Allgemein

Arzneimitteltherapie in Schwangerschaft und Stillzeit

Generell ist fast alles, mit Ausnahme bestimmter Antibiotika u.a., erlaubt.
ABER bitte, immer in Absprache mit Ihrem Gynäkologen.

Was bedeutet Stillen?

Stillen bedeutet, im wahrsten Sinne des Wortes sein Kind zu beruhigen, zu "stillen" in dem man das Baby an die Brust anlegt um seinen Hunger oder seine Unruhe zu stillen.

Stillen bedeutet, dass das Baby überwiegend mit Muttermilch ernährt wird.

Die WHO empfiehlt die Kinder mindestens 6 Monate voll zu stillen und auf Tee – oder Wasserfläschchen im ersten Lebenshalbjahr zu verzichten.

Was ist ein Milcheinschuss?

Etwa zwei bis drei Tage nach der Geburt „schießt“ die Milch in die Brustdrüse ein.
Zu diesem Zeitpunkt geht die Vormilch, das Kolostrum, in die reife Milch über und die Milchmenge nimmt zu. Das führt manchmal zu einer heftigen Schwellung des Brustdrüsengewebes. Diese Schwellung kann unangenehm und schmerzhaft sein.
Dem kann man am besten vorbeugen, wenn man so früh wie möglich das Kind anlegt. Dadurch wird die Milchbildung angeregt und die Milchmenge sanfter und schonender gesteigert. Ansonsten würde die Milchbildung durch die Hormonumstellung am dritten oder vierten Tag sehr viel heftiger einsetzen.
Das wird erleichtert, weil das Neugeborene bereits wenige Stunden nach der Geburt versucht, die Brust zu suchen. Man nimmt an, dass der Geruchssinn und die dunkle Farbe des Brustwarzenhofes dass Neugeborene dazu animieren. Mit der dort getrunkenen sog. Vormilch (Kolostrum) nimmt das Kind eine hohe Zahl von Immunstoffen zu sich, und ist so bereits früh gegen eine Reihe von Infektionen gefeit.
 

Welche Hormone sind an der Milchproduktion beteiligt?

Das Prolaktin aus der Hirnanhangsdrüse der Mutter produziert die Milch, die beim Anlegen des Babys in die Milchgänge schießt.
Das zweite Hormon, Oxytocin wird durch die Stimulierung der Brustwarze gebildet und fördert den Milchfluß.

Dieser Vorgang wird als Milchspendereflex oder auch „letdown- Reflex“ genannt.

Oxytocin fördert aber die Interaktion zwischen Mutter und Kind ebenso wie die zwischen Geschlechtspartnern.
Angst und Stress wirken sich negativ auf die Oxytocin-Produktion aus,
womit die Milchproduktion eingeschränkt werden kann.

 

Milchbildung, Vormilch (Kolostrum) Was sollte ich über meine Brust und die Milchbildung wissen?

 

Die weibliche Brust besteht  aus Fett- und Bindegewebe sowie aus Drüsen, den sog. Milchbläschen, welche die Milch produzieren.

Von diesen Milchbläschen führen Milchgänge zu den Brustwarzen. In diesem Bereich liegen zahlreiche Nerven, die dafür sorgen, dass mehr Milch gebildet wird, wenn diese Bereiche stimuliert werden, z.B. durch das Saugen des Kindes. 

Die erste Milch, die nach der Geburt, manchmal auch schon Wochen zuvor, gebildet wird, wird Vormilch oder Kolostrum genannt. Häufiges Anlegen des Neugeborenen fördert die Milchbildung und der häufige Kontakt zwischen Mutter und Säugling entwickelt sich zu einer harmonischen Stillbeziehung.

