Stillen, Muttermilchbanken

Wo finde ich eine staatliche Muttermilchbank?

Frauenmilchbanken in Deutschland: http://www.europeanmilkbanking.com/germany.html 

Was ist von einer Muttermilchbörse im Internet zu halten?

Die Idee einer Mutter (www.muttermilch-börse.de) findet bei Müttern großen Anklang, stößt aber bei Kinderärzten, Hebammen und Stillberaterinnen auf Kritik.

Das BfR (Bundesinstitut für Risiskobewertung) (www.bfr.bund.de) schreibt am 18.2.14 dazu:
"… es ist unbestritten, dass Muttermilch die beste Nahrung für Säuglinge ist. Die Nationale Stillkommission unterstützt es daher, dass Frühgeborene und kranke Säuglinge, die (noch) nicht gestillt werden können, möglichst mit abgepumpter Muttermilch der eigenen Mutter oder ggf. mit gespendeter Frauenmilch ernährt werden. Zu diesem Zweck wurden in Deutschland Muttermilchbanken eingerichtet, die Kinderkliniken angeschlossen sind. Gesunde Frauen können hier nach vorheriger Untersuchung Milch spenden.

Die Milch wird vor der Verwendung gezielt bakteriologisch untersucht und pasteurisiert, um eine Übertragung von Infektionen auszuschließen. Erst, wenn die Untersuchungen auf Hepatitis und HIV, vor der ersten Spende und am Ende der Milchabgabezeit (nach 3 Monaten) abgeschlossen und in Ordnung sind, wird die Milch freigegeben.
Die Nationale Stillkommission spricht sich gegen die private Vermittlung und Abgabe von Muttermilch aus – wie sie z.B. durch Kontaktaufnahme zu anderen Müttern im Internet erfolgen kann, da die damit verbundenen Risiken nicht kontrollierbar und insgesamt zu groß sind.
Aus Sicht der Kommission müssen bei Muttermilchspenden vergleichbar strenge Hygienevorschriften beachtet werden wie beim Blutspenden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Spenderinnen übertragbare Erkrankungen wie AIDS oder Hepatitis haben, oder Medikamente einnehmen, deren Wirkstoffe in die Milch übergehen. Außerdem könne die hygienische Beschaffenheit und die Qualität der Milch durch unsachgemäßen Umgang in verschiedenster Hinsicht – z.B. Abpumpen, Lagerung, Kühlung, Transport – beeinträchtigt werden. Darüber hinaus ist selbst eine hygienisch einwandfreie Frauenmilch nicht in jedem Fall für die Ernährung eines fremden Kindes geeignet, da sich z.B. die Zusammensetzung der Milch im Laufe der Stillzeit verändert".
 

Kann fremde Muttermilch infiziert sein?

Fremde Muttermilch kann mit Hepatitis oder HIV infiziert sein. Sie ist zudem nicht pasteurisiert und damit keimfrei gemacht (Ausnahme die staatlichen Muttermilchbanken). Wir verwenden wegen der Infektionsgefahr ja auch keine melkfrische Milch (Rohmilch) vom Bauernhof.


Prof. Sarah Keim von der Ohio States Universität hat in einer Studie von mehr als 100 Muttermilch-Proben über das Internet bestellt. Sie war überrascht, wie stark diese Muttermilch kontaminiert (mit Bakterien verunreinigt) war: Kuhmilch würde bei so vielen Bakterien sofort vom Markt genommen werden. Dreiviertel der Proben waren so stark belastet, dass die amerikanischen Milchbanken sie nicht annehmen würden. Es fanden sich Coli-Bakterien (Darmbakterien), Streptokokken, Staphylokokken (Eitererreger) Cytomegalie-Viren und Salmonellen, die die gefährliche Durchfallerkarnkung hervorrufen. Das Pasteurisieren würde die meisten Keime wohl abtöten, aber wer hat schon die nötige Ausrüstung, um Muttermilch so schonend zu erhitzen (30 Minuten auf 63°C), dass die wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Es ist außerdem von großer Bedeutung, dass die Spenderin verantwortungsbewußt lebt, d.h. keinen Alkohol trinkt, nicht raucht und sich gesundheitsbewußt ernährt und nur Medikamente einnimmt, die mit dem Stillen vereinbar sind.
Zudem müssten das Abpumpen der Milch und der Transport (die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden) unter strengen hygienischen Maßnahmen erfolgen.
 

Wird fremde Muttermilch im Institut für Milchuntersuchungen (IfM) bakteriologisch überprüft?

Das Institut für Milchuntersuchungen, (IfM) das seinen Sitz in Niedersachsen hat, überprüft hauptsächlich Kuhmilch, kooperiert aber mit der Muttermilchbörse (www.milchuntersuchung.de).

Die Milch wird zwar bakteriologisch untersucht. Viruserkrankungen wie Hepatitis und HIV werden dort aber nicht erfasst.

Welche Infektionserkrankungen müssen im Mutterpass mit „negativ“, also frei von Infektionen, ausgewiesen sein.

Folgende Infektionen müssen im Mutterpass mit "negativ" ausgewiesen werden:

  • Lues
  • Hepatitis B
  • Hepatitis C
  • HIV

Bedenken Sie aber, diese Blutentnahmen werden zu Beginn der Schwangerschaft durchgeführt. Im Verlauf der Schwangerschaft kann sich aber der Infektionsstatus verändert haben.