Stillen und Ernährung

Gibt es besondere Ernährungsempfehlungen in der Stillzeit?

Die stillende Mutter darf essen, worauf sie Appetit hat. Wichtig ist eine ausgewogene, vielfältige Mischkost mit genügender Eiweiß und Kalziumzufuhr.

Manchmal aber reagiert das Kind auf bestimmte Nahrungsmittel mit Unruhe oder Wundsein. Dann auf diese  Nahrungsmittel einige Tage verzichten und beobachten, ob die Symptome verschwinden.

Kaffee und teeinhaltige Tees sind in Maßen erlaubt.

Auf Nikotin und Alkohol sollte in der Stillzeit verzichtet werden!

 

Worauf muss ich bei der Ernährung achten solange ich stille?

Stillen ist die natürlichste Art, ein Neugeborenes zu ernähren. Deshalb sollte die Mutter durch ihre Ernährung für eine möglichst schadstoffarme Milch sorgen, da alle mit der Nahrung aufgenommenen Substanzen in die Milch übergehen können.
Somit wird verständlich sein, dass Alkohol und Nikotin in der Stillzeit gemieden werden sollten. Kaffee sollte nur in Maßen getrunken werden.

Ansonsten können Sie Ihre normale Ernährungsgewohnheiten wieder aufnehmen.

Planen Sie aber nicht gleich nach der Geburt, Ihr Gewicht zu stark zu reduzieren. Dabei werden Schadstoffe aus dem Fettgewebe freigesetzt, die in die Milch übertreten können. Als Faustregel gelten 2 kg pro Monat, wenn Sie allerdings bei ausreichendem und ausgewogenem Essen schneller abnehmen, ist auch nichts dagegen zu sagen.
Ggf. lassen Sie bei Ihrem Hausarzt Ihre Blut- und Schilddrüsenwerte untersuchen.

Allerdings sollten Sie auch mit Fruchtsaft und Limonade zurückhaltend umgehen, da durch die Zuckerzusätze der Stoffwechsel des Kindes möglicherweise in Richtung Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) programmiert werden kann.
Zudem führt die darin enthaltene Säure häufig zum Wundsein Ihres Kindes.
Das gilt auch für säuerliches Obst, wie Apfelsinen und Äpfel. Säurearme Apfelarten wie „Jonagold“, „Gala“ oder „Golden Delicious“ dürfen aber auch Stillende essen.

Medikamente sollte auf jeden Fall erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt in der Stillzeit eingenommen werden.

Was gehört in der Stillzeit zur ausgewogenen Ernährung?

 Zur ausgewogenen Ernährung gehören auch:

  • Omega-3 Fettsäuren (DHA), das sind wichtige Bausteine für die vor- und nachgeburtliche Entwicklung, da sie für die Funktionsfähigkeit von Nerven- und Sinneszellen wichtig sind. Auch für die Allergieprophylaxe scheinen sie von Bedeutung zu sein. Die Einnahme von 200 mg DHA (Docosahexaensäure, das ist eine der Omega-3-Fettsäuren) aus Fischmahlzeiten oder aus gereinigtem Fischöl wird empfohlen. 
  • Zusätzlich sollte weiterhin eine ausreichende Versorgung mit Jod, Vitamin D und Folsäure gewährleistet sein. Aufgrund der mittlerweile besseren Jodversorgung der Bevölkerung sollten Stillende statt der usprünglich geforderten ca. 260 yg pro Tag nur noch tägl. 100yg zu sich nehmen) . Jod spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes. Schon ein milder Jodmangel der Mutter führt zu einem Jodmangel des gestillten Säuglings.                                                                                                                                                   Sie erhalten dazu ausgewogene Präparate in der Apotheke (z.B. Gynvital gravida®).

Zu dem Thema Ernährung in der Stillzeit gibt es weitergehende Informationen im aid infodienst, (www.aid.de), der auch bei diesem Thema zu Rate gezogen wurde.

 

Ich hatte in der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes. Hat auch hier das Stillen Vorteile für mich?

Das Stillen hat unbedingt Vorteile für Sie:

In dem Anfang März 2013 in Mainz durchgeführten 8.Diabetologie-Update-Seminar
wurde von einer Studie berichtet, in der über fast 20 Jahre Frauen beobachtet wurden,
die in ihrer Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes hatten.
147 von 304 Frauen erkrankten an einem Diabetes mellitus, der von dem Body-Mass-Index und einer eventuelle Insulin-Therapie in der Schwangerschaft abhängig war, besonders aber vom Vorhandensein oder der Abwesenheit von sog. Inselzell-Autoantikörpern (die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse produzieren das Insulin; Autoantikörper werden vom Körper selbst gebildet, in diesem Fall gegen die eigenen Insulin-produzierenden Zellen).


Es wurde geprüft, wie lange es bei Frauen, die keine Inselzell-Autoantikörper hatten, dauerte, bis sie einen Diabetes entwickelten: 
a) wenn sie nicht stillten bereits nach 2,3 Jahren !
b) wenn sie stillten im Durchschnitt nach 12,3 Jahren! 
Das geringste Diabetes-Risiko bestand bei einer Stilldauer von mehr als 3 Monaten lt. Prof. St. Martin vom Westdeutschen Diabetes und Gesundheitszentrum in Düsseldorf .