Die Vormilch (Kolostrum) ist eine dickflüssige gelbe Milch. Sie enthält, im Gegensatz zur normalen Muttermilch mehr Proteine und Mineralien, weniger Fett, jedoch mehr fettlösliche Vitamine und Immunoglobuline, mit der Ihr Kind genau die richtigen Nähr- und Abwehrstoffe erhält, die es benötigt. Die Vormilch wird zudem leichter verdaut als reife Milch und wirkt abführend. 

Die sog, Übergangsmilch und die reife Muttermilch haben eine andere Zusammensetzung; der Fett- und Zuckergehalt steigt langsam an, der Protein- und Immunoglobulinanteil sinkt und die Milch enthält viel mehrWasser und Kalorien.

 

 

Die 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen in Kliniken:

  •  in Kliniken und Gebäranstalten sollten schriftliche Richtlinien zur                                  Stillförderung vorliegen und vom Pflegepersonal umgesetzt werden
  • Alle Frauen sollten über die Vorteile und die Praxis des Stillens aufgeklärt werden.
  • Es sollte Müttern ermöglicht werden, das Kind bereits eine halbe Stunde nach der Geburt anzulegen.
  •  Müttern sollte das korrekte Anlegen gezeigt werden und ihnen erklärt werden, wie sie die Milchprodukktion aufrechterhalten können, auch im Falle einer Trennung, falls das Kind auf die Kinderstation verlegt werden muss.
  • Neugeborenen sollte zur Muttermilch keine weitere Flüssigkeit oder sonstige Nahrung gegeben werden, wenn es nicht aus gesundheitlichen Gründen notwendig erscheint (s. Dehydratation- Austrocknung z.b. durch Durchfall).
  • Mutter und Kind sollten 24 Stunden am Tag zusammenbleiben (rooming-in). 
  • Zum Stillen nach Bedarf ermuntern
  • Gestillten Säuglingen keine Gummisauger oder Schnuller geben.
  • Die Entstehung von Stillgruppen fördern,  und Mütter bei der Entlassung auf derartige Gruppen und auch auf Stillcafés hinweisen. 
  • Zit. nach (Stillen einst und heute. Hrsg.: Siebert, W., Stögmann, W., Wündisch,G.F.1997, Hans Marseille Verlag)
     

Was ist wichtig für einen guten Stillbeginn?

Die werdende Mutter sollte sich in der Schwangerschaft über das Stillen informieren (Hebamme, Geburtsvorbereitungskurse, Literatur etc.) und in einer Klinik entbinden, in der das Stillen einen hohen Stellenwert hat.

„Ammenmärchen“, die seit Generationen in den Familien kursieren oder Berichte über negative Erlebnisse, die der Mutter gern ungefragt übermittelt werden, können einen guten Stillbeginn empfindlich stören.
 

Was hilft der Mutter, die ersten Tage nach der Geburt zu erleichtern?

Die Mutter sollte sich Ruhe und Geduld gönnen. Je entspannter und gelassener sie ist, um so leichter fällt es ihr die anfänglichen Schwierigkeiten zu bewältigen.

Eine ruhige Atmosphäre und angenehme Umgebung erleichtern das Stillen.

Stillen macht durstig, ein Getränk und etwas zum Knabbern in Reichweite stärken die Mutter.

Versuchen Sie, gut gemeinte Besuche von Verwandten und Freunden auf ein Minimum zu reduzieren.
Nehmen Sie Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen an.

Es ist wichtig, sich tagsüber sich eine kleine „Auszeit“ vom Baby gönnen.
Stillen Sie nachts im Bett und machen Sie dem Baby die Nacht so langweilig wie möglich, da Neugeborene haben noch keinen Tag -Nacht –Rhythmus haben und Sie diesen erst einüben müssen.
 

Wer hilft, wenn Fragen oder Probleme auftauchen?

Jede Mutter hat über ihre Krankenkasse Anspruch auf eine Hebamme, die nach der Entlassung aus der Klinik die Mutter mit Rat und Tat unterstützt.
Wichtig ist es, sich schon in der Schwangerschaft eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung zu suchen.
Besuche in Stillgruppen oder Babytreffs bieten den Müttern gute Möglichkeiten Tipps und Anregungen zu bekommen.
 

