergiebildung zu sein. So führte ein Stillen über mehr als 6 Monate zu einem deutlichen Rückgang der Atopien (Überempfindlichkeit z.B. gegenüber Pollen u.a.) (Saarinen UM et al Lancet 1995, 346:1065). Stillen kann also schützen vor Neurodermitis, Asthma bronchiale und Heuschnupfen.

In Deutschland stillen ca. 80 % der Mütter direkt nach der Geburt, angeleitet von Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Still-Baraterinnen, besonders in stillfreundlichen Krankenhäusern.
Die Rate der stillenden Frauen nimmt zwar in den folgenden Wochen ab, aber die Kinder haben schon einmal einen Teil, der 
Antikörper mitbekommen, die sie vor Infektionen schützen. In den Westeuropäischen Ländern gilt "Breast is best", die "Brust ist am besten".

In Entwicklungsländern wird bei Stillschwierigkeiten schnell zu industriell gefertigten Säuglingsnahrung gegriffen und die Milchbildung dieser Mütter versiegt. Damit können auch keine Antikörper übertragen werden. Die Folge ist, dass ungestillte Babys ein 10-15- fach höheres Risiko haben, an Infektionen wie Durchfall und Lungenentzündung zu sterben. Das zu verbessern, ist eine große Aufgabe für die WHO (Welt-Gesundheits-organisation) bzw. die UNICEF.