Stillen, Abstillen

Was bedeutet „Abstillen“? Und

Abstillen bedeutet, das Baby von der Brust zu entwöhnen, um dadurch die Milchproduktion zu reduzieren, bzw, ganz zum Versiegen zu bringen.

  • Es gibt starke Medikamente, die diesen Vorgang beschleunigen, aber körperliche und psychische Nebenwirkungen haben können, z.B. Bromocriptin (Pravidel®). Bitte nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
  • Es ist auch möglich, ohne Medikamente abzustillen:
 streichen Sie nach und nach eine Brustmahlzeit und ersetzen sie diese durch ein Fläschchen.
  • Lindern des unangenehmen Spannungsgefühls in der Brust durch Ausstreichen oder minimales Abpumpen.
  • Machen Sie kühle Brustwickel (feuchtes Handtuch 10 min in den Kühlschrank legen).
  • Trinken Sie Salbeitee, ggf. Pfefferminztee (einen Teelöffel Tee mit 250 ml kochendem Wasser übergiessen und nach 5 min durch ein Sieb laufen lassen;
    Sie können 2-3 Tassen davon trinken
  • Auch homöopathische Mittel können helfen, die Milchproduktion zu verringern:
an erster Stelle steht Phytolacca D2 (1.Woche: 5-10 Kügelchen, in der 2. Woche sollten Sie die Menge langsam reduzieren). 
Ggf. können Sie auch Salvysat oder Pulsatilla pratensis nehmen.
    Lassen Sie sich dazu von einer Homöopathin/Homöopathen oder von einer Apotheke beraten, die sich mit homöopathischen Mitteln auskennt.
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Welche verschiedenen Formen des Abstillens gibt es?

Es gibt verschiedene Arten des Abstillens:

  • Das Abstillen im Wochenbett gleich nach der Geburt

  • Schnelles Abstillen z.B. bei Krankheit
 (selten erforderlich)
  • Behutsames Abstillen,wenn Mutter und Kind die Stillbeziehung langsam ausklingen lassen.

Wann eine Mutter abstillt, ist ihre eigene, individuelle Entscheidung. Es gibt dabei keine festen Empfehlungen. Wichtig ist jedoch, das Abstillen möglichst behutsam zu gestalten und hierbei auf die Bedürfnisse von Mutter und Kind einzugehen. Fachkundige Unterstützung erhalten Sie durch Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin.

Ich musste abstillen, würde meinem Kind aber gern Muttermilch geben. Was kann ich tun?

Es gibt in Deutschland nur wenige Kliniken (ganze 13), meist in den östlichen Bundesländern, mit angeschlossenen Frauenmilchsammelstellen, die Spendermilch an Frühgeborene oder kranke Säuglinge verfüttern. Die Milch dieser Banken unterliegt strengen gesundheitlichen Auflagen. Auch die Spenderinnen werden gezielt untersucht, spez. zum Ausschluß von Infektionserkrankungen.
 

Wann sollte man abstillen.

Es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem Sie abstillen müssen. Prinzipiell ist das Ihrer eigenen Entscheidung überlassen.

Kinderärzte und Stillberaterinnen empfehlen, zumindest bis zum 6. Monat zu stillen und dann nach und nach Stillmahlzeiten durch z.B. Gemüsebreie zu ersetzen. Dieses Abstillen kann man auch Abstillen, step by step nennen. Dessen ungeachtet, kann aber zumindest bis zum Ende des ersten Lebensjahres gestillt werden, manche Frauen stillen bis zum 2. Lebensjahr und länger. Das hängt natürlich auch von dem Interesse Ihres Kindes ab, weiterhin Brustmahlzeiten zu erhalten. Wenn Sie nichts tun, stillen sich die meisten Kinder zwischen dem 2.- und 4. Lebensjahr selbst ab; man bezeichent das auch als natürliches Abstillen.

Mütterliche Erkrankungen bedingen eigentlich nur in seltenen Fällen das Abstillen. Bei kindlichen Erkrankungen sollte im Gegenteil weiter gestillt werden, damit Ihr Kind weiterhin die lebenswichtigen Abwehrstoffe mit der Muttermilch erhält.                                                                                                                                                                Aber selbstverständlich können Trennungen, seelische Verstimmungen oder Depressionen zum Abstillen führen.
Insgesamt betrachtet: Stillen Sie nicht zu früh ab, es könnte Ihnen hinterher leid tun.

Ich habe schon abgestillt, möchte aber doch weiterstillen. Klappt das?

 Das ist durchaus möglich, da durch das wiederholte Anlegen des Kindes die Milchproduktion wieder in Gang kommen kann.

Ich bin schwanger und stille noch. wie lange kann ich das?

 Eigentlich, solange Sie wollen. Zwar wird von Ärzten und Hebammen meist zum Abstillen geraten, solange Sie aber keine vorzeitigen Wehen haben, ist das im Grunde nicht notwenig. Vorzeitige Wehen könnten durch das Hormon Oxytocin verstärkt werden, das durch den Saugvorgang in Ihrem Organismus ausgeschüttet wird.