Wichtiges zum Stillen!

 

Stillen ist Teamarbeit, die von Mutter und Kind erlernt werden muss.

Es kann ein paar Tage dauern, bis Mutter und Kind zu einer harmonischen Stillbeziehung zusammen finden.

Der Körper der Mutter sorgt für die Milchbildung, das Baby holt sich durch Saugen seine Nahrung und „bestellt“ neue Milch.

Stillen bietet dem Säugling neben der Nahrung auch Körperkontakt, mütterliche Nähe, Wärme und Geborgenheit.
In den ersten Tagen nach der Geburt ist es sehr wichtig, einen guten Stillstart zu gewährleisten.
Dazu steht der Mutter in der Klinik Fachpersonal zur Seite und zu Hause eine Hebamme, die sie im Wochenbett betreut und mit Rat und Tat zur Seite steht.
Diese zeigen den Müttern auch die verschiedenen Stillpositionen und worauf die Mutter beim Trinken des Säuglings achten sollte.

Das Baby übt nach der Geburt durch häufiges Anlegen das Trinken und regt dadurch die Milchproduktion an.
Hierbei regelt die Nachfrage das Angebot.

Das Rooming-in erleichtert der Mutter das Kennenlernen ihres Babys und sie erkennt schnell die Hungersignale wie Unruhe, Schmatzen oder Schnalzen. Rooming-in bedeutet uneingeschränkten Kontakt zwischen Mutter und Kind nach der Geburt. Es ermöglicht der Mutter das bessere Kennenlernen des Babys, das Stillen nach Bedarf  und beugt so Stillproblemen vor.
Schreien ist ein spätes Hungerzeichen.

Kinder, die sich nicht von allein melden, bitte durch sanftes Wecken zum Essen „einladen“.
Ruhe, Geduld und Vertrauen sind wichtige Begleiter der Mutter, um eventuelle anfängliche Schwierigkeiten besser zu bewältigen.
 
 

Tipps für die erste Zeit zu Hause.

Eine ruhige und angenehme Umgebung erleichtert das Stillen.

Ein Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen in Reichweite stärken die Mutter während der Stillmahlzeit.

Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen annehmen

Tagsüber eine „kleine Auszeit“ vom Baby nehmen.

Neugeborene haben noch keinen Tag – Nacht – Rhythmus, deshalb die Nacht für das Baby so langweilig wie möglich gestalten.
Nachts im Liegen stillen.
 

Wie oft soll das Baby angelegt werden?

Es gibt heutzutage keine festen Zeiten mehr, zu denen die Kinder angelegt werden.Es darf also trinken, wann immer es sich meldet.

Man nennt es auch das "Self-Demand-Feeding", also Stillen nach Wunsch des Kindes. Früher galt als Regel dass streng alle 4 Stunden gestillt werden sollte.

Es gibt allerdings Kinder, die melden sich nicht von selbst; sie sollten dann sanft nach in einem etwa 4-Stunden-Rhythmus geweckt und angelegt  werden.
 

Welche Ernährung ist für das Baby am besten?

 Die beste und natürlichste Ernährung für das Baby ist die Muttermilch. Sie schützt vor Allergien und schweren Erkrankungen. Die Anleitung zum Stillen wird meist in den Geburtskliniken bzw. von den Hebammen gegeben.
Manche Mütter können oder wollen nicht stillen, dann gedeiht das Baby auch mit industriell hergestellter Ersatznahrung (Formula), die nach den neusten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft hergestellt wird.

Bei Allergierisiken in der Familie sollte im ersten Lebenshalbjahr des Kindes eine hypoallergene Nahrung (HA-Nahrung) gefüttert werden.

Auf die Selbstherstellung von Säuglingsmilch sollte aus hygienischen und ernährungsphysiologischen Gründen ganz verzichtet werden. Das gilt sowohl für die selbstherstellte Säuglingsnahrung auf der Basis von Kuhmilch, als auch die aus Ziegen- Schaf- oder Stutenmilch hergestellte.

Vegetarische Milchnahrung z.B. Mandelmilch oder Reismilch sind für Säuglinge auf keinen Fall geeignet, da auch sie nicht den ernährungsphysiologischen Bedürfnissen des Säuglings entspricht und es bei der Ernährung mit einer derartigen Milch schon zu schweren Störungen gekommen ist.

Brustwarzen-Pearcing und Stillen.

 

Das Brustwarzen-Piercing kann zu einem geringeren Milchfluss führen.

 

Ursächlich daran beteiligt sein sollen dabei entstandene Vernarbungen sein, die die Milchgänge verschließen können.(Jama 2009m 301:2550)
 

Haare-Färben und Stillen.

Lt. Univ. Prof. Dr.W.Raab aus Österreich ist das ist das Haare-Färben auch in der  Stillzeit problemlos möglich.

Bleihaltige Produkte sollten allerdings nicht verwendet werden.

Vorzuziehen sind sog. temporäre und semipermanente Haarfärbungen, also solche, die bereits nach einmaliger Haarwäsche (temporär) oder nach 10-maliger Haarwäsche wieder ausgewaschen sind, und  die nur zu geringen Veränderungen der natürlichen Haarpigmente führen (Cons. infect. Gyn, 2010, 4).
 
 

Warzen am Brustwarzenhof. Besteht ein Infektionsrisiko?

 

Viruswarzen (Verrucae vulgaris) um die Brustwarze herum, stellen ein Infektionsrisiko dar.

Hier sollte vom Stillen abgeraten werden, da das Immunsystem des Säuglings noch nicht vollständig ausgebildet ist, um sich gegen die HPV-Viren zu schützen.
 
 

Trinkt mein Kind genug?

Geschichtliches zum Stillen:

Die Natur hat zwar von vornherein das Stillen als erste Ernährung für den Säugling vorgesehen, dennoch unterlag das Stillen immer wieder Mode-Trends.

Viele Jahrhunderte hindurch übernahmen Ammen in den begüterten Familien das Stillen. Mit Aufkommen der industriell gefertigten Milch trat eine gewisse Stillmüdigkeit ein.

Gerade in den Entwicklungsländern, in denen das Stillen schon aus Gründen der Infektionsschutzes für die Neugeborenen eine große Bedeutung hat, erliegen viele Frauen den Werbekampagnen der großen Nahrungskonzerne und ziehen käufliche Baby-Nahrung vor. 

Seit Beginn der 90er Jahre wird das Stillen von offiziellen Stellen und Stillberaterinnen aktiv gefördert. Das ist insbesondere auch einer großangelegten Offensive der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zu verdanken. In Deutschland hat sich das "stillfreundlichen Krankenhaus" einen Namen gemacht und von offizieller Stelle fördert die Nationale Stillkommission seit 1994 das Stillen. Diese Kommission setzt sich aus Vertretern der betroffenen Berufsgruppen zusammen und ist räumlich beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin angesiedelt.

 

Wichtiges zum Stillen

Stillen ist Teamarbeit, die von Mutter und Kind erlernt werden muss.

Es kann ein paar Tage dauern, bis Mutter und Kind zu einer harmonischen Stillbeziehung zusammen finden.Der Körper der Mutter sorgt für die Milchbildung, das Baby holt sich durch Saugen seine Nahrung und „bestellt“ neue Milch. Stillen bietet dem Säugling neben der Nahrung auch Körperkontakt, mütterliche Nähe, Wärme und Geborgenheit.
In den ersten Tagen nach der Geburt ist es sehr wichtig, einen guten Stillstart zu gewährleisten. Dazu steht der Mutter in der Klinik Fachpersonal zur Seite und zu Hause eine Hebamme, die sie im Wochenbett betreut und mit Rat und Tat zur Seite steht. Diese zeigen den Müttern auch die verschiedenen Stillpositionen und worauf die Mutter beim Trinken des Säuglings achten sollte.Das Baby übt nach der Geburt durch häufiges Anlegen das Trinken und regt dadurch die Milchproduktion an. Hierbei regelt die Nachfrage das Angebot.

Das Rooming-in im Krankenhaus erleichtert der Mutter das Kennenlernen ihres Babys und sie erkennt schnell die Hungersignale wie Unruhe, Schmatzen oder Schnalzen.
Schreien ist ein spätes Hungerzeichen.
Kinder, die sich nicht von allein melden, bitte durch sanftes Wecken zum Essen „einladen“.
Ruhe, Geduld und Vertrauen sind wichtige Begleiter der Mutter, um eventuelle anfängliche Schwierigkeiten besser zu bewältigen.

Tipps für die erste Zeit zu Hause:

  •  Eine ruhige und angenehme Umgebung erleichtert das Stillen.
  • Ein Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen in Reichweite stärken die Mutter während der Stillmahlzeit.
  • Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen annehmen
  • Gut gemeinte Besuche von Freunden oder Verwandten auf ein Minmum reduzieren.
  • Tagsüber eine „kleine Auszeit“ vom Baby nehmen
  • Neugeborene haben noch keinen Tag – Nacht – Rhythmus, deshalb die Nacht für das Baby so langweilig wie möglich gestalten.
  • Nachts im Liegen stillen.

 

Darf ich in der Stillzeit Alkohol trinken?

Sie haben die lange "Durststrecke", die alkoholfreie Zeit "endlich" überstanden, möchten Ihr Baby stillen aber gern einmal auf den neuen Erdenbürger anstossen.

Wenngleich allgemein empfohlen wird, auch in der Stillzeit keinen Alkohol zu trinken, wird bei einem kleinen, (seltenen) Glas Sekt oder Wein schon mal ein Auge zugedrückt.                                                                                                                   Alkohol wird aber vom Verdauungstrakt der Mutter resorbiert und gelangt so in die Muttermilch. Auf diese Weise wird auch Ihr Kind mit dem Alkohol versorgt, kann den aber wesentlich schlechter abbauen, da die Aktivität der dafür notwendigen Leber-Enzyme im Vergleich zum Erwachsenen noch zu gering ist.
Zusätzlich beeinflußt Alkohol den Schlafrhythmus des Kindes, die Schlafphasen sind kürzer, die Wach- und Schreiphasen länger. Alkohol scheint auch auf die Milchmenge einen Einfluss zu nehmen – es soll zu einer Verringerung kommen.
Für die Gesundheit Ihres Kindes scheint es am besten zu sein, gänzlich auf das Trinken von Alkohol zu verzichten. Im Konsensuspapier "Gesund ins Leben" heißt es: allenfalls zu besonderen Anlässen sei ein kleines Glas Bier, Wein oder Sekt tolerierbar, wenn ansonsten ein frühes Abstillen die Alternative wäre. (Koletzko, B. Monatsschr Kinderheilkunde 3/2013)
Sollten Sie voraussehen können, dass es auf einer bevorstehenden Feier Alkohol gibt, sollten Sie vorher stillen und einige Stunden bis zum nächsten Stillen vergehen lassen. Noch besser ist es, dem Kind bei der nächsten Mahlzeit zuvor abgepumpte und kühl gelagerte Muttermilch zu geben.
 

Was ist das Bonding?

Nach Wikipedia ist das Bonding eine psychologische Theorie, die auf der Annahme beruht, dass Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Sie wurde von dem britischen Kinderpsychiater John Bowlby und der kanadischen Psychologin Mary Ainsworth entwickelt.
Ihr Gegenstand ist der Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens. Das Bindung-Modell der Bindungstheorie basiert auf Modellen zur frühen Mutter-Kind-Beziehung.
 

Wie oft soll das Baby angelegt werden?

Es gibt heutzutage keine festen Zeiten mehr zu denen die Kinder angelegt werden. Früher waren das streng alle 4 Stunden. Es darf also trinken, wann immer es sich meldet; man nennt das auch das Self-Demand-Feeding, was soviel wie "vom Kind selbst bestimmtes Füttern" bedeutet.

In dern ersten Wochen werden Babys bis zu 10 bis 12 mal angelegt.  

Welche Hautpflegemittel für die Brust empfehlen Stillberaterinnen?

Vor allem am Anfang der Stillzeit klagt die Mutter manchmal über schmerzende oder wunde Brustwarzen. In den ersten Tagen nach der Geburt oder nach dem Stillen können die Brustwarzen empfindlich sein.

Längeres Wundsein oder starke Beschwerden müssen behandelt werden! Die Gründe dafür können auch Fehler beim Anlegen des Kindes sein.

Folgende Hautpflegemittel für die Brustwarzen sind geeignet:

 

  • Muttermilch
  • Reines Wollfett  (nicht bei Lanolinunverträglichkeit)  
  • Pflegekompressen mit Gel
  • Hydrogel- Auflagen

Bitte die Brustpflegeprodukte nur sparsam verwenden und auf natürliche Inhaltstoffe achten, da diese mit dem Mund des Babys in Kontakt kommen.

 

Stillen, Schnuller und Co – Empfehlungen von Zahnärzten für Eltern.

Eltern erhalten sehr unterschiedliche Informationen, wenn es um die Themen Stillen und Nuckeln geht, und auch den Kieferorthopäden und Kinderzahnärzten fehlte eine fundierte Meinungsbildung und eine hilfreiche Leitempfehlung für die Gespräche mit den Eltern.

Auf dem Gemeinschaftskongress der Gemeinnützigen Initiative Kiefergesundheit (IKG) des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthopäden (BDK), der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) und dem Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) wurden folgende aktuelle Empfehlungen ausgesprochen:

Die Kinderzahnärztin Sabine Bertzbach, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, stellte die unterschiedlichen Muskelaktivitäten im Gaumen der Kinder beim Stillen und bei der Fütterung mit dem Fläschchen dar. Der emotionale Wert der Muttermilchgabe („Stillen ist kuschelig“) sei ebenso groß wie der Gesundheitswert für das Kind, und daher solle man Stillen unbedingt empfehlen.

Der Lactosegehalt der Muttermilch ist kein Risikofaktor für Early Childhood Caries (ECC) (Karies im frühesten Kindesalter), einen Zusammenhang gebe es nur in sogenannten zivilisierten Völkern durch sehr frühzeitige, den Eltern oft unbewusste Zuckerbelastung des Kindermunds. Daher ist gezielte Aufklärung für Eltern der richtige Weg.

Die Unterschiede zwischen Stillen und Fläschchen bestätigte auch die Kieferorthopädin Prof. Ariane Hohoff: „Im Vergleich zum Stillen ist die Fläschchenfütterung wie Druckbetankung“!

Zum Thema Schnuller berichtete Gastreferent Prof. Dr. Rolf Hinz über die Historie des Schnullers und Hintergründe für neue Entwicklungen. Dabei bezeichnete er „altersgerechte Sauger“ als reines Marketingargument und verwies auf die Probleme eines zu dicken Saugerhalses.
Was die Frage Daumen oder Nuckel angeht, machte er deutlich, dass die „Nuckeldauer“ der entscheidende Faktor sei: „Mit Daumen im Mund kann man nicht Lego spielen – mit Nuckel im Mund geht das stundenlang.“

Zusammenfassend könnte man also festhalten:
Stillen ist besser als Fläschchen / Daumen besser als Schnuller
Hier ist sicher eine angeregte Diskussion innerhalb des zahmedizinischen Fachbereichs Kieferorthopädie zu erwarten.